Linsenschleifer-Formel-Rechner

Berechnen Sie mit der Linsenschleifer-Formel Brennweite und Brechkraft dünner Linsen aus Brechungsindex sowie Krümmungsradien – schnell, präzise und online.

990.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-09 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Linsenschleifer-Formel-Rechner

Der Linsenschleifer-Formel-Rechner ermöglicht die schnelle und präzise Bestimmung der Brennweite sowie der optischen Brechkraft (in Dioptrien) für sphärische Linsen. Anhand weniger grundlegender Parameter ermitteln Sie die Abbildungseigenschaften optischer Komponenten:

  1. Brechungsindex ($n$) eingeben — Tragen Sie den Brechungsindex des Linsenmaterials relativ zum umgebenden Medium (in der Regel Luft mit $n_0 \approx 1{,}0$) in den Linsenschleifer-Formel-Rechner ein (z. B. $n = 1{,}52$ für Kronglas oder $n = 1{,}59$ für Polycarbonat).
  2. Krümmungsradius der ersten Fläche ($R_1$) festlegen — Geben Sie den Krümmungsradius der lichteintretenden Vorderfläche ein und wählen Sie die passende Einheit (z. B. Millimeter oder Zentimeter).
  3. Krümmungsradius der zweiten Fläche ($R_2$) festlegen — Geben Sie den Krümmungsradius der austretenden Rückfläche unter Beachtung des korrekten Vorzeichens ein.
  4. Vorzeichen prüfen — Beachten Sie die optische Vorzeichenkonvention: Eine konvexe Eintrittsfläche hat $R_1 > 0$, eine konvexe Austrittsfläche bei einer Bikonvexlinse $R_2 < 0$. Für plane Flächen setzen Sie einen sehr großen Radius bzw. $1/R = 0$ ein.
  5. Ergebnisse sofort ablesen — Der Linsenschleifer-Formel-Rechner gibt unmittelbar die resultierende Brennweite ($f$), die optische Brechkraft ($D$ in $\text{dpt}$) sowie die Klassifizierung als Sammellinse (konvergent) oder Zerstreuungslinse (divergent) aus.

Formeln & physikalische Grundlagen im Linsenschleifer-Formel-Rechner

Die Linsenschleifer-Formel (auch Linsenmachergleichung oder englisch Lens Maker’s Equation) bildet das Fundament der geometrischen Optik und beschreibt, wie die geometrische Form einer Linse zusammen mit ihrem Brechungsindex die Brennweite bestimmt.

1. Grundformel für dünne Linsen

Für eine dünne Linse in Luft ($n_0 = 1$) nutzt der Linsenschleifer-Formel-Rechner die klassische Beziehung:

$$\frac{1}{f} = (n - 1) \left( \frac{1}{R_1} - \frac{1}{R_2} \right)$$

Die optische Brechkraft $D$ (auch Brechwert $P$) in Dioptrien ($\text{dpt} = \text{m}^{-1}$) ist definiert als:

$$D = \frac{1}{f}$$

Liegt die Linse in einem umgebenden Medium mit Brechungsindex $n_{\text{med}}$ (z. B. in Wasser mit $n_{\text{med}} \approx 1{,}333$), wird der relative Brechungsindex $n_{\text{rel}} = \frac{n_{\text{Linse}}}{n_{\text{med}}}$ eingesetzt:

$$\frac{1}{f} = \left( \frac{n_{\text{Linse}}}{n_{\text{med}}} - 1 \right) \left( \frac{1}{R_1} - \frac{1}{R_2} \right)$$

2. Erweiterte Linsenschleifer-Formel für dicke Linsen

Bei realen Linsen mit merklichen Mittendicken ($d$) erweitert sich die Beziehung um einen Korrekturterm für die Linsendicke:

$$\frac{1}{f} = (n - 1) \left( \frac{1}{R_1} - \frac{1}{R_2} + \frac{(n - 1) \cdot d}{n \cdot R_1 \cdot R_2} \right)$$

