Korrigiertes-Magnesium-Rechner

Berechnen Sie korrigiertes Magnesium anhand von Serum-Magnesium und Albumin: Formel Mg + 0,02 × (40 − Albumin) mit mmol/L-Ergebnis und Referenzbereich-Status.

982.7K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-21 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
AD

So nutzen Sie den Korrigiertes-Magnesium-Rechner

Der Korrigiertes-Magnesium-Rechner passt ein gemessenes Gesamt-Serummagnesium an die vorliegende Serum-Albuminkonzentration an. Wenn Patienten unter einer Hypoalbuminämie oder Hyperalbuminämie leiden, erleichtert der Korrigiertes-Magnesium-Rechner die labordiagnostische Einordnung des tatsächlichen Elektrolytstatus.

  1. Gemessenes Magnesium eingeben — Tragen Sie das im Basislabor ermittelte Serum-Gesamtmagnesium in mmol/L in das obere Eingabefeld ein (z. B. 0,68 mmol/L).
  2. Serum-Albumin eingeben — Geben Sie den korrespondierenden Albuminwert in g/L ein (beispielsweise 28 g/L bei erniedrigtem Serumprotein).
  3. Ergebnis & Anpassung ablesen — Der Korrigiertes-Magnesium-Rechner ermittelt unmittelbar das korrigierte Magnesium, die Albumin-Korrekturdifferenz sowie die Einstufung im physiologischen Referenzbereich.

Liegt der Albuminwert unter dem Referenzwert von 40 g/L, addiert der Korrigiertes-Magnesium-Rechner einen Korrekturfaktor zum gemessenen Wert hinzu. Liegt Albumin über 40 g/L, fällt das korrigierte Ergebnis entsprechend niedriger aus.

Formel & Berechnungsmethode im Korrigiertes-Magnesium-Rechner

Der Korrigiertes-Magnesium-Rechner verwendet die etablierte lineare Näherungsformel:

Korrigiertes Magnesium (mmol/L) = Gemessenes Magnesium + 0,02 × (40 − Albumin in g/L)

Der Koeffizient 0,02 spiegelt wider, dass sich die gemessene Gesamtkonzentration pro 1 g/L Abweichung vom Norm-Albuminwert (40 g/L) um rund 0,02 mmol/L verschiebt.

Praktische Berechnungsbeispiele

ParameterBeispiel 1 (Hypoalbuminämie)Beispiel 2 (Normbereich)Beispiel 3 (Schwere Hypoalbuminämie)
Gemessenes Magnesium0,72 mmol/L0,85 mmol/L0,60 mmol/L
Serum-Albumin30 g/L (3,0 g/dL)40 g/L (4,0 g/dL)20 g/L (2,0 g/dL)
Albumin-Differenz (40 − Alb)$+10\text{ g/L}$$0\text{ g/L}$$+20\text{ g/L}$
Korrekturbetrag ($0{,}02 \times \Delta\text{Alb}$)$+0,20\text{ mmol/L}$$0,00\text{ mmol/L}$$+0,40\text{ mmol/L}$
Korrigiertes Magnesium0,92 mmol/L (Normal)0,85 mmol/L (Normal)1,00 mmol/L (Normal)

Das Rechenbeispiel verdeutlicht: Bei schwerem Albuminmangel kann ein scheinbar erniedrigtes Gesamtmagnesium rechnerisch im Normbereich liegen. Der Korrigiertes-Magnesium-Rechner macht diese Differenz transparent sichtbar.

Umrechnung von Albumin in g/dL zu g/L

Wird das Serum-Albumin auf dem Laborbefund in g/dL angegeben, multiplizieren Sie den Wert mit dem Faktor 10:

$$\text{Albumin in g/L} = \text{Albumin in g/dL} \times 10$$

Beispiel: Ein Albuminwert von $3{,}4\text{ g/dL}$ entspricht $34\text{ g/L}$.

Physiologischer Hintergrund: Magnesiumfraktionen im Blut

Im menschlichen Blutplasma verteilt sich Magnesium auf drei verschiedene Fraktionen:

  • Freies / ionisiertes Magnesium ($Mg^{2+}$): ca. 55 % bis 70 % des Gesamtmagnesiums; biologisch aktiv und maßgeblich für Zellfunktionen.
  • Proteingebundenes Magnesium: ca. 25 % bis 30 %, überwiegend an Albumin gebunden.
  • Komplexgebundenes Magnesium: ca. 10 % bis 15 %, gebunden an Citrat, Phosphat und Bikarbonat.

