So nutzen Sie den Reynolds-Zahl-Rechner
Der Reynolds-Zahl-Rechner ermittelt die dimensionslose Kennzahl Re für Rohrströmungen und Umströmungen anhand von Strömungsgeschwindigkeit, charakteristischer Länge sowie Viskosität. Zudem klassifiziert der Reynolds-Zahl-Rechner die Strömungsform automatisch in laminar, Übergangsbereich oder turbulent.
- Viskositätsmodus wählen — Wählen Sie „ρ, μ (dynamisch)“, wenn Ihnen Dichte und dynamische Viskosität vorliegen, oder „ν (kinematisch)“, falls die kinematische Viskosität direkt bekannt ist.
- Strömungsgeschwindigkeit v eingeben — Tragen Sie die mittlere Fließgeschwindigkeit für Rohrleitungen oder die Anströmgeschwindigkeit bei umströmten Körpern ein.
- Charakteristische Länge L definieren — Geben Sie bei Rohren den Innendurchmesser, bei eckigen Kanälen den hydraulischen Durchmesser oder bei Profilen die Profilsehnenlänge ein.
- Stoffeigenschaften des Fluids angeben — Typische Richtwerte bei 20 °C: Wasser (ρ ≈ 998 kg/m³, μ ≈ 1,002 × 10⁻³ Pa·s, ν ≈ 1,004 × 10⁻⁶ m²/s) oder Luft (ρ ≈ 1,204 kg/m³, ν ≈ 1,516 × 10⁻⁵ m²/s).
- Ergebnis und Strömungsform ablesen — Unser Reynolds-Zahl-Rechner berechnet den exakten Re-Wert und zeigt die zugehörige Strömungsform unmittelbar an.
Formeln & physikalische Grundlagen im Reynolds-Zahl-Rechner
Der Reynolds-Zahl-Rechner basiert auf der fundamentalen Definition von Osborne Reynolds, die das Verhältnis zwischen den Trägheitskräften und den Zähigkeitskräften eines Fluids beschreibt:
Re = ρ · v · L / μ (Berechnung mit dynamischer Viskosität)
Re = v · L / ν (Berechnung mit kinematischer Viskosität)
ν = μ / ρ (Zusammenhang der Viskositäten)
| Symbol | Bedeutung | SI-Einheit |
|---|---|---|
| Re | Reynolds-Zahl (dimensionslos) | — |
| ρ | Dichte des Fluids | kg/m³ |
| v | Strömungsgeschwindigkeit | m/s |
| L | Charakteristische Länge (z. B. Rohrinnendurchmesser) | m |
| μ | Dynamische Viskosität (Schubviskosität) | Pa·s |
| ν | Kinematische Viskosität (= μ / ρ) | m²/s |
Strömungsformen und kritische Grenzwerte
In der technischen Strömungsmechanik dient der Reynolds-Zahl-Rechner der schnellen Unterscheidung folgender Strömungszustände bei Rohrströmungen:
- Laminare Strömung (Re < 2.300): Die Fluidteilchen bewegen sich geordnet in Schichten parallel zur Rohrwand ohne Durchmischung. Der Druckverlust lässt sich analytisch nach dem Gesetz von Hagen-Poiseuille mit dem Rohrreibungsbeiwert $f = 64/Re$ bestimmen.
- Übergangsbereich (2.300 ≤ Re ≤ 4.000): Instabiler Zustand, in dem laminare Schichten periodisch aufreißen und Wirbelpakete entstehen. Reibungsbeiwerte unterliegen hier starken Schwankungen.
- Turbulente Strömung (Re > 4.000): Starke Durchmischung und chaotische Wirbelbildung bestimmen das Strömungsfeld. Druckverluste und Rohrreibung werden mithilfe der Colebrook-White-Gleichung oder des Moody-Diagramms ermittelt.
Typische Anwendungsbereiche für den Reynolds-Zahl-Rechner
- Rohrleitungsbau und HLK-Planung: Schnelle Ermittlung des Strömungszustands mit dem Reynolds-Zahl-Rechner zur verlässlichen Auslegung von Rohrnetzen, Pumpen und Druckverlustberechnungen nach Darcy-Weisbach.
- Auslegung von Wärmeübertragern: Auswahl der zutreffenden Wärmeübergangskorrelationen (z. B. Nußelt-Zahlen nach Gnielinski, Dittus-Boelter oder Sieder-Tate) basierend auf der berechneten Reynolds-Zahl.
- Aerodynamik und Modellähnlichkeit: Skalierung von Windkanalmodellen zur Einhaltung der Reynolds-Ähnlichkeit bei der Bestimmung von Auftriebs- und Widerstandsbeiwerten.
- Strömungssimulation (CFD): Überprüfung im Vorfeld, ob ein laminares Strömungsmodell ausreicht oder moderne Turbulenzmodelle (wie k-epsilon oder k-omega) aktiviert werden müssen.
- Mikrofluidik: Nachweis von Kriechströmungen (Re ≪ 1, Stokes-Strömung) in mikrofluidischen Chips zur präzisen Steuerung von Misch- und Diffusionsprozessen.