DIC-Score-Rechner

Berechnen Sie mit dem DIC-Score-Rechner das Risiko einer Verbrauchskoagulopathie anhand von Thrombozyten, Fibrinogen, Thrombinzeit und D-Dimer online.

844.6K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-21 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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Anwendung und Funktionsweise des DIC-Score-Rechners

Der DIC-Score-Rechner ermöglicht die strukturierte Abschätzung des Risikos einer disseminierten intravasalen Koagulopathie (DIC) bzw. Verbrauchskoagulopathie anhand wesentlicher hämostaseologischer Laborbefunde und klinischer Symptome. Anwender erfassen die Thrombozytenzahl, die Fibrinogenkonzentration, die Verlängerung der Thrombinzeit in Sekunden, das Ausmaß der D-Dimer-Erhöhung sowie das Auftreten von Blutungssymptomen.

Auf Basis dieser Laborparameter ermittelt das System eine Gesamtpunktzahl und ordnet den Zustand in eine niedrige, mäßige oder hohe Risikokategorie ein. Das Online-Tool dient vor allem Bildungszwecken, klinischen Fallbesprechungen und dem vertieften Verständnis von Gerinnungsstörungen in der Notfall- und Intensivmedizin.

Formel & Punkteschema zur Risikobeurteilung

Das mathematische Berechnungsmodell im DIC-Score-Rechner basiert auf einer transparenten Punkteaddition der relevanten Einzelbefunde:

Vereinfachter DIC-Score =
Thrombozyten-Score + Fibrinogen-Score + Thrombinzeit-Score + D-Dimer-Score + Blutungssymptom-Score

Die Kriterien zur Punktevergabe gliedern sich nach folgendem Schema:

  • Thrombozytenzahl: < 50 x 10^9/l = 2 Punkte; 50–99 x 10^9/l = 1 Punkt; >= 100 x 10^9/l = 0 Punkte
  • Fibrinogen: < 1,0 g/l = 1 Punkt; >= 1,0 g/l = 0 Punkte
  • Thrombinzeit-Verlängerung: > 6 s = 2 Punkte; 3–6 s = 1 Punkt; < 3 s = 0 Punkte
  • D-Dimer-Spiegel: stark erhöht = 3 Punkte; mäßig erhöht = 2 Punkte; normal = 0 Punkte
  • Klinische Blutungssymptome: schwere Blutung = 2 Punkte; leichte Blutung = 1 Punkt; keine = 0 Punkte

Eine höhere Gesamtsumme spiegelt eine zunehmende Erschöpfung der physiologischen Hämostase wider und weist auf einen fortgeschrittenen Verbrauch von Thrombozyten und Gerinnungsfaktoren hin.

Klinischer Hintergrund der Verbrauchskoagulopathie

Die disseminierte intravasale Koagulopathie stellt keine eigenständige Krankheit dar, sondern eine schwere sekundäre Komplikation verschiedener Grunderkrankungen. Im medizinischen Unterricht und in der Notfallweiterbildung verdeutlicht der DIC-Score-Rechner das Zusammenspiel typischer Auslöser:

  • Sepsis und schwere Infektionen: Zytokine und bakterielle Toxine aktivieren die Gerinnungskaskade systemisch, was zur Bildung von Mikrothromben in Kapillaren und Endstrombahn führt.
  • Polytrauma, Verbrennungen und Schock: Massive Gewebsuntergänge und Hypoxie setzen hohe Mengen an Gewebefaktor (Tissue Factor) frei, wodurch intravasal Thrombin generiert wird.
  • Geburtshilfliche Notfälle: Komplikationen wie vorzeitige Plazentalösung, Fruchtwasserembolie oder das HELLP-Syndrom erfordern eine rasche hämostaseologische Überwachung.
  • Onkologische Erkrankungen: Insbesondere bei akuter Promyelozytenleukämie (APL) sowie metastasierten Adenokarzinomen kann es zu fulminanten Gerinnungsentgleisungen kommen.

Typische Fallkonstellation und Laborverlauf

Im typischen Verlauf einer manifesten DIC kommt es zu einer progredienten Thrombozytopenie, einem Abfall des Fibrinogenspiegels sowie einem steilen Anstieg von Fibrinspaltprodukten (D-Dimeren). Die Thrombinzeit und die Prothrombinzeit verlängern sich infolge des massiven Verbrauchs an Gerinnungsfaktoren. Der DIC-Score-Rechner hilft Lernenden, diese vielschichtigen Befunde systematisch zusammenzuführen und das Ausmaß der Gerinnungsentgleisung einzuordnen.

Grenzen und klinische Leitlinien

Eine akute DIC ist ein potenziell lebensbedrohlicher Notfall, der eine unverzügliche Diagnostik und die gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Ursache erfordert. Der DIC-Score-Rechner ist ein vereinfachtes didaktisches Modell und ersetzt weder den validierten ISTH-Score noch klinische Leitlinien der Fachgesellschaften oder die individuelle ärztliche Entscheidung.

Häufige Fragen zu DIC-Score-Rechner

Entspricht dieses Tool dem offiziellen ISTH-Score für DIC?

Nein. Dieses Tool nutzt ein vereinfachtes medizinisches Modell zur Veranschaulichung der Gerinnungsparameter und ersetzt nicht den vollständigen ISTH-Score oder die ärztliche Diagnostik.

Welche Laborparameter fließen in die Berechnung ein?

In den DIC-Score-Rechner fließen Thrombozytenzahl, Fibrinogenspiegel, Verlängerung der Thrombinzeit, D-Dimer-Konzentration sowie das Vorliegen klinischer Blutungssymptome ein.

Was bedeutet ein hoher DIC-Score?

Eine hohe Punktzahl deutet auf eine ausgeprägte Verbrauchskoagulopathie mit starker Thrombozyten- und Gerinnungsfaktorenzehrung hin, was bei passender Grunderkrankung auf eine manifeste DIC hinweist.

Werden meine eingegebenen Patientendaten online gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen erfolgen vollständig clientseitig im Browser, sodass keine personenbezogenen oder medizinischen Daten übertragen oder gespeichert werden.