eGFR-Rechner – Glomeruläre Filtrationsrate berechnen

Berechnen Sie Ihre eGFR und Nierenfunktion präzise nach CKD-EPI mit dem eGFR-Rechner. Ermitteln Sie G-Stadien aus Serum-Kreatinin in mg/dl und µmol/l.

963.7K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-20 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den eGFR-Rechner

Der eGFR-Rechner dient der präzisen Bestimmung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (estimated Glomerular Filtration Rate) anhand Ihres aktuellen Serum-Kreatininwertes. Er hilft Patienten und medizinischem Fachpersonal, Laborwerte rasch einzuordnen und die Funktion der Nieren zuverlässig zu beurteilen.

  1. Serum-Kreatininwert eintragen — Geben Sie Ihren im Blutbild gemessenen Kreatininwert in den eGFR-Rechner ein.
  2. Einheit überprüfen — Wählen Sie aus, ob Ihr Laborbericht den Wert in mg/dl (in vielen Regionen üblich) oder in µmol/l (SI-Einheit) angibt. Der eGFR-Rechner rechnet die Einheiten automatisch und exakt um.
  3. Alter und Geschlecht wählen — Tragen Sie Ihr Alter in Jahren ein und wählen Sie das biologische Geschlecht aus, da Muskelmasse und Kreatininbildung hiervon abhängen.
  4. Ergebnis & G-Stadium ablesen — Der eGFR-Rechner zeigt unmittelbar Ihre eGFR in mL/min/1,73 m² sowie die zugehörige G-Kategorie nach internationalen KDIGO-Kriterien an.

Formel & mathematische Methodik – eGFR-Rechner

Die Grundlage für den eGFR-Rechner bildet die international validierte Formel der Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration (CKD-EPI, 2009). Diese mathematische Gleichung schätzt die Filtrationsleistung der Nierenkörperchen (Glomeruli) standardisiert auf eine durchschnittliche Körperoberfläche von 1,73 m²:

$$\text{eGFR} = 141 \times \min\left(\frac{S_{\text{cr}}}{\kappa}, 1\right)^\alpha \times \max\left(\frac{S_{\text{cr}}}{\kappa}, 1\right)^{-1{,}209} \times 0{,}993^{\text{Alter}} \times \text{Geschlechtsfaktor} \times \text{Koeffizient}$$

Die Parameter der Formel im eGFR-Rechner sind wie folgt definiert:

  • $S_{\text{cr}}$: Serum-Kreatinin in mg/dl (bei Eingabe in µmol/l erfolgt die Umrechnung: $1\text{ mg/dl} = 88{,}4\text{ }\mu\text{mol/l}$).
  • Frauen: $\kappa = 0{,}7$, $\alpha = -0{,}329$, Geschlechtsfaktor $= 1{,}018$.
  • Männer: $\kappa = 0{,}9$, $\alpha = -0{,}411$, Geschlechtsfaktor $= 1{,}000$.
  • Koeffizient: Berücksichtigt bei Bedarf historische ethnische Korrekturfaktoren ($1{,}159$ für afroamerikanische Populationen im Modell von 2009).

Stadien der Nierenfunktion nach KDIGO

Zur klinischen Beurteilung ordnet der eGFR-Rechner den berechneten Wert den standardisierten Schweregraden chronischer Nierenerkrankungen (CKD) zu:

G-StadiumeGFR (mL/min/1,73 m²)Klinische Einstufung der NierenfunktionEmpfohlene ärztliche Einordnung
G1$\ge 90$Normal oder hochnormalKein Hinweis auf Funktionseinschränkung (ohne Marker)
G2$60 - 89$Leicht vermindertOft altersentsprechend; Kontrolle bei Risikofaktoren
G3a$45 - 59$Mild bis moderat vermindertBeginnende chronische Niereninsuffizienz; Abklärung ratsam
G3b$30 - 44$Moderat bis stark vermindertRegelmäßige nephrologische Betreuung erforderlich
G4$15 - 29$Stark vermindertFortgeschrittene Niereninsuffizienz; Vorbereitung auf Nierenersatz
G5$< 15$Terminales NierenversagenDialysepflichtigkeit oder Nierentransplantation

Hinweis: Für eine fundierte Diagnose muss neben der mit dem eGFR-Rechner ermittelten Filtrationsrate stets auch die Albuminurie (Eiweißausscheidung im Urin) herangezogen werden.

Praxisbeispiel zur Berechnung mit dem eGFR-Rechner

Ein 58-jähriger Mann erhält bei der routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung einen Laborbefund mit einem Serum-Kreatinin von 1,2 mg/dl.

