Brückengleichrichter-Rechner

Brückengleichrichter-Rechner: Berechnen Sie DC-Ausgangsspannung, Brummspannung, Glättungskondensator und Dioden-Sperrspannung (PIV) für Graetz-Schaltungen.

860.3K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-09 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Brückengleichrichter-Rechner

Der Brückengleichrichter-Rechner ist ein spezialisiertes Auslegungswerkzeug für Elektroniker, Ingenieure, Studierende und Hobby-Entwickler. Mit diesem Rechner dimensionieren Sie Vollweg-Gleichrichterschaltungen (Graetz-Brücke bzw. B2U-Gleichrichter) präzise und zeitsparend:

  1. AC-Eingangsspannung eingeben — Tragen Sie im Brückengleichrichter-Rechner die AC-Eingangsspannung ein und wählen Sie, ob es sich um den Effektivwert ($U_{\text{eff}}$ / RMS) des Transformators oder um den Spitzenwert ($U_{\text{peak}}$) handelt.
  2. Netzfrequenz und Laststrom festlegen — Geben Sie die AC-Frequenz (z. B. $50,\text{Hz}$ in Europa oder $60,\text{Hz}$ in den USA) sowie den erwarteten Gleichstrom-Laststrom ($I_{\text{load}}$ in $\text{A}$ oder $\text{mA}$) ein.
  3. Diodentechnologie auswählen — Wählen Sie im Brückengleichrichter-Rechner zwischen Silizium-Standarddioden ($V_f \approx 0{,}7,\text{V}$), Schottky-Dioden ($V_f \approx 0{,}3,\text{V}$) oder tragen Sie eine individuelle Flussspannung $V_f$ ein.
  4. Glättungskondensator konfigurieren — Wählen Sie aus, ob die Schaltung ohne Siebkondensator oder mit einem Glättungskondensator betrieben wird, und geben Sie dessen Kapazität (z. B. in $\mu\text{F}$ oder $\text{mF}$) an.
  5. Ergebnisse in Echtzeit analysieren — Der Brückengleichrichter-Rechner ermittelt sofort die nutzbare DC-Ausgangsspannung, die Restwelligkeit (Brummspannung), die minimale Ausgangsspannung unter Last, die Lastleistung und die empfohlene Sperrspannung (PIV).

Formeln & elektrotechnische Grundlagen im Brückengleichrichter-Rechner

Der Brückengleichrichter-Rechner basiert auf den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Vollweg-Zweiweggleichrichtung (Graetz-Schaltung). Im Gegensatz zum Einweggleichrichter (Halbwellengleichrichter) leiten beim Brückengleichrichter abwechselnd zwei Diodenpaare in jeder Halbwelle, wodurch beide Polaritäten des Sinussignals nutzbar gemacht werden.

1. Spitzenspannung und Dioden-Spannungsabfall

Bei sinusförmiger Wechselspannung berechnet der Brückengleichrichter-Rechner die Scheitelspannung ($U_{\text{peak}}$) aus dem Effektivwert ($U_{\text{RMS}}$):

$$U_{\text{peak}} = \sqrt{2} \cdot U_{\text{RMS}} \approx 1{,}4142 \cdot U_{\text{RMS}}$$

Da der Strompfad in jeder Halbwelle durch zwei in Reihe liegende Dioden führt, fällt über der Gleichrichterbrücke die zweifache Durchlassspannung $2 \cdot V_f$ ab:

$$U_{\text{peak,out}} = U_{\text{peak}} - 2 \cdot V_f$$

2. Arithmetischer Mittelwert ohne Glättung

Wird kein Glättungskondensator angeschlossen, pulsiert die Ausgangsspannung mit der doppelten Eingangsfrequenz ($2 \cdot f$). Der Brückengleichrichter-Rechner ermittelt den arithmetischen Mittelwert nach folgender Gleichung:

$$U_{\text{DC,avg}} = \frac{2}{\pi} \cdot U_{\text{peak}} - 2 \cdot V_f \approx 0{,}6366 \cdot U_{\text{peak}} - 2 \cdot V_f$$

