MIRR-Rechner

Mit dem MIRR-Rechner berechnen Sie den modifizierten internen Zinsfuß präzise: Berücksichtigen Sie Reinvestitionsrate, Finanzierungssatz und Cashflows online.

840.7K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-08 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den MIRR-Rechner

Der MIRR-Rechner (Modified Internal Rate of Return) ermöglicht es Finanzanalysten, Investoren und Controllern, die tatsächliche Rentabilität von Investitionsprojekten realistisch zu berechnen. Bei der klassischen Investitionsrechnung nach der Internen-Zinsfuß-Methode (IRR) wird implizit unterstellt, dass alle Rückflüsse zum internen Zinssatz selbst wiederangelegt werden können – was in der Praxis oft zu überhöhten Renditewerten führt. Der MIRR-Rechner löst dieses Problem durch die getrennte Vorgabe von Finanzierungskosten und Reinvestitionszinsen.

Tragen Sie zunächst Ihre Zahlungsreihe in den MIRR-Rechner ein. Beginnen Sie mit der Anfangsauszahlung (negativer Betrag in Periode 0) und ergänzen Sie die folgenden periodischen Cashflows. Legen Sie anschließend den Finanzierungszinssatz fest, mit dem künftige Mittelabflüsse auf den Gegenwartswert abgezinst werden, sowie den Reinvestitionszinssatz, zu dem freigesetzte Mittel bis zum Projektende angelegt werden. Das Tool ermittelt daraus sofort den modifizierten internen Zinsfuß.

Formel & Methodik im MIRR-Rechner

Die Berechnung im MIRR-Rechner folgt der bewährten Methodik der dynamischen Investitionsrechnung:

MIRR = (FV_positiv / PV_negativ)^(1 / n) - 1

Die einzelnen Komponenten der Formel definieren sich wie folgt:

  • FV_positiv (Future Value): Der auf das Ende der Gesamtlaufzeit aufgezinste Endwert aller positiven Cashflows, berechnet mit dem gewählten Wiederanlagezinssatz.
  • PV_negativ (Present Value): Der auf den Investitionszeitpunkt (Periode 0) abgezinste Barwert aller negativen Zahlungsströme, diskontiert mit dem Finanzierungszinssatz.
  • n: Die Anzahl der Laufzeitperioden (in der Regel Jahre).

Beispielrechnung zur Veranschaulichung

Ein Unternehmen plant eine Investition von 10.000 € (Periode 0). In den Folgejahren werden Mittelrückflüsse von 3.000 € (Jahr 1), 4.000 € (Jahr 2) und 6.000 € (Jahr 3) erwartet. Der Finanzierungskostensatz beträgt 5 %, die Reinvestitionsrate liegt bei 8 %.

  1. Endwert der Rückflüsse (FV): 3.000 × (1,08)^2 + 4.000 × (1,08)^1 + 6.000 = 3.499,20 + 4.320,00 + 6.000,00 = 13.819,20 €
  2. Barwert der Auszahlungen (PV): 10.000 € (da nur eine Auszahlung zu Beginn erfolgt)
  3. Ergebnis der modifizierten Rendite: MIRR = (13.819,20 / 10.000)^(1/3) - 1 = (1,38192)^(0,3333) - 1 ≈ 11,38 %

Im Vergleich dazu würde der klassische IRR einen Wert von ca. 13,07 % ausweisen, da er von einer unrealistischen Reinvestition zu 13,07 % ausgeht. Der MIRR-Rechner liefert somit die konservativere und belastbarere Entscheidungsgrundlage.

Wichtige Annahmen und Vorteile gegenüber dem IRR

Die Verwendung des modifizierten internen Zinsfußes bietet maßgebliche Vorzüge für die finanzielle Entscheidungsfindung:

  • Eindeutigkeit des Zinssatzes: Bei unkonventionellen Zahlungsreihen mit mehrfachen Vorzeichenwechseln kann die klassische IRR-Gleichung mathematisch mehrere Zinsfüße oder gar keine reelle Lösung aufweisen. Der MIRR-Rechner garantiert in jedem Fall ein eindeutiges Ergebnis.
  • Realistische Reinvestitionsannahme: Anstelle unrealistischer Renditen wird der tatsächliche Kapitalmarktzins oder der unternehmensinterne WACC (Weighted Average Cost of Capital) als Reinvestitionssatz herangezogen.
  • Kompatibilität zu Tabellenkalkulationen: Die mathematische Logik entspricht exakt der Excel-Funktion =QIKV(...) im deutschen bzw. =MIRR(...) im englischen Sprachraum.

Typische Anwendungsbereiche für den MIRR-Rechner

Der MIRR-Rechner wird vor allem in folgenden Praxisfeldern eingesetzt:

  • Capital Budgeting & Investitionsplanung: Systematischer Vergleich von Investitionsalternativen mit unterschiedlichen Laufzeiten oder ungleichen Zahlungsstrukturen.
  • Projektcontrolling & Immobilieninvestitionen: Bewertung von Projekten, bei denen während der Laufzeit Nachinvestitionen oder Zwischenfinanzierungen anfallen.
  • Due Diligence & Unternehmensbewertung: Plausibilisierung von Rentabilitätsangaben in Finanzierungsplänen und Pitch Decks.
  • Szenarioanalysen: Untersuchung der Zinssensitivität durch gezielte Variation von Finanzierungs- und Wiederanlagekonditionen.

Mit dem MIRR-Rechner schaffen Sie transparente Vergleichbarkeit und schützen Ihr Investitionsbudget vor Fehlallokationen.

Häufige Fragen zu MIRR-Rechner

Was ist der Hauptunterschied zwischen IRR und MIRR?

Der klassische interne Zinsfuß (IRR) unterstellt unrealistisch, dass alle zwischenzeitlichen Cashflows zum internen Zinsfuß reinvestiert werden. Der MIRR (modifizierter interner Zinsfuß) trennt dagegen den Wiederanlagezinssatz von den Finanzierungskosten der Investition.

Welche Zinssätze werden für den MIRR-Rechner benötigt?

Sie benötigen zwei Zinssätze: den Finanzierungssatz (Sollzins zur Diskontierung negativer Cashflows auf den Barwert) und den Wiederanlagesatz (Habenzins zur Aufzinsung positiver Cashflows auf den Endwert).

Warum liefert der MIRR-Rechner eindeutigere Ergebnisse als der IRR?

Bei unkonventionellen Cashflows mit mehrfachen Vorzeichenwechseln kann die klassische IRR-Gleichung mathematisch mehrere oder keine Lösungen haben. Der MIRR liefert stets genau eine eindeutige Renditekennzahl.

Entspricht die Berechnung der Excel-Funktion QIKV?

Ja. Die mathematische Methodik entspricht der Funktion QIKV im deutschsprachigen Excel bzw. MIRR im englischsprachigen Excel.

Werden meine eingegebenen Finanzdaten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im MIRR-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser; es werden keinerlei sensible Unternehmens- oder Finanzdaten übertragen.