Allelfrequenz-Rechner

Berechnen Sie mit dem Allelfrequenz-Rechner Allelhäufigkeiten (p und q) aus Genotyp-Zahlen nach dem Hardy-Weinberg-Gesetz schnell, präzise und zuverlässig.

832.1K Berechnungen Aktualisiert · 2026-04-26 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Allelfrequenz-Rechner

Der Allelfrequenz-Rechner wandelt empirisch erhobene Genotyp-Zahlen in Sekundenschnelle in populationsgenetische Allelhäufigkeiten um. Folgen Sie diesen einfachen Schritten:

  1. Anzahl für Genotyp AA eingeben — Tragen Sie die beobachtete Anzahl homozygot dominanter Individuen (Träger von zwei dominanten Allelen A) in Ihrer Stichprobe ein.
  2. Anzahl für Genotyp Aa eingeben — Geben Sie die Zahl der heterozygoten Individuen (Träger je eines dominanten Allels A und eines rezessiven Allels a) ein.
  3. Anzahl für Genotyp aa eingeben — Erfassen Sie die Anzahl homozygot rezessiver Individuen (Träger von zwei rezessiven Allelen a).
  4. Ergebnisse sofort ablesen — Der Allelfrequenz-Rechner berechnet automatisch die Stichprobengröße $N$, die Frequenzen $p$ und $q$ und führt die Verifizierung $p + q = 1$ durch.

Alle Eingabewerte müssen nicht-negative ganze Zahlen sein, und die Gesamtstichprobengröße muss mindestens 1 betragen.

Formeln & theoretische Grundlagen der Allelfrequenzberechnung

Der Allelfrequenz-Rechner beruht auf der grundlegenden Allelzählmethode (Gene Counting Method) der modernen Populationsgenetik. Bei diploiden Organismen besitzt jedes Individuum an einem autosomalen Genort zwei Allele.

Die mathematischen Kernformeln im Allelfrequenz-Rechner lauten:

$$N = AA + Aa + aa$$

$$p = \frac{2 \times AA + Aa}{2N}$$

$$q = \frac{2 \times aa + Aa}{2N}$$

$$p + q = 1$$

VariableBedeutung
AAAnzahl homozygot dominanter Individuen
AaAnzahl heterozygoter Individuen
aaAnzahl homozygot rezessiver Individuen
NGesamtstichprobengröße (Individuenzahl)
2NGesamtzahl aller Allele im Genpool der Stichprobe
pRelative Häufigkeit des dominanten Allels A ($0 \le p \le 1$)
qRelative Häufigkeit des rezessiven Allels a ($0 \le q \le 1$)

Da jedes heterozygote Individuum ein Allel A und jedes homozygot dominante Individuum zwei Allele A beisteuert, summiert der Allelfrequenz-Rechner diese Kopien und dividiert sie durch die Gesamtallelzahl $2N$.

Schritt-für-Schritt-Praxisbeispiel

Angenommen, im Rahmen einer genetischen Feldstudie an einer Schmetterlingspopulation werden 200 Individuen untersucht:

  • Homozygot dunkel ($AA$): 72 Individuen
  • Heterozygot intermediär ($Aa$): 96 Individuen
  • Homozygot hell ($aa$): 32 Individuen

Setzen wir diese Werte in den Allelfrequenz-Rechner ein:

  1. Gesamtstichprobe: $N = 72 + 96 + 32 = 200$, Gesamtzahl der Allele $= 2 \times 200 = 400$.
  2. Berechnung von p: $$p = \frac{2 \times 72 + 96}{400} = \frac{144 + 96}{400} = \frac{240}{400} = 0{,}60\text{ (60 %)}$$
  3. Berechnung von q: $$q = \frac{2 \times 32 + 96}{400} = \frac{64 + 96}{400} = \frac{160}{400} = 0{,}40\text{ (40 %)}$$
  4. Verifizierung: $p + q = 0{,}60 + 0{,}40 = 1{,}00$.

Der Allelfrequenz-Rechner liefert somit exakt $p = 0{,}60$ und $q = 0{,}40$.

