So nutzen Sie den FeNa-Rechner
Der FeNa-Rechner ermittelt die fraktionelle Natriumexkretion anhand von vier laborchemischen Routineparametern: Natrium im Urin, Natrium im Serum, Kreatinin im Urin und Kreatinin im Serum. Dieses Tool unterstützt medizinisches Fachpersonal und Studierende bei der Einordnung von Oligurie und akutem Nierenversagen (AKI).
- Urin-Natrium eingeben — Tragen Sie die Natriumkonzentration im Spontanurin in mmol/l oder mval/l ein.
- Serum-Natrium eingeben — Geben Sie die aktuelle Natriumkonzentration im Blutserum ein (mmol/l oder mval/l).
- Urin-Kreatinin und Serum-Kreatinin erfassen — Wählen Sie die gewünschte Einheit (mg/dl, µmol/l oder mmol/l). Das Berechnungstool rechnet abweichende Einheiten automatisch vor der Berechnung um.
- Klinische Kontextfaktoren markieren — Optional können Sie Begleitfaktoren wie Diuretika-Einnahme, vorbestehende chronische Niereninsuffizienz (CKD), Oligurie oder Infusionstherapie auswählen.
- Ergebnis analysieren — Der FeNa-Rechner berechnet den prozentualen FeNa-Wert und stellt den genauen Rechenweg transparent dar.
Formel & Methodik im FeNa-Rechner
Der FeNa-Rechner basiert auf dem Verhältnis der renalen Natrium-Clearance zur glomerulären Filtrationsrate (Kreatinin-Clearance). Die mathematische Formel lautet:
FeNa (%) = (Urin-Natrium × Serum-Kreatinin) ÷ (Serum-Natrium × Urin-Kreatinin) × 100
Bedeutung der Parameter
| Parameter | Beschreibung | Typische Einheiten |
|---|---|---|
| Urin-Natrium ($U_{\text{Na}}$) | Natriumkonzentration im Urin | mmol/l, mval/l |
| Serum-Natrium ($S_{\text{Na}}$) | Natriumkonzentration im Serum | mmol/l, mval/l |
| Urin-Kreatinin ($U_{\text{Krea}}$) | Kreatininkonzentration im Urin | mg/dl, µmol/l, mmol/l |
| Serum-Kreatinin ($S_{\text{Krea}}$) | Kreatininkonzentration im Serum | mg/dl, µmol/l, mmol/l |
Um Rechenfehler zu vermeiden, führt der FeNa-Rechner standardisierte Einheitenumrechnungen für Kreatinin durch:
Kreatinin in µmol/l ÷ 88,4 = Kreatinin in mg/dl
Kreatinin in mmol/l × 11,312 = Kreatinin in mg/dl
Klinische Interpretation der FeNa-Werte
Die fraktionelle Natriumexkretion hilft bei der differentialdiagnostischen Unterscheidung der Ursachen eines akuten Nierenversagens:
- FeNa < 1 % (Prärenale Azotämie / Minderperfusion): Bei vermindertem effektivem zirkulierendem Blutvolumen (z. B. durch Exsikkose, Herzinsuffizienz, Sepsis oder Blutung) reagieren intakte Nierentubuli mit einer maximalen Rückresorption von Natrium und Wasser. Es wird weniger als 1 % des filtrierten Natriums ausgeschieden.
- FeNa 1 % bis 2 % (Intermediärer Graubereich): Ein intermediärer Wert kann bei beginnender Tubulusschädigung, leichten prärenalen Zuständen oder Mischformen auftreten und erfordert eine engmaschige klinische Gesamteinschätzung.
- FeNa > 2 % (Intrarenales / Renales Nierenversagen): Bei einer akuten Tubulusnekrose (ATN) oder akuter interstitieller Nephritis ist die tubuläre Rückresorptionsfähigkeit geschädigt. Die Niere verliert Natrium, sodass der Exkretionsanteil über 2 % ansteigt.
Wichtige Einflussfaktoren und Grenzen des FeNa-Rechners
Bei der Auswertung der Ergebnisse im FeNa-Rechner müssen folgende klinische Aspekte beachtet werden:
- Diuretika: Schleifendiuretika und Thiazide blockieren tubuläre Natriumtransporter und führen zu falsch-hohen FeNa-Werten. Bei diuretischer Vorbehandlung ist die Aussagekraft eingeschränkt; hier empfiehlt sich die Berechnung der fraktionellen Harnstoffexkretion (FEUrea).
- Chronische Niereninsuffizienz (CKD): Bei fortgeschrittener CKD kompensieren verbliebene Nephrone durch eine erhöhte basale fraktionelle Natriumexkretion, was die Spezifität des Tests verringert.
- Kontrastmittel-Nephropathie & Rhabdomyolyse: Diese intrarenalen Ursachen können paradoxerweise mit einer FeNa < 1 % einhergehen (durch frühe renale Vasokonstriktion).
- Akute Glomerulonephritis: Auch bei akuter glomerulärer Schädigung bleibt die tubuläre Rückresorption oft zunächst intakt (FeNa häufig < 1 %).
Typische Anwendungsbereiche für den FeNa-Rechner
Der FeNa-Rechner ist ein bewährtes Hilfsmittel in verschiedenen klinischen Situationen:
- Notaufnahme & Schockraum: Schnelle Differenzierung von Dehydratation und strukturellem Nierenschaden bei oligurischen Patienten.
- Intensivmedizin (ITS): Verlaufsbeurteilung und Therapiesteuerung bei akutem Nierenversagen im Rahmen von Sepsis oder Multiorganversagen.
- Nephrologie: Strukturierte laborchemische Befundung und Evaluation von Nierenfunktionsstörungen mit dem FeNa-Rechner.
- Medizinstudium & Facharztweiterbildung: Der FeNa-Rechner eignet sich optimal zur Veranschaulichung der renalen Physiologie und Tubulusfunktion.
Hinweis: Der FeNa-Rechner dient rein informativen und didaktischen Zwecken. Diagnosen und Therapieentscheidungen müssen stets durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal im Gesamtzusammenhang getroffen werden.