Hämatomvolumen-Rechner

Berechnen Sie das Hämatomvolumen bei intrazerebralen Blutungen (ICB) schnell und präzise mit der ABC/2-Formel anhand von CT-Schichtdicke und Durchmessern.

999.9K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-06 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Hämatomvolumen-Rechner

Der Hämatomvolumen-Rechner ermöglicht die rasche und zuverlässige Abschätzung des Blutungsvolumens bei intrazerebralen Blutungen (ICB) auf Basis von CT-Bildern. Für die korrekte Bestimmung geben Sie die radiologischen Messwerte der Computertomographie in die Eingabefelder ein:

  1. Maximaler Durchmesser A: Messen Sie auf der axialen CT-Schicht mit der größten Blutungsausdehnung den längsten Durchmesser in Zentimetern (oder Millimetern).
  2. Senkrechter Durchmesser B: Ermitteln Sie auf exakt derselben CT-Schicht den größten Durchmesser senkrecht (im 90°-Winkel) zu Durchmesser A.
  3. Schichtanzahl: Zählen Sie die Anzahl der axialen Schichten, auf denen das Hämatom sichtbar dargestellt ist.
  4. Schichtdicke: Geben Sie die Schichtdicke Ihres CT-Datensatzes an (typischerweise 5 mm bzw. 0,5 cm bei Standard-Reformatierungen).

Sobald alle Parameter erfasst sind, ermittelt der Hämatomvolumen-Rechner automatisch die kraniokaudale Ausdehnung C sowie das gesamte Hämatomvolumen in Millilitern (ml) bzw. cm³. Der Hämatomvolumen-Rechner zeigt Ihnen neben dem Hauptergebnis auch die eingesetzten Zwischenschritte an, um maximale Transparenz bei der radiologischen Überprüfung zu gewährleisten.

Die ABC/2-Formel: Mathematische Grundlagen und CT-Parameter

Die Berechnung basiert auf der klassischen Kothari-Formel (ABC/2-Methode), die ein Hämatom geometrisch als Rotationsellipsoid approximiert. Der Hämatomvolumen-Rechner verwendet folgende Formel:

Hämatomvolumen (ml) = (A × B × C) / 2

Hierbei stehen die einzelnen Variablen für standardisierte Messgrößen:

  • A (Länge in cm): Größter axialer Hämatomdurchmesser.
  • B (Breite in cm): Größter dazu rechtwinkliger Durchmesser auf derselben Schicht.
  • C (Höhe in cm): Kraniokaudale Gesamtausdehnung, berechnet als Anzahl der Schichten × Schichtdicke (in cm).

Da das Volumen eines idealen Ellipsoids mathematisch durch die Formel (4/3) × π × (A/2) × (B/2) × (C/2) ≈ 0,523 × A × B × C definiert ist, vereinfacht der Faktor 1/2 = 0,5 die Berechnung erheblich, ohne an klinischer Aussagekraft einzubüßen. Der Hämatomvolumen-Rechner führt eventuell notwendige Einheitenumrechnungen zwischen Millimetern und Zentimetern automatisch im Hintergrund durch.

Schritt-für-Schritt-Beispiel zur Volumenberechnung

Ein Patient mit akutem Verdacht auf Schlaganfall erhält ein Notfall-CT des Schädels. Die radiologische Vermessung der intrazerebralen Blutung ergibt folgende Werte:

  • Maximaler Durchmesser A = 4,2 cm
  • Senkrechter Durchmesser B = 3,0 cm
  • Schichtanzahl mit Hämatomdarstellung = 6 Schichten
  • Schichtdicke = 0,5 cm (5 mm)

Daraus ergibt sich für die Höhe C:

C = 6 × 0,5 cm = 3,0 cm

Eingesetzt in den Hämatomvolumen-Rechner:

Hämatomvolumen = (4,2 cm × 3,0 cm × 3,0 cm) / 2 = 37,8 / 2 = 18,9 ml

Das resultierende Hämatomvolumen von 18,9 ml liegt unterhalb der 30-ml-Schwelle, was für die neurologische Risikostratifizierung und das intensivmedizinische Monitoring von entscheidender Bedeutung ist. Mit dem Hämatomvolumen-Rechner können solche Fallkonstellationen im klinischen Alltag sekundenschnell überprüft werden.

Klinische Bedeutung des Hämatomvolumens und ICH-Score

Das initiale Blutungsvolumen ist einer der stärksten unabhängigen Prädiktoren für das funktionelle Outcome und die 30-Tage-Mortalität nach einer intrazerebralen Massenblutung. Der Hämatomvolumen-Rechner unterstützt medizinisches Fachpersonal und Studierende dabei, diese zentrale Kennzahl rasch einzuordnen:

  • ICH-Score (Hemphill et al.): Ein Hämatomvolumen $\ge$ 30 ml vergibt 1 Punkt im ICH-Score, während ein Volumen < 30 ml mit 0 Punkten bewertet wird.
  • Raumforderungseffekt und Mittellinienverlagerung: Größere Blutungen führen zu perifokalem Ödem, erhöhtem intrakraniellen Druck (ICP) und drohender Einklemmung.
  • Indikation für operative Entlastung: Bei supratentoriellen Hämatomen mit erheblichem Masseneffekt oder Kleinhirnblutungen über 3 cm Durchmesser liefert der Hämatomvolumen-Rechner wertvolle Orientierungswerte für neurochirurgische Konsile.

