Beighton-Score-Rechner

Mit dem Beighton-Score-Rechner ermitteln Sie die Punkte für Gelenkhypermobilität nach der 9-Punkte-Skala inklusive altersspezifischer Schwellenwerte.

1.0M Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Beighton-Score-Rechner

Der Beighton-Score-Rechner dient der schnellen und unkomplizierten Einschätzung einer generalisierten Gelenkhypermobilität. Das international etablierte Bewertungssystem prüft fünf charakteristische Bewegungsmuster an neun Gelenkregionen.

  1. Altersgruppe festlegen — Wählen Sie zunächst die zutreffende Lebensphase aus (Kinder vor der Pubertät, Erwachsene von 18 bis 50 Jahren oder Personen über 50 Jahre), da die Auswertung altersabhängige Richtwerte nutzt.
  2. Körperliche Tests durchführen — Überprüfen Sie schrittweise die passive und aktive Beweglichkeit an den kleinen Fingern, den Daumen, den Ellbogen, den Knien sowie der Rumpfbeuge.
  3. Punkte eintragen — Markieren Sie für jedes positiv erfüllte Kriterium das entsprechende Feld für die linke oder rechte Körperhälfte.
  4. Auswertung ablesen — Der Beighton-Score-Rechner summiert alle erfüllten Kriterien zu einem Gesamtwert zwischen 0 und 9 Punkten und zeigt an, ob der Befund den jeweiligen Schwellenwert überschreitet.

Formel & Methodik der Beighton-Skala

Die dem Test zugrundeliegende Methodik beruht auf einer linearen Punktesummation:

$$\text{Beighton-Score} = \sum_{i=1}^{9} \text{Manöver}_i \quad (\text{Ergebnisbereich: } 0 \text{ bis } 9 \text{ Punkte})$$

Die 9 standardisierten Kriterien im Detail:

  • 1. Kleinfinger links: Passive Überstreckung im Grundgelenk über $90^\circ$ nach dorsal ($1 \text{ Punkt}$)
  • 2. Kleinfinger rechts: Passive Überstreckung im Grundgelenk über $90^\circ$ nach dorsal ($1 \text{ Punkt}$)
  • 3. Daumen links: Passives Heranführen an die Beugeseite des gleichseitigen Unterarms ($1 \text{ Punkt}$)
  • 4. Daumen rechts: Passives Heranführen an die Beugeseite des gleichseitigen Unterarms ($1 \text{ Punkt}$)
  • 5. Ellbogen links: Überstreckbarkeit (Hyperextension) im Ellbogengelenk über $10^\circ$ ($1 \text{ Punkt}$)
  • 6. Ellbogen rechts: Überstreckbarkeit (Hyperextension) im Ellbogengelenk über $10^\circ$ ($1 \text{ Punkt}$)
  • 7. Knie links: Überstreckbarkeit (Genu recurvatum) im Kniegelenk über $10^\circ$ ($1 \text{ Punkt}$)
  • 8. Knie rechts: Überstreckbarkeit (Genu recurvatum) im Kniegelenk über $10^\circ$ ($1 \text{ Punkt}$)
  • 9. Rumpf: Vorbeugen bei vollständig durchgestreckten Knien mit flachem Auflegen beider Handflächen auf den Boden ($1 \text{ Punkt}$)

Ein hoher Summenwert im Beighton-Score-Rechner signalisiert eine erhöhte Flexibilität des Band- und Kapselapparates an mehreren Gelenken.

Altersspezifische Schwellenwerte

Da Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses an Wasserbindungsvermögen und Kollagenelastizität verlieren, gelten nach den internationalen Konsensuskriterien differenzierte Grenzwerte:

  • Kinder & Jugendliche (präpubertär): Positiver Befund für generalisierte Hypermobilität ab $\ge 6 / 9$ Punkten
  • Erwachsene (18 bis 50 Jahre): Positiver Befund ab $\ge 5 / 9$ Punkten
  • Erwachsene (über 50 Jahre): Positiver Befund ab $\ge 4 / 9$ Punkten

Mithilfe moderner Tools wie dem Beighton-Score-Rechner lässt sich der individuelle Befund sofort mit der passenden Normgruppe abgleichen.

