Opioid-Umrechner

Nutzen Sie den Opioid-Umrechner zur Berechnung von Morphinäquivalent (OME) und Zieldosen bei der Opioidrotation in der Schmerztherapie nach Richtwerten.

921.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Opioid-Umrechner

Der Opioid-Umrechner dient medizinischem Fachpersonal in der Schmerztherapie, Palliativmedizin und Onkologie als Orientierungshilfe beim Wechsel von einem Schmerzmittel auf ein anderes (Opioidrotation). Er ermöglicht den schnellen Vergleich zwischen unterschiedlichen Wirkstoffen auf Basis des oralen Morphinäquivalents (OME).

  1. Ausgangsopioid festlegen — Wählen Sie im Opioid-Umrechner das aktuell verabreichte Schmerzmittel aus der Liste (z. B. Morphin, Oxycodon, Hydromorphon, Tramadol oder Fentanyl-Pflaster).
  2. Zielopioid bestimmen — Selektieren Sie das gewünschte Zielmedikament, auf welches die Schmerztherapie umgestellt werden soll.
  3. Aktuelle Tagesdosis eingeben — Tragen Sie die bisherige 24-Stunden-Gesamtdosis des Ausgangspräparats in Milligramm (mg) bzw. bei Fentanyl-Pflastern die Stärke in mcg/h ein.
  4. Äquivalenzdosis ablesen — Der Opioid-Umrechner ermittelt in Echtzeit die rechnerische Zieldosis sowie die zugrunde gelegten Umrechnungsfaktoren beider Substanzen.
  5. Klinische Dosisreduktion berücksichtigen — Wenden Sie auf das Ergebnis des Opioid-Umrechner stets den notwendigen Sicherheitsabzug (in der Regel 30 % bis 50 %) für eine inkomplette Kreuztoleranz an.

Formeln & mathematische Grundlagen der Opioid-Umrechnung

Der Opioid-Umrechner verwendet ein Verhältnismodell über die relative analgetische Wirkstärke bezogen auf orales Morphin:

Zieldosis = Aktuelle Dosis × (Faktor Ausgangsopioid ÷ Faktor Zielopioid)

Berechnungsschritte im Detail

  1. Umrechnung in orales Morphinäquivalent (OME): $$\text{OME (mg/Tag)} = \text{Aktuelle Dosis} \times \text{Faktor}_{\text{Ausgang}}$$
  2. Umrechnung in die Zieldosis: $$\text{Zieldosis (mg/Tag)} = \frac{\text{OME (mg/Tag)}}{\text{Faktor}_{\text{Ziel}}}$$

Durch dieses zweistufige Verhältnisverfahren stellt der Opioid-Umrechner sicher, dass alle Berechnungen mathematisch konsistent und reproduzierbar bleiben.

Äquivalenztabelle gängiger Opioide & Faktoren

Die folgende Tabelle zeigt die im Opioid-Umrechner hinterlegten relativen Äquivalenzfaktoren im Vergleich zu oralem Morphin (Referenzfaktor = 1,0):

Opioid-WirkstoffApplikationsformÄquivalenzfaktor (zu Morphin p.o.)Äquivalente Tagesdosis (Beispiel)
Codeinoral0,15200 mg Codein ≈ 30 mg Morphin
Tramadoloral0,1300 mg Tramadol ≈ 30 mg Morphin
Morphinoral1,030 mg Morphin (Referenzsubstanz)
Hydrocodonoral1,030 mg Hydrocodon ≈ 30 mg Morphin
Oxycodonoral1,5 – 2,015–20 mg Oxycodon ≈ 30 mg Morphin
Hydromorphonoral5,0 – 7,54–6 mg Hydromorphon ≈ 30 mg Morphin
Fentanyl-Pflastertransdermal (mcg/h)ca. 2,4 (Faktor auf mcg/h)25 mcg/h Pflaster ≈ 60 mg Morphin oral/24h

Praxisbeispiel zur Berechnung mit dem Opioid-Umrechner

Ein Patient mit chronischen Tumorschmerzen nimmt aktuell 60 mg Oxycodon oral pro Tag ein. Wegen Nebenwirkungen soll eine Opioidrotation auf Hydromorphon oral erfolgen.

