FEUrea-Rechner

Kostenloser FEUrea-Rechner: Berechnen Sie die fraktionelle Harnstoffexkretion (FEUrea) zur Differenzierung von prärenalem und renalem Nierenversagen online.

820.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den FEUrea-Rechner

Der FEUrea-Rechner ist ein spezialisiertes medizinisches Berechnungstool zur Ermittlung der fraktionellen Harnstoffexkretion (Fractional Excretion of Urea). Er unterstützt medizinisches Fachpersonal bei der differentialdiagnostischen Einordnung eines akuten Nierenversagens (AKI).

  1. BUN (Blutharnstoff-Stickstoff) eingeben: Tragen Sie den aktuellen BUN-Wert aus dem Serum ein. Achten Sie darauf, dass für BUN und Urin-Harnstoff dieselbe Maßeinheit verwendet wird.
  2. Serum-Kreatinin (SCr) und Urin-Kreatinin erfassen: Tragen Sie die laborchemisch gemessenen Kreatininwerte in die entsprechenden Eingabefelder ein.
  3. Urin-Harnstoff angeben: Tragen Sie die gemessene Harnstoffkonzentration im Spontanurin ein.
  4. Ergebnis analysieren: Der FEUrea-Rechner berechnet den prozentualen FEUrea-Wert und blendet automatisch eine Einordnung in die Schwellenwertbereiche ein.

Formel & Methodik im FEUrea-Rechner

Dieses Tool setzt die renale Harnstoff-Clearance ins Verhältnis zur glomerulären Filtrationsrate (Kreatinin-Clearance). Die mathematische Formel lautet:

FEUrea (%) = (Urin-Harnstoff × Serum-Kreatinin) / (Urin-Kreatinin × BUN) × 100 %

Laborparameter im Überblick

ParameterSymbolTypische EinheitenKlinische Bedeutung
Urin-Harnstoff$U_{\text{Urea}}$mg/dl, mmol/lAusgeschiedene Harnstoffmenge im Spontanurin
Serum-Kreatinin$S_{\text{Cr}}$mg/dl, µmol/lMarker für die glomeruläre Filtration
Urin-Kreatinin$U_{\text{Cr}}$mg/dl, mmol/lBezugsgröße zur Urinkonzentrierung
BUN / Serum-Harnstoff$\text{BUN}$mg/dl, mmol/lZirkulierender Harnstoff-Stickstoff im Blut

Durch die Verknüpfung dieser vier Laborparameter eliminiert der FEUrea-Rechner den verfälschenden Einfluss von individuellen Schwankungen der Urinkonzentrierung.

Klinische Interpretation der FEUrea-Werte

Die Einordnung des berechneten Prozentwerts liefert wertvolle differentialdiagnostische Hinweise zur Ätiologie des akuten Nierenversagens:

  • FEUrea < 35 % (Prärenale Azotämie): Bei verminderter Nierenperfusion (z. B. durch Dehydratation, Hypovolämie, Herzinsuffizienz oder Schock) resorbieren funktionell intakte Nephrone vermehrt Wasser und Harnstoff im proximalen Tubulus zurück. Die fraktionelle Ausscheidung sinkt deutlich unter 35 %.
  • FEUrea 35 % bis 50 % (Intermediärer Graubereich): Ein Wert in diesem Übergangsbereich kann bei beginnender tubulärer Schädigung, Mischformen oder unter laufender Volumentherapie vorkommen und erfordert eine differenzierte Beurteilung im klinischen Gesamtkontext.
  • FEUrea > 50 % (Intrinsisch-renales Nierenversagen / ATN): Bei einer akuten Tubulusnekrose (ATN) ist das Tubulusepithel strukturell geschädigt. Die tubuläre Rückresorptionsfähigkeit geht verloren, sodass mehr als 50 % des filtrierten Harnstoffs im Urin ausgeschieden werden.

Warum der FEUrea-Rechner bei Diuretikatherapie überlegen ist

In der klinischen Notfall- und Intensivmedizin erhalten Patienten mit akutem Nierenversagen häufig vorab Schleifendiuretika wie Furosemid oder Torasemid.

  • Einschränkung der FENa: Schleifendiuretika blockieren den Na-K-2Cl-Transporter in der Henle-Schleife. Dies forciert die Natriumausscheidung und führt selbst bei rein prärenaler Genese zu falsch-hohen FENa-Werten (> 1 % bis 2 %).
  • Vorteil beim FEUrea-Rechner: Die Rückresorption von Harnstoff erfolgt überwiegend im proximalen Tubulus und wird von Schleifendiuretika nicht direkt gehemmt. Aus diesem Grund bleibt der FEUrea-Rechner auch unter diuretischer Vorbehandlung aussagekräftig.

Typische Anwendungsbereiche für den FEUrea-Rechner

Das Berechnungstool bietet in zahlreichen medizinischen Kontexten verlässliche Unterstützung:

  • Intensivstation (ITS) & Notaufnahme: Rasche Differenzierung zwischen prärenaler Hypoperfusion und akutem renalem Gewebeschaden bei intensivpflichtigen Patienten.
  • Kardiologie & Nephrologie: Abklärung von Nierenfunktionseinschränkungen im Rahmen eines kardiorenalen Syndroms unter Diuretikatherapie mit dem FEUrea-Rechner.
  • Laboranalytik & Stationsarbeit: Schnelle Plausibilitätsprüfung und strukturierte Einordnung von Serum- und Urinwerten.
  • Medizinische Lehre: Das Tool veranschaulicht Studierenden und Assistenzärzten die pathophysiologischen Mechanismen der tubulären Rückresorption.

Wichtiger Hinweis: Der FEUrea-Rechner dient ausschließlich zu didaktischen und Orientierungszwecken. Diagnostische und therapeutische Maßnahmen dürfen nicht allein auf Basis dieser Berechnung getroffen werden, sondern erfordern eine ganzheitliche ärztliche Beurteilung.

Häufige Fragen zu FEUrea-Rechner

Was berechnet der FEUrea-Rechner genau?

Der FEUrea-Rechner ermittelt die fraktionelle Harnstoffexkretion (FEUrea). Dieser Wert gibt in Prozent an, wie viel des glomerulär filtrierten Harnstoffs über den Urin ausgeschieden wird, bereinigt um die renale Kreatinin-Clearance.

Wann ist der FEUrea-Rechner dem FeNa-Rechner vorzuziehen?

Der FEUrea-Rechner wird besonders empfohlen, wenn Patienten Diuretika (wie Furosemid oder Torasemid) einnehmen. Während Diuretika die fraktionelle Natriumexkretion (FENa) künstlich erhöhen, bleibt die fraktionelle Harnstoffausscheidung davon weitgehend unbeeinflusst.

Welche Formel liegt dem FEUrea-Rechner zugrunde?

Die Berechnung erfolgt nach der Standardformel: FEUrea (%) = (Urin-Harnstoff × Serum-Kreatinin) / (Urin-Kreatinin × Blutharnstoff-Stickstoff [BUN]) × 100.

Wie interpretiert man die Ergebnisse im FEUrea-Rechner?

Ein FEUrea-Wert unter 35 % weist auf ein prärenales Nierenversagen hin. Ein Wert über 50 % deutet auf ein intrarenales/renales Versagen hin (z. B. akute Tubulusnekrose). Werte zwischen 35 % und 50 % liegen im klinischen Graubereich.

Werden meine eingegebenen Patientendaten im FEUrea-Rechner gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im FEUrea-Rechner werden rein clientseitig im Webbrowser durchgeführt. Es werden keinerlei Labor- oder Gesundheitsdaten an Server übermittelt.