Nernst-Gleichung-Rechner

Mit dem Nernst-Gleichung-Rechner berechnen Sie Elektrodenpotenziale aus Standardpotenzial, Temperatur, Elektronenzahl und dem Reaktionsquotienten Q online.

977.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Nernst-Gleichung-Rechner

Der Nernst-Gleichung-Rechner ist ein interaktives elektrochemisches Arbeitsblatt, mit dem Sie das reale Elektrodenpotenzial und Zellpotenzial von Redox-Reaktionen bei beliebigen Konzentrationen und Temperaturen exakt bestimmen. Anstatt Gleichungen mühsam von Hand aufzulösen, führt das Tool alle thermodynamischen Rechenschritte transparent vor.

  1. Berechnungsform und Einheiten festlegen — Wählen Sie die gewünschte Formelvariante (Form mit natürlichem Logarithmus $\ln$ oder die 25-°C-Form mit Zehnerlogarithmus $\log_{10}$) sowie die Temperatureinheit (°C oder Kelvin).
  2. Elektrochemische Parameter eingeben — Tragen Sie das Standardpotenzial $E^0$ in Volt, die Anzahl der übertragenen Elektronen $n$ sowie den Reaktionsquotienten $Q$ (oder das Konzentrationsverhältnis $c(\text{Ox})/c(\text{Red})$) in die Eingabefelder ein.
  3. Ergebnis und Zwischenschritte ablesen — Der Nernst-Gleichung-Rechner liefert unmittelbar das resultierende Zellpotenzial $E$, die Nernst-Korrektur und die schrittweise Herleitung.

Mit dem Nernst-Gleichung-Rechner können Sie experimentelle Messwerte schnell prüfen, Klausuraufgaben nachrechnen oder elektrochemische Szenarien fundiert vergleichen.

Formel & thermodynamische Grundlagen der Nernst-Gleichung

Das mathematische Fundament, auf dem der Nernst-Gleichung-Rechner basiert, ist die von Walther Nernst formulierte Beziehung zwischen Gibbs-Energie, elektrochemischem Potenzial und chemischem Reaktionsquotienten:

E = E0 - (R * T / (n * F)) * ln(Q)

Für eine typische Redox-Halbreaktion der Form $\text{Ox} + n,e^- \rightleftharpoons \text{Red}$ kann die Gleichung auch mit positivem Vorzeichen formuliert werden:

$$E = E^0 + \frac{R \cdot T}{n \cdot F} \cdot \ln\left(\frac{a(\text{Ox})}{a(\text{Red})}\right)$$

Bei Standardtemperatur ($25,^\circ\text{C} = 298{,}15,\text{K}$) fasst das Modell die Naturkonstanten $R$, $T$, $F$ und den Umrechnungsfaktor $\ln(10) \approx 2{,}30259$ zur praktischen Nernst-Spannung von $0{,}05916,\text{V}$ zusammen:

$$E = E^0 - \frac{0{,}05916,\text{V}}{n} \cdot \log_{10}(Q)$$

Parameter und physikalische Konstanten

SymbolBedeutungStandardeinheit / Wert
$E$Reales Elektroden- bzw. Redoxpotenzial$\text{V}$ (Volt)
$E^0$Standardelektrodenpotenzial bei $25,^\circ\text{C}$, $1,\text{mol/L}$, $1,\text{bar}$$\text{V}$ (Volt)
$R$Universelle Gaskonstante$8{,}31446,\text{J}/(\text{mol}\cdot\text{K})$
$T$Absolute Temperatur$\text{K}$ (Kelvin)
$n$Anzahl der im Redox-Prozess übertragenen Elektronendimensionslos (ganzzahlig)
$F$Faraday-Konstante (Ladung pro Mol Elektronen)$96.485{,}33,\text{C}/\text{mol}$
$Q$Reaktionsquotient ($a_\text{Produkte}^{\nu} / a_\text{Edukte}^{\nu}$)dimensionslos

Standardpotenziale ausgewählter Redox-Paare

Im Nernst-Gleichung-Rechner können Sie Standardwerte aus der elektrochemischen Spannungsreihe einsetzen:

Redox-Paar (Halbzelle)Halbreaktion$E^0$ bei 25 °C
$\text{Li}^+ / \text{Li}$$\text{Li}^+ + e^- \rightleftharpoons \text{Li}$$-3{,}04,\text{V}$
$\text{Zn}^{2+} / \text{Zn}$$\text{Zn}^{2+} + 2,e^- \rightleftharpoons \text{Zn}$$-0{,}76,\text{V}$
$\text{Fe}^{2+} / \text{Fe}$$\text{Fe}^{2+} + 2,e^- \rightleftharpoons \text{Fe}$$-0{,}44,\text{V}$
$2,\text{H}^+ / \text{H}_2$ (NHE)$2,\text{H}^+ + 2,e^- \rightleftharpoons \text{H}_2$$\pm 0{,}00,\text{V}$
$\text{Cu}^{2+} / \text{Cu}$$\text{Cu}^{2+} + 2,e^- \rightleftharpoons \text{Cu}$$+0{,}34,\text{V}$
$\text{Fe}^{3+} / \text{Fe}^{2+}$$\text{Fe}^{3+} + e^- \rightleftharpoons \text{Fe}^{2+}$$+0{,}77,\text{V}$
$\text{Ag}^+ / \text{Ag}$$\text{Ag}^+ + e^- \rightleftharpoons \text{Ag}$$+0{,}80,\text{V}$
$\text{Cl}_2 / 2,\text{Cl}^-$$\text{Cl}_2 + 2,e^- \rightleftharpoons 2,\text{Cl}^-$$+1{,}36,\text{V}$

