HEART-Score-Rechner

Nutzen Sie den HEART-Score-Rechner zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos anhand von Blutdruck, Cholesterin, Alter, Geschlecht, Rauchen und Diabetes.

931.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
AD

Funktionsweise und Bedienung: HEART-Score-Rechner im Überblick

Der HEART-Score-Rechner bietet eine strukturierte Möglichkeit, kardiovaskuläre Risikofaktoren übersichtlich zu analysieren und deren kombinierten Einfluss auf die Herzgesundheit abzuschätzen. Zur Durchführung der Berechnung tragen Sie Ihre individuellen Messwerte in das Eingabeformular ein:

  1. Alter und Geschlecht: Basisdaten, da das statistische Risiko für Gefäßveränderungen mit zunehmendem Lebensalter steigt und sich zwischen Männern und Frauen unterscheidet.
  2. Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin: Bestimmung des Lipidprofils und des Verhältnisses von Gesamt- zu protektivem HDL-Cholesterin.
  3. Systolischer Blutdruck: Der obere Blutdruckwert in mmHg zur Erfassung einer möglichen arteriellen Hypertonie.
  4. Raucherstatus und Diabetes mellitus: Wesentliche modifizierbare und metabolische Risikofaktoren für Atherosklerose.

Nach Eingabe aller Parameter liefert der HEART-Score-Rechner eine prozentuale Risikoeinschätzung mit intuitiver Farbkennzeichnung (niedriges, mittleres oder hohes kardiovaskuläres Risiko). Durch gezieltes Verändern einzelner Eingabewerte veranschaulicht das Tool, wie sich Lebensstiländerungen wie Rauchstopp oder Blutdrucksenkung positiv auf das Gesamtergebnis auswirken.

Mathematische Formel und Modellaufbau

Das mathematische Modell im HEART-Score-Rechner basiert auf einer logistischen Risikofunktion, die einzelne Risikofaktoren gewichtet zusammenführt:

Kardiovaskuläres Risiko (%) = 1 / (1 + e^-z) × 100
z = w0 + w1·Alter + w2·Geschlecht + w3·(Gesamtcholesterin/HDL) + w4·RR_sys + w5·Rauchen + w6·Diabetes

In diesem logistischen Modell verknüpft das Berechnungssystem nichtlineare Effekte: Treten mehrere moderate Risikofaktoren wie leicht erhöhter Blutdruck und ungünstige Cholesterinwerte gemeinsam auf, verstärken sie das Gesamtrisiko überproportional.

Klinischer HEART-Score (Notaufnahme) vs. Präventivmodell

In der klinischen Notfallmedizin bezeichnet der Begriff HEART-Score ein standardisiertes Instrument zur Risikostratifizierung von Patienten mit akutem Thoraxschmerz in der Notaufnahme. Zur Vermeidung von Missverständnissen ist die Abgrenzung zwischen klinischem Notfall-Score und präventiven Risikorechnern essenziell:

KomponenteKlinischer Notfall-Score (Thoraxschmerz)Präventives Risikomodell
ZielsetzungAusschluss/Einschätzung akutes Koronarsyndrom (ACS)Langfristige kardiovaskuläre Primärprävention
H – History (Anamnese)0–2 Punkte (spezifischer Thoraxschmerz-Charakter)Nicht enthalten (Fokus auf chronische Risikofaktoren)
E – ECG (EKG)0–2 Punkte (ST-Senkungen, Repolarisationsstörungen)Nicht im Online-Tool erfassbar
A – Age (Alter)0–2 Punkte (<45 / 45–64 / ≥65 Jahre)Kontinuierlicher Parameter im Risikomodell
R – Risk Factors0–2 Punkte (Hypertonie, Cholesterin, DM, KHK)Detaillierte Erfassung von Lipiden, RR und Diabetes
T – Troponin0–2 Punkte (hs-Troponin normal / 1–3x / >3x Limit)Nicht im Online-Tool erfassbar
Klinischer EndpunktMACE-Risiko (Major Adverse Cardiac Events) in 6 WochenKardiovaskuläre Risikoabschätzung

Interpretation des klinischen Notfall-Scores:

  • 0–3 Punkte (Niedriges Risiko): MACE-Wahrscheinlichkeit ca. 1–2 %; ambulante Abklärung oft möglich.
  • 4–6 Punkte (Mittleres Risiko): MACE-Wahrscheinlichkeit ca. 12–17 %; stationäre Beobachtung und serielle Troponin-Messungen indiziert.
  • 7–10 Punkte (Hohes Risiko): MACE-Wahrscheinlichkeit > 50 %; rasche invasive Koronardiagnostik (Herzkatheter) erforderlich.

