BIMS-Rechner

Mit dem BIMS-Rechner ermitteln Sie den Score des Brief Interview for Mental Status (0–15) zur strukturierten Erfassung kognitiver Funktionen in der Pflege.

967.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-21 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den BIMS-Rechner

Der BIMS-Rechner ermöglicht Pflegefachkräften, Therapeuten und medizinischem Personal eine schnelle und fehlerfreie Auswertung des standardisierten Brief Interview for Mental Status (BIMS). Anhand weniger strukturierter Schritte erfassen Sie mit dem BIMS-Rechner die kognitiven Kernfunktionen Ihrer Patienten oder Bewohner:

  1. Sofortige Wortwiederholung erfassen — Nennen Sie drei Testwörter (z. B. Socke, Blau, Bett) und wählen Sie aus, wie viele Wörter die Person unmittelbar fehlerfrei nachgesprochen hat (0 bis 3 Punkte).
  2. Zeitliche Orientierung prüfen — Erfassen Sie die Angaben zum aktuellen Kalenderjahr (0 bis 3 Punkte), zum aktuellen Monat (0 bis 2 Punkte) sowie zum Wochentag (0 oder 1 Punkt).
  3. Verzögerten Wortabruf bewerten — Überprüfen Sie nach der Orientierungsphase die Erinnerung an die drei zuvor genannten Begriffe – entweder spontan ohne Hilfe (2 Punkte), mit semantischem Hinweis (1 Punkt) oder gar nicht (0 Punkte).
  4. Gesamtergebnis & Interpretation ablesen — Der BIMS-Rechner summiert alle Punkte automatisch zu einem Gesamtscore von maximal 15 Punkten und ordnet das Resultat dem passenden kognitiven Bereich zu.

Änderungen an den Auswahlelementen werden im BIMS-Rechner unmittelbar neu berechnet, sodass Sie Teilergebnisse sofort nachvollziehen können.

Formel & Methodik des BIMS-Scores

Der BIMS-Rechner verwendet das im Rahmen des internationalen Minimum Data Set (MDS 3.0) validierte Rechenschema zur Erfassung kognitiver Leistungen:

$$\text{BIMS-Gesamtscore} = \text{Sofortwiederholung} + \text{Zeitliche Orientierung} + \text{Verzögerter Abruf}$$

Die maximal erreichbare Punktzahl beträgt 15 Punkte. Der Gesamtwert setzt sich im BIMS-Rechner aus drei standardisierten Komponenten zusammen:

TestbereichMaximalpunkteErfasste kognitive Funktion
Sofortige Wiederholung3 PunkteUnmittelbare Aufmerksamkeit & Registrierung
Zeitliche Orientierung6 PunkteOrientierungsfähigkeit (Jahr, Monat, Wochentag)
Verzögerter Abruf (Recall)6 PunkteKurzzeitgedächtnis & Abrufleistung (mit/ohne Hinweis)

Interpretation der Punktwerte

Die ermittelte Gesamtpunktzahl im BIMS-Rechner wird standardisiert in drei Interpretationsbereiche unterteilt:

  • 13 bis 15 Punkte (Kognitiv intakt): Die kognitiven Fähigkeiten sind unauffällig oder weitgehend erhalten. Alltägliche Abläufe können meist selbstständig bewältigt werden.
  • 8 bis 12 Punkte (Moderate Beeinträchtigung): Es liegen erkennbare Defizite in Orientierung oder Gedächtnis vor. Ein erhöhter Unterstützungs- und Betreuungsbedarf ist wahrscheinlich.
  • 0 bis 7 Punkte (Schwere Beeinträchtigung): Deutliche Einschränkungen kognitiver Basisfunktionen. Es besteht in der Regel ein erheblicher Pflege- und Hilfebedarf.

Praxisbeispiel: Kognitives Screening bei Aufnahme

Ein 82-jähriger Bewohner wird neu in einer stationären Pflegeeinrichtung aufgenommen. Zur Pflegeplanung führt die zuständige Pflegefachkraft das strukturierte Interview durch und nutzt den BIMS-Rechner zur Dokumentation:

  • Sofortige Wiederholung: Der Bewohner wiederholt alle 3 Begriffe („Socke, Blau, Bett“) fehlerfrei (3 Punkte).
  • Zeitliche Orientierung:
    • Jahr: nennt das Vorjahr (um 1 Jahr abgewichen = 2 Punkte)
    • Monat: nennt den aktuellen Monat taggenau (2 Punkte)
    • Wochentag: nennt den falschen Tag (0 Punkte)
    • Zwischensumme Orientierung: $2 + 2 + 0 = 4\text{ Punkte}$
  • Verzögerter Abruf:
    • „Socke“: spontan erinnert (2 Punkte)
    • „Blau“: erinnert nach Hinweis „eine Farbe“ (1 Punkt)
    • „Bett“: trotz Kategoriehinweis nicht erinnert (0 Punkte)
    • Zwischensumme Abruf: $2 + 1 + 0 = 3\text{ Punkte}$

