Breitschwelliger-Überfall-Rechner

Kostenloser Breitschwelliger-Überfall-Rechner: Berechnen Sie den Durchfluss im offenen Gerinne exakt aus Wehrbreite, Überfallhöhe und Überfallbeiwert (Cd).

92.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-11 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Breitschwelliger-Überfall-Rechner

Der Breitschwelliger-Überfall-Rechner ermöglicht die schnelle und präzise Ermittlung des Durchflusses im offenen Gerinne anhand Ihrer Messdaten aus dem Feld:

  1. Berechnungsmodus wählen — Wählen Sie Theoretisch, um mit dem idealen Grenztiefenbeiwert ($C_d = 0{,}5774$) zu rechnen, oder Korrigiert, um einen individuellen Überfallbeiwert einzugeben.
  2. Längeneinheit festlegen — Wählen Sie Meter (m), Zentimeter (cm) oder Fuß (ft). Das Tool rechnet alle Werte intern standardisiert in SI-Einheiten um.
  3. Wehrkronenbreite (L) eingeben — Tragen Sie die lichte Breite des Wehrs quer zur Fließrichtung ein.
  4. Überfallhöhe Oberwasser (H) eingeben — Geben Sie den Wasserstand oberhalb der Wehrkrone ein, gemessen im ungestörten Oberwasser.
  5. Überfallbeiwert (Cd) anpassen — Im korrigierten Modus können Sie den empirischen Beiwert festlegen (Standardwert: $0{,}848$).
  6. Durchflusseinheit wählen — Wählen Sie die gewünschte Ausgabeeinheit aus (m³/s, L/s, ft³/s oder m³/h).
  7. Ergebnis ablesen — Der Breitschwelliger-Überfall-Rechner zeigt unmittelbar den Volumenstrom sowie die eingesetzte Berechnungsformel an.

Formel & hydraulische Grundlagen — Breitschwelliger-Überfall-Rechner

Die Durchflussberechnung im Breitschwelliger-Überfall-Rechner basiert auf der klassischen Abflussgleichung für Breitkronenwehre nach der Grenztiefentheorie:

Q = Cd · L · √g · H^(3/2)
SymbolHydraulische BedeutungSI-Einheit
QDurchfluss / Volumenstrom$\text{m}^3/\text{s}$
CdÜberfallbeiwert (Durchflussbeiwert)dimensionslos
LWirksame Wehrkronenbreite$\text{m}$
gErdbeschleunigung ($9{,}81$)$\text{m/s}^2$
HÜberfallhöhe über Wehrkrone im Oberwasser$\text{m}$

Herleitung über die Grenztiefe

Auf der Krone eines breitschwelligen Wehrs geht das strömende Wasser in schießenden Abfluss über. Dabei stellt sich die kritische Tiefe (Grenztiefe $y_{kr}$) ein. Nach dem Prinzip der spezifischen Energie gilt:

y_kr = (2/3) · H
v_kr = √(g · y_kr) = √(2/3 · g · H)
Q = L · y_kr · v_kr = L · (2/3 · H) · √(2/3 · g · H)
  = (2/3)^(3/2) · L · √g · H^(3/2)
  ≈ 0,5774 · L · √g · H^(3/2)

In der praktischen Wasserbau-Hydraulik führt das Berechnungsverfahren über den empirischen Beiwert $C_d$ eine Korrektur für Reibungsverluste, Grenzschichteffekte und die Krümmung der Stromfäden durch:

Cd_praxis ≈ 0,848  (scharfe Anströmkante, ebene Wehrkrone)

Hydraulische Voraussetzungen und Grenzen

  • Vollkommener Überfall: Das Unterwasser darf den Abfluss über die Wehrkrone nicht einstauen. Bei Rückstau ist der Abfluss unvollkommen.
  • Ungestörter Zustrom: Das Gerinne oberhalb des Wehrs sollte auf einer Länge von mindestens $10 \cdot H$ geradlinig und hindernisfrei sein.
  • Messpunkt der Überfallhöhe: Der Wasserstand $H$ muss im Oberwasser außerhalb des Absenktrichters ermittelt werden.
  • Zulaufgeschwindigkeit: Bei sehr hohen Anströmgeschwindigkeiten im Gerinne ist die kinetische Energiehöhe zum Wasserstand hinzuzurechnen.

Das Berechnungsverfahren eignet sich für Entwurfsprüfungen, Feldmessungen und wasserbauliche Dimensionierungen.