Das Hardy-Weinberg-Gleichgewicht & Populationsgenetik

Die vom Allelfrequenz-Rechner ermittelten Werte für $p$ und $q$ bilden die Basis für die Überprüfung des Hardy-Weinberg-Gleichgewichts (HWG). In einer idealen Population (ohne Selektion, Mutation, Migration, Gendrift und mit Panmixie) entsprechen die Genotyphäufigkeiten der binomischen Formel:

$$p^2 + 2pq + q^2 = 1$$

  • Erwartete Frequenz AA ($p^2$): $0{,}60^2 = 0{,}36$ ($36\text{ %}$)
  • Erwartete Frequenz Aa ($2pq$): $2 \times 0{,}60 \times 0{,}40 = 0{,}48$ ($48\text{ %}$)
  • Erwartete Frequenz aa ($q^2$): $0{,}40^2 = 0{,}16$ ($16\text{ %}$)

Mithilfe eines Chi-Quadrat-Anpassungstests können Sie anschließend vergleichen, ob die beobachteten Genotypen signifikant von den HWG-Erwartungen abweichen. Der Allelfrequenz-Rechner stellt dafür das fundamentale Startwerkzeug dar.

Typische Anwendungsbereiche für den Allelfrequenz-Rechner

Der Allelfrequenz-Rechner eignet sich für zahlreiche Bildungs- und Forschungsbereiche:

  • Populationsgenetische Forschung: Schnelle Analyse von Feldstichproben zur Bestimmung genetischer Diversität und Allelverteilungen.
  • Medizinische Humangenetik: Abschätzung von Anlageträger-Häufigkeiten (Carrier Frequency) bei autosomal-rezessiven Erbkrankheiten wie Mukoviszidose oder PKU.
  • Biologieunterricht & universitäre Lehre: Anschauliche Vermittlung von Genotyp- und Allelfrequenzen im Biologie-Abitur oder Genetik-Grundstudium.
  • Evolutionsbiologie & Artenschutz: Überwachung von Allelhäufigkeitsverschiebungen über Generationen zur Erkennung von Selektionsdruck oder Flaschenhalseffekten.
  • Tierzucht & Pflanzenzucht: Gezielte Kontrolle erwünschter und unerwünschter Allele in Zuchtpopulationen mithilfe präziser Genotypdaten.

Nutzen Sie den Allelfrequenz-Rechner als verlässliches Werkzeug für Ihre genetischen Analysen und statistischen Populationsauswertungen.

Häufige Fragen zu Allelfrequenz-Rechner

Was berechnet der Allelfrequenz-Rechner genau?

Der Allelfrequenz-Rechner ermittelt die Allelhäufigkeiten p (dominantes Allel A) und q (rezessives Allel a) anhand der beobachteten Individuenzahlen der drei Genotypen AA, Aa und aa.

Welche Formel nutzt der Allelfrequenz-Rechner zur Berechnung?

Die Berechnung basiert auf der klassischen Allelzählung: p = (2×AA + Aa) / (2N) und q = (2×aa + Aa) / (2N), wobei N = AA + Aa + aa die Gesamtstichprobengröße darstellt.

Warum muss die Summe von p und q genau 1 ergeben?

Da an einem biallelischen Genort diploider Organismen ausschließlich die beiden Allele A und a vorkommen, machen sie zusammen 100 % des Genpools aus. Die Beziehung p + q = 1 dient dem Allelfrequenz-Rechner als interne Kontrollprüfung.

Wie hängen Allelfrequenzen und das Hardy-Weinberg-Gleichgewicht zusammen?

In einer idealen Population im Hardy-Weinberg-Gleichgewicht ergeben sich aus den Allelfrequenzen p und q direkt die erwarteten Genotypfrequenzen: p² für AA, 2pq für Aa und q² für aa.

Kann der Allelfrequenz-Rechner auch für mehr als zwei Allele genutzt werden?

Dieser Allelfrequenz-Rechner ist für biallelische Systeme mit zwei Allelen konzipiert. Bei multiallelischen Genorten wie dem AB0-Blutgruppensystem muss die Formel um zusätzliche Frequenzen (p + q + r = 1) erweitert werden.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im Allelfrequenz-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser; es werden keinerlei Forschungs- oder Labordaten übertragen.