Da Standard-Laboranalysen routinemäßig das Gesamtmagnesium bestimmen, führen Veränderungen des Serumalbumins (z. B. bei Mangelernährung, Leberzirrhose, nephrotischem Syndrom oder Sepsis) zu scheinbaren Abweichungen des Gesamtspiegels. Der Korrigiertes-Magnesium-Rechner schätzt diesen Proteinbindungseffekt mathematisch ab.

Referenzbereiche und Einstufung von Magnesiumwerten

Zur Beurteilung des Serummagnesiums gelten für Erwachsene folgende typische Labor-Referenzwerte:

StatusSerum-Magnesium (mmol/L)Serum-Magnesium (mg/dL)Klinische Bedeutung
Hypomagnesiämie (niedrig)$< 0{,}70\text{ mmol/L}$$< 1{,}70\text{ mg/dL}$Erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit, Krämpfe, Arrhythmierisiko
Normbereich (normal)$0{,}70 - 1{,}05\text{ mmol/L}$$1{,}70 - 2{,}55\text{ mg/dL}$Physiologischer Normbereich für Erwachsene
Hypermagnesiämie (erhöht)$> 1{,}05\text{ mmol/L}$$> 2{,}55\text{ mg/dL}$Reflexabschwächung, Bradykardie, Hypotonie, Atemdepression

Klinische Anwendungsbereiche und Grenzen

Im medizinischen Alltag leistet der Korrigiertes-Magnesium-Rechner wertvolle Orientierung:

  • Klinische Lehre & Fallbesprechungen: Veranschaulichung des Einflusses der Proteinbindung auf Elektrolytbefunde.
  • Plausibilitätsprüfung bei Mangelernährung: Schnelle Einordnung scheinbar erniedrigter Magnesiumspiegel bei chronisch kranken Patienten mit Hypoalbuminämie.
  • Begleitkontrolle bei Diuretikatherapie: Überwachung möglicher renaler Elektrolytverluste im Kontext des gesamten Eiweißstatus.

Wichtige Limitation: Der berechnete Wert ersetzt keine direkte Messung des ionisierten Magnesiums ($Mg^{2+}$). Bei kritisch kranken Patienten, komplexen Säure-Basen-Störungen oder therapierefraktären Arrhythmien sollte die Bestimmung stets über eine Blutgasanalyse mit ionisierter Magnesiummessung erfolgen. Zudem befindet sich nur rund 1 % des Gesamtkörpermagnesiums im Extrazellulärraum, sodass Serumwerte die intrazellulären Speicher nur bedingt widerspiegeln.

Häufige Fragen zu Korrigiertes-Magnesium-Rechner

Warum wird Serum-Magnesium bei Hypoalbuminämie rechnerisch korrigiert?

Rund 30 % des Serum-Magnesiums sind an Proteine wie Albumin gebunden. Bei einer Hypoalbuminämie sinkt das gemessene Gesamtmagnesium im Labor, obwohl das biologisch aktive, ionisierte Magnesium normal sein kann.

In welcher Einheit muss der Albuminwert eingegeben werden?

Geben Sie das Serum-Albumin in g/L ein, da die Berechnungsformel von einem Referenzwert von 40 g/L ausgeht. Liegt Ihr Befund in g/dL vor, multiplizieren Sie die Zahl mit 10 (z. B. 3,2 g/dL = 32 g/L).

Wie unterscheidet sich die Magnesium-Korrektur von der Calcium-Korrektur?

Calcium ist zu 40–50 % an Albumin gebunden (Payne-Formel), Magnesium dagegen nur zu etwa 30 %. Daher liefert die rechnerische Magnesium-Korrektur eine orientierende Näherung, ersetzt jedoch keine Blutgasanalyse.

Wann sollte das ionisierte Magnesium im Labor gemessen werden?

Bei Intensivpatienten, schwerer Hypoalbuminämie, Niereninsuffizienz oder unklaren Herzrhythmusstörungen ist die direkte Bestimmung des ionisierten Magnesiums (Mg²⁺) der klinische Goldstandard.

Werden meine eingegebenen Laborwerte auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Korrigiertes-Magnesium-Rechner erfolgen direkt in Ihrem Browser; es werden keine personenbezogenen Daten oder Messwerte übertragen.