Rockwell-Härte-Umrechner

Online-Rockwell-Härte-Umrechner: Härtewerte zwischen HRC, HRB, Vickers HV, Brinell HB und Zugfestigkeit nach DIN EN ISO 18265 präzise und normnah umrechnen.

941.3K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-09 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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Anleitung: So nutzen Sie den Rockwell-Härte-Umrechner

Der Rockwell-Härte-Umrechner ermöglicht Ihnen den schnellen und zuverlässigen Härtevergleich zwischen unterschiedlichen Härteskalen sowie der Zugfestigkeit. Folgen Sie diesen Schritten für eine präzise Umwertung:

  1. Ausgangsskala wählen: Selektieren Sie im oberen Auswahlfeld das Prüfverfahren Ihres gemessenen Werts (z. B. Rockwell HRC, Rockwell HRB oder Rockwell HRA).
  2. Härtewert eingeben: Tragen Sie den gemessenen Zahlenwert in das Eingabefeld ein.
  3. Zielskala festlegen: Bestimmen Sie die gewünschte Zielgröße (z. B. Vickers HV, Brinell HB, Shore HS, eine alternative Rockwell-Skala oder Zugfestigkeit in MPa).
  4. Werkstoffgruppe anpassen: Wählen Sie die passende Werkstoffkategorie (z. B. unlegierter/niedriglegierter Stahl, Gusseisen oder Nichteisenmetall), um die zugrundeliegende Umwertungsbasis zu berücksichtigen.
  5. Ergebnis und Zwischenschritte prüfen: Das Berechnungstool zeigt sofort den umgerechneten Hauptwert sowie die korrespondierenden Werte aller weiteren Skalen in der Detailübersicht an.

Dank der transparenten Darstellung können Sie mit dem Rockwell-Härte-Umrechner verschiedene Werkstoffzustände direkt vergleichen und rechnerische Nachweise plausibilisieren.

Formeln & Methodik im Rockwell-Härte-Umrechner

Da es keine universelle physikalische Fundamentalformel gibt, die alle Härteprüfverfahren direkt miteinander verknüpft, basiert der Rockwell-Härte-Umrechner auf den genormten Umwertungstabellen der DIN EN ISO 18265 (früher DIN 50150) und ASTM E140.

Lineare Interpolation zwischen benachbarten Stützstellen der Referenztabelle:
y = y1 + ((y2 - y1) / (x2 - x1)) * (x - x1)

Hierbei bedeuten:

  • x: Eingegebener Härtewert der Ausgangsskala
  • x1, x2: Nächstgelegener unterer bzw. oberer Tabellenwert der Ausgangsskala
  • y1, y2: Zugehörige Werte der Zielskala in der DIN EN ISO 18265 Referenztabelle
  • y: Berechneter Zielwert der gewünschten Zielskala

Der Rockwell-Härte-Umrechner führt diesen Interpolationsschritt simultan für alle relevanten Zielskalen durch, sodass Sie neben dem Primärwert stets eine vollständige Übersicht über Vickers, Brinell, Rockwell und Zugfestigkeit erhalten.

Übersicht der Härteprüfverfahren

Um die Ergebnisse aus dem Rockwell-Härte-Umrechner optimal zu interpretieren, ist ein grundlegendes Verständnis der wichtigsten Härtemessverfahren hilfreich:

1. Rockwell-Härteprüfung (DIN EN ISO 6508-1)

Das Rockwell-Verfahren misst die bleibende Eindringtiefe eines Prüfkörpers unter definierter Vor- und Zusatzkraft:

  • HRC (Rockwell C): Diamantkegel mit 120° Spitzenwinkel und 150 kgf (1471 N) Gesamtkraft. Standard für gehärtete Stähle im Bereich 20 bis 70 HRC.
  • HRB (Rockwell B): Hartmetallkugel mit 1/16 Zoll Durchmesser und 100 kgf (980,7 N) Gesamtkraft. Typisch für weichere Stähle, Aluminium und Kupferlegierungen (ca. 0 bis 100 HRB).
  • HRA (Rockwell A): Diamantkegel mit 60 kgf (588,4 N) Gesamtkraft. Geeignet für dünne Randschichten und Hartmetalle.

2. Vickers-Härteprüfung (DIN EN ISO 6507-1)

Die Vickers-Prüfung nutzt eine vierseitige Diamantpyramide mit einem Spitzenwinkel von 136°. Die Härte errechnet sich aus Prüfkraft und der optisch vermessenen Eindruckdiagonale:

HV = 0,1891 * (F / d²)

Vickers deckt den gesamten Härtebereich vom weichen Aluminium bis zum hochfesten Werkzeugstahl nahtlos ab.