3. Übersicht der Linsengeometrien & Vorzeichenkonvention

LinsentypGeometrische FormVorzeichen $R_1$Vorzeichen $R_2$Optische Wirkung ($f$)
BikonvexBeidseitig nach außen gewölbt$R_1 > 0$$R_2 < 0$Sammellinse ($f > 0$)
PlankonvexVorne gewölbt, hinten plan$R_1 > 0$$R_2 = \infty$ ($1/R_2 = 0$)Sammellinse ($f > 0$)
BikonkavBeidseitig nach innen gewölbt$R_1 < 0$$R_2 > 0$Zerstreuungslinse ($f < 0$)
PlankonkavVorne plan, hinten nach innen$R_1 = \infty$$R_2 > 0$Zerstreuungslinse ($f < 0$)
Meniskus (konvergent)Sammelmeniskus (durchgebogen)$R_1 > 0$$R_2 > 0$ ($R_1 < R_2$)Sammellinse ($f > 0$)
Meniskus (divergent)Zerstreuungsmeniskus$R_1 > 0$$R_2 > 0$ ($R_1 > R_2$)Zerstreuungslinse ($f < 0$)

4. Typische Brechungsindizes optischer Werkstoffe

MaterialBrechungsindex ($n$ bei $589,\text{nm}$)Typischer Einsatzbereich
Luft$1{,}0003$Standard-Referenzmedium
Wasser$1{,}333$Fluidoptik, Unterwasseroptik
Acrylglas (PMMA)$1{,}491$Kostengünstige Kunststoffoptiken
Kronglas (BK7 / N-BK7)$1{,}517$Standardgläser für Labor- und Präzisionsoptik
Brillenglas (Standard CR-39)$1{,}498$Klassische Kunststoff-Brillengläser
Polycarbonat$1{,}586$Bruchfeste Brillengläser, Schutzbrillen
Flintglas (SF11)$1{,}785$Hochbrechende Linsen, Achromate
Diamant$2{,}417$Hochleistungsoptik, Laseranwendungen

Praxisbeispiele zur Berechnung mit dem Linsenschleifer-Formel-Rechner

Beispiel 1: Symmetrische Bikonvexlinse aus Kronglas (BK7)

Eine symmetrische Bikonvexlinse aus Kronglas mit Brechungsindex $n = 1{,}50$ besitzt beidseitige Krümmungsradien von $100,\text{mm}$.

  • $R_1 = +100,\text{mm} = +0{,}1,\text{m}$
  • $R_2 = -100,\text{mm} = -0{,}1,\text{m}$

Berechnung im Linsenschleifer-Formel-Rechner: $$\frac{1}{f} = (1{,}50 - 1) \cdot \left( \frac{1}{100,\text{mm}} - \frac{1}{-100,\text{mm}} \right) = 0{,}50 \cdot \frac{2}{100,\text{mm}} = \frac{1}{100,\text{mm}}$$

  • Brennweite: $f = +100,\text{mm} = +0{,}1,\text{m}$
  • Brechkraft: $D = \frac{1}{0{,}1,\text{m}} = +10{,}0,\text{dpt}$ (Sammellinse)

Beispiel 2: Bikonkave Zerstreuungslinse aus Flintglas

Eine Zerstreuungslinse aus Flintglas ($n = 1{,}60$) weist Krümmungsradien von $R_1 = -150,\text{mm}$ und $R_2 = +150,\text{mm}$ auf.

Berechnung im Linsenschleifer-Formel-Rechner: $$\frac{1}{f} = (1{,}60 - 1) \cdot \left( \frac{1}{-150,\text{mm}} - \frac{1}{150,\text{mm}} \right) = 0{,}60 \cdot \left( -\frac{2}{150,\text{mm}} \right) = -\frac{1{,}2}{150,\text{mm}} = -\frac{1}{125,\text{mm}}$$

  • Brennweite: $f = -125,\text{mm} = -0{,}125,\text{m}$
  • Brechkraft: $D = \frac{1}{-0{,}125,\text{m}} = -8{,}0,\text{dpt}$ (Zerstreuungslinse)

Beispiel 3: Plankonvexe Kondensorlinse

Eine plankonvexe Linse aus optischem Glas ($n = 1{,}52$) mit vorderem Radius $R_1 = +50,\text{mm}$ und planer Rückseite ($R_2 = \infty$):

