So nutzen Sie den Durchgangsloch-Rechner
Der Durchgangsloch-Rechner unterstützt Konstrukteure, Zerspanungsmechaniker und Heimwerker bei der schnellen Bestimmung der passenden Durchgangsbohrung für Schraubenverbindungen. Bei der Auslegung einer Schraubverbindung ist der korrekte Bohrungsdurchmesser entscheidend, damit die Schraube spannungsfrei montiert werden kann, ohne dass die Klemmfläche unter dem Schraubenkopf zu stark verringert wird.
Geben Sie im Durchgangsloch-Rechner einfach den Schrauben-Nenndurchmesser ein, wählen Sie die Maßeinheit (Millimeter oder Zoll) und bestimmen Sie die gewünschte Passungsreihe. Der Durchgangsloch-Rechner liefert unmittelbar den empfohlenen Bohrungsdurchmesser, das zugrundeliegende Lochspiel sowie praxistaugliche Mindest- und Höchstwerte für die Werkstattfertigung.
Formel & Normgrundlagen – DIN EN ISO 273
Die Dimensionierung von Durchgangsbohrungen für Schrauben ist international in der Norm DIN EN ISO 273 (früher DIN 273 bzw. DIN EN 20273) geregelt. Der Durchgangsloch-Rechner basiert auf dem grundlegenden Zusammenhang:
Durchgangslochdurchmesser = Schrauben-Nenndurchmesser + empfohlenes Lochspiel
Das erforderliche Lochspiel richtet sich nach dem Schraubendurchmesser und der gewählten Passungsreihe:
- Reihe Fein (Toleranzfeld H12): Minimales Spiel für präzise Zentrierung und hochgenaue Baugruppen.
- Reihe Mittel (Toleranzfeld H13): Das Standard-Lochspiel für den allgemeinen Maschinenbau und die Gerätefertigung.
- Reihe Grob (Toleranzfeld H14): Erhöhtes Spiel für Bauteile mit größeren Lochabstandstoleranzen oder für Montageerleichterungen bei Mehrfachverschraubungen.
Durch die transparente Rechenweganzeige im Durchgangsloch-Rechner können Sie jeden Schritt nachvollziehen und den ermittelten Bohrdurchmesser direkt in Ihre CAD-Zeichnung oder Arbeitsvorbereitung übernehmen.
Passungsreihen im Überblick: Fein, Mittel und Grob
Die Wahl der richtigen Passungsreihe hängt von den konstruktiven Rahmenbedingungen ab:
- Feine Passung (Reihe 1 / H12): Findet Anwendung im Messgerätebau, in der Feinwerktechnik oder bei verstifteten Baugruppen. Der Schraubenkopf liegt vollflächig auf, erfordert jedoch eng tolerierte Bohrbilder.
- Mittlere Passung (Reihe 2 / H13): Die Standardauswahl im Durchgangsloch-Rechner. Sie stellt sicher, dass Verbindungselemente wie Sechskantschrauben (ISO 4014 / ISO 4017) oder Zylinderschrauben (ISO 4762) ohne Klemmen gefügt werden können.
- Grobe Passung (Reihe 3 / H14): Unverzichtbar bei Schweißbaugruppen, Blechkonstruktionen oder im Stahlbau nach EN 1090, wo Wärmeverzug oder Lochversatz auftreten können.
Typische Anwendungsbereiche für den Durchgangsloch-Rechner
Der Durchgangsloch-Rechner eignet sich für vielfältige Aufgabenstellungen in Entwicklung, Fertigung und Montage:
- CAD-Konstruktion & Zeichnungserstellung: Schnelles Nachschlagen genormter Bohrungsmaße für metrische Gewinde (M2 bis M64) sowie zöllige Schrauben.
- CNC-Bearbeitung & Arbeitsvorbereitung: Auswahl des optimalen Spiralbohrers oder Fräswerkzeugs für Durchgangsbohrungen.
- 3D-Druck & Rapid Prototyping: Planung von Bohrungsdurchmessern unter Berücksichtigung von thermischer Schrumpfung und Drucktoleranzen.
- Qualitätssicherung: Überprüfung gefertigter Bohrungen auf Einhaltung der empfohlenen Grenzmaße.
Praxistipps für Zerspanung, Montage und Toleranzen
Bei der praktischen Umsetzung empfiehlt der Durchgangsloch-Rechner folgende Grundregeln:
- Unterlegscheiben einsetzen: Bei groben Durchgangslöchern sollten stets passende Unterlegscheiben (z. B. nach DIN EN ISO 7089) verwendet werden, um ein Einsinken des Schraubenkopfes zu verhindern.
- Senkungen berücksichtigen: Für Senkschrauben (DIN EN ISO 10642) ist zusätzlich zum Durchgangsloch eine normgerechte 90°-Senkung erforderlich.
- Beschichtungsdicken einplanen: Bei nachträglicher Verzinkung oder Pulverbeschichtung sollte die Bohrung vorab um mindestens 0,2 mm bis 0,5 mm größer gewählt werden.
Nutzen Sie den Durchgangsloch-Rechner für eine verlässliche Auslegung Ihrer Schraubenverbindungen und fehlerfreie Fertigungsprozesse.