So nutzen Sie den Herzindex-Rechner
Der Herzindex-Rechner unterstützt medizinisches Fachpersonal, Studierende und klinisch Interessierte bei der schnellen Bestimmung des kardialen Index (Cardiac Index, CI). Anhand des Herzzeitvolumens (HZV) und der Körperoberfläche (KOF) lässt sich die kardiale Pumpleistung individuell bewerten:
- Eingabemodus festlegen — Wählen Sie aus, ob die Körperoberfläche bereits bekannt ist oder im Rechner automatisch aus Körpergröße und Körpergewicht nach der Mosteller-Formel geschätzt werden soll.
- Herzzeitvolumen eingeben — Tragen Sie das gemessene Herzzeitvolumen in Litern pro Minute (l/min) ein (z. B. ermittelt via Echokardiographie, Thermodilution oder PiCCO).
- Körperparameter erfassen — Geben Sie Körpergröße in Zentimetern und Körpergewicht in Kilogramm ein bzw. tragen Sie die berechnete KOF in m² ein.
- Ergebnis auswerten — Der Herzindex-Rechner ermittelt unmittelbar den normierten Indexwert in l/min/m² und ordnet das Ergebnis in die klinischen Referenzbereiche ein.
Formeln & physiologische Grundlagen im Herzindex-Rechner
Das Herzzeitvolumen allein reicht zur vergleichenden Beurteilung der Pumpleistung oft nicht aus, da der basale Sauerstoffbedarf eines Patienten maßgeblich von dessen Körpermasse und Körperoberfläche abhängt. Der Herzindex-Rechner normiert daher den Blutauswurf auf die Körperoberfläche.
Berechnung des Herzindex (Cardiac Index)
Die mathematische Grundlage im Herzindex-Rechner basiert auf dem Verhältnis von Herzminutenvolumen zu Körperoberfläche:
Herzindex (CI) = Herzzeitvolumen (HZV) / Körperoberfläche (KOF)
- CI (Cardiac Index): Angegeben in l/min/m² (Liter pro Minute pro Quadratmeter)
- HZV (Cardiac Output, CO): Herzzeitvolumen in l/min
- KOF (Body Surface Area, BSA): Körperoberfläche in m²
Schätzung der Körperoberfläche (KOF / BSA)
Wird die Körperoberfläche nicht direkt gemessen, verwendet der Herzindex-Rechner standardmäßig die bewährte Mosteller-Formel:
KOF (m²) = √((Körpergröße [cm] × Körpergewicht [kg]) / 3600)
Klinische Interpretation und Referenzwerte
In der kardiologischen Diagnostik und Intensivtherapie gelten folgende Richtwerte für den Herzindex bei erwachsenen Patienten in Ruhe:
| Herzindex (CI) | Einstufung | Hämodynamische Bedeutung & Differenzialdiagnosen |
|---|---|---|
| < 2,2 l/min/m² | Kardiogener Schock / Kritisch erniedrigt | Akute Linksherzinsuffizienz, Myokardinfarkt, schwere Dekompensation |
| 2,2 – 2,5 l/min/m² | Grenzwertig vermindert | Reduzierte kardiale Reserve, relative Hypovolämie, Klappenvitien |
| 2,5 – 4,0 l/min/m² | Normalbereich (Normodynam) | Physiologische Perfusion und adäquate Sauerstoffversorgung der Organe |
| > 4,0 l/min/m² | Erhöht (Hyperdynam) | Sepsis (Frühphase), systemische Vasodilation, Anämie, Fieber, Hyperthyreose |
Wichtige Limitationen und klinischer Kontext
Ein isolierter Wert aus dem Herzindex-Rechner darf nicht ohne Gesamtkontext bewertet werden. Für eine fundierte intensivmedizinische Beurteilung sind weitere Parameter wie der arterielle Mitteldruck (MAP), der systemische Gefäßwiderstandsindex (SVRI) sowie Laktat- und Blutgaswerte unerlässlich.
Typische Anwendungsbereiche für den Herzindex-Rechner
In der täglichen Praxis wird der Herzindex-Rechner in verschiedenen Fachdisziplinen eingesetzt:
- Intensivstation (ITS) & Intermediate Care — Zur hämodynamischen Steuerung von Katecholaminen, Inodilatatoren und Flüssigkeitsgabe.
- Kardiologie & Herzkatheterlabor — Zur Quantifizierung der Pumpfunktion bei chronischer oder dekompensierter Herzinsuffizienz.
- Anästhesiologie & perioperative Medizin — Zur Überwachung von Hochrisikopatienten während großer operativer Eingriffe mit dem Herzindex-Rechner.
- Notfallmedizin — Zur schnellen Differenzierung zwischen kardiogenem, septischem und distributivem Schockgeschehen.
- Medizinische Ausbildung — Für Studierende und Pflegefachkräfte zur Veranschaulichung kreislaufphysiologischer Prinzipien.