Sensitivität-Spezifität-Rechner

Mit dem Sensitivität-Spezifität-Rechner ermitteln Sie Sensitivität, Spezifität, PPV, NPV und Trefferquote anhand der 2x2-Vierfeldertafel schnell und präzise.

820.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-07 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Sensitivität-Spezifität-Rechner

Der Sensitivität-Spezifität-Rechner ermöglicht eine präzise statistische Auswertung diagnostischer Tests, Screening-Verfahren und Klassifikationsmodelle anhand einer klassischen 2x2-Vierfeldertafel. Geben Sie einfach die beobachteten Fallzahlen in die entsprechenden Felder ein:

  1. Richtig positiv (TP): Anzahl der erkrankten oder positiven Personen, bei denen der Test korrekt positiv angeschlagen hat.
  2. Falsch negativ (FN): Anzahl der erkrankten Personen, die fälschlicherweise ein negatives Testergebnis erhalten haben (übersehene Fälle).
  3. Richtig negativ (TN): Anzahl der gesunden oder negativen Personen, bei denen der Test korrekt negativ ausgefallen ist.
  4. Falsch positiv (FP): Anzahl der gesunden Personen, bei denen der Test fälschlicherweise ein positives Ergebnis angezeigt hat (Fehlalarme).

Der Sensitivität-Spezifität-Rechner berechnet daraufhin in Echtzeit alle maßgeblichen Kennzahlen wie Sensitivität, Spezifität, Genauigkeit (Accuracy), den positiven Vorhersagewert (PPV) sowie den negativen Vorhersagewert (NPV).

Aufbau der 2x2-Vierfeldertafel in der Diagnostik

In der medizinischen Biometrie und Epidemiologie bildet die 2x2-Kontingenztafel (Vierfeldertafel) das Fundament zur Validierung diagnostischer Methoden gegenüber einem anerkannten Goldstandard:

Testergebnis / RealitätZustand positiv (Krank)Zustand negativ (Gesund)Summe
Test positiv (+)Richtig Positiv (TP)Falsch Positiv (FP)Alle Test-Positiven (TP + FP)
Test negativ (-)Falsch Negativ (FN)Richtig Negativ (TN)Alle Test-Negativen (FN + TN)
GesamtsummeAlle Kranken (TP + FN)Alle Gesunden (FP + TN)Gesamtstichprobe ($N$)

Mithilfe dieser Systematik trennt der Sensitivität-Spezifität-Rechner klar zwischen testspezifischen Kenngrößen und populationsabhängigen Vorhersagewerten.

Mathematische Formeln & Gütekriterien

Der Sensitivität-Spezifität-Rechner nutzt etablierte biostatistische Formeln zur Bestimmung der diagnostischen Testgüte:

1. Sensitivität (Richtig-Positiv-Rate / Recall)

Die Sensitivität gibt den Prozentsatz tatsächlich erkrankter Personen an, die durch das Verfahren korrekt als krank erkannt werden: $$\text{Sensitivität} = \frac{\text{TP}}{\text{TP} + \text{FN}}$$

2. Spezifität (Richtig-Negativ-Rate)

Die Spezifität beziffert den Anteil gesunder Personen, die vom Test fehlerfrei als gesund identifiziert werden: $$\text{Spezifität} = \frac{\text{TN}}{\text{TN} + \text{FP}}$$

3. Positiver Vorhersagewert (PPV)

Der positive Vorhersagewert beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mit positivem Testergebnis tatsächlich erkrankt ist: $$\text{PPV} = \frac{\text{TP}}{\text{TP} + \text{FP}}$$

4. Negativer Vorhersagewert (NPV)

Der negative Vorhersagewert gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass eine Person mit negativem Befund tatsächlich gesund ist: $$\text{NPV} = \frac{\text{TN}}{\text{TN} + \text{FN}}$$

5. Gesamtgenauigkeit & Fehlerraten

  • Gesamtgenauigkeit (Accuracy): $\text{Genauigkeit} = \frac{\text{TP} + \text{TN}}{\text{TP} + \text{TN} + \text{FP} + \text{FN}}$
  • Falsch-Positiv-Rate (FPR): $\text{FPR} = \frac{\text{FP}}{\text{FP} + \text{TN}} = 1 - \text{Spezifität}$
  • Falsch-Negativ-Rate (FNR): $\text{FNR} = \frac{\text{FN}}{\text{FN} + \text{TP}} = 1 - \text{Sensitivität}$