3. Glättung und Brummspannung (Restwelligkeit)

Wird ein Ladekondensator parallel zum Lastwiderstand geschaltet, lädt sich dieser während des Spannungsmaximums auf und entlädt sich zwischen den Halbwellenspitzen über den Verbraucher. Der Brückengleichrichter-Rechner verwendet die etablierte Näherungsformel für die Brummspannung (Peak-to-Peak Ripple Voltage):

$$U_{\text{ripple}} \approx \frac{I_{\text{load}}}{2 \cdot f \cdot C}$$

Hierbei gilt:

  • $I_{\text{load}}$: Entladestrom der Last in Ampere ($\text{A}$)
  • $f$: Eingangsfrequenz der Wechselspannung in Hertz ($\text{Hz}$)
  • $2 \cdot f$: Rippelfrequenz am Gleichrichterausgang ($100,\text{Hz}$ bei $50,\text{Hz}$ Netzfrequenz)
  • $C$: Kapazität des Glättungskondensators in Farad ($\text{F}$)

4. DC-Ausgangsspannung und Minimalspannung mit Glättung

Unter Last sinkt die Spannung zwischen den Ladeimpulsen ab. Der Brückengleichrichter-Rechner berechnet den effektiven Gleichspannungsmittelwert sowie den tiefsten Spannungspunkt ($U_{\text{min}}$):

$$U_{\text{DC}} = U_{\text{peak}} - 2 \cdot V_f - \frac{U_{\text{ripple}}}{2}$$

$$U_{\text{min}} = U_{\text{peak}} - 2 \cdot V_f - U_{\text{ripple}}$$

5. Spitzen-Sperrspannung (PIV – Peak Inverse Voltage)

Die Dioden müssen der maximalen Rückwärtsspannung im Sperrzustand standhalten. Im Brückengleichrichter-Rechner wird die erforderliche Mindest-Sperrspannung angegeben:

$$U_{\text{PIV}} \ge U_{\text{peak}}$$

Für robuste Netzteile sollte die Nenn-Sperrspannung der ausgewählten Dioden mindestens $U_{\text{PIV,rec}} = 1{,}5 \dots 2{,}0 \cdot U_{\text{peak}}$ betragen.

ParameterSymbolFormel / ZusammenhangBedeutung
Spitzenspannung AC$U_{\text{peak}}$$U_{\text{RMS}} \cdot \sqrt{2}$Maximaler Scheitelwert der Wechselspannung
Diodenverlust$2 \cdot V_f$$2 \times 0{,}7,\text{V}$ (Si) / $2 \times 0{,}3,\text{V}$ (Schottky)Spannungsverlust über zwei leitende Dioden
Brummspannung$U_{\text{ripple}}$$I_{\text{load}} / (2 \cdot f \cdot C)$Spitze-Spitze-Schwankung der Gleichspannung
DC-Ausgangsspannung$U_{\text{DC}}$$U_{\text{peak}} - 2V_f - U_{\text{ripple}} / 2$Mittlere nutzbare Ausgangsgleichspannung
Sperrspannung (PIV)$U_{\text{PIV}}$$\ge U_{\text{peak}}$Mindest-Sperrspannungsfestigkeit pro Diode

Praxisbeispiele zur Dimensionierung

Beispiel 1: Lineares 12-V-Transformator-Netzteil

Ein Transformator liefert sekundärseitig $12,\text{V}{\text{eff}}$ Wechselspannung bei $50,\text{Hz}$. Der Laststrom beträgt $I{\text{load}} = 500,\text{mA}$ ($0{,}5,\text{A}$). Als Gleichrichter dient eine Silizium-Graetz-Brücke ($V_f = 0{,}7,\text{V}$), geglättet mit einem Elektrolytkondensator von $C = 2200,\mu\text{F}$.

