Oxygenierungsindex-Rechner

Mit dem Oxygenierungsindex-Rechner bestimmen Sie den OI aus mittlerem Beatmungsdruck (MAP), FiO2 und PaO2 zur Schweregradbeurteilung bei Beatmung und ARDS.

848.8K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Oxygenierungsindex-Rechner

Der Oxygenierungsindex-Rechner ermöglicht die präzise Bestimmung des Oxygenierungsindex (OI) bei invasiv beatmeten Patienten. Um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten, tragen Sie die folgenden drei klinischen Beatmungsparameter in den Oxygenierungsindex-Rechner ein:

  1. Mittlerer Beatmungsdruck (MAP): Geben Sie den mittleren Atemwegsdruck in $\text{cmH}_2\text{O}$ ein. Dieser Wert wird direkt an der Beatmungsanzeige abgelesen.
  2. Inspiratorische Sauerstofffraktion (FiO₂): Tragen Sie die Sauerstoffkonzentration als Dezimalzahl ein. Raumluft entspricht $0{,}21$, eine Sauerstoffzufuhr von $50,%$ wird als $0{,}50$ und reiner Sauerstoff ($100,%$) als $1{,}0$ im Eingabefeld erfasst.
  3. Arterieller Sauerstoffpartialdruck (PaO₂): Tragen Sie den arteriellen Sauerstoffpartialdruck in $\text{mmHg}$ aus der aktuellen arteriellen Blutgasanalyse (BGA) ein.

Achten Sie bei der Eingabe im Oxygenierungsindex-Rechner stets darauf, dass die Blutgaswerte und die Beatmungseinstellungen zum gleichen Erfassungszeitpunkt gehören.

Formel und Methodik im Oxygenierungsindex-Rechner

Die mathematische Grundlage für den Oxygenierungsindex-Rechner basiert auf der international etablierten Standardformel der Intensivmedizin:

$$\text{OI} = \frac{\text{MAP} \times \text{FiO}_2 \times 100}{\text{PaO}_2}$$

Parameterübersicht

  • $\text{MAP}$ (Mean Airway Pressure): Mittlerer Beatmungsdruck in $\text{cmH}_2\text{O}$ (oder $\text{mbar}$).
  • $\text{FiO}_2$: Inspiratorische Sauerstoffkonzentration als Dezimalwert ($0{,}21$ bis $1{,}0$).
  • $\text{PaO}_2$: Arterieller Sauerstoffpartialdruck in $\text{mmHg}$.
  • Faktor 100: Skalierungsfaktor zur Umrechnung der fraktionellen $\text{FiO}_2$ in die standardisierte OI-Skala.

Steigt der mittlere Beatmungsdruck oder die Sauerstofffraktion bei gleichbleibendem oder fallendem $\text{PaO}_2$, erhöht sich der berechnete Index. Ein höherer Wert im Oxygenierungsindex-Rechner zeigt an, dass ein höherer Beatmungsdruck und mehr Sauerstoff aufgewendet werden müssen, um eine ausreichende arterielle Oxygenierung zu erzielen.

Nicht-invasive Alternative: Oxygenierungssättigungsindex (OSI)

Falls kein arterieller Katheter zur BGA-Entnahme vorhanden ist, lässt sich der nicht-invasive Surrogatparameter OSI bestimmen:

$$\text{OSI} = \frac{\text{MAP} \times \text{FiO}_2 \times 100}{\text{SpO}_2}$$

Der $\text{OSI}$ nutzt die pulsoxymetrische Sauerstoffsättigung ($\text{SpO}_2$) und ist besonders im linearen Bereich der Sauerstoffbindungskurve zwischen $88,%$ und $97,%$ aussagekräftig.

Klinische Interpretation und Schweregradeinteilung

Im intensivmedizinischen Alltag dient der Oxygenierungsindex-Rechner insbesondere in der Pädiatrie und Neonatologie zur objektiven Graduierung eines Lungenversagens (pARDS nach PALICC-Definition):

SchweregradOxygenierungsindex (OI)Oxygenierungssättigungsindex (OSI)Klinische Einordnung
Mildes pARDS$4 \le \text{OI} < 8$$5{,}0 \le \text{OSI} < 7{,}5$Lungenprotektive Beatmung, Optimierung von PEEP und Lagerung
Moderates pARDS$8 \le \text{OI} < 16$$7{,}5 \le \text{OSI} < 12{,}3$Eskalation der Beatmung, Überprüfung von Rekrutierungsmanövern
Schweres pARDS$\text{OI} \ge 16$$\text{OSI} \ge 12{,}3$Schwere Hypoxämie, Bauchlagerung, Erwägung von Muskelrelaxanzien
Kritischer Bereich$\text{OI} \ge 40$Dringliche Evaluation für ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung)

Unterschied zum Horovitz-Quotienten (P/F-Ratio)

Der traditionelle Horovitz-Quotient ($\text{PaO}_2 / \text{FiO}_2$) betrachtet lediglich die Sauerstoffausbeute bezogen auf die Sauerstoffzufuhr, lässt jedoch die Beatmungsintensität unberücksichtigt. Der Oxygenierungsindex-Rechner integriert den mittleren Atemwegsdruck als Maß für den Lungenstress und liefert so ein ganzheitlicheres Bild der pulmonalen Beeinträchtigung.

