MAD-Rechner – Mittlerer arterieller Druck

Berechnen Sie mit dem MAD-Rechner den mittleren arteriellen Druck (MAD / MAP) aus Systole und Diastole zur Beurteilung der Organperfusion im Kreislauf.

969.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-06 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den MAD-Rechner

Der MAD-Rechner ermöglicht Ihnen die schnelle und präzise Bestimmung des mittleren arteriellen Blutdrucks (MAD / MAP) aus den gemessenen systolischen und diastolischen Blutdruckwerten. Im klinischen Alltag sowie im hämodynamischen Monitoring ist der mittlere arterielle Druck einer der wichtigsten Indikatoren zur Beurteilung der Organperfusion. Mit dem MAD-Rechner erfassen Sie Ihre Messwerte in wenigen Schritten:

  1. Systolischen Blutdruck (SBP) eingeben — Tragen Sie den oberen Blutdruckwert in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) in das entsprechende Feld ein.
  2. Diastolischen Blutdruck (DBP) eingeben — Geben Sie den unteren Blutdruckwert in mmHg in das zweite Eingabefeld ein.
  3. Ergebnis in Echtzeit analysieren — Der MAD-Rechner berechnet sofort den mittleren arteriellen Druck sowie den Pulsdruck (Blutdruckamplitude).
  4. Hämodynamische Einordnung prüfen — Neben dem Rechenwert zeigt Ihnen das Tool die Formel, die eingesetzten Werte und eine Orientierung anhand klinischer Referenzbereiche.

Formeln & physiologischer Hintergrund der MAD-Berechnung

Im Gegensatz zum einfachen arithmetischen Mittelwert berücksichtigt die Berechnung im MAD-Rechner die asymmetrische Zeitverteilung des Herzzyklus in Ruhe. Da die Entspannungs- und Füllungsphase der Herzkammern (Diastole) rund zwei Drittel der Zyklusdauer einnimmt, während die Kontraktions- und Austreibungsphase (Systole) nur etwa ein Drittel ausmacht, geht der diastolische Blutdruck stärker in das Ergebnis ein.

Die Standardformel im MAD-Rechner für periphere arterielle Messungen lautet:

$$\text{MAD} = \text{DBP} + \frac{1}{3} \times (\text{SBP} - \text{DBP})$$

Mathematisch äquivalent lässt sich die Berechnung wie folgt zusammenfassen:

$$\text{MAD} = \frac{\text{SBP} + 2 \times \text{DBP}}{3}$$

Hierbei stehen:

  • SBP (Systolic Blood Pressure): Systolischer Blutdruck in mmHg (Spitzendruck während der myokardialen Kontraktion)
  • DBP (Diastolic Blood Pressure): Diastolischer Blutdruck in mmHg (Basisdruck während der ventrikulären Füllung)
  • Pulsdruck ($\Delta P$): Differenz $\text{SBP} - \text{DBP}$ (Blutdruckamplitude)

Der MAD-Rechner führt diese Berechnungen automatisch aus und liefert Ihnen unverzüglich verlässliche Orientierungswerte für den Perfusionsdruck.

Klinische Referenzwerte und Beurteilung des MAD

Der mittlere arterielle Druck ist die treibende Kraft für die kapillare Mikrozirkulation und die kontinuierliche Sauerstoffversorgung des Gewebes. Anhand der im MAD-Rechner hinterlegten Standardbereiche lässt sich der ermittelte Wert wie folgt einordnen:

MAD-BereichHämodynamische EinstufungKlinische Bedeutung & Organperfusion
< 60–65 mmHgKritisch erniedrigt / HypotonieGefahr einer unzureichenden Gewebedurchblutung (Minderperfusion von Gehirn, Myokard und Nieren); Schockgefahr.
65–69 mmHgGrenzwertig niedrigBei gesunden jungen Erwachsenen teils physiologisch, im Intensivbereich streng überwachungspflichtig.
70–105 mmHgPhysiologischer NormalbereichOptimale Organperfusion und physiologische kapillare Druckverhältnisse in Ruhe.
> 105 mmHgErhöhter MAD / HypertonieGesteigerte kardiale Nachlast, erhöhtes Risiko für zerebrovaskuläre und kardiovaskuläre Schäden.

In der modernen Intensivmedizin und Anästhesie gilt ein Zielwert von $\text{MAD} \ge 65\text{ mmHg}$ als grundlegende Leitlinie zur Vermeidung ischämischer Organschäden.