  1. Parameter: Alter = 58, Geschlecht = Männlich ($\kappa = 0{,}9$, $\alpha = -0{,}411$, Faktor = 1,0).
  2. Da $S_{\text{cr}} / \kappa = 1{,}2 / 0{,}9 \approx 1{,}333 > 1$, greift der Term $\max(1{,}333, 1)^{-1{,}209} \approx 0{,}706$.
  3. Der eGFR-Rechner berechnet: $$\text{eGFR} = 141 \times 1 \times 0{,}706 \times 0{,}993^{58} \times 1{,}00 \approx 66\text{ mL/min/1,73 m²}$$
  4. Ergebnis: Der Wert von 66 mL/min/1,73 m² fällt in das Stadium G2 (leicht verminderte Nierenfunktion), was bei einem 58-jährigen Patienten häufig einer altersphysiologischen Veränderung entspricht.

Klinische Einflussfaktoren im DACH-Raum

Bei der Interpretation der Ergebnisse aus dem eGFR-Rechner sollten spezifische medizinische Einflussgrößen beachtet werden:

  • Muskelmasse: Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels. Kraftsportler mit hoher Muskelmasse können erhöhte Kreatininwerte aufweisen, wodurch der eGFR-Rechner die reale Nierenleistung unterschätzen kann. Bei Personen mit geringer Muskelmasse (z. B. bei Sarkopenie oder Amputationen) wird die Filtrationsrate hingegen überschätzt.
  • Ernährungsgewohnheiten: Starker Verzehr von gegartem Fleisch oder die Einnahme von Kreatin-Nahrungsergänzungsmitteln vor der Blutabnahme können den Serum-Kreatininspiegel temporär anheben.
  • Laborstandards in DE, AT und CH: In Deutschland und Österreich geben die meisten Laboratorien Kreatinin in mg/dl an, während in Schweizer Laboren und Krankenhäusern häufig µmol/l Standard ist. Der eGFR-Rechner erleichtert den schnellen Vergleich beider Einheitensysteme.
  • Cystatin C als Alternative: Bei Grenzbefunden empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) die zusätzliche Bestimmung von Cystatin C zur Bestätigung.

Typische Anwendungsbereiche für den eGFR-Rechner

Der eGFR-Rechner eignet sich für vielfältige Einsatzbereiche im gesundheitlichen Alltag:

  • Vorsorge und Laborkontrolle: Schneller Abgleich von Routineblutwerten bei Check-up-Untersuchungen.
  • Medikamentendosierung: Viele Arzneistoffe (wie Antibiotika, Antidiabetika oder Schmerzmittel) müssen bei verminderter eGFR dosisangepasst werden.
  • Verlaufskontrolle bei Risikopatienten: Regelmäßiges Monitoring für Menschen mit Diabetes mellitus, arteriellem Bluthochdruck oder kardiovaskulären Vorerkrankungen.
  • Arzt-Patienten-Kommunikation: Vorbereitung auf das Beratungsgespräch in der Hausarzt- oder Facharztpraxis.

Nutzen Sie den eGFR-Rechner als informative Orientierungshilfe. Bei auffälligen Werten oder gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie stets ärztlichen Rat einholen.

Häufige Fragen zu eGFR-Rechner – Glomeruläre Filtrationsrate berechnen

Was berechnet der eGFR-Rechner genau?

Der eGFR-Rechner ermittelt die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR in mL/min/1,73 m²), also das pro Minute durch die Nieren gefilterte Blutvolumen bezogen auf eine standardisierte Körperoberfläche.

Welche Eingaben benötigt der eGFR-Rechner?

Sie benötigen den Serum-Kreatininwert (in mg/dl oder µmol/l), das Alter sowie das biologische Geschlecht. Optional kann ein Koeffizient für ethnische Faktoren gewählt werden.

Welche Formel nutzt dieser eGFR-Rechner?

Die Berechnung erfolgt auf Basis der etablierten CKD-EPI-Kreatinin-Formel (2009), die international in klinischen Laboren zur Stadieneinteilung von Nierenerkrankungen genutzt wird.

Ab welchem eGFR-Wert spricht man von einer Nierenschwäche?

Ein eGFR-Wert unter 60 mL/min/1,73 m² über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten weist nach KDIGO-Leitlinien auf eine chronische Niereninsuffizienz (CKD ab Stadium G3a) hin.

Warum unterscheidet der eGFR-Rechner zwischen mg/dl und µmol/l?

Klinische Labore in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwenden unterschiedliche Einheiten für Kreatinin. Eine automatische Umrechnung verhindert Fehlinterpretationen.

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Nein. Alle Berechnungen im eGFR-Rechner finden direkt in Ihrem Browser statt; es werden keinerlei Gesundheitsdaten übertragen oder gespeichert.