Praktisches Rechenbeispiel: Zink-Halbzelle

Gegeben sei eine Zinkelektrode in einer Zinksulfatlösung mit $c(\text{Zn}^{2+}) = 0{,}001,\text{mol/L}$ bei $25,^\circ\text{C}$.

  1. Halbreaktion: $\text{Zn}^{2+} + 2,e^- \rightleftharpoons \text{Zn(s)}$
  2. Standardpotenzial: $E^0 = -0{,}76,\text{V}$, Elektronenzahl $n = 2$.
  3. Reaktionsquotient: Da festes Zink die Aktivität 1 hat, gilt $Q = 1 / c(\text{Zn}^{2+}) = 1 / 10^{-3} = 10^3$.
  4. Berechnung: $$E = -0{,}76,\text{V} - \frac{0{,}05916,\text{V}}{2} \cdot \log_{10}(10^3) = -0{,}76,\text{V} - 0{,}02958,\text{V} \cdot 3 = -0{,}8487,\text{V}$$ Das resultierende Potenzial sinkt bei geringerer Kationenkonzentration auf ca. $-0{,}85,\text{V}$. Genau diese Schritte schlüsselt der Nernst-Gleichung-Rechner übersichtlich auf.

Anwendungsbereiche für den Nernst-Gleichung-Rechner

Der Nernst-Gleichung-Rechner ist ein unverzichtbares Hilfsmittel in verschiedenen naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen:

  • Batterie- und Akkumulatorentechnik — Zur Berechnung von Ruhespannungen (EMK), Konzentrationspolarisationen und Entladekurven von galvanischen Zellen unterstützt der Nernst-Gleichung-Rechner Entwickler und Ingenieure.
  • Chemiestudium & Laborpraxis — Studierende und Dozenten nutzen den Nernst-Gleichung-Rechner zur Überprüfung von Redox-Titrationen, Löslichkeitsproduktbestimmungen und Pourbaix-Diagrammen.
  • Biologie und Neurophysiologie — Zur Berechnung des Nernst-Gleichgewichtspotenzials an biologischen Zellmembranen für $\text{K}^+$-, $\text{Na}^+$- oder $\text{Cl}^-$-Ionen dient das Werkzeug als verlässliche Referenz.
  • Korrosionsschutz & Galvanotechnik — Zur Beurteilung von Passivierungsschichten, Opferanoden und elektrochemischen Abscheidungen bietet der Nernst-Gleichung-Rechner eine fundierte Abschätzung realer Gleichgewichtspotenziale.

Häufige Fragen zu Nernst-Gleichung-Rechner

Was berechnet der Nernst-Gleichung-Rechner genau?

Der Nernst-Gleichung-Rechner ermittelt das reale Elektrodenpotenzial bzw. Zellpotenzial eines Redox-Systems unter Nicht-Standardbedingungen aus Standardpotenzial E0, Temperatur, übertragener Elektronenzahl n und Reaktionsquotient Q.

Wie lautet die vereinfachte Nernst-Gleichung bei 25 °C?

Bei 25 °C (298,15 K) vereinfacht sich der thermodynamische Vorfaktor (R·T/F)·ln(10) zu 0,05916 V (bzw. rund 0,059 V). Die Formel lautet dann E = E0 - (0,05916 V / n) · lg(Q).

Was setzt man für reine Feststoffe oder flüssiges Wasser in den Reaktionsquotienten Q ein?

Reine feste Phasen (z. B. elementare Metallelektroden) und flüssiges Lösungsmittelwasser besitzen per Definition die thermodynamische Aktivität 1 und fließen vereinfachend mit dem Wert 1 in den Reaktionsquotienten Q ein.

Worin liegt der Unterschied zwischen Zellpotenzial und Halbzellenpotenzial?

Ein Halbzellenpotenzial bezieht sich auf eine einzelne Redox-Elektrode im Vergleich zur Standard-Wasserstoffelektrode. Das Zellpotenzial (EMK) ist die Differenz zwischen dem Kathoden- und dem Anodenpotenzial einer galvanischen Zelle.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem externen Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Nernst-Gleichung-Rechner laufen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser ab. Es werden keinerlei Messwerte oder Eingaben an Server übertragen.