Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner

Berechnen Sie Schlagvolumen und Herzzeitvolumen (HZV) präzise aus LVOT-Durchmesser, VTI und Herzfrequenz mittels Doppler-Echokardiographie im Online-Rechner.

893.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-06 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner

Der Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner ermöglicht die schnelle und transparente Ermittlung hämodynamischer Schlüsselparameter aus echokardiographischen Messdaten. Um das Schlagvolumen (SV) und das Herzzeitvolumen (HZV / Cardiac Output) zu bestimmen, werden drei standardisierte echokardiographische Messwerte benötigt: der Durchmesser des linksventrikulären Ausflusstrakts (LVOT), das Geschwindigkeits-Zeit-Integral (VTI) im LVOT sowie die aktuelle Herzfrequenz.

  1. LVOT-Durchmesser (cm): Geben Sie den in der parasternalen langen Achse (PLAX) midsystolisch gemessenen Innendurchmesser des LVOT ein.
  2. LVOT-VTI (cm): Tragen Sie das mittels Pulsed-Wave-Doppler (PW) im apikalen 5- oder 3-Kammerblick planimetrierte Geschwindigkeits-Zeit-Integral ein.
  3. Herzfrequenz (S/min): Geben Sie die während der Untersuchung vorliegende Herzfrequenz in Schlägen pro Minute ein.
  4. Ergebnisse ablesen: Der Rechner ermittelt sofort die LVOT-Querschnittsfläche ($\text{cm}^2$), das Schlagvolumen ($\text{ml}$) und das Herzzeitvolumen ($\text{l/min}$).

Formeln & mathematische Grundlagen

Die echokardiographische Flussbestimmung basiert auf dem hydrodynamischen Prinzip, dass das durch eine Röhre strömende Volumen dem Produkt aus Querschnittsfläche und der vom Blut zurückgelegten Wegstrecke entspricht. Der Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner nutzt die folgenden Formeln:

$$\text{LVOT-Querschnittsfläche (CSA)} = \pi \times \left(\frac{d_{\text{LVOT}}}{2}\right)^2$$

$$\text{Schlagvolumen (SV)} = \text{CSA} \times \text{VTI}_{\text{LVOT}}$$

$$\text{Herzzeitvolumen (HZV)} = \frac{\text{SV} \times \text{HF}}{1000}$$

Schritt-für-Schritt-Rechenbeispiel

Für eine exemplarische echokardiographische Untersuchung liegen folgende Messwerte vor:

  • LVOT-Durchmesser ($d$): $2{,}0\text{ cm}$
  • LVOT-VTI: $20{,}0\text{ cm}$
  • Herzfrequenz ($\text{HF}$): $70\text{ S/min}$
  1. Berechnung der LVOT-Fläche: $$\text{CSA} = 3{,}14159 \times (1{,}0\text{ cm})^2 = 3{,}14\text{ cm}^2$$
  2. Berechnung des Schlagvolumens: $$\text{SV} = 3{,}14159\text{ cm}^2 \times 20{,}0\text{ cm} = 62{,}83\text{ cm}^3\ (\text{ml})$$
  3. Berechnung des Herzzeitvolumens: $$\text{HZV} = \frac{62{,}83\text{ ml} \times 70\text{ S/min}}{1000} = 4{,}40\text{ l/min}$$

Klinische Bedeutung und Einsatzbereiche

In der Intensivmedizin, Kardiologie und Anästhesie liefert der Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner wertvolle Orientierungswerte zur Beurteilung der Pumpfunktion des Herzens. Typische Anwendungsgebiete umfassen:

  • Schockdifferenzierung: Unterscheidung zwischen kardiogenem Schock (erniedrigtes HZV), distributivem Schock (oft hyperdynam mit erhöhtem HZV) und hypovolämischem Schock.
  • Beurteilung der Flüssigkeitsreagibilität: Verlaufsbeobachtung des LVOT-VTI nach Volumenbolus oder passivem Beinanheben (Passive Leg Raise Test). Ein VTI-Anstieg um mehr als 10–15 % signalisiert eine relevante Zunahme des Schlagvolumens.
  • Evaluation von Klappenvitien: Insbesondere bei Low-Flow-Low-Gradient-Aortenklappenstenosen ist die Bestimmung des Schlagvolumenindex essenziell für die Schweregradeinstufung.

Methodische Hinweise und Fehlereinflüsse

Für verlässliche Ergebnisse mit dem Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner sollten typische Fehlerquellen der Doppler-Echokardiographie beachtet werden:

  • Geometrieannahme des LVOT: Die Formel setzt einen kreisrunden Querschnitt voraus. In Wirklichkeit ist der LVOT häufig leicht elliptisch, was zu einer leichten Unterschätzung der Fläche führen kann.
  • Schallwinkel (Angle of Insonation): Die PW-Doppler-Messung muss möglichst parallel zum Blutstrom erfolgen. Liegt der Einstrahlwinkel über 20°, unterschätzt das Doppler-Signal die tatsächliche Strömungsgeschwindigkeit.
  • Positionierung des PW-Messvolumens: Das Sample Volume sollte etwa 5 mm proximal des Aortenklappenrings im Ausflusstrakt positioniert werden, um Flussbeschleunigungen direkt an der Klappe zu vermeiden.

Häufige Fragen zu Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner

Wie genau ist die HZV-Bestimmung über den Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner?

Die Berechnung basiert auf der etablierten Kontinuitätsgleichung und dem Zylindermodell des linksventrikulären Ausflusstrakts (LVOT). Da der LVOT-Durchmesser quadriert in die Flächenberechnung eingeht, haben kleine Messabweichungen im zweidimensionalen Bild einen spürbaren Einfluss. Bei sorgfältiger Bildakquisition und paralleler Doppler-Anlotung liefert die Methode eine verlässliche nicht-invasive Schätzung.

Was sind typische Normalwerte für LVOT-VTI, Schlagvolumen und Herzzeitvolumen?

Bei gesunden Erwachsenen in körperlicher Ruhe liegt das LVOT-VTI üblicherweise zwischen 18 und 22 cm. Das daraus resultierende Schlagvolumen beträgt etwa 60 bis 100 ml pro Herzschlag und das Herzzeitvolumen (HZV bzw. Cardiac Output) liegt im Bereich von 4,0 bis 8,0 l/min. Zur individuellen Beurteilung wird häufig der Herzindex (Cardiac Index) bezogen auf die Körperoberfläche herangezogen.

Wie wird die Messung bei Vorhofflimmern oder Arrhythmien durchgeführt?

Bei unregelmäßigem Herzrhythmus schwankt das Schlagvolumen von Schlag zu Schlag erheblich. In kardiologischen Leitlinien wird empfohlen, den Mittelwert aus mindestens 5 bis 10 aufeinanderfolgenden Doppler-Zyklen (VTI) zu bilden, um repräsentative Werte in den Rechner einzugeben.

Werden eingegebene Messwerte auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser. Es werden keinerlei Mess- oder Patientendaten übertragen oder gespeichert.

Kann dieser Rechner eine invasive hämodynamische Messung ersetzen?

Nein. Der Doppler-Echokardiographie-HZV-Rechner dient zu Ausbildungs-, Lern- und Orientierungszwecken. Er ersetzt weder die klinische Gesamtschau noch invasive Messverfahren wie die Thermodilution mittels Pulmonalarterienkatheter bei kritisch kranken Patienten.