Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner

Mit dem Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner die bedingte Wahrscheinlichkeit von Gold- und Silbermünzen nach Satz von Bayes interaktiv online berechnen.

812.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-07 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner

Der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner ist ein interaktives stochastisches Werkzeug zur präzisen Analyse bedingter Wahrscheinlichkeiten. Anhand des klassischen Münzen- und Schachtel-Experiments von Joseph Bertrand veranschaulicht das Tool, wie Vorab-Informationen Wahrscheinlichkeitsräume verändern:

  1. Kasteninhalte konfigurieren — Tragen Sie die Münzen pro Kasten ein, getrennt durch Kommas, Semikolons oder Zeilenumbrüche (z. B. GG, SS, GS für zwei Goldmünzen, zwei Silbermünzen und eine gemischte Schachtel).
  2. Beobachtete Münze wählen — Legen Sie fest, welche Münze im ersten Schritt gezogen wurde (Gold oder Silber).
  3. Ergebnisse ablesen — Der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner gibt in Echtzeit die bedingte Wahrscheinlichkeit als Dezimalwert und Bruch, die Gesamtzahl passender Münzen sowie die günstigen Fälle aus.

Mathematische Grundlagen & Satz von Bayes

Das 1889 von Joseph Bertrand formulierte Bertrandsche Kastenparadoxon lässt sich exakt über die Gesetze der Kolmogorow-Axiomatik und den Satz von Bayes herleiten. Der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner nutzt die fundamentale Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit:

$$P(A \mid B) = \frac{P(A \cap B)}{P(B)} = \frac{P(B \mid A) \cdot P(A)}{P(B)}$$

Im Standardexperiment existieren drei gleichartige Kästen:

  • Kasten 1 ($K_1$): enthält 2 Goldmünzen ($GG$)
  • Kasten 2 ($K_2$): enthält 2 Silbermünzen ($SS$)
  • Kasten 3 ($K_3$): enthält 1 Goldmünze und 1 Silbermünze ($GS$)

Jeder Kasten besitzt dieselbe A-priori-Wahrscheinlichkeit $P(K_i) = \frac{1}{3}$. Wird eine Goldmünze ($G$) gezogen, ermittelt der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner die A-posteriori-Wahrscheinlichkeit $P(K_1 \mid G)$, dass Kasten 1 gewählt wurde:

$$P(K_1 \mid G) = \frac{P(G \mid K_1) \cdot P(K_1)}{P(G \mid K_1)P(K_1) + P(G \mid K_2)P(K_2) + P(G \mid K_3)P(K_3)}$$

Mit den Werten $P(G \mid K_1) = 1$, $P(G \mid K_2) = 0$ und $P(G \mid K_3) = \frac{1}{2}$ ergibt sich:

$$P(G) = 1 \cdot \frac{1}{3} + 0 \cdot \frac{1}{3} + \frac{1}{2} \cdot \frac{1}{3} = \frac{1}{2}$$

$$P(K_1 \mid G) = \frac{1 \cdot \frac{1}{3}}{\frac{1}{2}} = \frac{2}{3} \approx 66{,}67%$$

Warum die intuitive Vermutung 1/2 falsch ist

Viele Beobachter vermuten intuitiv eine Wahrscheinlichkeit von $1/2$ (50 %), da nach dem Ziehen von Gold nur Kasten 1 ($GG$) und Kasten 3 ($GS$) infrage kommen.

Dieser Denkfehler entsteht, weil Kästen statt der tatsächlich gezogenen Einzelmünzen als gleichwahrscheinlich angenommen werden. Es gibt 3 unterscheidbare Goldmünzen:

  • Goldmünze 1A aus Kasten 1
  • Goldmünze 1B aus Kasten 1
  • Goldmünze 3A aus Kasten 3

In 2 von 3 gleich wahrscheinlichen Ziehungen (1A und 1B) stammt die Münze aus dem Doppelgold-Kasten. Der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner macht diese Elementarverteilung transparent sichtbar.

Praxisübersicht aller Ziehungsausgänge

Gezogene MünzeKastenZweite MünzeGleiche Münzart?
Gold 1AKasten 1 ($GG$)Gold 1BJa (Gold)
Gold 1BKasten 1 ($GG$)Gold 1AJa (Gold)
Gold 3AKasten 3 ($GS$)Silber 3BNein (Silber)
Silber 2AKasten 2 ($SS$)Silber 2BJa (Silber)
Silber 2BKasten 2 ($SS$)Silber 2AJa (Silber)
Silber 3BKasten 3 ($GS$)Gold 3ANein (Gold)

Abgrenzung zum geometrischen Bertrand-Paradoxon

Das Kastenparadoxon ist strikt vom geometrischen Bertrand-Paradoxon zu trennen: Während das Kastenparadoxon eine eindeutige diskrete Lösung ($2/3$) besitzt, befasst sich das geometrische Problem mit Sehnenlängen in Kreisen, bei dem je nach Zufallsdefinition unterschiedliche Werte ($1/3$, $1/2$, $1/4$) entstehen. Der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner widmet sich gezielt dem diskreten Schachtelmodell.

Einsatzbereiche für den Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner

Der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner eignet sich für:

  • Schule & Abitur: Veranschaulichung bedingter Wahrscheinlichkeiten und des Satzes von Bayes in Stochastik-Kursen.
  • Studium & Data Science: Fundiertes Verständnis für A-priori- und A-posteriori-Verteilungen.
  • Entscheidungsanalyse: Analogie zum Monty-Hall-Problem (Ziegenproblem) zur Vermeidung kognitiver Verzerrungen.

Häufige Fragen zu Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner

Was berechnet der Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner?

Der Rechner ermittelt die bedingte Wahrscheinlichkeit dafür, dass nach dem Ziehen einer bestimmten Münze die zweite Münze im selben Kasten von derselben Art ist.

Warum beträgt das Ergebnis 2/3 und nicht 1/2?

Da die gezogene Münze eine von drei möglichen Goldmünzen ist und zwei davon aus dem Kasten mit Doppelgold stammen, beträgt die Wahrscheinlichkeit genau 2/3.

Kann ich die Münzen und Kästen beliebig anpassen?

Ja. Sie können beliebige Münzkombinationen wie GG, SS, GS eingeben und wählen, ob eine Gold- oder Silbermünze beobachtet wurde.

Wie unterscheidet sich dies vom geometrischen Bertrand-Paradoxon?

Das Kastenparadoxon ist ein diskretes Problem der bedingten Wahrscheinlichkeit, während das geometrische Paradoxon Sehnen in Kreisen analysiert.

Werden meine Daten oder Eingaben auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Bertrand-Kasten-Paradoxon-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser; es werden keinerlei Daten übertragen.