Typische Anwendungsbereiche für den Hämatomvolumen-Rechner

Der Hämatomvolumen-Rechner findet in zahlreichen akademischen und klinischen Kontexten Anwendung:

  • Notaufnahme und Stroke Unit: Schnelle Einschätzung des Schweregrads bei Eintreffen des Notfall-CTs.
  • Verlaufskontrollen bei Hämatomexpansion: Ein Nachbluten (Expansion des Hämatoms um > 33 % oder > 6 ml im Kontroll-CT innerhalb von 24 Stunden) lässt sich mit dem Hämatomvolumen-Rechner präzise quantifizieren.
  • Medizinstudium und Facharztweiterbildung: Anschauliches Erlernen der radiologischen Schnittbilddiagnostik und Volumenbestimmung.
  • Wissenschaftliche Studien: Schnelle manuelle Plausibilitätsprüfung von Bildgebungsdaten in Registern und klinischen Studien.

Grenzen der ABC/2-Methode und Fehlerquellen

Obwohl der Hämatomvolumen-Rechner ein unverzichtbares Hilfsmittel darstellt, sollten Anwender die methodischen Grenzen beachten:

  • Unregelmäßige Hämatomkonfigurationen: Bei multifokalen, gelappten oder hantelförmigen Blutungen kann die Ellipsoid-Annahme ungenau sein.
  • Subdurale und epidurale Hämatome: Für sickernde subdurale Hämatome (SDH) oder sichelförmige Blutungen ist die modifizierte Formel ABC/2 bzw. ABC/3 differenziert zu betrachten.
  • Schichtgewichtung: In Schichten, in denen das Hämatom nur marginal angeschnitten ist (< 25 % der Maximalfläche), empfiehlt sich in der Feindiagnostik eine Schichtgewichtung von 0.

Der Hämatomvolumen-Rechner dient der schnellen Orientierung und Ausbildung. Er ersetzt keine vollumfängliche ärztliche Befundung, 3D-Volumetrie oder klinische Gesamtbeurteilung des Patienten.

Häufige Fragen zu Hämatomvolumen-Rechner

Was ist die ABC/2-Formel zur Bestimmung des Hämatomvolumens?

Die ABC/2-Formel ist eine klinisch validierte radiologische Schnellmethode zur näherungsweisen Berechnung des Volumens einer intrazerebralen Blutung (ICB) im kranialen Computertomogramm (cCT). Sie modelliert das Hämatom vereinfacht als Ellipsoid.

Wie werden die Parameter A, B und C auf den CT-Schichten ermittelt?

Parameter A ist der größte gemessene Durchmesser der Blutung auf der Schicht mit der maximalen Ausdehnung. Parameter B ist der senkrechte Durchmesser (im 90-Grad-Winkel zu A) auf derselben Schicht. Parameter C entspricht der kraniokaudalen Ausdehnung, berechnet aus der Anzahl blutungstragender Schichten multipliziert mit der Schichtdicke.

Ab welchem Hämatomvolumen gilt eine intrazerebrale Blutung als kritisch?

In der Notfallneurologie und Neurochirurgie gilt ein Hämatomvolumen von über 30 ml (bzw. cm³) als prognostisch relevanter Schwellenwert. Ein Volumen ab 30 ml ist ein Kriterium im ICH-Score und geht mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko einher.

Wie präzise ist der Hämatomvolumen-Rechner im Vergleich zur 3D-Volumetrie?

Bei typischen ellipsoid- oder kugelförmigen intrazerebralen Blutungen zeigt der Hämatomvolumen-Rechner eine hervorragende Korrelation mit aufwendigen planimetrischen 3D-Segmentierungen. Bei stark zerklüfteten oder unregelmäßigen Einblutungen kann die Formel das Volumen leicht überschätzen.

Müssen die CT-Messwerte in Zentimetern oder Millimetern eingegeben werden?

Die Formel setzt Maße in Zentimetern (cm) voraus, damit das berechnete Hämatomvolumen unmittelbar in Kubikzentimetern (cm³) bzw. Millilitern (ml) ausgegeben wird. Der Hämatomvolumen-Rechner rechnet Millimeter-Eingaben automatisch in Zentimeter um.

Werden bei der Nutzung des Rechners Patientendaten gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Hämatomvolumen-Rechner laufen rein lokal in Ihrem Webbrowser ab. Es werden keinerlei Messwerte oder persönliche Daten an externe Server übertragen.