Raoult-Gesetz-Rechner

Raoult-Gesetz-Rechner: Berechnen Sie den Gesamtdampfdruck, die Partialdrücke und Stoffmengenanteile idealer Mischungen präzise nach dem Raoultschen Gesetz.

868.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-04-30 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Raoult-Gesetz-Rechner

Der Raoult-Gesetz-Rechner ermöglicht die präzise Bestimmung des Dampfdrucks und der Phasenzusammensetzung für ideale flüssige Mehrkomponentensysteme. Egal ob für thermodynamische Berechnungen im Chemiestudium oder verfahrenstechnische Abschätzungen: Mit dem Raoult-Gesetz-Rechner analysieren Sie Gemische schnell und transparent.

  1. Komponenten eingeben — Tragen Sie für jede Substanz den Namen, die Stoffmenge in Mol sowie den Sättigungsdampfdruck der reinen Komponente ein (eine Zeile pro Stoff, getrennt durch Kommas).
  2. Einheiten einheitlich wählen — Achten Sie darauf, dass alle Dampfdrücke in derselben Maßeinheit (beispielsweise $\text{hPa}$, $\text{kPa}$, $\text{mmHg}$ oder $\text{bar}$) angegeben werden.
  3. Ergebnisse in Echtzeit ablesen — Der Raoult-Gesetz-Rechner ermittelt unmittelbar den Stoffmengenanteil jeder Komponente, die jeweiligen Partialdrücke in der Dampfphase und den resultierenden Gesamtdampfdruck.

Da der Raoult-Gesetz-Rechner direkt im Webbrowser ausgeführt wird, können Sie Stoffmengen oder Druckparameter variieren und die unmittelbare Auswirkung auf das Dampf-Flüssigkeits-Gleichgewicht studieren.

Formeln & thermodynamische Grundlagen im Raoult-Gesetz-Rechner

Das von François-Marie Raoult formulierte Gesetz besagt, dass der Partialdampfdruck einer Komponente in einer idealen Lösung proportional zu ihrem Molenbruch in der flüssigen Phase ist. Der Raoult-Gesetz-Rechner nutzt folgende Grundgleichungen:

Stoffmengenanteil: x_i = n_i / n_gesamt
Partialdruck:      p_i = x_i * p_i_rein
Gesamtdruck:       p_ges = sum(p_i)

1. Berechnung des Stoffmengenanteils (Molenbruch)

Zunächst summiert das Tool alle Stoffmengen $n_i$ zur Gesamtstoffmenge $n_{\text{ges}} = \sum n_i$. Der Molenbruch $x_i$ ergibt sich als:

$$x_i = \frac{n_i}{n_{\text{ges}}}$$

2. Bestimmung der Partialdrücke nach Raoult

Für jede flüchtige Komponente $i$ wird der Partialdruck $p_i$ berechnet aus dem Produkt des Stoffmengenanteils $x_i$ und dem Dampfdruck der reinen Substanz $p_i^0$ bei der gegebenen Temperatur:

$$p_i = x_i \cdot p_i^0$$

3. Gesamtdampfdruck nach dem Daltonschen Gesetz

Nach dem Daltonschen Gesetz der Partialdrücke entspricht der Gesamtdampfdruck $p_{\text{ges}}$ über der idealen Lösung der Summe aller Partialdrücke:

$$p_{\text{ges}} = \sum_{i=1}^k p_i = x_1 p_1^0 + x_2 p_2^0 + \dots + x_k p_k^0$$

Praktisches Rechenbeispiel

Eine ideale Mischung besteht aus $2,\text{mol}$ Benzol ($p_{\text{Benzol}}^0 = 95,\text{hPa}$) und $1,\text{mol}$ Toluol ($p_{\text{Toluol}}^0 = 40,\text{hPa}$).

