Anleihen-Order-Rechner

Mit dem Anleihen-Order-Rechner ermitteln Sie Abrechnungsbetrag, Stückzinsen, Clean Price, Dirty Price und Ordergebühren beim Kauf oder Verkauf von Anleihen.

882.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-04-30 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Anleihen-Order-Rechner

Der Anleihen-Order-Rechner ermöglicht die präzise Kalkulation des Abrechnungsbetrags, der anfallenden Stückzinsen sowie des Clean und Dirty Price für den Kauf oder Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren. Bei Anleihetransaktionen weicht der finale Abrechnungsbetrag (auch ausmachender Betrag genannt) vom reinen Börsenkurs ab, da zwischen den Zinsterminen anteilige Zinsansprüche entstehen. Mit diesem Rechner simulieren Anleger und Finanzanalysten alle Transaktionsparameter vor der Orderaufgabe.

Geben Sie im Eingabebereich folgende Parameter ein:

  1. Auftragsseite: Wählen Sie Kauf oder Verkauf.
  2. Anleihen-Nennwert & Stückzahl: Der Nominalwert pro Anleihe (z. B. 1.000 €) multipliziert mit der geplanten Stückzahl ergibt das Gesamtnominale.
  3. Kurs (% vom Nennwert): Der an der Börse notierte Clean Price in Prozent.
  4. Kuponsatz (%): Der jährliche Nominalzins der Anleihe.
  5. Stückzinstage & Basistage: Die seit dem letzten Zinstermin verstrichenen Zinstage sowie die Zinstagekonvention (z. B. 365 bei act/act oder 360 bei 30/360).
  6. Gebühr: Transaktionskosten oder Bankprovisionen.

Nach der Eingabe liefert der Anleihen-Order-Rechner sofort den vollständigen Abrechnungsbetrag, die genaue Höhe der Stückzinsen sowie den resultierenden Dirty Price.

Formeln & Methodik im Anleihen-Order-Rechner

Der Anleihen-Order-Rechner nutzt die standardisierten finanzmathematischen Bewertungsformeln des Wertpapierhandels.

Grundlegende Abrechnungsformeln

Der Kurswert (reiner Anleihewert ohne Zinsanteil) berechnet sich wie folgt:

$$\text{Kurswert} = \text{Nennwert} \times \text{Stückzahl} \times \frac{\text{Kurs (%)}}{100}$$

Die anteilig aufgelaufenen Stückzinsen berechnen sich nach der Zinstagekonvention:

$$\text{Stückzinsen} = \text{Nennwert} \times \text{Stückzahl} \times \frac{\text{Kuponsatz (%)}}{100} \times \frac{\text{Stückzinstage}}{\text{Basistage}}$$

Der Gesamtabrechnungsbetrag richtet sich nach der Auftragsseite:

  • Kauforder: $\text{Abrechnungsbetrag} = \text{Kurswert} + \text{Stückzinsen} + \text{Gebühr}$
  • Verkaufsorder: $\text{Netto-Verkaufserlös} = \text{Kurswert} + \text{Stückzinsen} - \text{Gebühr}$

Der Dirty Price drückt den Abrechnungskurs inklusive Stückzinsen in Prozent des Gesamtnennwerts aus:

$$\text{Dirty Price (%)} = \frac{\text{Kurswert} + \text{Stückzinsen}}{\text{Nennwert} \times \text{Stückzahl}} \times 100$$

Clean Price vs. Dirty Price

An den meisten europäischen Wertpapierbörsen notieren Anleihen im Clean Price. Das bedeutet, dass der veröffentlichte Kurs lediglich die Bonitäts- und Zinsänderungsrisiken widerspiegelt, während aufgelaufene Zinsen herausgerechnet sind. Beim Settlement muss der Käufer dem Verkäufer jedoch die seit dem letzten Kupontermin aufgelaufenen Zinsen vergüten. Das Online-Tool stellt sowohl den Clean Price als auch den daraus resultierenden Dirty Price übersichtlich gegenüber.

