APACHE-II-Score-Rechner

APACHE-II-Score-Rechner zur präzisen Bestimmung von Krankheitsschwere und Mortalitätsrisiko auf der Intensivstation anhand von 12 Vital- und Laborwerten.

971.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-21 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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Der APACHE-II-Score-Rechner (Acute Physiology and Chronic Health Evaluation II) ist ein unverzichtbares Instrument in der modernen Intensivmedizin zur standardisierten Beurteilung des Schweregrads kritisch kranker Patienten. Anhand von 12 physiologischen Parametern, dem Lebensalter sowie vorbestehenden chronischen Erkrankungen ermittelt das Punktesystem eine objektive Einschätzung der Krankheitsschwere und des statistischen Mortalitätsrisikos bei Aufnahme auf die Intensivstation (ICU).

Wie funktioniert die Eingabe im APACHE-II-Score-Rechner?

Die Bedienung im APACHE-II-Score-Rechner folgt einem klar strukturierten Ablauf, um alle relevanten Parameter der ersten 24 Behandlungsstunden schnell zu erfassen:

  1. Vital- und Laborwerte erfassen: Tragen Sie die jeweils ungünstigsten Messwerte (schlechtester Wert innerhalb der ersten 24 Stunden nach Aufnahme) in die entsprechenden Felder ein.
  2. Neurologischen Status bewerten: Geben Sie den Glasgow Coma Scale (GCS) Score des Patienten an (15 minus GCS-Wert ergibt die Punktzahl).
  3. Alter und Vorerkrankungen auswählen: Ergänzen Sie das Lebensalter in Jahren und wählen Sie die zutreffende Kategorie für schwere chronische Begleiterkrankungen.
  4. Ergebnis analysieren: Der APACHE-II-Score-Rechner berechnet in Echtzeit den Gesamtscore (0 bis 71 Punkte) sowie die Teilsummen für akute Physiologie, Alter und chronische Vorerkrankungen.

Die drei Säulen des APACHE-II-Scores

Die Gesamtpunktzahl setzt sich additiv aus drei definierten Teilbereichen zusammen:

APACHE II Gesamtscore = Akute Physiologie (0–60) + Alterspunkte (0–6) + Chronische Vorerkrankungen (0–5)

1. Akute Physiologie (Acute Physiology Score, APS)

In diesem Bereich fließen 12 physiologische Vital- und Laborparameter ein, die jeweils mit 0 bis 4 Punkten bewertet werden:

  • Körperkerntemperatur (°C): Extreme Hypothermie (< 30 °C) oder Hyperthermie (≥ 41 °C) erhalten jeweils 4 Punkte.
  • Mittlerer arterieller Druck (MAD in mmHg): Werte unter 50 mmHg oder ab 160 mmHg führen zu maximalen Abweichungspunkten.
  • Herzfrequenz und Atemfrequenz: Schwere Bradykardien/Tachykardien sowie respiratorische Insuffizienzen fließen gewichtet ein.
  • Oxygenierung (PaO2): Arterielle Sauerstoffpartialdrücke unter 55 mmHg erhalten bis zu 4 Punkte.
  • Säure-Basen-Haushalt (pH-Wert): Azidosen (pH < 7,15) und schwere Alkalosen (pH ≥ 7,70) werden streng bewertet.
  • Elektrolyte (Natrium & Kalium): Störungen des Elektrolythaushalts (z. B. Kalium < 2,5 oder ≥ 7,0 mmol/l).
  • Nierenfunktion (Serum-Kreatinin): Erhöhte Kreatininwerte im Serum.
  • Hämatologie (Hämatokrit & Leukozyten): Schwere Anämien, Polyglobulien oder ausgeprägte Leukopenien/Leukozytosen.
  • Neurologie (Glasgow Coma Scale): Die Punkte errechnen sich aus der Differenz 15 minus GCS.

