Spulen-Magnetfeld-Rechner

Berechnen Sie die magnetische Flussdichte B einer Zylinderspule aus Windungszahl, Stromstärke, Länge und Permeabilität in Tesla und Gauß.

992.8K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-11 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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Der Spulen-Magnetfeld-Rechner berechnet die magnetische Flussdichte $B$ im Inneren einer stromdurchflossenen, zylindrischen Spule (Solenoid) anhand von Windungszahl $N$, elektrischer Stromstärke $I$, Spulenlänge $L$ und relativer Permeabilität $\mu_r$.

So nutzen Sie den Spulen-Magnetfeld-Rechner

Die Bedienung im Spulen-Magnetfeld-Rechner ist intuitiv und liefert sofortige Ergebnisse:

  1. Windungszahl ($N$) eingeben — Tragen Sie die Gesamtzahl der Drahtwindungen der Spule in das entsprechende Eingabefeld ein.
  2. Stromstärke ($I$) festlegen — Geben Sie den durch die Wicklung fließenden elektrischen Strom in Ampere (A) an.
  3. Spulenlänge ($L$) angeben — Tragen Sie die axiale Länge des Solenoids in Metern (m) ein.
  4. Relative Permeabilität ($\mu_r$) wählen — Geben Sie den Materialwert des Spulenkerns ein (z. B. 1 für Luft oder Vakuum).
  5. Ergebnisse ablesen — Der Spulen-Magnetfeld-Rechner gibt die magnetische Flussdichte in Tesla (T), Millitesla (mT) sowie in Gauß (G) und die Windungsdichte $n = N/L$ aus.

Formeln & physikalische Grundlagen im Spulen-Magnetfeld-Rechner

Für eine langgestreckte, gleichmäßig gewickelte Zylinderspule (Länge $L$ deutlich größer als Durchmesser $D$) wird das homogene Magnetfeld im Zentrum mit folgenden physikalischen Formeln bestimmt:

Windungsdichte:
n = N / L  (Windungen pro Meter)

Magnetische Feldstärke:
H = n · I = (N · I) / L  (in A/m)

Magnetische Flussdichte:
B = μ₀ · μr · n · I = μ₀ · μr · (N · I) / L  (in Tesla)

Physikalische Konstanten und Größen

  • $B$ (Magnetische Flussdichte): Stärke des Magnetfeldes in Tesla ($\text{T}$) bzw. $\text{Vs/m}^2$.
  • $\mu_0$ (Magnetische Feldkonstante): Vakuumpermeabilität $\mu_0 = 4\pi \times 10^{-7} \approx 1{,}2566 \times 10^{-6},\text{N/A}^2,(\text{H/m})$.
  • $\mu_r$ (Relative Permeabilität): Einheitsloser Materialfaktor des Kerns.
  • $N$ (Windungszahl): Gesamtzahl der leitenden Drahtwindungen.
  • $I$ (Elektrische Stromstärke): Durch die Spule fließender Strom in Ampere ($\text{A}$).
  • $L$ (Spulenlänge): Axiale Ausdehnung der Spule in Metern ($\text{m}$).
  • $n$ (Windungsdichte): Anzahl der Windungen pro Längeneinheit ($n = N/L$).

Einfluss des Kernmaterials ($\mu_r$) auf das Spulenmagnetfeld

Die magnetische Flussdichte einer Spule lässt sich durch das Einsetzen eines ferromagnetischen Kerns drastisch verstärken. Der Spulen-Magnetfeld-Rechner berücksichtigt diesen Effekt über die relative Permeabilität $\mu_r$:

MaterialRelative Permeabilität $\mu_r$Typische Anwendung
Vakuum / Luft$1{,}0$Hochfrequenzspulen, Standard-Luftspulen
Aluminium / Kupfer$\approx 1{,}0$Unmagnetische Trägerkörper
Ferritkerne$20 \text{ bis } 5.000$Schaltnetzteile, Filter, Drosseln
Weicheisen / Baustahl$200 \text{ bis } 2.000$Elektromagnete, Relaiskerne
Transformatorblech (Elektroblech)$2.000 \text{ bis } 8.000$Transformatoren, Wechselstromspulen
Mu-Metall (Nickel-Eisen-Legierung)$20.000 \text{ bis } 100.000$Magnetische Schirmungen, Spezialsensoren

[!NOTE] Bei ferromagnetischen Kernen gilt die lineare Formel nur bis zum Erreichen der magnetischen Sättigung ($B_{\text{sat}}$). Oberhalb dieser Sättigungsgrenze (oft bei 1,2 bis 2,0 Tesla) nimmt die Flussdichte kaum noch zu.


Praxisbeispiele im Spulen-Magnetfeld-Rechner

Beispiel 1: Luftspule für ein Physikexperiment

Eine Zylinderspule im Schullabor besitzt $N = 500$ Windungen, eine Länge von $L = 0{,}25,\text{m}$ (25 cm) und wird von einem Strom $I = 2,\text{A}$ durchflossen ($\mu_r = 1$).

