DNA-Kopienanzahl-Rechner

Berechnen Sie die DNA-Kopienanzahl aus Sequenzlänge (bp/kb) und Masse (pg, ng, µg) für dsDNA und ssDNA. Präzise Umrechnung für qPCR, Plasmide und Standards.

875.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-04-29 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den DNA-Kopienanzahl-Rechner

Der DNA-Kopienanzahl-Rechner ermöglicht die schnelle und fehlerfreie Umrechnung zwischen der Masse einer DNA-Probe und der exakten Anzahl enthaltener DNA-Moleküle (Kopien). Um die Berechnung durchzuführen, wählen Sie zunächst den gewünschten Modus: entweder die Umrechnung von einer gemessenen DNA-Masse in die Kopienanzahl oder die Ermittlung der erforderlichen DNA-Masse für eine vorgegebene Ziel-Kopienanzahl.

Geben Sie im Eingabefeld die Sequenzlänge Ihres DNA-Fragments, PCR-Produkts oder Plasmids in Basenpaaren (bp) oder Kilobasen (kb) ein. Wählen Sie anschließend den passenden DNA-Typ: doppelsträngige DNA (dsDNA) für Plasmide, doppelsträngige PCR-Amplikons und genomische DNA oder einzelsträngige DNA (ssDNA) für Oligonukleotid-Primer, Sonden und einzelsträngige Phagen-DNA. Der DNA-Kopienanzahl-Rechner berechnet auf Basis der Avogadro-Konstante und des durchschnittlichen Nukleotidgewichts die exakte Molekülanzahl sowie alle Zwischenschritte in Echtzeit.

Formeln & mathematische Grundlagen im DNA-Kopienanzahl-Rechner

Die mathematische Grundlage im DNA-Kopienanzahl-Rechner basiert auf dem fundamentalen Zusammenhang zwischen Probenmasse, molarer Masse des Moleküls und der Avogadro-Konstante ($N_A = 6{,}02214076 \times 10^{23} \text{ mol}^{-1}$).

1. Berechnung der Kopienanzahl aus der DNA-Masse

Wenn die Masse $m$ der DNA-Probe bekannt ist, ermittelt das System die Kopienzahl $N$ über die folgende Beziehung:

$$\text{Kopienanzahl} = \frac{m \times N_A}{M_{\text{DNA}}}$$

Hierbei repräsentiert $M_{\text{DNA}}$ die molare Masse des gesamten DNA-Moleküls:

  • Doppelsträngige DNA (dsDNA): $M_{\text{dsDNA}} = \text{Länge (bp)} \times 660 \text{ g/mol}$ (durchschnittliche Masse eines Basenpaars inklusive Phosphat-Desoxyribose-Rückgrat).
  • Einzelsträngige DNA (ssDNA): $M_{\text{ssDNA}} = \text{Länge (nt)} \times 330 \text{ g/mol}$ (durchschnittliche Masse eines einzelnen Desoxyribonukleotids).

Wird die Masse laborüblich in Nanogramm (ng) angegeben, verwendet der DNA-Kopienanzahl-Rechner die standardisierte Formel:

$$\text{Kopienanzahl} = \frac{\text{Masse (ng)} \times 6{,}022 \times 10^{23}}{\text{Länge (bp)} \times 10^9 \times 660 \text{ g/mol}}$$

2. Berechnung der benötigten DNA-Masse aus der Ziel-Kopienzahl

Möchten Sie eine definierte Anzahl an Kopien für eine Verdünnungsstufe herstellen, stellt der Rechner die Gleichung nach der Probenmasse um:

$$\text{Erforderliche Masse (ng)} = \frac{\text{Ziel-Kopienanzahl} \times \text{Länge (bp)} \times 660 \text{ g/mol} \times 10^9}{6{,}022 \times 10^{23}}$$

Typische Anwendungsbereiche für den DNA-Kopienanzahl-Rechner

In der Laborpraxis molekularbiologischer Forschungseinrichtungen, Diagnostiklabore und universitären Institute unterstützt der DNA-Kopienanzahl-Rechner vielseitige Arbeitsabläufe:

  • Absolute Quantifizierung in der qPCR & dPCR: Zur exakten Herstellung von Standardkurven mit definierten Kopienzahlen pro Mikroliter zur Bestimmung unbekannter Probenkonzentrationen.
  • Next-Generation Sequencing (NGS): Präzise Einstellung der molaren Konzentration und Molekülmengen bei der Erstellung von NGS-Bibliotheken vor der Sequenzierung.
  • Molekulare Klonierung: Berechnung optimaler molarer Verhältnisse zwischen Vektor und Insert für hocheffiziente Ligationsreaktionen.
  • Virale Last und Genkopienanalyse: Zuverlässige Quantifizierung viraler Genome und Bestimmung von Gen-Duplikationen in genomischen DNA-Proben.

Praktisches Rechenbeispiel: qPCR-Plasmidstandard

Ein Plasmid mit Insert weist eine Gesamtlänge von 4.500 bp auf. Eine spektrophotometrische Messung ergibt eine Konzentration von 20 ng/µl. Wie viele Kopien enthält 1 µl dieser DNA-Lösung?

  1. Molare Masse des Plasmids: $4.500 \times 660 \text{ g/mol} = 2.970.000 \text{ g/mol}$.
  2. Einwaage pro Mikroliter: $20 \text{ ng} = 20 \times 10^{-9} \text{ g}$.
  3. Stoffmenge: $n = \frac{20 \times 10^{-9} \text{ g}}{2{,}97 \times 10^6 \text{ g/mol}} \approx 6{,}734 \times 10^{-15} \text{ mol}$.
  4. Kopienanzahl: $N = 6{,}734 \times 10^{-15} \text{ mol} \times 6{,}02214 \times 10^{23} \approx 4{,}055 \times 10^9 \text{ Kopien}$.

Mit dem DNA-Kopienanzahl-Rechner erhalten Sie diesen Wert unmittelbar und können die anschließenden 10-fachen Verdünnungsstufen für Ihre Kalibriergerade direkt vorbereiten.

Häufige Fehlerquellen bei der Bestimmung der Kopienzahl

Für verlässliche Ergebnisse sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Reinheit der DNA: Verunreinigungen durch RNA, freie Nukleotide oder Lösungsmittel (z. B. Phenol, Ethanol) können photometrische Messungen (Nanodrop) verfälschen. Fluorometrische Methoden (wie Qubit) liefern oft präzisere Massenwerte.
  • Vektor- und Gesamtlänge: Achten Sie bei Plasmiden darauf, die vollständige Konstruktlänge (Vektorrückgrat plus Klonierungsinsert) einzutragen.
  • Unspezifische Bindung an Gefäßwände: Bei hochverdünnten Standardreihen ($< 10^3 \text{ Kopien/µl}$) empfiehlt sich die Verwendung von Low-Binding-Reaktionsgefäßen und Träger-Nukleinsäuren (z. B. tRNA oder poly-A-RNA), um Adsorptionsverluste zu minimieren.

Häufige Fragen zu DNA-Kopienanzahl-Rechner

Was berechnet dieser DNA-Kopienanzahl-Rechner?

Das Tool rechnet präzise zwischen der DNA-Masse (in pg, ng, µg) und der absoluten Anzahl an DNA-Molekülen (Kopienzahl) anhand der Fragmentlänge in Basenpaaren um.

Welches Molekulargewicht wird für dsDNA und ssDNA zugrunde gelegt?

Für doppelsträngige DNA (dsDNA) gilt ein Standardwert von durchschnittlich 660 g/mol pro Basenpaar (bp), für einzelsträngige DNA (ssDNA) 330 g/mol pro Nukleotid (nt).

Wie erstelle ich mit der Kopienanzahl eine qPCR-Standardkurve?

Ermitteln Sie die Kopienanzahl Ihrer Stammlösung (z. B. Plasmid-DNA) pro Mikroliter und führen Sie serielle 1:10-Verdünnungsstufen (z. B. von 10^7 bis 10^2 Kopien/µl) durch.

Werden meine eingegebenen Daten oder Sequenzlängen gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen erfolgen vollständig lokal im Browser. Es werden keinerlei Messwerte, Sequenzlängen oder persönliche Daten an externe Server übertragen.