Praxisbeispiel: Validierung eines Schnelltests

In einer klinischen Evaluierungsstudie wird ein neuer diagnostischer Schnelltest an $N = 200$ Probanden untersucht:

  • $\text{TP} = 80$, $\text{FN} = 20$ (insgesamt 100 Erkrankte)
  • $\text{TN} = 90$, $\text{FP} = 10$ (insgesamt 100 Nicht-Erkrankte)

Wird diese Stichprobe im Sensitivität-Spezifität-Rechner ausgewertet, ergeben sich folgende Ergebnisse:

  • Sensitivität: $\frac{80}{80 + 20} = 80{,}0%$
  • Spezifität: $\frac{90}{90 + 10} = 90{,}0%$
  • Positiver Vorhersagewert (PPV): $\frac{80}{80 + 10} = 88{,}89%$
  • Negativer Vorhersagewert (NPV): $\frac{90}{90 + 20} = 81{,}82%$
  • Genauigkeit: $\frac{80 + 90}{200} = 85{,}0%$

Klinische Relevanz: Screening versus Bestätigungsdiagnostik

In der praktischen Anwendung liefert der Sensitivität-Spezifität-Rechner wichtige Entscheidungshilfen für unterschiedliche medizinische und statistische Fragestellungen:

  • Screening-Untersuchungen (SnNOut): Für Reihenuntersuchungen werden Tests mit hoher Sensitivität bevorzugt. Ein negatives Ergebnis schließt die Erkrankung mit hoher Sicherheit aus (Sensitivity Negative Rules Out), sodass möglichst keine Fälle unentdeckt bleiben.
  • Bestätigungstests (SpPIn): Zur Verifizierung eines Verdachts ist eine hohe Spezifität entscheidend. Ein positives Ergebnis sichert die Diagnose verlässlich ab (Specificity Positive Rules In) und verhindert unnötige Folgeeingriffe.
  • Einfluss der Prävalenz: Während Sensitivität und Spezifität unveränderliche Merkmale des Messverfahrens sind, variieren PPV und NPV mit der Häufigkeit der Erkrankung (Vortestwahrscheinlichkeit) in der untersuchten Kohorte.

Nutzen Sie den Sensitivität-Spezifität-Rechner, um labormedizinische Befunde, epidemiologische Studien oder maschinelle Klassifikatoren schnell und transparent zu validieren.

Häufige Fragen zu Sensitivität-Spezifität-Rechner

Was ist der Unterschied zwischen Sensitivität und Spezifität?

Die Sensitivität gibt an, wie zuverlässig ein Test tatsächlich erkrankte Personen als krank identifiziert (Richtig-Positiv-Rate). Die Spezifität misst hingegen, wie zuverlässig gesunde Personen als gesund erkannt werden (Richtig-Negativ-Rate).

Warum hängen PPV und NPV von der Krankheitsprävalenz ab?

Während Sensitivität und Spezifität feste Eigenschaften des Testverfahrens sind, hängen der positive (PPV) und negative Vorhersagewert (NPV) stark von der Häufigkeit der Erkrankung in der untersuchten Population ab. Bei seltenen Erkrankungen sinkt der PPV trotz hoher Spezifität.

Was bedeuten die Merkhilfen SnNOut und SpPIn?

SnNOut bedeutet: Ein Test mit hoher Sensitivität schließt bei negativem Befund die Erkrankung sicher aus (Sensitivity Negative Rules Out). SpPIn bedeutet: Ein Test mit hoher Spezifität sichert bei positivem Befund die Diagnose ab (Specificity Positive Rules In).

Welche Werte werden für die 2x2-Vierfeldertafel benötigt?

Sie benötigen vier absolute Häufigkeiten: Richtig-positiv (TP), Falsch-negativ (FN), Richtig-negativ (TN) und Falsch-positiv (FP) im Vergleich zu einem Referenzstandard (Goldstandard).

Werden meine eingegebenen medizinischen Testdaten gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Sensitivität-Spezifität-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser; es werden keinerlei Daten an einen Server übermittelt oder gespeichert.