Kohlenstoffäquivalent-Rechner

Mit dem Kohlenstoffäquivalent-Rechner ermitteln Sie den CEV-Wert von Stahl anhand der Legierungselemente zur Prüfung von Schweißbarkeit und Vorwärmbedarf.

948.3K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-08 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Kohlenstoffäquivalent-Rechner

Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner ermöglicht Schweißfachingenieuren, Metallbauern und Werkstoffprüfern eine schnelle und zuverlässige Bewertung der Schweißeignung von Stahl. Anhand der chemischen Schmelzenanalyse aus dem Werkszeugnis (z. B. nach DIN EN 10204) ermittelt das Online-Tool das Kohlenstoffäquivalent (CEV) in Echtzeit.

  1. Chemische Zusammensetzung eingeben — Tragen Sie die Massenanteile in Prozent (%) für Kohlenstoff (C), Mangan (Mn), Chrom (Cr), Molybdän (Mo), Vanadium (V), Nickel (Ni) und Kupfer (Cu) in die entsprechenden Felder ein.
  2. Eingaben überprüfen — Der Rechner verarbeitet Dezimalwerte direkt und führt die einzelnen Elementterme übersichtlich auf.
  3. Ergebnis und Risikoklasse ablesen — Sie erhalten sofort das resultierende Kohlenstoffäquivalent sowie eine praxisnahe Einstufung des Aufhärtungs- und Kaltrissrisikos.

Mit dem Kohlenstoffäquivalent-Rechner lassen sich verschiedene Stahlchargen vergleichen, bevor Schweißanweisungen (WPS) erstellt oder Vorwärmparameter festgelegt werden.

Formel & metallurgische Grundlagen — Kohlenstoffäquivalent-Rechner

Beim Schweißen kühlt die Wärmeeinflusszone (WEZ) rasch ab. Legierungselemente verzögern die Phasenumwandlung des Austenits und fördern die Entstehung von hartem, sprödem Martensit. Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner nutzt die international etablierte Formel des International Institute of Welding (IIW):

CE = C + Mn/6 + (Cr + Mo + V)/5 + (Ni + Cu)/15

In dieser Gleichung wird die spezifische Härtungswirkung der einzelnen Legierungspartner im Verhältnis zu reinem Kohlenstoff mathematisch abgebildet:

LegierungselementTeilausdruckMetallurgische Wirkung beim Schweißen
Kohlenstoff (C)$C$Direkte Erhöhung der Härte und Aufhärtungsneigung in der Wärmeeinflusszone
Mangan (Mn)$Mn / 6$Verbessert die Festigkeit, erhöht jedoch die Einhärtbarkeit
Chrom, Molybdän, Vanadium$(Cr + Mo + V) / 5$Starke Karbidbildner, verzögern das Abkühlen und begünstigen Gefügeaufhärtung
Nickel, Kupfer$(Ni + Cu) / 15$Verbessern Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit bei geringerer Härtungswirkung

Richtwerte zur Schweißbarkeit nach CEV

Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner unterteilt das berechnete Äquivalent in praxisorientierte Risikobereiche:

  • CEV ≤ 0,40 % (Niedriges Risiko): Sehr gute Schweißeignung. Vorwärmen ist bei normalen Blechdicken im Regelfall nicht erforderlich.
  • 0,41 % ≤ CEV ≤ 0,45 % (Mittleres Risiko): Gute Schweißeignung. Bei größeren Wandstärken oder hoher Einspannung ist leichtes Vorwärmen ratsam.
  • CEV > 0,45 % (Erhöhtes Risiko): Bedingte Schweißbarkeit. Vorwärmen und kontrollierte Wärmeführung gemäß DIN EN 1011-2 sind erforderlich, um wasserstoffinduzierte Kaltrisse zu vermeiden.