2. Alterspunkte (Age Points)

Da das Lebensalter die physiologische Reserve beeinflusst, vergibt der APACHE-II-Score-Rechner gestaffelte Punkte:

  • Unter 44 Jahre: 0 Punkte
  • 45 bis 54 Jahre: 2 Punkte
  • 55 bis 64 Jahre: 3 Punkte
  • 65 bis 74 Jahre: 5 Punkte
  • Ab 75 Jahre: 6 Punkte

3. Chronische Vorerkrankungen (Chronic Health Points)

Liegt eine schwere vorbestehende Organdysfunktion vor (z. B. Leberzirrhose, NYHA IV Herzinsuffizienz, chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder dialysepflichtige Niereninsuffizienz), werden zusätzliche Punkte vergeben:

  • Keine schwere chronische Vorerkrankung: 0 Punkte
  • Elektiver postoperativer Patient mit schwerer Vorerkrankung: 2 Punkte
  • Notfallpatient oder nicht-operativer Patient mit schwerer Vorerkrankung: 5 Punkte

Interpretation der Punktwerte

Der maximale Wertebereich reicht von 0 bis 71 Punkten. In der klinischen Praxis orientiert sich die Einteilung typischerweise an folgenden Wertebändern:

  • 0 bis 9 Punkte: Niedriger Punktebereich (sehr geringe statistische Frühmortalität, ca. < 5–10 %)
  • 10 bis 19 Punkte: Moderater Punktebereich (geschätztes Mortalitätsrisiko ca. 10–25 %)
  • 20 bis 29 Punkte: Hoher Punktebereich (deutlich erhöhtes Mortalitätsrisiko ca. 35–55 %)
  • 30 bis 71 Punkte: Sehr hoher Punktebereich (schwerstkranke Patienten mit Mortalitätsraten über 70–85 %)

Typische Anwendungsbereiche

In klinischen Einrichtungen und Forschungsprojekten bietet der APACHE-II-Score-Rechner vielseitige Einsatzmöglichkeiten:

  • Qualitätsmanagement & Benchmarking: Vergleich von beobachteter und statistisch erwarteter Sterblichkeit (Standardized Mortality Ratio, SMR).
  • Klinische Studien: Homogene Risikostratifizierung und Vergleichbarkeit von Patientengruppen.
  • Interdisziplinäre Falldiskussionen: Transparente Aufschlüsselung, welche Organsysteme die Instabilität treiben.
  • Medizinische Lehre: Anschauliches Training für Intensivpflegende und Assistenzärzte zur Einschätzung von Krankheitsverläufen.

Nutzen Sie den APACHE-II-Score-Rechner als zuverlässigen Begleiter für standardisierte Berechnungen im intensivmedizinischen Alltag.

Häufige Fragen zu APACHE-II-Score-Rechner

Wie wird der APACHE-II-Score auf der Intensivstation berechnet?

Der APACHE-II-Score summiert die Punkte aus drei Bereichen: dem Acute Physiology Score (12 Vital- und Laborwerte aus den ersten 24 Stunden), dem Alter des Patienten sowie Punkten für vorbestehende chronische Erkrankungen.

Welcher Zeitraum wird für die Datenerhebung im APACHE-II-Score-Rechner verwendet?

Für die Berechnung werden standardmäßig die ungünstigsten (am stärksten vom Normalwert abweichenden) physiologischen Messwerte der ersten 24 Stunden nach Aufnahme auf die Intensivstation herangezogen.

Ersetzt der APACHE-II-Score-Rechner die klinische Beurteilung durch den Arzt?

Nein. Der Score ist ein statistisches Prognosemodell zur Risikostratifizierung und Qualitätskontrolle. Er dient als Orientierungshilfe und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung.

Was bedeutet die Punktzahl im APACHE-II-Score für das Mortalitätsrisiko?

Die Gesamtpunktzahl liegt zwischen 0 und 71 Punkten. Höhere Werte korrelieren mit einer höheren Krankheitsschwere und einem statistisch erhöhten Mortalitätsrisiko während des Intensivaufenthalts.

Werden die im Rechner eingegebenen Patientendaten gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen werden ausschließlich lokal im Browser ausgeführt. Es werden zu keinem Zeitpunkt Daten an einen Server übermittelt oder gespeichert.