ABI-Rechner

Mit dem ABI-Rechner bestimmen Sie den Knöchel-Arm-Index aus den systolischen Blutdruckwerten. Erkennen Sie Risiken für eine pAVK schnell und zuverlässig.

921.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den ABI-Rechner

Der ABI-Rechner (Knöchel-Arm-Index-Rechner) dient zur präzisen Bestimmung des Ankle-Brachial-Index zur Früherkennung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Für die Berechnung benötigen Sie vier systolische Blutdruckwerte in mmHg:

  1. Systolischen Blutdruck der Arme eingeben – Tragen Sie die gemessenen systolischen Werte für den linken und den rechten Oberarm ein.
  2. Systolischen Blutdruck der Knöchel erfassen – Geben Sie für jedes Bein den jeweils höchsten gemessenen systolischen Knöchelarteriendruck (A. tibialis posterior oder A. dorsalis pedis) ein.
  3. Ergebnis im ABI-Rechner auswerten – Der ABI-Rechner ermittelt automatisch den höheren Armblutdruck als Referenznenner und berechnet den ABI links, den ABI rechts sowie den durchschnittlichen Index.
  4. Befund einordnen – Vergleichen Sie die berechneten Werte mit der medizinischen Klassifikationstabelle, um festzustellen, ob ein unauffälliger Befund, eine arterielle Durchblutungsstörung oder eine Gefäßsteifigkeit vorliegt.

Falls Ihnen nur ein Armblutdruck vorliegt, tragen Sie diesen identisch für beide Arme in den ABI-Rechner ein.

Formel und medizinische Grundlagen des ABI-Rechners

Die mathematische Grundlage im ABI-Rechner basiert auf dem Verhältnis zwischen distalem Knöchelarteriendruck und zentralem Systemdruck am Oberarm:

$$\text{ABI}_{\text{Bein}} = \frac{\text{Höchster systolischer Druck am Knöchel des jeweiligen Beins}}{\max(\text{Systolischer Druck Arm links}, \text{Systolischer Druck Arm rechts})}$$

Warum der höhere Armdruck entscheidend ist

Liegt an einem Arm eine arterielle Einengung vor (beispielsweise eine Stenose der Arteria subclavia), fällt der gemessene Blutdruck an diesem Arm niedriger aus. Würde dieser niedrigere Wert als Nenner gewählt, fiele der Quotient künstlich zu hoch aus und eine Durchblutungsstörung an den Beinen bliebe unentdeckt. Der ABI-Rechner wählt daher nach internationalen gefäßmedizinischen Leitlinien immer das Maximum beider Armwerte als verlässlichen Referenzdruck.

Interpretation der ABI-Werte und Normalwerttabelle

Die Einordnung der Ergebnisse im ABI-Rechner folgt den standardisierten Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) und europäischen Kardiologie-Leitlinien:

ABI-WertMedizinische BewertungKlinische Bedeutung & Maßnahmen
> 1,30 (bzw. > 1,40)Falsch hoch / InkompressibelVerdacht auf Mediasklerose (Gefäßverkalkung), oft bei Diabetes; TBI empfohlen
0,91 – 1,30NormalbefundUnauffällige arterielle Durchblutung der unteren Extremitäten
0,75 – 0,90Leichte pAVKBeginnende Durchblutungsstörung; Lebensstilmodifikation, Risikofaktoren senken
0,50 – 0,74Mittelschwere pAVKDeutliche Claudicatio intermittens („Schaufensterkrankheit“); fachärztliche Abklärung
< 0,50Schwere pAVKKritische Extremitätenischämie, Ruheschmerz oder Nekrosegefahr; dringende Therapie nötig

Praxisbeispiel zur Berechnung mit dem ABI-Rechner

Ein 62-jähriger Patient mit belastungsabhängigen Wadenschmerzen wird gefäßmedizinisch untersucht. Es werden folgende systolische Blutdruckwerte ermittelt:

  • Rechter Arm: $135\text{ mmHg}$
  • Linker Arm: $140\text{ mmHg}$ $\rightarrow$ Höchster Armwert (Nenner) = $140\text{ mmHg}$
  • Rechter Knöchel: $112\text{ mmHg}$
  • Linker Knöchel: $84\text{ mmHg}$

Eingesetzt in den ABI-Rechner ergeben sich:

$$\text{ABI}_{\text{rechts}} = \frac{112}{140} = 0{,}80 \quad (\text{Leichte pAVK})$$

$$\text{ABI}_{\text{links}} = \frac{84}{140} = 0{,}60 \quad (\text{Mittelschwere pAVK})$$

$$\text{ABI}_{\text{Durchschnitt}} = \frac{0{,}80 + 0{,}60}{2} = 0{,}70$$

Der ABI-Rechner verdeutlicht in diesem Beispiel eine beidseitige Durchblutungsstörung mit ausgeprägterem Befund am linken Bein.