Eingaben im Brückengleichrichter-Rechner:

  • AC-Spannung: $12,\text{V}$ (RMS)
  • Netzfrequenz: $50,\text{Hz}$
  • Laststrom: $500,\text{mA}$
  • Diodentyp: Silizium ($V_f = 0{,}7,\text{V}$)
  • Glättungskondensator: $2200,\mu\text{F}$

Ergebnisse im Brückengleichrichter-Rechner:

  • Spitzenspannung ($U_{\text{peak}}$): $12,\text{V} \cdot \sqrt{2} \approx 16{,}97,\text{V}$
  • Brummspannung ($U_{\text{ripple}}$): $\frac{0{,}5,\text{A}}{2 \cdot 50,\text{Hz} \cdot 2200 \times 10^{-6},\text{F}} \approx 2{,}27,\text{V}_{\text{pp}}$
  • DC-Ausgangsspannung ($U_{\text{DC}}$): $16{,}97,\text{V} - 1{,}4,\text{V} - \frac{2{,}27,\text{V}}{2} \approx 14{,}43,\text{V}$
  • Minimale Ausgangsspannung ($U_{\text{min}}$): $16{,}97,\text{V} - 1{,}4,\text{V} - 2{,}27,\text{V} \approx 13{,}30,\text{V}$
  • Empfohlene Dioden-Sperrspannung: $\ge 33{,}94,\text{V}$ (z. B. Standard-Brückengleichrichter 1N4007 oder B80C1500)

Beispiel 2: Schottky-Gleichrichtung für Kleinspannungsversorgung

Für eine effiziente 24-V-Kleinspannungsversorgung mit $I_{\text{load}} = 1{,}5,\text{A}$ an $24,\text{V}_{\text{eff}}$ ($50,\text{Hz}$) soll die Restwelligkeit auf unter $1{,}5,\text{V}$ begrenzt werden.

Berechnung mit dem Brückengleichrichter-Rechner:

  • Mit Schottky-Dioden ($V_f = 0{,}3,\text{V}$) sinkt der Spannungsabfall der Brücke auf nur $0{,}6,\text{V}$.
  • Erforderliche Glättungskapazität: $C = \frac{1{,}5,\text{A}}{100,\text{Hz} \cdot 1{,}5,\text{V}} = 10000,\mu\text{F}$.
  • Spitzenwert der Wechselspannung: $U_{\text{peak}} = 24,\text{V} \cdot \sqrt{2} \approx 33{,}94,\text{V}$.
  • Ausgangsgleichspannung: $U_{\text{DC}} \approx 33{,}94,\text{V} - 0{,}6,\text{V} - 0{,}75,\text{V} \approx 32{,}59,\text{V}$.

Wichtige Praxishinweise für die Netzteilauslegung

Beim Schaltungsentwurf mit dem Brückengleichrichter-Rechner sollten folgende elektrotechnische Faktoren berücksichtigt werden:

  • Einschaltstromstoß (Inrush Current): Beim Einschalten ist der Glättungskondensator ungeladen und wirkt wie ein kurzzeitiger Kurzschluss. Die Gleichrichterdioden müssen einen ausreichend hohen periodischen Spitzenstrom ($I_{\text{FRM}}$) und Stoßstrom ($I_{\text{FSM}}$) aushalten.
  • Spannungsfestigkeit des Siebelkos: Wählen Sie die Nennspannung des Elektrolytkondensators mit mindestens 25 % bis 50 % Sicherheitsmarge über $U_{\text{peak}}$. Bei $16{,}97,\text{V}$ Spitzenspannung ist ein 25-V- oder 35-V-Typ ratsam.
  • Verlustleistung und Kühlung: Die in der Gleichrichterbrücke in Wärme umgesetzte Verlustleistung beträgt näherungsweise $P_{\text{loss}} \approx 2 \cdot V_f \cdot I_{\text{load}}$. Bei höheren Strömen ist ein Kühlkörper für den Gleichrichterbaustein unverzichtbar.
  • Transformator-Innenwiderstand: Unter Last bricht die Sekundärspannung des Transformators je nach Innenwiderstand leicht ein. Führen Sie im Brückengleichrichter-Rechner stets Worst-Case-Berechnungen durch.