Berechnungsbeispiel im Kohlenstoffäquivalent-Rechner

Ein Baustahl S355J2 (Werkstoffnummer 1.0577) weist laut Werkszeugnis folgende chemische Zusammensetzung auf:

  • $ ext{C} = 0{,}16,%$, $ ext{Mn} = 1{,}40,%$, $ ext{Cr} = 0{,}05,%$, $ ext{Mo} = 0{,}02,%$, $ ext{V} = 0{,}01,%$, $ ext{Ni} = 0{,}04,%$, $ ext{Cu} = 0{,}03,%$

Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner ermittelt das Ergebnis schrittweise:

  1. Mangan-Term: $1{,}40 / 6 approx 0{,}233,%$
  2. Cr-Mo-V-Term: $(0{,}05 + 0{,}02 + 0{,}01) / 5 = 0{,}08 / 5 = 0{,}016,%$
  3. Ni-Cu-Term: $(0{,}04 + 0{,}03) / 15 = 0{,}07 / 15 approx 0{,}0047,%$
  4. Gesamtsumme: $ ext{CEV} = 0{,}16 + 0{,}2333 + 0{,}0160 + 0{,}0047 approx 0{,}414,%$

Das Ergebnis von rund $0{,}41,%$ signalisiert dem Anwender eine gute Schweißbarkeit mit moderaten Vorwärmanforderungen bei dickwandigen Bauteilen.

Typische Anwendungsbereiche für den Kohlenstoffäquivalent-Rechner

In der industriellen Fertigung und Konstruktion erfüllt das Tool zentrale Aufgaben:

  • Schweißanweisungen (WPS) & Qualitätssicherung — Fachingenieure nutzen den Kohlenstoffäquivalent-Rechner zur Vorabbewertung von Schweißverfahren nach DIN EN ISO 15614-1.
  • Wareneingangskontrolle im Stahlbau — Prüfen Sie mit dem Kohlenstoffäquivalent-Rechner, ob gelieferter Profil- oder Blechstahl die Spezifikationen nach DIN EN 10025 einhält.
  • Vermeidung von Kaltrissen — Das Tool liefert wichtige Anhaltspunkte, ob wasserstoffarmes Schweißgut oder Vorwärmung gewählt werden müssen.
  • Werkstoff- und Chargenvergleich — Vergleichen Sie im Kohlenstoffäquivalent-Rechner alternative Stahllegierungen hinsichtlich ihrer Verarbeitungskosten und Schweißsicherheit.

Häufige Fragen zu Kohlenstoffäquivalent-Rechner

Was berechnet der Kohlenstoffäquivalent-Rechner?

Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner berechnet das Kohlenstoffäquivalent (CEV nach IIW) aus den chemischen Massenanteilen von Kohlenstoff, Mangan, Chrom, Molybdän, Vanadium, Nickel und Kupfer zur schnellen Beurteilung der Schweißeignung.

Ab welchem CEV-Wert ist Vorwärmen beim Schweißen erforderlich?

Bei einem CEV unter 0,40 % bis 0,45 % ist unlegierter Baustahl meist ohne Vorwärmen gut schweißbar. Bei Werten über 0,45 % steigt die Neigung zu Kaltrissen, weshalb Vorwärmen nach DIN EN 1011-2 empfohlen wird.

Welche Formel verwendet der Kohlenstoffäquivalent-Rechner?

Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner nutzt die anerkannte IIW-Formel: CEV = C + Mn/6 + (Cr + Mo + V)/5 + (Ni + Cu)/15 mit allen Elementanteilen in Massenprozent (%).

Was ist der Unterschied zwischen CEV, CET und Pcm?

CEV (IIW) ist der Standardwert für allgemeine Baustähle. CET (nach DIN EN 1011-2) wird zur Ermittlung der Vorwärmtemperatur bei Feinkornbaustählen genutzt. Pcm (nach Ito-Bessyo) eignet sich für kohlenstoffarme Stähle (C unter 0,18 %).

Werden meine eingegebenen Werkstoffdaten gespeichert?

Nein. Der Kohlenstoffäquivalent-Rechner führt alle Berechnungen lokal in Ihrem Browser durch. Es werden keinerlei Werkstoff- oder Analysedaten übertragen.