Bragg-Gleichung-Rechner

Bragg-Gleichung-Rechner: Berechnen Sie Wellenlänge, Netzebenenabstand d, Beugungsordnung und Glanzwinkel bei Röntgenbeugung (XRD) schnell und präzise online.

845.6K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-07 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Bragg-Gleichung-Rechner

Der Bragg-Gleichung-Rechner ermöglicht die schnelle Analyse von Röntgenbeugungsexperimenten (XRD) an kristallinen Festkörpern. Folgen Sie diesen Schritten:

  1. Zielgröße festlegen: Wählen Sie im Auswahlmenü, ob Sie die Wellenlänge ($\lambda$), den Netzebenenabstand ($d$) oder den Glanzwinkel ($\theta$) ermitteln möchten.
  2. Messwerte eintragen: Geben Sie die bekannten Parameter sowie die ganzzahlige Beugungsordnung ($n$, standardmäßig $n = 1$) ein und wählen Sie die passenden Maßeinheiten (z. B. nm, Å, Grad oder Radiant).
  3. Ergebnis & Zwischenschritte ablesen: Der Bragg-Gleichung-Rechner zeigt unmittelbar das umgerechnete Ergebnis, den Sinuswert $\sin(\theta)$ sowie die formelhafte Einsetzung an.

Physikalisch unlösbare Eingaben (wie $\sin(\theta) > 1$ oder nicht-positive Abstände) werden vom Bragg-Gleichung-Rechner abgefangen, sodass Sie fehlerhafte Werte sofort korrigieren können.

Physikalische Grundlagen: Die Bragg-Bedingung

Die 1912 von William Henry Bragg und William Lawrence Bragg formulierte Bragg-Gleichung beschreibt das Phänomen der elastischen Streuung von Wellen an periodischen Kristallgittern. Da Röntgenstrahlung Wellenlängen in der Größenordnung atomarer Bindungsabstände besitzt ($0{,}05\text{ nm}$ bis $0{,}25\text{ nm}$), fungieren Kristallgitter als natürliche dreidimensionale Beugungsgitter.

Trifft ein monochromatischer Röntgenstrahl unter dem Glanzwinkel $\theta$ auf parallele Netzebenen mit dem Abstand $d$, legen die an tieferen Ebenen reflektierten Teilstrahlen einen zusätzlichen Weg (Gangunterschied $\Delta$) zurück:

$$\Delta = 2 \cdot d \cdot \sin(\theta)$$

Konstruktive Interferenz tritt genau dann auf, wenn dieser Gangunterschied einem ganzzahligen Vielfachen $n$ der Wellenlänge $\lambda$ entspricht. Dieser Zusammenhang bildet das Fundament, auf dem der Bragg-Gleichung-Rechner aufbaut.

Formeln & mathematische Umstellungen

Die fundamentale Beziehung der Bragg-Reflexion lautet:

$$n \cdot \lambda = 2 \cdot d \cdot \sin(\theta)$$

Je nach Aufgabenstellung stellt der Bragg-Gleichung-Rechner die Gleichung nach der gesuchten Größe um:

  • Netzebenenabstand ($d$): $$d = \frac{n \cdot \lambda}{2 \cdot \sin(\theta)}$$
  • Glanzwinkel ($\theta$): $$\theta = \arcsin\left(\frac{n \cdot \lambda}{2 \cdot d}\right)$$
  • Wellenlänge ($\lambda$): $$\lambda = \frac{2 \cdot d \cdot \sin(\theta)}{n}$$
  • Beugungsordnung ($n$): $$n = \frac{2 \cdot d \cdot \sin(\theta)}{\lambda}$$

Schritt-für-Schritt-Beispielrechnung

In einem Röntgenbeugungsexperiment an einem Siliziumkristall wird Kupfer-K$\alpha$-Strahlung ($\lambda = 0{,}15406\text{ nm} = 1{,}5406\text{ Å}$) verwendet. Für den Reflex erster Ordnung ($n = 1$) wird ein Bragg-Winkel von $\theta = 14{,}22^\circ$ gemessen.

  1. Winkel berechnen: $\sin(14{,}22^\circ) \approx 0{,}24564$
  2. In die Formel für $d$ einsetzen: $$d = \frac{1 \cdot 0{,}15406\text{ nm}}{2 \cdot 0{,}24564} \approx 0{,}31359\text{ nm} = 3{,}1359\text{ Å}$$
  3. Ergebnis: Der Netzebenenabstand beträgt $d \approx 0{,}3136\text{ nm}$.

Mit dem Bragg-Gleichung-Rechner lassen sich solche Rechnungen in Sekunden durchführen und verifizieren.

Typische Anwendungsbereiche in Kristallographie & Materialprüfung

  • Röntgenpulverdiffraktometrie (XRPD): Identifizierung unbekannter Phasen und Phasenübergänge anhand charakteristischer Peaklagen.
  • Einkristall-Diffraktometrie (SC-XRD): Exakte Bestimmung von Raumgruppen, Elementarzellen und atomaren Positionen in chemischen Verbindungen und Proteinen.
  • Halbleiter- und Dünnschichttechnologie: Messung von Gitterfehlanpassungen, Schichtdicken und epitaktischen Verspannungen.
  • Werkstoffprüfung & Metallurgie: Analyse von Eigenspannungen, Texturen und Kristallitgrößen metallischer Bauteile.

Für Ausbildung und Laborpraxis liefert der Bragg-Gleichung-Rechner verlässliche Orientierungswerte bei der Auswertung und Versuchsplanung.

Häufige Fragen zu Bragg-Gleichung-Rechner

Was berechnet der Bragg-Gleichung-Rechner?

Der Bragg-Gleichung-Rechner löst die Bragg-Bedingung (nλ = 2d sinθ) wahlweise nach der Wellenlänge λ, dem Netzebenenabstand d, dem Glanzwinkel θ oder der Beugungsordnung n auf – inklusive automatischer Einheitenumrechnung und detailliertem Rechenweg.

Was ist der Unterschied zwischen dem Glanzwinkel θ und dem Beugungswinkel 2θ?

Der Glanzwinkel θ (auch Bragg-Winkel) ist der Winkel zwischen dem einfallenden Röntgenstrahl und der Kristallgitterebene. In experimentellen XRD-Diffraktogrammen wird üblicherweise der doppelte Ablenkwinkel 2θ gemessen; dieser muss für die Berechnung halbiert werden.

Welche Einheiten für Wellenlänge und Gitterabstand werden unterstützt?

Das Werkzeug unterstützt alle gängigen Einheiten der Festkörperphysik und Kristallographie, darunter Nanometer (nm), Ångström (Å, 1 Å = 0,1 nm), Pikometer (pm) und Meter (m).

Warum tritt nur bei bestimmten Winkeln konstruktive Interferenz auf?

Reflexionsmaxima (Bragg-Peaks) entstehen ausschließlich dann, wenn der Gangunterschied zwischen an parallelen Netzebenen gestreuten Wellen ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge nλ beträgt. Bei allen anderen Winkeln löschen sich die Teilwellen durch destruktive Interferenz gegenseitig aus.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen werden lokal und sicher in Ihrem Webbrowser ausgeführt; es erfolgt keinerlei Datenübertragung an externe Server.