3. Brinell-Härteprüfung (DIN EN ISO 6506-1)

Bei der Brinell-Prüfung wird eine Hartmetallkugel (HBW) mit definierter Prüfkraft in den Werkstoff gedrückt. Das Verfahren eignet sich hervorragend für grob strukturierte, inhomogene Gefüge wie Gusseisen oder Schmiedestücke.

4. Abschätzung der Zugfestigkeit (Rm)

Für unlegierte und vergütete Baustähle existiert eine praxiserprobte Näherung zwischen Vickers- bzw. Brinellhärte und der Zugfestigkeit Rm in MPa (N/mm²):

Rm ≈ 3,2 bis 3,5 * HBW (für Baustahl)

Die Härteumwertung greift hierbei auf die exakten Stützstellen der DIN EN ISO 18265 Tabelle A.1 zurück, um materialspezifische Abweichungen zu minimieren.

Typische Anwendungsbereiche

Im technischen Alltag erweist sich der Rockwell-Härte-Umrechner in zahlreichen Disziplinen als wertvolles Werkzeug:

  • Härterei und Wärmebehandlung: Schnelle Kontrolle, ob Soll-Härtewerte (z. B. 58–62 HRC bei Einsatzhärtung) den Kundenvorgaben in Vickers (HV) entsprechen.
  • Qualitätskontrolle & Wareneingang: Abgleich von Werkszeugnissen (z. B. nach EN 10204 3.1) mit betriebseigenen Prüfeinrichtungen.
  • Konstruktion und Maschinenbau: Schnelle Abschätzung der Zugfestigkeit bei Reparaturstählen oder unbekannten Altwerkstoffen.
  • Ausbildung und Studium: Veranschaulichung der Zusammenhänge zwischen Tiefen- und optischen Eindruckmessverfahren.

Wichtige Praxishinweise und Grenzen

Obwohl der Rockwell-Härte-Umrechner präzise Interpolationen liefert, sind bei der Bewertung folgende Punkte zu beachten:

  • Empirischer Charakter: Härte ist keine grundlegende physikalische Zustandsgröße wie Masse oder Länge, sondern ein komplexer Verformungswiderstand.
  • Bereichsgrenzen: Liegt ein Eingabewert außerhalb der normierten Tabellenbereiche, weist das System auf den Status „Außerhalb des Bereichs“ hin.
  • Normtreue Nachweise: Für sicherheitsrelevante Bauteile (z. B. Luftfahrt, Druckbehälterbau) sind rechnerische Umwertungen durch reale Prüfungen im geforderten Verfahren zu verifizieren.

Häufige Fragen zu Rockwell-Härte-Umrechner

Wie rechnet der Rockwell-Härte-Umrechner Werte zwischen HRC, HV und HB um?

Der Rockwell-Härte-Umrechner nutzt standardisierte Referenztabellen gemäß DIN EN ISO 18265 und ASTM E140. Zwischen den diskreten Stützstellen führt das Tool eine lineare Interpolation durch, um präzise Zwischenwerte für HRC, HRB, HV, HB und Zugfestigkeit zu ermitteln.

Wann ist eine Härteumrechnung normgerecht zulässig?

Eine rechnerische Härteumwertung dient vor allem der schnellen Orientierung, Fertigungsplanung und Werkstoffauswahl. Für verbindliche Abnahmeprüfungen und Sicherheitsnachweise fordert die Norm DIN EN ISO 18265 in der Regel die direkte Härteprüfung im geforderten Verfahren.

Wie lässt sich die Härte HRC in Zugfestigkeit (MPa bzw. N/mm²) umrechnen?

Für unlegierte und niedriglegierte Stähle besteht ein empirischer Zusammenhang zwischen Härtewerten und Zugfestigkeit (Rm). Der Rockwell-Härte-Umrechner berechnet aus dem HRC- bzw. HV-Wert über normierte Vergleichstabellen die entsprechende Zugfestigkeit in Megapascal (MPa).

Warum weichen umgerechnete Härtewerte manchmal von realen Messungen ab?

Verschiedene Prüfverfahren nutzen unterschiedliche Eindringkörper (Diamantkegel bei Rockwell C, Hartmetallkugel bei Brinell, Pyramide bei Vickers) und Prüfkräfte. Kaltverfestigung, Eigenspannungen und Werkstoffgefüge beeinflussen die Verfahren unterschiedlich.

Was unterscheidet die Rockwell-Skalen HRC, HRB und HRA?

HRC (Rockwell C) nutzt einen Diamantkegel mit 150 kgf Prüfkraft für gehärtete Stähle. HRB verwendet eine Kugel mit 100 kgf für weichere Metalle wie Messing oder Baustahl. HRA nutzt den Diamantkegel mit nur 60 kgf für dünne Schichten oder Hartmetalle.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Rockwell-Härte-Umrechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser; es werden keinerlei Daten übertragen oder gespeichert.