So nutzen Sie den Levered-Free-Cash-Flow-Rechner
Der Levered-Free-Cash-Flow-Rechner ermöglicht es Ihnen, den freien Cashflow an das Eigenkapital (Free Cash Flow to Equity / FCFE) schnell, transparent und methodisch fundiert zu berechnen. Diese betriebswirtschaftliche Kennzahl gibt präzise an, wie viel Liquidität nach Begleichung aller operativen Betriebskosten, notwendigen Reinvestitionen in das Anlagevermögen (CapEx) und nach vollständiger Erbringung des vertraglichen Schuldendienstes (Zinsen und Tilgung) für die Unternehmenseigentümer und Aktionäre verbleibt. Da alle Kalkulationen direkt in Ihrem Browser verarbeitet werden, bleiben vertrauliche Finanzdaten geschützt.
Für eine fundierte Analyse geben Sie Ihre Bilanz- und GuV-Positionen in das Online-Tool ein:
- Jahresüberschuss (Net Income): Tragen Sie den Periodengewinn nach Zinsen und Ertragsteuern ein.
- Abschreibungen (D&A): Erfassen Sie nicht-zahlungswirksame Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die dem Ergebnis hinzugerechnet werden.
- Veränderung des Working Capital (NWC): Geben Sie die Mittelbindung im operativen Umlaufvermögen an. Eine Zunahme bindet Liquidität und wird abgezogen.
- Investitionsausgaben (CapEx): Erfassen Sie die Auszahlungen für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in das Sachanlagevermögen.
- Schuldendienst & Nettokreditaufnahme: Tragen Sie Pflicht-Schuldentilgungen oder die Nettokreditaufnahme ein, um die Finanzierungsstruktur abzubilden.
Nutzen Sie das Werkzeug für strukturierte Szenarioanalysen, um zu prüfen, wie sich veränderte Zinslasten, Tilgungspläne oder Investitionsprogramme auf die tatsächliche Ausschüttungsfähigkeit Ihres Unternehmens auswirken.
Formel & Methodik im Levered-Free-Cash-Flow-Rechner
Die mathematische Ermittlung der Kennzahl basiert auf den anerkannten Grundsätzen der Discounted-Cashflow-Bewertung (Equity-Ansatz). Die primäre Formel lautet:
Levered Free Cash Flow = Jahresüberschuss + Abschreibungen - Veränderung des NWC - CapEx - Verpflichtende Schuldentilgungen
Im internationalen Corporate Finance wird die Kennzahl häufig über die Nettokreditaufnahme (Net Debt Borrowings) definiert:
FCFE = Jahresüberschuss + D&A - Veränderung des NWC - CapEx + (Neu aufgenommene Schulden - Getilgte Schulden)
Alternativ lässt sich der FCFE auch direkt aus dem Unlevered Free Cash Flow (FCFF) ableiten:
FCFE = FCFF - Zinsaufwand × (1 - Steuersatz) + Nettokreditaufnahme
Die Komponenten im Detail
- Jahresüberschuss (Net Income): Der bilanzielle Gewinn nach Abzug aller betrieblichen Kosten, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Ertragsteuern.
- Abschreibungen (D&A): Da Abschreibungen reine Buchungsaufwendungen darstellen und keinen Zahlungsmittelabfluss verursachen, werden sie dem Periodenergebnis additiv hinzugerechnet.
- Veränderung des Net Working Capital: Erhöhen sich Kundenforderungen oder Vorräte stärker als die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, bindet dies liquide Mittel (Cash-Abfluss).
- CapEx (Capital Expenditures): Tatsächliche Auszahlungen für den Erwerb von Maschinen, Immobilien, IT-Infrastruktur oder Lizenzen.
- Schuldendienst: Im Unterschied zum unverschuldeten Cashflow berücksichtigt das Bewertungsmodell explizit die Zahlungsströme an Kreditinstitute und Anleihegläubiger.
Praktisches Rechenbeispiel
Ein Industrieunternehmen weist für das abgelaufene Geschäftsjahr folgende Finanzdaten aus:
- Jahresüberschuss: 2.000.000 €
- Abschreibungen (D&A): 500.000 €
- Erhöhung des Net Working Capital: 150.000 €
- Investitionen in Sachanlagen (CapEx): 600.000 €
- Vertragliche Tilgung von Bankkrediten: 350.000 €
Eingesetzt in die Berechnungsformel:
LFCF = 2.000.000 € + 500.000 € - 150.000 € - 600.000 € - 350.000 € = 1.400.000 €
Dem Unternehmen verbleiben 1.400.000 € an ungebundener Liquidität, die für Dividendenausschüttungen an die Aktionäre, Aktienrückkaufprogramme oder freiwillige Sondertilgungen bereitstehen.
Unterschied zwischen Levered FCF und Unlevered FCF
Die Unterscheidung zwischen verschuldetem und unverschuldetem Cashflow ist zentral für die Finanzanalyse:
| Merkmal | Levered Free Cash Flow (FCFE) | Unlevered Free Cash Flow (FCFF) |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Reine Eigenkapitalgeber (Aktionäre) | Alle Kapitalgeber (Eigen- und Fremdkapital) |
| Zinsberücksichtigung | Zinsen sind abgezogen (nach Steuern) | Zinsen bleiben im Cashflow enthalten |
| Schuldendienst | Tilgungen und Kreditaufnahmen einbezogen | Schuldendienst wird ignoriert |
| DCF-Diskontierung | Eigenkapitalkosten (Cost of Equity / CAPM) | Gesamtkapitalkosten (WACC) |
| Ergebnis der Bewertung | Direkter Marktwert des Eigenkapitals (Equity Value) | Gesamtunternehmenswert (Enterprise Value) |
Wichtige Einsatzbereiche
Ein verlässlicher Levered-Free-Cash-Flow-Rechner ist unverzichtbar für diverse finanzwirtschaftliche Aufgaben:
- Unternehmensbewertung (Equity-DCF): Direkte Wertermittlung von Eigenkapitalanteilen für M&A-Transaktionen und Börsenanalysen.
- Dividenden- und Ausschüttungsplanung: Überprüfung, ob geplante Dividenden durch tatsächlich erwirtschaftete Liquidität gedeckt sind.
- Private Equity & LBO-Transaktionen: Bewertung der Entschuldungskapazität und Eigenkapitalrendite bei fremdfinanzierten Übernahmen.
- Liquiditäts- und Risikomanagement: Frühzeitige Erkennung von Liquiditätsengpässen bei steigenden Zinsen oder hohen Fälligkeiten.
Mit dem Levered-Free-Cash-Flow-Rechner treffen Vorstände, Analysten und Investoren fundierte Entscheidungen auf Basis transparenter Cashflow-Daten.