Mithilfe der Berechnungsformel ermittelt der Opioid-Umrechner:

  1. Bestimmung des Morphinäquivalents: $$\text{OME} = 60\text{ mg Oxycodon} \times 1{,}5 = 90\text{ mg Morphin oral}$$
  2. Berechnung der rechnerischen Zieldosis: $$\text{Hydromorphon-Dosis} = \frac{90\text{ mg}}{7{,}5} = 12\text{ mg Hydromorphon oral/Tag}$$
  3. Klinische Dosisanpassung (Sicherheitsabschlag von 30 %): $$\text{Initialdosis} = 12\text{ mg} \times (1 - 0{,}30) = 8{,}4\text{ mg/Tag (z. B. 4 mg retardiert 1-0-1)}$$

Der Opioid-Umrechner liefert den mathematischen Ausgangswert von 12 mg, von dem aus der behandelnde Arzt die sichere Einstiegsdosis titriert.

Klinische Grundlagen der Opioidrotation & Kreuztoleranz

Bei der praktischen Nutzung der Ergebnisse aus dem Opioid-Umrechner müssen zentrale pharmakologische Prinzipien beachtet werden:

  • Inkomplette Kreuztoleranz: Wenn ein Patient an ein bestimmtes Opioid gewöhnt ist, besteht gegenüber einem neuen Wirkstoff keine vollständige Toleranz. Die Rezeptoren reagieren oft unerwartet sensibel. Daher wird die im Opioid-Umrechner errechnete Dosis standardmäßig um 30 % bis 50 % reduziert.
  • Organfunktionen (Niere und Leber): Bei eingeschränkter Nierenfunktion kumulieren aktive Metabolite (z. B. Morphin-6-Glukuronid). Hier sind Substanzen wie Hydromorphon oder transdermales Fentanyl oft vorteilhafter.
  • Retardpräparate vs. Akutmedikation: Die berechnete Tagesdosis wird auf retardierte Arzneiformen verteilt (z. B. 12-Stunden-Intervall). Für Schmerzspitzen sollte zusätzlich eine unretardierte Bedarfsmedikation bereitstehen.

Typische Anwendungsbereiche für den Opioid-Umrechner

Der Opioid-Umrechner eignet sich für zahlreiche klinische und didaktische Situationen:

  • Schmerztherapie & Palliativstationen: Schnelle Orientierung bei unzureichender Schmerzkontrolle oder intolerablen Nebenwirkungen eines Opioids.
  • Klinischer Alltag & Visite: Verlässliche Überprüfung von Dosierungsüberlegungen vor der ärztlichen Verordnung.
  • Medizinische Ausbildung: Veranschaulichung der Wirkstärkenunterschiede zwischen schwachen (WHO-Stufe II) und starken Opioiden (WHO-Stufe III).
  • Interdisziplinäre Abstimmung: Einheitliche Kommunikationsgrundlage zwischen Pflegekräften, Apothekern und Schmerzmedizinern.

Häufige Fragen zu Opioid-Umrechner

Was berechnet der Opioid-Umrechner?

Der Opioid-Umrechner schätzt die äquianalgetische Dosis beim Wechsel zwischen verschiedenen Opioiden (Opioidrotation) anhand etablierter Umrechnungsfaktoren und berechnet das Morphinäquivalent (OME).

Berücksichtigt der Opioid-Umrechner eine inkomplette Kreuztoleranz?

Nein. Der Rechner liefert rein mathematische Äquivalenzwerte. In der klinischen Praxis wird bei einer Opioidrotation in der Regel eine Sicherheitsdosisreduktion um 30 % bis 50 % empfohlen.

Was bedeutet Oral Morphine Equivalent (OME)?

Das orale Morphinäquivalent (OME) oder Morphin-Äquivalentdosis (MED/MME) dient als klinischer Referenzstandard, um die relative Wirkstärke unterschiedlicher Opioide auf orales Morphin zu normieren.

Warum weichen Umrechnungsfaktoren in verschiedenen Tabellen voneinander ab?

Äquianalgetische Tabellen basieren auf empirischen Studien und Leitlinien, die leicht unterschiedliche Bioverfügbarkeiten, Patientenpopulationen und Applikationsformen zugrunde legen.

Wie wird bei Durchbruchschmerzen dosiert?

Für Bedarfsmedikation bei Durchbruchschmerzspitzen wird üblicherweise ein schnell wirksames Opioid in einer Dosis von etwa 1/6 bis 1/10 der gesamten 24-Stunden-Basismetall-Dosis verordnet.

Werden eingegebene Patientendaten gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Opioid-Umrechner erfolgen ausschließlich lokal in Ihrem Browser; es werden keinerlei Daten übertragen oder gespeichert.