Parkland-Formel-Rechner

Berechnen Sie mit dem Parkland-Formel-Rechner den Flüssigkeitsbedarf in den ersten 24 Stunden bei Verbrennungen inklusive Aufteilung für 8 und 16 Stunden.

871.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-28 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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Wie funktioniert der Parkland-Formel-Rechner?

Der Parkland-Formel-Rechner ist ein medizinisches Orientierungswerkzeug zur Abschätzung der initialen Flüssigkeitssubstitution bei thermischen Verletzungen. In Notfallmedizin und Intensivpflege hilft dieses Hilfsmittel dabei, das theoretische Infusionsvolumen für die ersten 24 Stunden nach dem Verbrennungsereignis strukturiert zu planen.

  1. Körpergewicht eingeben: Tragen Sie das Patientengewicht in Kilogramm (kg) in das Eingabefeld ein.
  2. Verbrennungsfläche festlegen: Geben Sie die betroffene verbrannte Körperoberfläche (% VKOF bzw. % TBSA) für zweit- und drittgradige Verbrennungen an.
  3. Ergebnisse ablesen: Der Parkland-Formel-Rechner zeigt Ihnen sofort das 24-Stunden-Gesamtvolumen sowie die Aufteilung für die ersten 8 Stunden und die folgenden 16 Stunden an.

Wichtig für die praktische Anwendung: Das Zeitfenster der ersten 8 Stunden beginnt immer mit dem Zeitpunkt des Verbrennungsunfalls, nicht erst mit dem Eintreffen in der Notaufnahme oder Klinik.

Die Parkland-Formel im Detail

Die Parkland-Formel (auch als Baxter-Formel bekannt) ist der weltweit am weitesten verbreitete Standard zur Volumenberechnung bei schweren Verbrennungen. Unser Rechner verwendet folgende mathematische Grundformel:

24-Stunden-Flüssigkeit (ml) = 4 ml × Körpergewicht (kg) × Verbrennungsfläche (% VKOF)
Volumen erste 8 Stunden (ml) = 24-Stunden-Gesamtvolumen / 2
Volumen folgende 16 Stunden (ml) = 24-Stunden-Gesamtvolumen / 2

Rechenbeispiel mit dem Parkland-Formel-Rechner

Ein Patient wiegt 80 kg und weist eine zweit- und drittgradige Verbrennungsfläche von 30 % VKOF auf:

  • 24-Stunden-Gesamtbedarf: 4 ml × 80 kg × 30 % = 9.600 ml Ringer-Laktat.
  • Erste 8 Stunden: 9.600 ml / 2 = 4.800 ml (entspricht einer Infusionsrate von 600 ml/h).
  • Nächste 16 Stunden: 9.600 ml / 2 = 4.800 ml (entspricht einer Infusionsrate von 300 ml/h).

Der Parkland-Formel-Rechner automatisiert diese Schritte fehlerfrei und erleichtert die schnelle Orientierung in zeitkritischen Situationen.

Bestimmung der verbrannten Körperoberfläche (% VKOF)

Zur Einschätzung der prozentualen Körperoberfläche (% VKOF) bei Erwachsenen wird in der Notfallversorgung häufig die Neuner-Regel nach Wallace angewendet:

  • Kopf und Hals: ca. 9 %
  • Jeder Arm: jeweils 9 % (Arm gesamt vorne und hinten)
  • Rumpfvorderseite (Brust und Bauch): 18 %
  • Rumpfrückseite (Rücken und Gesäß): 18 %
  • Jedes Bein: jeweils 18 % (Bein vorne 9 %, hinten 9 %)
  • Genitalbereich / Perineum: 1 %

Für kleinere oder verstreute Areale gilt als Faustregel: Die Handfläche des Patienten (inklusive Finger) entspricht etwa 1 % der Körperoberfläche.