Praxisbeispiel: Schritt-für-Schritt-Auswertung

Eine 28-jährige Patientin leidet unter häufigen Gelenkumknickungen und diffusen Myalgien. Die manuelle Untersuchung zeigt:

  • Daumen links und rechts lassen sich an den Unterarm anlegen ($2 \text{ Punkte}$)
  • Beide Ellbogengelenke lassen sich um ca. $15^\circ$ überstrecken ($2 \text{ Punkte}$)
  • Beide Knie weisen eine Hyperextension von $12^\circ$ auf ($2 \text{ Punkte}$)
  • Die kleinen Finger sowie die Rumpfbeuge erfüllen die Kriterien nicht ($0 \text{ Punkte}$)

Im Beighton-Score-Rechner ergibt dies ein Gesamtergebnis von 6 von 9 Punkten. Da für eine 28-jährige Erwachsene der Schwellenwert bei 5 Punkten liegt, wertet der Beighton-Score-Rechner den Befund als Hinweis auf eine generalisierte Gelenkhypermobilität.

Klinische Bedeutung & Abgrenzung zu hEDS

In der rheumatologischen und genetischen Diagnostik bildet der Beighton-Score-Rechner ein grundlegendes Screening-Instrument. Bei der Abklärung eines vermuteten hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndroms (hEDS) deckt der Score das Kriterium 1 der 2017 veröffentlichten internationalen Leitlinien ab.

Allerdings reicht eine Überbeweglichkeit allein nicht für eine Krankheitsdiagnose aus. Liegt keine systemische Bindegewebsbeteiligung vor, sprechen Mediziner häufig von einer Hypermobilitätsspektrum-Störung (HSD) oder einer isolierten benignen Gelenkhypermobilität.

Typische Anwendungsbereiche

  • Orthopädie & Rheumatologie: Schnelle Erfassung des Bandstatus bei instabilen Gelenken oder chronischen muskuloskelettalen Schmerzen.
  • Physiotherapie & Bewegungstherapie: Erstellung gezielter Übungspläne zur Muskelstabilisierung und Vermeidung von endgradigen Gelenkbelastungen mit Unterstützung durch den Beighton-Score-Rechner.
  • Sport- und Leistungsmedizin: Individuelle Trainingsanpassung in Disziplinen mit extremem Bewegungsradius wie Ballett, Yoga oder Gerätturnen.

Häufige Fragen zu Beighton-Score-Rechner

Was misst der Beighton-Score genau?

Der Beighton-Score ist ein standardisiertes 9-Punkte-Screeningverfahren zur Erfassung einer generalisierten Gelenkhypermobilität an fünf spezifischen Körperregionen.

Bedeutet ein hoher Beighton-Score automatisch Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS)?

Nein. Ein hoher Wert weist lediglich auf eine Überbeweglichkeit der Gelenke hin. Die Diagnose eines hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndroms (hEDS) erfordert zusätzliche systemische und familiäre Kriterien.

Warum werden linke und rechte Körperseite separat getestet?

Da eine Gelenkhypermobilität einseitig oder beidseitig vorliegen kann, werden vier der fünf Manöver für beide Seiten getrennt mit je 1 Punkt bewertet.

Welche Rolle spielt die Altersgruppe bei der Auswertung?

Die physiologische Gelenkbeweglichkeit nimmt mit dem Alter ab. Daher liegen die diagnostischen Schwellenwerte bei Kindern (≥ 6), Erwachsenen bis 50 (≥ 5) und über 50-Jährigen (≥ 4) unterschiedlich hoch.

Ersetzt dieser Online-Test eine ärztliche Untersuchung?

Nein, dieser Rechner dient der ersten Orientierung und Patientenedukation. Eine klinische Diagnose erfordert eine manuelle Untersuchung durch geschultes Fachpersonal.

Was ist der 5-Punkte-Fragebogen zur historischen Hypermobilität?

Der 5PQ nach Hakim und Grahame erfasst eine frühere Überbeweglichkeit, wenn Gelenke durch Arthrose oder Verletzungen im Alter weniger mobil geworden sind.