Praxisbeispiele zur Berechnung

Beispiel 1: Moderate Oxygenierungsstörung

Ein beatmetes Kind weist einen $\text{MAP}$ von $12,\text{cmH}_2\text{O}$, eine $\text{FiO}_2$ von $0{,}50$ ($50,%$) und einen $\text{PaO}_2$ von $75,\text{mmHg}$ auf. $$\text{OI} = \frac{12 \times 0{,}50 \times 100}{75} = \frac{600}{75} = 8{,}0$$ Das Ergebnis im Oxygenierungsindex-Rechner entspricht einem moderaten pädiatrischen ARDS.

Beispiel 2: Schwere respiratorische Insuffizienz

Ein intensivpflichtiger Patient benötigt einen $\text{MAP}$ von $20,\text{cmH}_2\text{O}$ bei einer $\text{FiO}_2$ von $1{,}0$ ($100,%$) und erreicht einen $\text{PaO}_2$ von $50,\text{mmHg}$. $$\text{OI} = \frac{20 \times 1{,}0 \times 100}{50} = \frac{2000}{50} = 40{,}0$$ Hier weist der Oxygenierungsindex-Rechner einen kritischen Wert von $40{,}0$ aus, was eine Indikation zur Prüfung einer ECMO-Therapie darstellt.

Typische Einsatzbereiche in der Intensivmedizin

Der Oxygenierungsindex-Rechner unterstützt medizinisches Fachpersonal, Intensivpflegende und Studierende in folgenden Bereichen:

  • Pädiatrische Intensivstation (PICU) & Neonatologie (NICU): Strukturierte Einstufung von Neugeborenen und Kindern mit ARDS, Mekoniumaspiration oder persistierender pulmonaler Hypertonie (PPHN).
  • Beatmungsoptimierung: Beurteilung des Lungenstresses vor und nach Anpassungen des PEEP, der Inspirationszeit oder des Beatmungsmodus.
  • Therapieverlaufskontrolle: Objektive Dokumentation des Ansprechens auf therapeutische Interventionen wie Bauchlagerung, inhalatives Stickstoffmonoxid (iNO) oder Surfactant-Gabe.
  • Medizinische Lehre: Veranschaulichung der Wechselwirkungen zwischen Atemwegsdruck, Sauerstofffraktion und Gasaustausch.

Medizinischer Hinweis

Dieser Oxygenierungsindex-Rechner dient der rechnerischen Orientierung und medizinischen Weiterbildung. Er ersetzt keinesfalls die klinische Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung durch qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte.

Häufige Fragen zu Oxygenierungsindex-Rechner

Was berechnet dieser Oxygenierungsindex-Rechner?

Der Oxygenierungsindex-Rechner berechnet den Oxygenierungsindex (OI) anhand des mittleren Beatmungsdrucks (MAP), der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration (FiO2) und des arteriellen Sauerstoffpartialdrucks (PaO2).

Was ist der Unterschied zwischen dem Oxygenierungsindex und der P/F-Ratio?

Während der Horovitz-Quotient (P/F-Ratio) nur das Verhältnis von PaO2 zu FiO2 abbildet, berücksichtigt der Oxygenierungsindex zusätzlich den mittleren Beatmungsdruck (MAP). Dadurch spiegelt der OI den Beatmungsaufwand wider.

Wann wird anstelle des OI der Oxygenierungssättigungsindex (OSI) genutzt?

Der OSI wird verwendet, wenn keine arterielle Blutgasanalyse (PaO2) vorliegt. Er nutzt die periphere Sauerstoffsättigung (SpO2) aus der Pulsoxymetrie als nicht-invasiven Surrogatparameter.

Welche Grenzwerte gelten für den OI beim pädiatrischen ARDS (pARDS)?

Nach den PALICC-Kriterien gilt bei invasiver Beatmung: mildes pARDS bei OI 4 bis < 8, moderates pARDS bei OI 8 bis < 16 und schweres pARDS bei OI >= 16.

Ab welchem Oxygenierungsindex wird eine ECMO-Therapie erwogen?

In der Neonatologie und Pädiatrie gilt ein persistierender OI >= 40 trotz maximaler Beatmungstherapie häufig als Richtwert zur Prüfung einer ECMO-Indikation.

Werden eingegebene Patientendaten online gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Oxygenierungsindex-Rechner erfolgen vollständig lokal im Webbrowser. Es werden keine Daten an einen Server übermittelt.