TI-RADS-Rechner

Mit dem TI-RADS-Rechner bestimmen Sie den ACR TI-RADS Score für Schilddrüsenknoten per Ultraschall. Ermitteln Sie Malignitätsrisiko und FNP-Indikation schnell.

848.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den TI-RADS-Rechner

Der TI-RADS-Rechner ermöglicht Klinikern, Radiologen und medizinischem Fachpersonal eine strukturierte sonographische Risikostratifizierung von Schilddrüsenknoten. Wählen Sie in den Eingabefeldern die im Ultraschall erhobenen Kriterien aus:

  1. Knotenform festlegen – Bestimmen Sie, ob der Knoten eine reguläre oder irreguläre äußere Kontur aufweist.
  2. Randbegrenzung wählen – Selektieren Sie, ob die Ränder scharf begrenzt, unscharf oder mikrolobuliert bzw. irregulär sind.
  3. Echogenität einstufen – Wählen Sie zwischen hyper-/isoechogen, gemischt, hypoechogen (echoarm) oder stark hypoechogen.
  4. Verkalkungsmuster erfassen – Geben Sie an, ob Makroverkalkungen, randständige Randschalen oder suspekte Mikroverkalkungen vorliegen.
  5. Höhen-Breiten-Verhältnis prüfen – Prüfen Sie im Querschnitt, ob der Knoten höher als breit ist (taller-than-wide).
  6. Ergebnis auswerten – Die Anwendung summiert alle Kriterienpunkte auf und zeigt Ihnen die passende Risikokategorie (TR1 bis TR5).

Formel und Klassifikationssystem des TI-RADS-Rechners

Die Berechnung im TI-RADS-Rechner basiert auf dem standardisierten Punktesystem des American College of Radiology (ACR TI-RADS):

$$\text{TI-RADS-Score} = \sum \text{Punkte der fünf sonographischen Kriterien}$$

Jedem Ultraschallmerkmal ist im Befundungsschema eine feste Punktzahl zugeordnet:

Sonographische KategorieUltraschallkriteriumVergebene Punkte
Zusammensetzung & FormZystisch / regulär spongiform
Gemischt / regulär
Solide / irregulär
0 Punkte
1 Punkt
2 Punkte
EchogenitätAnekchoisch / echofrei
Hyper-/isoechogen
Hypoechogen (echoarm)
Stark hypoechogen
0 Punkte
1 Punkt
2 Punkte
3 Punkte
KnotenränderGlatt / scharf begrenzt
Unscharf abgegrenzt
Gelappt (lobuliert) / irregulär
0 Punkte
0 Punkte
2 Punkte
Höhen-Breiten-VerhältnisBreiter als hoch (oder gleich)
Höher als breit (taller-than-wide)
0 Punkte
3 Punkte
Echogene FokusseKeine Verkalkungen
Große Makroverkalkungen
Randständige Verkalkung (Rim)
Punktförmige Mikroverkalkungen
0 Punkte
1 Punkt
2 Punkte
3 Punkte

Risikokategorien und Malignitätswahrscheinlichkeit

Anhand der ermittelten Gesamtpunktzahl ordnet der TI-RADS-Rechner den Knoten in eine von fünf Risikoklassen ein:

KategorieBezeichnungGesamtpunkteGeschätztes MalignitätsrisikoEmpfohlenes Vorgehen
TR1Benigne (gutartig)0 Punkte$< 2,%$Keine FNP oder Verlaufskontrolle nötig
TR2Nicht suspekt2 Punkte$< 2,%$Keine Feinnadelpunktion erforderlich
TR3Geringgradig suspekt3 Punkteca. $5,%$FNP ab $\ge 2{,}5\text{ cm}$; Kontrolle ab $\ge 1{,}5\text{ cm}$
TR4Mäßig suspekt4 – 6 Punkte$5,% \text{ bis } 20,%$FNP ab $\ge 1{,}5\text{ cm}$; Kontrolle ab $\ge 1{,}0\text{ cm}$
TR5Hochgradig suspekt$\ge 7$ Punkte$> 20,%$ (bis zu $50,%$)FNP ab $\ge 1{,}0\text{ cm}$; Kontrolle ab $\ge 0{,}5\text{ cm}$

Praxisbeispiel zur Auswertung mit dem TI-RADS-Rechner

Eine 52-jährige Patientin stellt sich zur Schilddrüsensonographie vor. Im rechten Schilddrüsenlappen zeigt sich ein $1{,}8\text{ cm}$ großer Knoten mit folgenden Merkmalen:

