Kalibrierkurven-Rechner

Erstellen Sie mit dem Kalibrierkurven-Rechner eine lineare Kalibriergerade per Regression: Steigung, Achsenabschnitt, R² und Probenkonzentration berechnen.

974.4K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-06 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Kalibrierkurven-Rechner

Der Kalibrierkurven-Rechner ermittelt aus gemessenen Standard-Datenpunkten per linearer Regression die mathematische Kalibriergerade der Form $y = mx + b$. Zudem berechnet der Rechner aus dem Messsignal einer unbekannten Probe automatisch die zugehörige Konzentration.

  1. Standard-Messpunkte eingeben – Tragen Sie die bekannte Konzentration ($x$) und das gemessene Gerätesignal ($y$) für jeden Kalibrierstandard in die Tabelle ein. Mit der Schaltfläche + Datenpunkt hinzufügen lassen sich weitere Zeilen ergänzen.
  2. Regressionsparameter ablesen – Der Kalibrierkurven-Rechner liefert unmittelbar die Steigung $m$, den Achsenabschnitt $b$, das Bestimmtheitsmaß $R^2$ sowie die vollständige Geradengleichung.
  3. Signal der unbekannten Probe erfassen – Geben Sie den gemessenen Signalwert ($y$) Ihrer unbekannten Analysenprobe in das untere Eingabefeld ein.
  4. Probenkonzentration ermitteln – Durch Umstellung nach $x = \frac{y - b}{m}$ berechnet das Tool die exakte Konzentration der Probe.

Formeln & mathematische Methodik – Kalibrierkurven-Rechner

Der Kalibrierkurven-Rechner verwendet das Standardverfahren der gewöhnlichen kleinsten Quadrate (Ordinary Least Squares, OLS) zur Bestimmung der Regressionsgeraden:

Geradengleichung:              y = mx + b
Steigung (Slope):             m = (n·Σxy − Σx·Σy) / (n·Σx² − (Σx)²)
Y-Achsenabschnitt (Intercept): b = (Σy − m·Σx) / n
Bestimmtheitsmaß (R²):        1 − (SSres / SStot)
Probenkonzentration:          x = (y − b) / m
ParameterBedeutung in der Analytik
$x$Bekannte Konzentration des Kalibrierstandards (z. B. mg/L, µmol/L)
$y$Gemessene Signalantwort des Geräts (Absorption, Peakfläche, Stromstärke)
$m$Steigung der Kalibriergeraden (analytische Empfindlichkeit des Verfahrens)
$b$Y-Achsenabschnitt (Geräte-Blindwert bzw. Hintergrundsignal bei $x = 0$)
$R^2$Bestimmtheitsmaß ($0 \le R^2 \le 1$, Maß für die Güte der Linearität)
$n$Anzahl der in die Regression einbezogenen Standardpunkte

Voraussetzungen und Grenzen der linearen Modellierung

  • Linearer Arbeitsbereich: Das Messsystem muss innerhalb des gewählten Konzentrationsintervalls ein lineares Ansprechverhalten zeigen (z. B. Gültigkeit des Lambert-Beerschen Gesetzes).
  • Vermeidung von Extrapolation: Probenmesswerte sollten idealerweise innerhalb des durch die Standards abgedeckten Bereichs liegen.
  • Homogene Varianz: Das Berechnungsmodell setzt näherungsweise gleiche Streuungen über den gesamten Kalibrierbereich voraus (Homoskedastizität).

Anwendungsbereiche für den Kalibrierkurven-Rechner

In der instrumentellen Analytik und Qualitätssicherung ist der Kalibrierkurven-Rechner ein unverzichtbares Hilfsmittel:

  • Photometrie & UV-Vis-Spektroskopie: Quantitative Bestimmung von Farbstoffen, Proteinen und Metallkomplexen über Extinktionswerte.
  • Chromatographie (HPLC, GC, IC): Verknüpfung von Peakflächen oder Peakhöhen mit Wirkstoffkonzentrationen in Pharmazie und Umweltanalytik.
  • Atomspektroskopie (AAS, ICP-OES): Elementbestimmung von Spurenmetallen in wässrigen und aufgeschlossenen Proben.
  • Bioanalytik & ELISA-Tests: Auswertung optischer Dichten aus Mikrotiterplatten für Antikörper- und Hormonbestimmungen.
  • Laborpraktika in Ausbildung und Studium: Schnelle Überprüfung von Übungsaufgaben und Regressionsanalysen im Chemiestudium.

Dank automatisierter Auswertung im Kalibrierkurven-Rechner entfallen fehleranfällige manuelle Berechnungen bei der täglichen Laborarbeit.

Häufige Fragen zu Kalibrierkurven-Rechner

Wie berechnet der Kalibrierkurven-Rechner die lineare Regression?

Der Kalibrierkurven-Rechner verwendet die Methode der kleinsten Quadrate (Ordinary Least Squares, OLS): Steigung m = (n·Σxy − Σx·Σy) / (n·Σx² − (Σx)²) und Achsenabschnitt b = (Σy − m·Σx) / n. Das Bestimmtheitsmaß R² wird aus den Residuen berechnet.

Wie viele Standard-Datenpunkte sind für eine Kalibrierkurve erforderlich?

Mathematisch genügen 2 Punkte für eine Gerade. In der chemischen und physikalischen Analytik werden jedoch 5 bis 10 Standardpunkte empfohlen, um statistische Messunsicherheiten zu minimieren.

Werden meine eingegebenen Messdaten online gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Kalibrierkurven-Rechner finden direkt lokal in Ihrem Webbrowser statt. Es werden keine Messwerte an externe Server übertragen.

Welche Aussagekraft hat das Bestimmtheitsmaß R² im Kalibrierkurven-Rechner?

Das Bestimmtheitsmaß R² gibt an, welcher Anteil der Varianz des Messsignals durch die lineare Regression erklärt wird. In der quantitativen Analytik wird üblicherweise ein Wert von R² ≥ 0,99 für verlässliche Kalibrierungen angestrebt.