Beispielrechnung im Breitschwelliger-Überfall-Rechner

Gegeben sei ein breitschwelliges Wehr mit einer Kronenbreite von $L = 2{,}50,\text{m}$ und einer gemessenen Überfallhöhe von $H = 0{,}40,\text{m}$. Als Überfallbeiwert wird $C_d = 0{,}848$ gewählt.

  1. Werte einsetzen: $Q = 0{,}848 \cdot 2{,}50 \cdot \sqrt{9{,}81} \cdot (0{,}40)^{1{,}5}$
  2. Zwischenschritte berechnen:
    • $\sqrt{9{,}81} \approx 3{,}1321$
    • $(0{,}40)^{1{,}5} = 0{,}40 \cdot \sqrt{0{,}40} \approx 0{,}25298$
  3. Durchfluss ermitteln:
    • $Q = 0{,}848 \cdot 2{,}50 \cdot 3{,}1321 \cdot 0{,}25298 \approx 1{,}679,\text{m}^3/\text{s}$ ($1679,\text{L/s}$)

Mit dem Breitschwelliger-Überfall-Rechner erhalten Sie dieses Ergebnis in Sekundenbruchteilen mitsamt Einheitenumrechnung.

Typische Anwendungsbereiche für den Breitschwelliger-Überfall-Rechner

Der Breitschwelliger-Überfall-Rechner leistet wertvolle Dienste in verschiedenen Bereichen der Wasserwirtschaft:

  • Bewässerungskanäle & Melioration — Dimensionierung von Regulierungswehren und Dosierschwellen zur geregelten Wasserverteilung.
  • Hydrometrie & Abflussmessung — Zuverlässige Ermittlung von Abflussmengen in natürlichen Fließgewässern durch standardisierte Überfallmessungen.
  • Hochwasserschutz & Regenrückhaltebecken — Nachweis der Entlastungskapazität von Notüberläufen und Notentlastungswehren.
  • Siedlungswasserwirtschaft & Kläranlagen — Durchflusskontrolle an Beckenüberläufen, Trennbauwerken und Gerinneabstürzen.
  • Wasserbaulehre & hydraulische Modellierung — Anschauliche Demonstration von Grenztiefe und Freispiegelhydraulik für Studierende und Ingenieure.

Mit dem flexiblen Breitschwelliger-Überfall-Rechner führen Sie hydraulische Berechnungen schnell, normgerecht und zuverlässig durch.

Häufige Fragen zu Breitschwelliger-Überfall-Rechner

Was ist ein breitschwelliger Überfall?

Ein breitschwelliger Überfall ist ein Wehrbauwerk im offenen Gerinne mit einer in Fließrichtung ausgedehnten, flachen Krone. Auf der Wehrkrone stellt sich ein kritischer Abflusszustand (Grenztiefe) ein. Dadurch lässt sich der Durchfluss über die Oberwasser-Überfallhöhe zuverlässig bestimmen.

Welcher Überfallbeiwert (Cd) sollte verwendet werden?

Für ein horizontales Breitkronenwehr mit scharfer Anströmkante ist in der Praxis ein Beiwert von Cd ≈ 0,848 üblich. Der theoretische Beiwert für ideale Grenztiefenströmung beträgt 0,5774 (1/√3). Der Breitschwelliger-Überfall-Rechner erlaubt die Wahl beider Modi sowie benutzerdefinierter Werte.

Was unterscheidet den theoretischen vom korrigierten Durchfluss?

Der theoretische Durchfluss basiert auf dem idealen Beiwert (Cd = 0,5774) ohne Reibungsverluste. Der korrigierte Durchfluss nutzt einen praxisnahen Überfallbeiwert (typischerweise zwischen 0,84 und 0,90), der Energieverluste, Strahlkrümmung und Reibung berücksichtigt.

Wo muss die Überfallhöhe H gemessen werden?

Die Überfallhöhe H sollte im Oberwasser in einem Abstand von mindestens 2H bis 4H vor der Wehrkante gemessen werden, um Fehler durch die lokale Wasserspiegelabsenkung (Einschnürungsbereich) zu vermeiden.

Wann gilt die Formel für den breitschwelligen Überfall nicht?

Die Standardformel setzt einen vollkommenen (unbeeinflussten) Freispiegelabfluss voraus. Steigt der Unterwasserspiegel so weit an, dass die Wehrkrone eingestaut wird (unvollkommener Überfall), ist ein Rückstau-Korrekturbeiwert erforderlich.

Werden meine eingegebenen Daten gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Breitschwelliger-Überfall-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser. Es werden keine Messdaten übertragen oder gespeichert.