Relevanz der Zinstagekonventionen

Für eine exakte Abrechnung ist die Wahl der richtigen Basistage entscheidend:

  • act/act (365 Tage): Häufig bei deutschen Bundesanleihen und europäischen Staatsanleihen verwendet (tatsächliche Tage durch tatsächliche Jahrestage).
  • 30/360 (360 Tage): Gängig bei vielen Euro-Unternehmensanleihen und Pfandbriefen.
  • act/360: Standard im kurzfristigen Geldmarkt und bei Commercial Papers.

Anwendungsbereiche & Praxisbeispiel

Der Anleihen-Order-Rechner unterstützt private Anleger, Trader und Studierende der Wirtschaftswissenschaften bei vielfältigen Aufgaben:

  • Orderkontrolle & Kostenplanung: Vor der Platzierung einer Kauf- oder Verkaufsorder bei der Depotbank die exakte Liquiditätsbelastung berechnen.
  • Vergleich von Anleihen: Anleihen mit unterschiedlichen Kupons und Zinsterminen hinsichtlich des tatsächlichen Kapitaleinsatzes analysieren.
  • Stückzinsprüfung bei Kuponnähe: Den Einfluss kurz vor dem Kupontermin aufgelaufener Zinsen transparent kalkulieren.

Schritt-für-Schritt-Rechenbeispiel

Ein Anleger plant den Kauf von 10 Anleihen mit folgenden Konditionen:

  • Nennwert: 1.000 € pro Stück (Gesamtnennwert: 10.000 €)
  • Börsenkurs (Clean Price): 98,50 %
  • Kuponsatz: 5,00 % p.a.
  • Aufgelaufene Zinstage: 45 Tage
  • Basistage: 365 (act/act)
  • Ordergebühr: 25,00 €

Berechnung:

  1. $\text{Kurswert} = 10.000 \text{ €} \times 98,50 , % = 9.850,00 \text{ €}$
  2. $\text{Stückzinsen} = 10.000 \text{ €} \times 5,00 , % \times \frac{45}{365} \approx 61,64 \text{ €}$
  3. $\text{Abrechnungsbetrag} = 9.850,00 \text{ €} + 61,64 \text{ €} + 25,00 \text{ €} = 9.936,64 \text{ €}$
  4. $\text{Dirty Price} = \frac{9.850,00 + 61,64}{10.000} \times 100 = 99,11644 , %$

Mit dem Anleihen-Order-Rechner lassen sich alle Zwischenschritte nachvollziehen und verschiedene Anlageszenarien verlässlich planen.

Häufige Fragen zu Anleihen-Order-Rechner

Was ist der Unterschied zwischen Clean Price und Dirty Price?

Der Clean Price ist der reine Börsenkurs einer Anleihe in Prozent des Nennwerts ohne Stückzinsen. Der Dirty Price (auch Abrechnungskurs) enthält die seit dem letzten Kupontermin aufgelaufenen Stückzinsen und bildet die Basis für den tatsächlichen Zahlungsbetrag.

Wie berechnet der Anleihen-Order-Rechner die Stückzinsen?

Die Stückzinsen werden nach der Formel (Gesamtnennwert × Kuponsatz × Stückzinstage) / (Basistage × 100) berechnet. Dabei werden die verstrichenen Zinstage seit der letzten Zinszahlung durch die Basistage der gewählten Zinskonvention (z. B. 365 bei act/act oder 360 bei 30/360) geteilt.

Warum werden Gebühren beim Kauf addiert und beim Verkauf abgezogen?

Beim Anleihenkauf erhöhen Bank- und Börsengebühren den vom Käufer bereitzustellenden Gesamtabrechnungsbetrag. Beim Verkauf mindern die Transaktionskosten den Nettoerlös, der dem Verkäufer gutgeschrieben wird.

Welche Zinstagekonvention (Basistage) gilt in Deutschland?

Für Bundesanleihen und die meisten europäischen Staatsanleihen gilt die act/act-Konvention (tatsächliche Tage pro Jahr, meist 365). Viele Unternehmensanleihen und Pfandbriefe nutzen die Deutsche Zinsmethode 30/360 (360 Basistage).

Werden meine eingegebenen Finanzdaten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Anleihen-Order-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser. Es werden keine Daten an einen Server übertragen oder gespeichert.