So nutzen Sie den Pre-Money-Post-Money-Rechner
Der Pre-Money-Post-Money-Rechner unterstützt Gründer, Business Angels und Venture-Capital-Investoren bei der transparenten Vorbereitung und Durchführung von Finanzierungsrunden. Mit dem Pre-Money-Post-Money-Rechner analysieren Sie in Echtzeit, wie sich frisches Beteiligungskapital auf den Unternehmenswert, den Cap Table und die Anteilsverwässerung auswirkt:
- Berechnungsmodus festlegen — Wählen Sie je nach Verhandlungsbasis einen der drei Modi: Pre-Money plus Investition, Investition plus Beteiligungsquote oder Post-Money plus Investition.
- Finanzierungsdaten eingeben — Tragen Sie die vereinbarte Bewertung, das angestrebte Investmentticket oder den geforderten Prozentsatz ein.
- Währung anpassen — Wählen Sie Ihre Berichtswährung (z. B. EUR, USD, GBP, CHF).
- Ergebnisse analysieren — Der Rechner ermittelt sofort die finale Post-Money-Bewertung, den prozentualen Investor-Anteil sowie die verbleibende Beteiligungsquote der Gründer.
Formeln & betriebswirtschaftliche Methodik
Die Bewertung von Wachstumsunternehmen stützt sich auf standardisierte mathematische Beziehungen zwischen Unternehmenswert vor Kapitalzufluss (Pre-Money) und nach Abschluss der Kapitalerhöhung (Post-Money).
1. Grundformeln der Unternehmensbewertung
Die Post-Money-Bewertung spiegelt den Gesamtwert des Startups unmittelbar nach Eingang des frischen Kapitals auf dem Geschäftskonto wider:
$$\text{Post-Money-Bewertung} = \text{Pre-Money-Bewertung} + \text{Investitionsbetrag}$$
Umgekehrt ergibt sich die Bewertung vor der Investition durch Subtraktion:
$$\text{Pre-Money-Bewertung} = \text{Post-Money-Bewertung} - \text{Investitionsbetrag}$$
2. Beteiligungsquote des Investors (Investor Ownership)
Der Anteil, den ein Geldgeber für sein Kapital erwirbt, bemisst sich ausnahmslos an der Post-Money-Bewertung:
$$\text{Investor-Beteiligungsquote (%)} = \frac{\text{Investitionsbetrag}}{\text{Post-Money-Bewertung}} \times 100$$
Der verbleibende prozentuale Anteil der Gründer und bisherigen Altgesellschafter berechnet sich nach der Kapitalerhöhung wie folgt:
$$\text{Gründer- & Altgesellschafteranteil (%)} = 100,% - \text{Investor-Beteiligungsquote (%)}$$
3. Implizite Bewertung bei vorgegebener Zielquote
Möchte ein Risikokapitalgeber beispielsweise genau 20 % der Unternehmensanteile erwerben und bietet dafür ein festes Investmentticket, berechnen sich die impliziten Bewertungen wie folgt:
$$\text{Post-Money-Bewertung} = \frac{\text{Investitionsbetrag}}{\text{Ziel-Beteiligungsquote}}$$
$$\text{Pre-Money-Bewertung} = \frac{\text{Investitionsbetrag}}{\text{Ziel-Beteiligungsquote}} - \text{Investitionsbetrag}$$
Praxisbeispiele aus der Startup-Finanzierung
Fallbeispiel 1: Seed-Runde mit Business Angels
Ein B2B-Software-Startup einigt sich mit zwei Business Angels auf folgende Konditionen:
- Pre-Money-Bewertung: 2.000.000 €
- Investitionssumme: 500.000 €
Schrittweise Berechnung:
- Post-Money-Bewertung: $2.000.000,\text{€} + 500.000,\text{€} = 2.500.000,\text{€}$
- Investor-Beteiligungsquote: $\frac{500.000,\text{€}}{2.500.000,\text{€}} = 20{,}0,%$
- Verbleibender Gründeranteil: $100,% - 20,% = 80{,}0,%$
Vor der Runde hielten die Gründer 100 % an einem Unternehmen mit 2,0 Mio. € Wert. Nach der Runde halten sie 80 % an einem Unternehmen mit 2,5 Mio. € Wert (wirtschaftlicher Wert unverändert 2,0 Mio. €).
Fallbeispiel 2: Series-A-Runde mit VC-Fonds
Ein skalierendes E-Commerce-Unternehmen verhandelt mit einem Venture-Capital-Fonds über eine Series-A-Finanzierung. Der Investor bietet 3.000.000 € für eine Zielbeteiligung von 25 %:
- Investitionsbetrag: 3.000.000 €
- Investor-Beteiligung: 25 %
Ergebnisermittlung:
- Post-Money-Bewertung: $\frac{3.000.000,\text{€}}{0{,}25} = 12.000.000,\text{€}$
- Pre-Money-Bewertung: $12.000.000,\text{€} - 3.000.000,\text{€} = 9.000.000,\text{€}$
- Verbleibender Bestand: $75{,}0,%$
Mit dem Pre-Money-Post-Money-Rechner können Gründer überprüfen, ob die geforderte Bewertung mit den bisherigen Finanzierungsrunden und der internen Finanzplanung harmoniert.
Typische Stolperfallen bei Term-Sheet-Verhandlungen
Beim Verhandeln von Term Sheets sollten Gründungsteams auf folgende Aspekte achten:
- Begriffsverwechslung im Beteiligungsvertrag: Wird im Term Sheet versehentlich eine Zahl als Post-Money statt Pre-Money deklariert, führt dies zu einer deutlich höheren Verwässerung. Bei 1 Mio. € Investment auf eine 4 Mio. € Bewertung erhält der Investor auf Pre-Money-Basis 20 %, auf Post-Money-Basis hingegen 25 %.
- Optionspools (ESOP / VSOP): Investoren verlangen häufig die Einrichtung eines Mitarbeiterbeteiligungspools von 10 % bis 15 % auf Pre-Money-Basis. Dies führt dazu, dass die gesamte Verwässerung des Pools vor der Runde allein von den Gründern getragen wird.
- Wandeldarlehen und SAFE-Vereinbarungen: Werden Wandeldarlehen (Convertible Loans) oder SAFE-Instrumente in der Runde gewandelt, muss geklärt werden, ob die Wandlung vor oder nach der Pre-Money-Bewertung der neuen Eigenkapitalrunde stattfindet.
- Folgerunden und Down-Round-Risiko: Eine zu ehrgeizige Bewertung in frühen Phasen erhöht den Leistungsdruck für spätere Runden. Wird das Wachstumsziel verfehlt, droht eine abwertende Folgerunde (Down Round).
Gründer und Investoren nutzen den Pre-Money-Post-Money-Rechner, um Finanzierungsszenarien objektiv durchzuspielen und fundierte Entscheidungen zu treffen.