  1. Gesamtstoffmenge: $n_{\text{ges}} = 2,\text{mol} + 1,\text{mol} = 3,\text{mol}$
  2. Stoffmengenanteile: $x_{\text{Benzol}} = \frac{2}{3} \approx 0{,}667$, $x_{\text{Toluol}} = \frac{1}{3} \approx 0{,}333$
  3. Partialdrücke:
    • $p_{\text{Benzol}} = 0{,}6667 \cdot 95,\text{hPa} = 63{,}33,\text{hPa}$
    • $p_{\text{Toluol}} = 0{,}3333 \cdot 40,\text{hPa} = 13{,}33,\text{hPa}$
  4. Gesamtdruck: $p_{\text{ges}} = 63{,}33,\text{hPa} + 13{,}33,\text{hPa} = 76{,}67,\text{hPa}$

Dampfdruckerniedrigung und kolligative Eigenschaften

Wird ein nicht-flüchtiger Stoff (z. B. Kochsalz oder Saccharose) in einem flüchtigen Lösungsmittel gelöst, sinkt der Stoffmengenanteil des Lösungsmittels ($x_L < 1$). Dadurch verringert sich dessen Dampfdruck im Vergleich zum reinen Lösungsmittel. Diese Dampfdruckerniedrigung ist eine fundamentale kolligative Eigenschaft und bildet die theoretische Basis für die Siedepunkterhöhung und die Gefrierpunkterniedrigung von Lösungen.

Gültigkeitsgrenzen: Ideale vs. reale Gemische

Das Raoultsche Gesetz gilt exakt für ideale Mischungen, bei denen die zwischenmolekularen Anziehungskräfte zwischen ungleichen Molekülen identisch mit denen zwischen gleichen Molekülen sind. Bei realen Systemen mit ausgeprägten intermolekularen Wechselwirkungen (z. B. Wasser-Ethanol mit Wasserstoffbrücken oder Aceton-Chloroform) treten positive bzw. negative Abweichungen auf, die in weiterführenden thermodynamischen Modellen über Aktivitätskoeffizienten $\gamma_i$ ($p_i = x_i \cdot \gamma_i \cdot p_i^0$) beschrieben werden.

Anwendungsbereiche für den Raoult-Gesetz-Rechner

Der Raoult-Gesetz-Rechner unterstützt Sie in Ausbildung, Forschung und industrieller Praxis:

  • Physikalische Chemie & Thermodynamik — Anschauliche Vermittlung von Phasendiagrammen, Raoult-Diagrammen und Dampf-Flüssigkeits-Gleichgewichten (VLE) in Schule und Hochschule.
  • Thermische Verfahrenstechnik & Destillation — Schnelle Abschätzung von relativer Flüchtigkeit und Trennbarkeit flüssiger Stoffgemische in Rektifikationskolonnen.
  • Chemisches Labor & Arbeitssicherheit — Vorab-Kalkulation von Dampfdrücken und Lösungsmittelverdampfungen zur Risikobeurteilung beim Umgang mit flüchtigen Gemischen (VOCs).
  • Umwelt- und Verfahrensanalytik — Modellierung von Ausgasungsprozessen organischer Komponenten aus wässrigen oder nichtwässrigen Lösungen.

Häufige Fragen zu Raoult-Gesetz-Rechner

Was berechnet der Raoult-Gesetz-Rechner?

Der Raoult-Gesetz-Rechner ermittelt die Stoffmengenanteile (Molenbrüche) aller Komponenten, deren individuelle Partialdrücke in der Gasphase sowie den gesamten Dampfdruck einer idealen Mischung.

Wie lautet die mathematische Formel für das Raoultsche Gesetz?

Für jede flüchtige Komponente gilt p_i = x_i * p_i^0, wobei p_i der Partialdruck, x_i der Stoffmengenanteil in der flüssigen Phase und p_i^0 der Dampfdruck des reinen Stoffs bei der jeweiligen Temperatur ist. Der Gesamtdruck ergibt sich aus der Summe aller Partialdrücke.

Wann ist eine Mischung ideal und wann gilt das Raoultsche Gesetz?

Das Gesetz gilt exakt für ideale Lösungen, bei denen die zwischenmolekularen Anziehungskräfte der verschiedenen Komponenten nahezu identisch sind (z. B. Benzol und Toluol). Bei stark wechselwirkenden Gemischen treten reale Abweichungen auf.

Was versteht man unter der Dampfdruckerniedrigung?

Wird ein nicht-flüchtiger Stoff (z. B. Salz oder Zucker) in einem Lösungsmittel gelöst, sinkt dessen Stoffmengenanteil und damit auch sein Dampfdruck. Dies ist eine kolligative Eigenschaft, die auch zur Siedepunkterhöhung und Gefrierpunkterniedrigung führt.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im Raoult-Gesetz-Rechner finden vollständig lokal in Ihrem Webbrowser statt; es werden keinerlei Daten übertragen.