Berechnung im Linsenschleifer-Formel-Rechner: $$\frac{1}{f} = (1{,}52 - 1) \cdot \left( \frac{1}{50,\text{mm}} - 0 \right) = \frac{0{,}52}{50,\text{mm}} = \frac{1}{96{,}15,\text{mm}}$$

  • Brennweite: $f \approx +96{,}15,\text{mm} = +0{,}09615,\text{m}$
  • Brechkraft: $D = \frac{1}{0{,}09615,\text{m}} \approx +10{,}40,\text{dpt}$

Typische Anwendungsbereiche des Linsenschleifer-Formel-Rechners

Der Linsenschleifer-Formel-Rechner findet breite Anwendung in Industrie, Wissenschaft und Lehre:

  • Optikdesign und Prototyping — Schnelle Abschätzung von Einzellinsenbrennpunkten vor der detaillierten Simulation mit Raytracing-Software wie Zemax oder CODE V.
  • Augenoptik und Brillenfertigung — Berechnung der benötigten Krümmungsradien für Brillengläser zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten (Myopie, Hyperopie, Presbyopie).
  • Kamera- und Objektiventwicklung — Vordimensionierung von Linsengruppen, Kondensoren, Okularen und Kollimatorlinsen in optischen Systemen.
  • Laser- und Faseroptik — Auslegung von Fokussier- und Einkoppellinsen für Laserstrahlen und photonische Sensoren.
  • Akademische Lehre und Laborversuche — Schüler, Studierende und Dozenten nutzen den Linsenschleifer-Formel-Rechner zur Veranschaulichung der optischen Grundgesetze und zur Validierung von Laborversuchen.

Häufige Fragen zu Linsenschleifer-Formel-Rechner

Was berechnet der Linsenschleifer-Formel-Rechner?

Der Linsenschleifer-Formel-Rechner berechnet die Brennweite (f) und die optische Brechkraft (in Dioptrien, dpt) einer dünnen optischen Linse auf Basis des Brechungsindex des Linsenmaterials sowie der Krümmungsradien beider Linsenoberflächen.

Wie lautet die Vorzeichenkonvention für Krümmungsradien im Linsenschleifer-Formel-Rechner?

Die Vorzeichenkonvention orientiert sich an der Ausbreitungsrichtung des Lichts (von links nach rechts): Eine nach außen gewölbte (konvexe) Fläche hat einen positiven Radius (R1 > 0), während bei einer Bikonvexlinse die zweite Fläche nach innen gekrümmt ist (R2 < 0). Bei einer Bikonkavlinse gilt R1 < 0 und R2 > 0. Eine plane Fläche entspricht R = ∞ bzw. 1/R = 0.

Was ist der Unterschied zwischen der Linsenschleifer-Formel und der Linsengleichung?

Die Linsenschleifer-Formel beschreibt den konstruktiven Zusammenhang zwischen Material (Brechungsindex n), Geometrie (Radien R1, R2) und der resultierenden Brennweite f. Die Linsengleichung (1/f = 1/g + 1/b) setzt hingegen die fertige Brennweite mit Gegenstandsweite g und Bildweite b in Beziehung.

Wann muss die Linsendicke berücksichtigt werden (dicke vs. dünne Linse)?

Die Näherung für dünne Linsen gilt, wenn die Mittendicke d vernachlässigbar klein gegenüber den Krümmungsradien ist. Bei dicken Linsen oder Linsensystemen mit starker Mittendicke verschieben sich die Hauptebenen, sodass die erweiterte Linsenschleifer-Formel mit Dickenterm verwendet werden muss.

Wie rechnet der Linsenschleifer-Formel-Rechner Brennweite in Dioptrien um?

Die Brechkraft (Brechwert D) ist der Kehrwert der Brennweite in Metern (D = 1 / f in dpt = 1/m). Eine Sammellinse mit f = 100 mm (0,1 m) besitzt somit eine Brechkraft von +10 dpt, eine Zerstreuungslinse mit f = -200 mm (-0,2 m) entspricht -5 dpt.

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im Linsenschleifer-Formel-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser. Es werden keinerlei Messwerte oder Eingaben an externe Server übertragen.