Typische Anwendungsbereiche des Brückengleichrichter-Rechners

Der universelle Brückengleichrichter-Rechner unterstützt Elektroniker in zahlreichen Anwendungsfeldern:

  • Klassische Linearnetzteile: Dimensionierung von Transformator, Gleichrichterbrücke und Siebelko vor Linearreglern (z. B. LM317, 78xx-Serie).
  • Audio- und HiFi-Verstärker: Auslegung brummarmer Netzteile mit hoher Siebkapazität für saubere Versorgungsspannungen.
  • Akkuladeschaltungen: Berechnung von Ladegleichrichtern für Blei-Säure-, Gel- und LiFePO4-Batterien.
  • Industrielle Steuerungen: Gleichrichtung von 24-V-Wechselspannung für Relais, Schütze und Sensorbaugruppen.
  • Schulung und Labor: Anschauliche Demonstration der Wechselwirkung zwischen Laststrom, Kapazität und Brummspannung im Brückengleichrichter-Rechner.

Häufige Fragen zu Brückengleichrichter-Rechner

Wie berechnet der Brückengleichrichter-Rechner die DC-Ausgangsspannung?

Der Brückengleichrichter-Rechner ermittelt die Spitzenspannung aus dem AC-Effektivwert (U_peak = U_eff · √2) und zieht den zweifachen Spannungsabfall der leitenden Dioden ab (2 · Vf). Mit Glättungskondensator ergibt sich die mittlere Gleichspannung näherungsweise zu U_DC = U_peak - 2·Vf - (U_ripple / 2).

Warum fällt bei einem Brückengleichrichter die doppelte Diodenspannung (2 · Vf) ab?

In einer Graetz-Brückenschaltung fließt der Laststrom in jeder Halbwelle stets über zwei in Reihe liegende Dioden (eine Diode auf dem Hinweg, eine auf dem Rückweg). Bei Siliziumdioden mit je ca. 0,7 V Flussspannung beträgt der Gesamtspannungsverlust daher ca. 1,4 V, bei Schottky-Dioden ca. 0,6 V.

Wie wird die Brummspannung (Restwelligkeit) berechnet?

Die Brummspannung (Spitze-Spitze) berechnet sich nach der Näherungsformel U_ripple = I_load / (2 · f · C). Da der Brückengleichrichter beide Halbwellen nutzt, beträgt die Rippelfrequenz bei 50 Hz Netzfrequenz genau 100 Hz. Eine höhere Kapazität oder ein kleinerer Laststrom verringern die Restwelligkeit.

Welche Sperrspannung (PIV) müssen die Gleichrichterdioden aufweisen?

In einer Brückenschaltung muss jede Diode mindestens die einfache Spitzenspannung der Wechselspannung sperren können (PIV ≥ U_peak). Aus Sicherheitsgründen wird in der Praxis ein Sicherheitsfaktor von 1,5 bis 2,0 empfohlen, um Netzüberspannungen und Transienten sicher abzufangen.

Welche Faustformel gilt für die Dimensionierung des Glättungskondensators?

Eine bewährte Faustformel für lineare 50-Hz-Netzteile lautet 1.000 µF bis 2.200 µF Kapazität pro 1 A Laststrom. Dies führt typischerweise zu einer Restwelligkeit von unter 5 % bis 10 % der Ausgangsspannung, die sich anschließend bei Bedarf über Spannungsregler weiter stabilisieren lässt.

Werden meine eingegebenen Berechnungsdaten auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im Brückengleichrichter-Rechner erfolgen vollständig lokal und in Echtzeit in Ihrem Webbrowser. Es werden keinerlei Mess- oder Auslegungsdaten an externe Server übermittelt.