Framingham-Risiko-Score-Rechner

Berechnen Sie mit dem Framingham-Risiko-Score-Rechner das 10-Jahres-Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anhand von Blutdruck, Cholesterin und Alter.

928.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Framingham-Risiko-Score-Rechner

Der Framingham-Risiko-Score-Rechner ist ein bewährtes kardiologisches Instrument zur Abschätzung des 10-Jahres-Risikos für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkt oder koronaren Herztod. Entwickelt auf Basis der renommierten Framingham-Herz-Studie, fasst dieses Modell die zentralen kardiovaskulären Einflussgrößen strukturiert zusammen.

Um Ihr persönliches Risiko im Framingham-Risiko-Score-Rechner zu ermitteln, erfassen Sie die folgenden medizinischen Parameter:

  1. Alter und Geschlecht: Basisdaten der Risikostratifizierung, da die Wahrscheinlichkeit für Gefäßereignisse mit den Lebensjahren kontinuierlich ansteigt und geschlechtsspezifisch variiert.
  2. Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin: Die Lipidwerte spiegeln das atherogene Potenzial im Blut wider. Ein hoher HDL-Wert wirkt gefäßschützend, während erhöhtes Gesamtcholesterin Plaquebildungen in den Arterien begünstigt.
  3. Systolischer Blutdruck und Behandlungsstatus: Der obere Blutdruckwert in mmHg sowie die Information, ob bereits antihypertensive Medikamente eingenommen werden.
  4. Raucherstatus: Aktiver Tabakkonsum beschleunigt die Gefäßverkalkung und zählt zu den stärksten beeinflussbaren Risikofaktoren.
  5. Diabetes mellitus: Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte schädigen das Endothel und erhöhen das kardiovaskuläre Gesamtrisiko deutlich.

Formel und mathematische Grundlagen

Die mathematische Berechnung im Framingham-Risiko-Score-Rechner stützt sich auf eine multivariate Regressionsfunktion, die in ein logistisches Modell überführt wird:

$$\text{10-Jahres-Risiko (%)} = \frac{1}{1 + e^{-z}} \times 100$$

Der Summenwert $z$ errechnet sich aus den gewichteten Risikokoeffizienten der einzelnen Faktoren:

$$z = \beta_0 + \beta_{\text{Alter}} \cdot X_{\text{Alter}} + \beta_{\text{Chol}} \cdot X_{\text{Chol}} + \beta_{\text{HDL}} \cdot X_{\text{HDL}} + \beta_{\text{RR}} \cdot X_{\text{RR}} + \beta_{\text{Rauchen}} \cdot X_{\text{Rauchen}} + \beta_{\text{Diabetes}} \cdot X_{\text{Diabetes}}$$

Da kardiovaskuläre Erkrankungen multifaktoriell entstehen, kombiniert der Algorithmus alle Teilfaktoren zu einer Gesamtschätzung. Mehrere mäßig erhöhte Faktoren können in Kombination ein höheres Risiko bewirken als ein einzelner isolierter Risikowert.

Risikostufen und kardiologische Interpretation

Anhand des errechneten Prozentsatzes ordnet das System das 10-Jahres-Ereignisrisiko in drei standardisierte Kategorien ein:

10-Jahres-RisikoRisikokategorieEmpfohlene präventive Maßnahmen
< 10 %Niedriges Risiko (Low Risk)Erhalt des gesunden Lebensstils, vollwertige Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen.
10 % – 20 %Mittleres Risiko (Intermediate Risk)Gezielte Optimierung der Lebensgewohnheiten, engmaschige Überwachung von Blutdruck und Lipidprofil, eventuelle medikamentöse Primärprävention.
> 20 %Hohes Risiko (High Risk)Konsequente risikosenkende medikamentöse Therapie (z. B. Statine, Blutdrucksenker), strikte Zielwerterreichung und kardiologische Weiterabklärung.

Praxisbeispiel zur Berechnung

Ein 55-jähriger Mann lässt sein Profil durch den Framingham-Risiko-Score-Rechner analysieren:

  • Gesamtcholesterin: 230 mg/dl
  • HDL-Cholesterin: 42 mg/dl (Gesamt/HDL-Verhältnis: 5,48)
  • Systolischer Blutdruck: 142 mmHg (unter blutdrucksenkender Medikation)
  • Raucherstatus: Ja (aktiver Raucher)
  • Diabetes mellitus: Nein

Die Berechnung ergibt ein geschätztes 10-Jahres-Risiko von rund 18,5 % (mittleres bis intermediäres Risiko). Durch einen erfolgreichen Rauchstopp und eine optimale Blutdruckeinstellung kann die betroffene Person das rechnerische Risiko um mehr als die Hälfte senken.

Typische Anwendungsbereiche

Der Framingham-Risiko-Score-Rechner bietet wertvolle Orientierung in unterschiedlichen Situationen:

  • Präventions- und Lebensstilberatung: Anschauliche Demonstration, wie sich Verhaltensänderungen (z. B. Nikotinverzicht oder Gewichtsreduktion) direkt risikomindernd auswirken.
  • Vorbereitung auf den Gesundheits-Check-up: Vorab-Erfassung eigener Labor- und Messwerte zur fundierten Besprechung mit der behandelnden Hausärztin oder dem Hausarzt.
  • Kardiologische Risikoschulung: Förderung des Verständnisses für die kumulativen Auswirkungen von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gefäßschäden.

Wichtige Limitationen und Hinweise

Bei der Nutzung sind folgende methodische und klinische Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:

  • Populationskalibrierung: Die ursprüngliche Framingham-Studie basiert auf US-amerikanischen Kohortendaten. In europäischen Leitlinien wird ergänzend der SCORE2-Algorithmus der ESC empfohlen.
  • Zusätzliche Risikomarker: Faktoren wie familiäre Disposition, Lipoprotein(a), hochsensitives CRP oder Koronarkalk (CAC-Score) sind nicht im Standardmodell enthalten.
  • Medizinischer Haftungsausschluss: Dieses Tool dient ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und ersetzt zu keinem Zeitpunkt eine qualifizierte ärztliche Untersuchung, Diagnosestellung oder individuelle Behandlung.

Häufige Fragen zu Framingham-Risiko-Score-Rechner

Was genau berechnet der Framingham-Risiko-Score-Rechner?

Der Framingham-Risiko-Score-Rechner schätzt die statistische Wahrscheinlichkeit in Prozent, innerhalb der nächsten 10 Jahre ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis wie einen Herzinfarkt oder eine koronare Herzerkrankung zu erleiden.

Warum wird der Behandlungsstatus des Blutdrucks erfasst?

Ein unter Medikation erreichter Blutdruckwert spiegelt ein höheres zugrundeliegendes Gefäßrisiko wider als ein identischer Blutdruckwert bei einer Person ohne Hypertonie-Therapie.

Für welche Personengruppen ist der Framingham-Score geeignet?

Das Modell ist primär für Erwachsene ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall konzipiert. Bei bereits bekannter koronarer Herzkrankheit liegt bereits ein hohes Risiko vor.

Wie unterscheidet sich der Framingham-Score vom europäischen SCORE2?

Der Framingham-Score beruht auf US-Studiendaten, während der SCORE2 der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) für europäische Populationen kalibriert wurde und das Risiko für tödliche sowie nicht-tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse prognostiziert.

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Nein. Sämtliche Berechnungen werden ausschließlich lokal in Ihrem Webbrowser durchgeführt. Es findet keine Übertragung oder dauerhafte Speicherung Ihrer Angaben statt.