Während der klinische Notfall-Score Labor- und EKG-Befunde verlangt, dient unser digitaler HEART-Score-Rechner der niederschwelligen Sensibilisierung für chronische Risikofaktoren im Alltag.

Anwendungsbereiche: Wo das Online-Tool unterstützt

Die praktische Anwendung, die der HEART-Score-Rechner ermöglicht, umfasst mehrere zentrale Einsatzbereiche:

  • Präventionsberatung: Veranschaulichung der Wechselwirkung von Cholesterin, Blutdruck und Nikotinkonsum.
  • Gesundheits-Check-ups: Unterstützung bei der Vorbereitung auf das hausärztliche Vorsorgegespräch.
  • Motivation zur Lebensstiloptimierung: Das Tool demonstriert direkt, wie eine Senkung des systolischen Blutdrucks den Risikoscore verbessert.
  • Medizinische Ausbildung: Veranschaulichung multivariater kardiovaskulärer Risikofunktionen.

Praktisches Beispiel zur Risikoberechnung

Ein 55-jähriger Mann gibt folgende Werte in den HEART-Score-Rechner ein:

  • Gesamtcholesterin: 230 mg/dl, HDL-Cholesterin: 42 mg/dl (Verhältnis 5,48)
  • Systolischer Blutdruck: 148 mmHg (Grad-1-Hypertonie)
  • Raucherstatus: Ja | Diabetes: Nein

Das System berechnet ein mittleres kardiovaskuläres Risikoprofil. Simuliert der Nutzer im Programm einen erfolgreichen Rauchstopp und eine Blutdrucknormalisierung auf 125 mmHg, sinkt der berechnete Risikowert signifikant in den grünen Bereich.

Wichtiger Warnhinweis bei akutem Thoraxschmerz

Dieser HEART-Score-Rechner ist kein Instrument zur Notfalldiagnostik. Wenn Sie oder eine Person in Ihrem Umfeld unter akutem Druckgefühl in der Brust, Engegefühl, stechenden Thoraxschmerzen, Atemnot, Schmerzausstrahlung in Arm, Kiefer oder Rücken, kaltem Schweiß oder Schwindel leiden, zögern Sie nicht: Wählen Sie sofort den Notruf 112 (Deutschland/Europa) bzw. 144 (Schweiz).

Häufige Fragen zu HEART-Score-Rechner

Was berechnet dieser HEART-Score-Rechner?

Dieser Rechner schätzt ein allgemeines kardiovaskuläres Risiko auf Basis von Alter, Geschlecht, Cholesterinwerten, Blutdruck, Rauchstatus und Diabetes ein.

Wie unterscheidet sich dieser Rechner vom klinischen Notfall-HEART-Score?

Der klinische HEART-Score in der Notaufnahme bewertet akuten Thoraxschmerz mittels Anamnese, EKG, Alter, Risikofaktoren und Troponin, um das 6-Wochen-MACE-Risiko zu bestimmen.

Was bedeutet die Abkürzung MACE in der Kardiologie?

MACE steht für Major Adverse Cardiac Events und umfasst schwere kardiale Ereignisse wie Herzinfarkt, koronare Revaskularisation oder kardial bedingten Tod.

Welche Risikofaktoren haben den größten Einfluss auf das Ergebnis?

Systolischer Blutdruck, das Verhältnis von Gesamt- zu HDL-Cholesterin, Rauchen, Diabetes und das Lebensalter beeinflussen das Gesamtrisiko maßgeblich.

Kann dieser Online-Rechner eine ärztliche Diagnose ersetzen?

Nein. Das Tool dient Bildungs- und Orientierungszwecken. Bei akuten Brustschmerzen oder Atembeschwerden muss sofort der Notruf (112) gewählt werden.

Werden meine eingegebenen Gesundheitsdaten gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen laufen ausschließlich lokal in Ihrem Webbrowser ab. Es werden keine Daten übertragen oder gespeichert.