Im BIMS-Rechner ergibt sich ein Gesamtwert von 10 von 15 Punkten ($3 + 4 + 3 = 10$). Das Ergebnis fällt in den Bereich der moderaten kognitiven Beeinträchtigung. Die Pflegeplanung kann gezielt Gedächtnisstützen und Orientierungshilfen im Alltag integrieren.

Typische Anwendungsbereiche in Pflege und Geriatrie

Das strukturierte Screening mit dem BIMS-Rechner bietet wertvolle Unterstützung in mehreren Praxisfeldern:

  • Stationäre Altenpflege & Langzeitpflege: Standardisierte Erfassung des kognitiven Funktionsstatus bei Aufnahme und im halbjährlichen Routine-Screening.
  • Geriatrische Rehabilitation: Objektive Verlaufskontrolle zur Beurteilung von Rehabilitationsfortschritten oder kognitiver Stabilisierung.
  • Pflegegrad- und Versorgungsplanung: Fundierte Grundlage zur Einschätzung des tatsächlichen Betreuungs- und Beaufsichtigungsbedarfs im interdisziplinären Team.
  • Qualitätssicherung & Dokumentation: Einheitliche Bewertungskriterien im Team verringern subjektive Einschätzungsfehler zwischen verschiedenen Pflegekräften.

Grenzen und wichtige Durchführungshinweise

Obwohl der BIMS-Rechner verlässliche Orientierungswerte liefert, müssen bei der praktischen Durchführung wichtige Rahmenbedingungen beachtet werden:

  • Screening statt Diagnose: Das BIMS ist ein Screening-Tool zur Kognitionserfassung und ersetzt keine fachärztliche Demenzdiagnostik oder neuropsychologische Testbatterie.
  • Sinnesbeeinträchtigungen berücksichtigen: Vor dem Test müssen Seh- und Hörhilfen ordnungsgemäß eingesetzt sein, um Verzerrungen durch sensorische Defizite zu vermeiden.
  • Akute Verwirrtheit (Delir): Bei plötzlichen kognitiven Einbrüchen, akuten Infekten oder postoperativen Zuständen muss ein Delir differenzialdiagnostisch abgeklärt werden.
  • Digitale Dokumentation: Der BIMS-Rechner erleichtert das fehlerfreie Addieren der Skalenwerte, entbindet jedoch nicht von der pflegefachlichen Gesamteinschätzung.

Häufige Fragen zu BIMS-Rechner

Was misst der BIMS-Score im Detail?

Das Brief Interview for Mental Status (BIMS) erfasst drei kognitive Kernbereiche: die unmittelbare Merkfähigkeit (Sofortwiederholung), die zeitliche Orientierung (Jahr, Monat, Wochentag) sowie die verzögerte Gedächtnisleistung (Wortabruf mit oder ohne Hinweis).

Wie werden die Punkte beim BIMS interpretiert?

Die Gesamtpunktzahl reicht von 0 bis 15 Punkten: 13–15 Punkte deuten auf intakte kognitive Fähigkeiten hin, 8–12 Punkte auf eine moderate kognitive Beeinträchtigung und 0–7 Punkte auf eine schwere kognitive Beeinträchtigung.

Ersetzt das BIMS eine ärztliche Demenzdiagnose?

Nein, das BIMS ist ein standardisiertes Screening-Instrument zur Erfassung des aktuellen kognitiven Status (u. a. im MDS 3.0), ersetzt jedoch keine umfassende neurologische oder psychiatrische Fachdiagnostik.

Was passiert, wenn eine befragte Person nicht antworten kann?

Wenn eine Person aufgrund schwerer Sprachbarrieren, akuter Delirien oder fortgeschrittener Einschränkungen nicht interviewt werden kann, greift das Pflegepersonal auf beobachtungsbasierte Einschätzungen (wie das Staff Assessment for Mental Status) zurück.

Werden meine eingegebenen Daten im BIMS-Rechner gespeichert?

Nein. Sämtliche Eingaben und Auswertungen werden rein lokal im Browser verarbeitet. Es werden keinerlei personenbezogene oder medizinische Daten übertragen oder gespeichert.