Typische Einsatzbereiche und kardiovaskuläre Risikofaktoren

Der ABI-Rechner kommt in verschiedenen klinischen und präventiven Kontexten zum Einsatz:

  • pAVK-Früherkennung: Identifikation von Gefäßverengungen bereits im beschwerdefreien Stadium (Fontaine-Stadium I).
  • Kardiovaskuläres Risikoprofil: Ein erniedrigter ABI gilt als starker unabhängiger Marker für ein erhöhtes Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Diabetes-Vorsorge & diabetisches Fußsyndrom: Überprüfung der arteriellen Durchblutung bei diabetischen Patienten.
  • Wundmanagement & Kompressionstherapie: Vor dem Anlegen starker Kompressionsverbände bei venösen Ulzera muss eine schwere pAVK per ABI ausgeschlossen werden.
  • Verlaufskontrolle: Überprüfung des Therapieerfolgs nach Gefäßeingriffen (z. B. Ballondilatation, Stentimplantation oder Bypass).

Wichtige Hinweise und Grenzen des ABI-Rechners

Damit der ABI-Rechner aussagekräftige Resultate liefert, müssen die Blutdruckwerte unter standardisierten Bedingungen erhoben werden:

  • 10-minütige Ruhephase: Der Patient muss vor der Messung entspannt in Rückenlage verweilen, um kreislaufbedingte Blutdruckschwankungen zu minimieren.
  • Geeignete Messtechnik: Die Knöcheldruckmessung sollte mit einer stiftsförmigen Doppler-Ultraschallsonde (meist 5–8 MHz) durchgeführt werden, da herkömmliche automatische Oszillometer an den Knöchelarterien oft ungenaue Werte liefern.
  • Einschränkung bei Mediasklerose: Bei stark verkalkten Arterienwänden lässt sich die Arterie durch die Manschette nicht komprimieren, was zu falsch hohen Werten führt. In solchen Fällen ist der ABI-Rechner nur eingeschränkt interpretierbar und erfordert alternative Methoden wie den Zehen-Arm-Index (TBI).
  • Haftungsausschluss: Dieser ABI-Rechner dient der medizinischen Ausbildung und Information. Er ersetzt keine klinische Untersuchung, Diagnose oder Therapieempfehlung durch qualifizierte Gefäßspezialisten (Angiologen oder Gefäßchirurgen).

Häufige Fragen zu ABI-Rechner

Warum wird beim ABI der höhere Armblutdruck als Nenner verwendet?

In der Gefäßmedizin wird stets der höhere systolische Druck beider Oberarme als Referenzwert genutzt, um eine Verengung der Armarterien (z. B. Subclavia-Stenose) auszugleichen und den ABI nicht fälschlich zu überschätzen.

Welche Werte im ABI-Rechner gelten als auffällig oder kritisch?

Ein ABI unter 0,90 weist auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) hin, wobei Werte unter 0,50 ein kritisches Stadium anzeigen. Werte über 1,30 sprechen für inkompressible, stark verkalkte Gefäße (Mediasklerose).

Wie läuft die Messung für den ABI-Rechner in der Praxis ab?

Nach 10 Minuten Ruhe in Rückenlage wird mit einer Blutdruckmanschette und einer Ultraschall-Doppler-Sonde der systolische Druck an beiden Oberarmen sowie an den Fußknöchelarterien beider Beine gemessen.

Was tun, wenn der Knöchel-Arm-Index über 1,30 oder 1,40 liegt?

Bei Werten über 1,30 liegt häufig eine Mönckeberg-Mediasklerose vor (häufig bei Diabetes mellitus oder Niereninsuffizienz). Hier sollte zur weiteren Abklärung ein Zehen-Arm-Index (TBI) oder eine Duplexsonographie durchgeführt werden.

Werden meine eingegebenen Blutdruckwerte auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im ABI-Rechner erfolgen vollständig lokal und clientseitig in Ihrem Webbrowser, sodass keinerlei persönliche Gesundheitsdaten übertragen oder gespeichert werden.