So nutzen Sie den Tiffeneau-Index-Rechner
Der Tiffeneau-Index-Rechner ermöglicht die präzise Berechnung des Verhältnisses aus Einsekundenkapazität (FEV1) und forcierter Vitalkapazität (FVC). Tragen Sie dazu einfach die Messwerte aus Ihrem Spirometrie-Befund in Litern ein:
- FEV1 eingeben — Tragen Sie das forcierte exspiratorische Volumen der ersten Sekunde (in Litern) ein.
- FVC eingeben — Geben Sie die forcierte Vitalkapazität (in Litern) aus demselben Lungenfunktionsmanöver ein.
- Ergebnis ablesen — Das Online-Tool ermittelt automatisch den Quotienten in Prozent und vergleicht das Resultat mit dem 70-%-Referenzwert.
Ein niedriger Quotient weist auf eine Atemwegsobstruktion hin, wie sie typischerweise bei Asthma bronchiale oder COPD auftritt.
Formeln & Physiologie im Tiffeneau-Index-Rechner
Dieses Berechnungstool ermittelt den relativen FEV1-Wert (oft auch als FEV1%FVC bezeichnet) nach folgender Standardformel:
Tiffeneau-Index (%) = FEV1 ÷ FVC × 100 %
Die Parameter der Lungenfunktionsprüfung
- FEV1 (Forced Expiratory Volume in 1 Second): Das Luftvolumen, das nach maximaler Einatmung in der ersten Sekunde mit maximaler Kraft forciert ausgeatmet werden kann.
- FVC (Forced Vital Capacity): Das gesamte forciert ausatembare Luftvolumen von der maximalen Inspiration bis zur vollständigen Exspiration.
- FEV1/FVC-Quotient: Das prozentuale Verhältnis zeigt an, welcher Anteil des gesamten forcierten Lungenvolumens direkt zu Beginn der Ausatmung entweicht.
Interpretation der Ergebnisse
- Normalbefund (≥ 70 % bis 85 %): Gesunde Erwachsene stoßen in der ersten Sekunde mindestens 70 % bis 80 % ihrer Vitalkapazität aus.
- Obstruktive Ventilationsstörung (< 70 %): Bei verengten Atemwegen (z. B. Asthma oder COPD) ist der Atemfluss behindert. FEV1 sinkt stärker als FVC, sodass der Quotient deutlich unter den Referenzbereich fällt.
- Restriktive Ventilationsstörung (≥ 70 %, aber FVC vermindert): Bei Lungenfibrose oder Thoraxwanddeformitäten ist das Gesamtvolumen (FVC) reduziert. Da FEV1 proportional im gleichen Maße abnimmt, bleibt der Quotient normal oder ist sogar leicht erhöht.
Fester 70-%-Schwellenwert vs. Lower Limit of Normal (LLN)
Der Tiffeneau-Index-Rechner nutzt zur ersten Orientierung die klassische 70-%-Schwelle (GOLD-Kriterium). In der modernen pneumologischen Diagnostik empfiehlt sich jedoch zusätzlich der Vergleich mit dem Lower Limit of Normal (LLN) nach den Referenzgleichungen der Global Lung Initiative (GLI), da der physiologische Index mit zunehmendem Alter natürlicherweise sinkt.
Typische Anwendungsbereiche für den Tiffeneau-Index-Rechner
Der Tiffeneau-Index-Rechner findet breite Anwendung in Praxis, Klinik und Lehre:
- Pneumologische Diagnostik — Schnelle Überprüfung von Lungenfunktionsberichten bei Verdacht auf chronisch obstruktive Lungenerkrankungen.
- Verlaufskontrolle & Therapieüberwachung — Beurteilung des Ansprechens auf Bronchodilatatoren im Spasmolysetest.
- Medizinische Ausbildung — Das Tool veranschaulicht Medizinstudierenden den rechnerischen Unterschied zwischen Obstruktion und Restriktion.
- Sport- und Arbeitsmedizin — Voruntersuchungen zur Beurteilung der ventilatorischen Leistungsfähigkeit.
Häufige Fehlerquellen bei der Spirometrie
Ein auffälliger Messwert kann auch durch methodische Faktoren bedingt sein:
- Submaximaler Ausatemstoß: Mangelnde Mitarbeit des Patienten führt zu einem falsch niedrigen FEV1-Wert.
- Vorzeitiger Abbruch: Wird die Ausatmung vorzeitig nach wenigen Sekunden beendet, fällt das gemessene FVC zu gering aus, was den Quotienten künstlich erhöht erscheinen lässt.
- Husten während der ersten Sekunde: Führt zu Artefakten und verfälschten FEV1-Messwerten.