Klinische Steuerung und Vermeidung von Überwässerung

Jeder klinische Leitfaden betont, dass Formeln lediglich einen initialen Richtwert liefern, der im Behandlungsverlauf engmaschig titriert werden muss. Die wichtigste Steuerungsgröße in der klinischen Praxis ist die stündliche Urinausscheidung:

  • Erwachsene: Zielwert 0,5 bis 1,0 ml/kg/h (mindestens 30 bis 50 ml/h).
  • Kinder (unter 30 kg): Zielwert 1,0 bis 1,5 ml/kg/h.

Eine unkritische Überinfusion („Fluid Creep“) kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter Lungenödeme, Extremitätenkompartmentsyndrome oder ein abdominelles Kompartmentsyndrom. Bei unzureichender Urinausscheidung wird die Infusionsrate schrittweise gesteigert, bei hoher Urinausscheidung zügig reduziert.

Anwendungsbereiche für den Parkland-Formel-Rechner

  • Ausbildung & Notfalltraining: Erlernen der Grundlagen der Volumentherapie und Zeitintervalle bei Verbrennungstraumata mit dem Parkland-Formel-Rechner.
  • Klinische Plausibilitätsprüfung: Schneller Abgleich von manuellen Berechnungen im interdisziplinären Schockraumteam.
  • Rettungsdienstliche Ersteinschätzung: Orientierung über den zu erwartenden Flüssigkeitsbedarf bei schweren Brandverletzungen.

Medizinischer Haftungsausschluss

Dieser Parkland-Formel-Rechner dient ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken. Er ersetzt keine klinische Diagnostik, fachärztliche Therapieentscheidung oder leitliniengerechte Schockraumbehandlung. Bei realen Brandverletzungen muss unverzüglich der Rettungsdienst (Notruf 112 in der EU) gerufen und ein zertifiziertes Verbrennungszentrum konsultiert werden.

Häufige Fragen zu Parkland-Formel-Rechner

Was berechnet der Parkland-Formel-Rechner?

Der Parkland-Formel-Rechner ermittelt den geschätzten Gesamtflüssigkeitsbedarf (in ml) für die ersten 24 Stunden nach einem Verbrennungstrauma bei Erwachsenen und Kindern anhand von Körpergewicht und verbrannter Körperoberfläche.

Warum wird die Infusion auf 8 und 16 Stunden aufgeteilt?

In den ersten Stunden nach der Verbrennung ist die Kapillarpermeabilität am höchsten. Daher wird die erste Hälfte des 24-Stunden-Volumens in den ersten 8 Stunden ab dem Verbrennungszeitpunkt verabreicht und die zweite Hälfte in den verbleibenden 16 Stunden.

Welche Verbrennungsgrade werden in die Berechnung einbezogen?

In die Parkland-Formel fließen ausschließlich zweitgradige (Grad 2a/2b) und drittgradige (Grad 3) Verbrennungen ein. Oberflächliche Rötungen (Grad 1 wie Sonnenbrand) werden nicht mitgerechnet.

Welche Infusionslösung wird standardmäßig empfohlen?

Als Standard-Kristalloidlösung wird eine balancierte Vollelektrolytlösung wie Ringer-Laktat oder Ringer-Acetat verwendet, um Elektrolytverschiebungen und Azidosen zu minimieren.

Speichert der Parkland-Formel-Rechner meine eingegebenen Daten?

Nein. Alle Berechnungen im Parkland-Formel-Rechner werden direkt und lokal in Ihrem Webbrowser durchgeführt. Es werden keinerlei persönliche oder klinische Daten an einen Server übermittelt.

Kann der Parkland-Formel-Rechner ärztliche Entscheidungen ersetzen?

Nein. Der Parkland-Formel-Rechner dient ausschließlich Bildungs- und Orientierungszwecken. Die reale klinische Volumentherapie muss kontinuierlich an Urinausscheidung, Hämodynamik und individuelle Leitlinien angepasst werden.