Praxisbeispiel zur Berechnung mit dem MAD-Rechner

Ein 58-jähriger Patient weist bei einer Kontrolluntersuchung einen Blutdruck von 130 / 85 mmHg auf. Zur Einschätzung des Perfusionsdrucks wird der MAD-Rechner herangezogen:

  • Systolischer Blutdruck (SBP): 130 mmHg
  • Diastolischer Blutdruck (DBP): 85 mmHg
  • Pulsdruck: $130 - 85 = 45\text{ mmHg}$

Berechnung mit dem MAD-Rechner:

$$\text{MAD} = 85 + \frac{1}{3} \times (130 - 85) = 85 + 15 = 100\text{ mmHg}$$

Alternativ mit der 2:1-Gewichtung:

$$\text{MAD} = \frac{130 + (2 \times 85)}{3} = \frac{130 + 170}{3} = \frac{300}{3} = 100\text{ mmHg}$$

Klinische Beurteilung: Der berechnete Wert von 100 mmHg liegt im physiologischen Normbereich (70–105 mmHg). Dies spricht für eine adäquate Organperfusion bei stabiler Kreislaufsituation.

Typische Anwendungsbereiche für den MAD-Rechner

Der MAD-Rechner leistet in vielfältigen medizinischen und pflegerischen Settings wertvolle Orientierungshilfe:

  • Intensiv- und Notfallmedizin: Kontinuierliche Steuerung von Katecholamintherapien und Volumengabe bei Schockzuständen, Sepsis und Polytrauma.
  • Anästhesie und OP-Überwachung: Aufrechterhaltung eines stabilen Perfusionsdrucks während Narkose und chirurgischer Eingriffe.
  • Kardiologie und Nephrologie: Beurteilung des renalen und koronaren Perfusionsdrucks bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz.
  • Pflege und Rettungsdienst: Schnelle Plausibilitätskontrolle automatischer Blutdruckmonitore bei instabilen Patientensituationen.
  • Medizinstudium und Ausbildung: Anschauliche Vertiefung hämodynamischer Grundlagen und Kreislaufphysiologie mit dem interaktiven Tool.

Häufige Fragen zu MAD-Rechner – Mittlerer arterieller Druck

Was ist der mittlere arterielle Druck (MAD) und was sagt er aus?

Der mittlere arterielle Druck (MAD, englisch MAP für Mean Arterial Pressure) beschreibt den zeitlich gemittelten Blutdruck im arteriellen Gefäßsystem während eines Herzzyklus. Er ist der entscheidende Antriebsdruck für die Durchblutung lebenswichtiger Organe (Organperfusion wie Gehirn, Herz und Nieren) und klinisch aussagekräftiger als isolierte systolische oder diastolische Messwerte.

Wie berechnet der MAD-Rechner den mittleren arteriellen Blutdruck?

Der MAD-Rechner nutzt die anerkannte klinische Näherungsformel: MAD = Diastole + (Systole - Diastole) / 3 bzw. MAD = (Systole + 2 × Diastole) / 3. Da die Herzentspannungsphase (Diastole) in Ruhe etwa zwei Drittel des Herzzyklus ausmacht, fließt der diastolische Blutdruck doppelt so stark in die Berechnung ein wie der systolische Spitzenwert.

Welcher MAD-Wert gilt als normal und welcher Bereich ist kritisch?

Bei gesunden Erwachsenen in Ruhe liegt der normale MAD im Bereich von 70 bis 105 mmHg. Ein MAD von unter 60 bis 65 mmHg gilt in der Notfall- und Intensivmedizin als kritische Schwelle, da darunter die kontinuierliche Organperfusion gefährdet ist. Werte über 105 mmHg deuten auf eine erhöhte kardiovaskuläre Nachlast und arterielle Hypertonie hin.

Was ist der Unterschied zwischen MAD und MAP?

Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. MAD steht für die deutsche Bezeichnung „Mittlerer Arterieller Druck“, während MAP die international und im englischsprachigen Raum gebräuchliche Abkürzung für „Mean Arterial Pressure“ ist. Beide Begriffe bezeichnen exakt denselben hämodynamischen Parameter.

Warum ist der MAD kein einfacher Mittelwert aus Systole und Diastole?

Der arterielle Blutdruckverlauf ist nicht symmetrisch. In der kardialen Ruhephase verweilt das Herz etwa doppelt so lange in der Diastole wie in der Auswurfphase (Systole). Ein einfaches arithmetisches Mittel (Systole + Diastole) / 2 würde den realen mittleren Perfusionsdruck deutlich überschätzen.

Werden meine eingegebenen Blutdruckwerte auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im MAD-Rechner finden ausschließlich lokal in Ihrem Webbrowser statt. Es werden zu keinem Zeitpunkt persönliche Gesundheitsdaten oder Blutdruckwerte an externe Server übertragen oder gespeichert.