Der Make-or-Buy-Rechner unterstützt IT-Leiter, Produktmanager, Controller und Unternehmensgründer bei der fundierten Entscheidung zwischen Software-Eigenentwicklung (Build) und Fremdbezug bzw. SaaS-Einkauf (Buy). Die strukturierte Gegenüberstellung der Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) über einen frei wählbaren Nutzungszeitraum zeigt objektiv auf, welche Handlungsoption wirtschaftlicher ist und wann die Gewinnschwelle erreicht wird. Alle Berechnungen erfolgen direkt im Browser, sodass sensible Unternehmensdaten vollständig geschützt bleiben.
So nutzen Sie den Make-or-Buy-Rechner
Für einen aussagekräftigen Kostenvergleich sollten alle Finanzdaten für denselben Zeithorizont und in derselben Währung erfasst werden. Das Berechnungstool führt Sie in vier einfachen Schritten durch die Analyse:
- Parameter der Eigenentwicklung erfassen — Geben Sie Entwickleranzahl, Entwicklungsdauer in Monaten, monatliche Kosten pro Entwickler, einmalige Entwicklungskosten, laufende Wartung sowie monatliche Server- und Infrastrukturkosten ein.
- Kosten für Fremdbezug (Buy / SaaS) hinterlegen — Tragen Sie die monatliche Lizenz- oder Abogebühr, Implementierungsaufwände, Schulungskosten für Mitarbeiter und einmalige Integrationskosten ein.
- Nutzungsdauer und Opportunitätskosten festlegen — Bestimmen Sie den geplanten Einsatzzeitraum in Monaten und berücksichtigen Sie bei Bedarf Opportunitätskosten für gebundene Entwicklerressourcen.
- Ergebnisse und Amortisation auswerten — Das System ermittelt sofort die Gesamtkosten beider Pfade, die absolute Kostendifferenz sowie den exakten Break-Even-Zeitpunkt.
Nutzen Sie den Make-or-Buy-Rechner auch für Sensitivitätsanalysen, indem Sie einzelne Variablen wie Gehälter oder Lizenzpreise variieren, um deren Einfluss auf das Gesamtergebnis zu prüfen.
Formeln & Methodik — Make-or-Buy-Rechner
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung basiert auf der Gegenüberstellung aller initialen und wiederkehrenden Kostenbestandteile über die geplante Nutzungsdauer:
Gesamtkosten Eigenentwicklung (Build) = Entwickler-Personalkosten + Einmalige Entwicklungskosten + (Monatliche Wartung + Monatliche Infrastruktur) × Nutzungsmonate + Opportunitätskosten
Gesamtkosten Fremdbezug (Buy) = Implementierungskosten + Schulungskosten + Integrationskosten + Monatliche Abogebühr × Nutzungsmonate
Kostendifferenz = Gesamtkosten Eigenentwicklung − Gesamtkosten Fremdbezug
Break-Even-Punkt (Monate) = (Initialkosten Build − Initialkosten Buy) ÷ (Monatliche Kosten Buy − Monatliche Kosten Build)
| Kostenart | Eigenentwicklung (Build) | Fremdbezug / Kauf (Buy) |
|---|---|---|
| Initiale Kosten | Gehälter der Entwicklungsphase, Architektur, Prototyping | Setup-Gebühren, Datenmigration, Schnittstellen-Integration |
| Laufende Kosten | Bugfixing, Security-Patches, Server-Hosting, Cloud-Infrastruktur | Monatliche oder jährliche SaaS-Abonnements, Nutzerlizenzen |
| Indirekte Kosten | Opportunitätskosten (Entwickler fehlen am Kernprodukt) | Schulungsaufwand für Anwender, Abhängigkeit vom Anbieter |
Anhand dieser Formeln identifiziert der Make-or-Buy-Rechner zuverlässig Kostentreiber und macht ersichtlich, ob Kostenunterschiede primär aus der Entwicklungsphase oder den laufenden Betriebskosten resultieren.
Modellannahmen und Grenzen
Das Modell unterstellt gleichbleibende monatliche Betriebs- und Lizenzkosten über die gewählte Laufzeit. Bei dynamisch wachsenden Nutzerzahlen oder sich verändernden Cloud-Gebühren empfiehlt es sich, die Berechnung mit konservativen sowie optimistischen Szenarien durchzuführen.
Typische Einsatzbereiche in der Praxis
In der betrieblichen Praxis bietet die Gegenüberstellung eine solide Entscheidungsgrundlage für zahlreiche IT- und Produktentscheidungen:
- SaaS-Evaluation & Toolauswahl — Prüfen, ob Standardsoftware wirtschaftlicher ist als ein kompletter Inhouse-Neubau.
- Enterprise-Software-Beschaffung — Budgetanträge für Großprojekte mit transparenten TCO-Zahlen und Amortisationszeiten absichern.
- Interne Tool-Entwicklung — Entscheiden, ob interne Workflow-Tools selbst programmiert oder extern lizenziert werden sollten.
- Start-up-Ressourcenallokation — Schnelle Marktreife (Time-to-Market) gegen langfristige technische Unabhängigkeit abwägen.
Vergleich: Eigenentwicklung vs. Softwarekauf
| Kriterium | Eigenentwicklung (Build) | Standardsoftware / SaaS (Buy) |
|---|---|---|
| Kapitalbindung | Hohe Vorabinvestition in Entwicklung | Geringe Anfangskosten, planbare operative Raten |
| Bereitstellungszeit | Monate bis Jahre Entwicklungszeit | Sofort oder innerhalb weniger Wochen einsatzbereit |
| Passgenauigkeit | 100 % exakt auf interne Prozesse zugeschnitten | Standardisiert, erfordert teils Prozessanpassungen |
| Wartung & Support | Volle interne Verantwortung für Betrieb und Updates | Wartung, Hosting und Patches liegen beim Anbieter |
| Know-how & IP | Vollständiges geistiges Eigentum bleibt im Haus | Abhängigkeit von Drittanbietern (Vendor Lock-in) |
Ob Eigenbau oder Kauf die bessere Wahl darstellt, hängt neben den reinen Gesamtkosten auch von Ihren strategischen Kernkompetenzen ab. Der Make-or-Buy-Rechner liefert Ihnen dafür die quantitative Datenbasis.