  • Zusammensetzung / Form: Solide, irregulär $\rightarrow 2\text{ Punkte}$
  • Echogenität: Hypoechogen (echoarm) $\rightarrow 2\text{ Punkte}$
  • Randbegrenzung: Scharf begrenzt $\rightarrow 0\text{ Punkte}$
  • Höhen-Breiten-Verhältnis: Breiter als hoch $\rightarrow 0\text{ Punkte}$
  • Echogene Fokusse: Mikroverkalkungen vorhanden $\rightarrow 3\text{ Punkte}$

Eingesetzt in den TI-RADS-Rechner ergibt sich folgende Gesamtpunktzahl:

$$\text{Gesamtpunkte} = 2 + 2 + 0 + 0 + 3 = 7\text{ Punkte}$$

Das ermittelte Ergebnis lautet TR5 (Hochgradig suspekt). Da der Knoten mit $1{,}8\text{ cm}$ über dem Schwellenwert von $1{,}0\text{ cm}$ liegt, empfiehlt der klinische Leitfaden eine zytologische Abklärung mittels Feinnadelpunktion (FNP).

Typische Anwendungsbereiche des TI-RADS-Rechners

Der TI-RADS-Rechner dient verschiedenen Zielgruppen im klinischen und wissenschaftlichen Alltag:

  • Ultraschall-Befundung: Schnelle und fehlerfreie Zuordnung sonographischer Deskriptoren in standardisierte Befundberichte.
  • Vermeidung unnötiger Biopsien: Gezielte Triage, um Patienten mit benignen Befunden invasive Feinnadelpunktionen zu ersparen.
  • Medizinische Ausbildung: Veranschaulichung, wie spezifische Hochrisikomerkmale (z. B. Mikroverkalkungen oder taller-than-wide) die Risikoeinstufung beeinflussen.
  • Interdisziplinäre Kommunikation: Einheitliche Sprache zwischen Radiologen, Nuklearmedizinern, Endokrinologen und Chirurgen.

Grenzen und klinische Hinweise

Obwohl dieser TI-RADS-Rechner eine wertvolle Entscheidungshilfe darstellt, müssen klinische Besonderheiten beachtet werden:

  • Untersucherabhängigkeit: Die Beurteilung sonographischer Merkmale im Ultraschall unterliegt einer gewissen Interobserver-Variabilität.
  • Klinischer Gesamtkontext: Anamnestische Risikofaktoren wie vorangegangene Bestrahlungen der Halsregion oder familiäre Schilddrüsenkarzinome (z. B. medulläres Karzinom, MEN-2) erfordern oft unabhängig vom Score eine Biopsie.
  • Kein Ersatz für Fachdiagnostik: Die Software dient Schulungs- und Dokumentationszwecken und ersetzt nicht die ärztliche Diagnostik oder individuelle Therapieentscheidungen durch Fachärzte.

Häufige Fragen zu TI-RADS-Rechner

Was ist der TI-RADS-Rechner und wofür wird er verwendet?

Der TI-RADS-Rechner ist ein medizinisches Hilfsmittel zur Klassifikation von Schilddrüsenknoten anhand von Ultraschallmerkmalen. Er berechnet die Gesamtpunktzahl nach dem ACR-System, um das Malignitätsrisiko einzuschätzen und Empfehlungen für eine Feinnadelpunktion zu geben.

Ab welcher TI-RADS-Kategorie wird eine Feinnadelpunktion (FNP) empfohlen?

Eine FNP wird in der Regel ab TR3 bei einer Knotengröße von mindestens 2,5 cm, ab TR4 bei mindestens 1,5 cm und ab TR5 bereits ab einer Größe von 1,0 cm empfohlen. Bei TR1 und TR2 ist in der Regel keine Biopsie erforderlich.

Bedeutet ein hoher TI-RADS-Score automatisch Schilddrüsenkrebs?

Nein. Auch in der höchsten Kategorie TR5 liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Bösartigkeit bei etwa 35 bis 50 Prozent. Ein hoher Score begründet lediglich die Notwendigkeit einer feingeweblichen Abklärung per Feinnadelpunktion.

Worin liegt der Unterschied zwischen ACR TI-RADS und EU-TI-RADS?

Das amerikanische ACR TI-RADS vergibt Punkte für Merkmale in fünf Kategorien und addiert diese, während das europäische EU-TI-RADS primär auf einem kategorialen Mustererkennungsmuster mit festen Risikogruppen basiert.

Werden meine eingegebenen Patientendaten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im TI-RADS-Rechner erfolgen vollständig lokal und anonym in Ihrem Webbrowser; es werden keinerlei medizinische Daten übertragen oder dauerhaft gespeichert.