Berechnung im Spulen-Magnetfeld-Rechner:

  • Windungsdichte: $n = 500 / 0{,}25 = 2.000,\text{m}^{-1}$
  • Magnetische Flussdichte: $$B = 1{,}2566 \times 10^{-6} \cdot 1 \cdot 2.000 \cdot 2 \approx 0{,}005026,\text{T} \approx 5{,}03,\text{mT}$$
  • In Gauß: $5{,}03,\text{mT} \cdot 10 = 50{,}26,\text{G}$

Beispiel 2: Elektromagnet mit Eisenkern

Ein Hubmagnet verfügt über $N = 1.200$ Windungen auf einer Länge von $L = 0{,}10,\text{m}$ und wird mit $I = 0{,}5,\text{A}$ betrieben. Als Kern dient Weicheisen mit $\mu_r = 400$.

Auswertung der Kennwerte:

  • Windungsdichte: $n = 1.200 / 0{,}10 = 12.000,\text{m}^{-1}$
  • Magnetische Flussdichte: $$B = 1{,}2566 \times 10^{-6} \cdot 400 \cdot 12.000 \cdot 0{,}5 \approx 3{,}016,\text{T}$$ (Hinweis: In der Praxis begrenzt die Eisensättigung diesen Wert auf ca. 1,6 bis 1,8 Tesla).

Grenzen der Solenoid-Näherung und Randeffekte

Die im Spulen-Magnetfeld-Rechner hinterlegte Grundgleichung setzt eine lange, schlanke Zylinderspule voraus:

  • Zentrum vs. Spulenenden: Im Zentrum einer ausreichend langen Spule ($L \gg D$) ist das Feld weitgehend homogen. An den Spulenenden divergiert das Magnetfeld nach außen, wodurch die Flussdichte an den Stirnflächen exakt auf die Hälfte ($B_{\text{Ende}} \approx \frac{1}{2} B_{\text{Mitte}}$) abfällt.
  • Kurze Spulen: Wenn Länge und Durchmesser in ähnlicher Größenordnung liegen ($L \approx D$), ist das Feld nicht homogen. Für solche Fälle empfiehlt sich die erweiterte Biot-Savart-Formel.
  • Drahtabstände: Gleichmäßige Wicklungen stellen sicher, dass lokale Feldinhomogenitäten minimiert werden.

Typische Einsatzgebiete für den Spulen-Magnetfeld-Rechner

Der Spulen-Magnetfeld-Rechner unterstützt Ingenieure, Physiker, Techniker und Studenten bei vielfältigen Projekten:

  • Entwicklung von Elektromagneten & Aktoren: Dimensionieren Sie Magnetventile, Relais und Hubmagnete für vorgegebene Haltekräfte.
  • Labor & Experimentieraufbauten: Planen Sie Experimente zur Lorentz-Kraft, Hall-Effekt-Messungen oder Helmholtz-Spulenanordnungen.
  • Auslegung induktiver Bauelemente: Berechnen Sie Spulen für Filterschaltungen, Drosseln und Netzteile.
  • Abschirmung und EMV-Prüfung: Ermitteln Sie zu erwartende Magnetfeldstärken zur Gewährleistung der elektromagnetischen Verträglichkeit.
  • Lehre und Studium: Der Spulen-Magnetfeld-Rechner visualisiert verständlich den proportionalen Einfluss von Stromstärke, Windungszahl und Materialauswahl.

Häufige Fragen zu Spulen-Magnetfeld-Rechner

Ist das Magnetfeld im Inneren einer Spule wirklich vollkommen homogen?

In einer idealen, unendlich langen Spule ist das Feld homogen. Bei realen Spulen nimmt die magnetische Flussdichte zu den Spulenenden hin ab (an den Öffnungen beträgt sie etwa die Hälfte des Zentrumswertes). Der Spulen-Magnetfeld-Rechner berechnet die maximale Feldstärke im Zentrum einer langen Zylinderspule.

Welche Auswirkung hat ein Eisenkern auf die magnetische Flussdichte?

Ein ferromagnetischer Eisenkern erhöht die magnetische Flussdichte B um den Faktor der relativen Permeabilität μr (oft das Hundert- bis Tausendfache). Im Spulen-Magnetfeld-Rechner können Sie diesen Wert anpassen. Bei sehr hohen Strömen tritt jedoch eine magnetische Sättigung ein.

Warum wird das Ergebnis auch in Gauß (Gauss) angezeigt?

Obwohl Tesla (T) die offizielle SI-Einheit ist, wird Gauß (1 T = 10.000 G) in Datenblättern von Dauermagneten, in der Messtechnik und in älterer Fachliteratur weiterhin häufig verwendet. Der Spulen-Magnetfeld-Rechner liefert daher beide Einheiten.

Was ist der Unterschied zwischen magnetischer Feldstärke H und Flussdichte B?

Die magnetische Feldstärke H (in A/m) beschreibt die rein strombedingte Erregung ohne Materialeinfluss (H = N · I / L). Die magnetische Flussdichte B (in Tesla) beschreibt die tatsächliche magnetische Wirkung unter Berücksichtigung des Kernmaterials (B = μ₀ · μr · H).

Werden meine eingegebenen Daten auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Spulen-Magnetfeld-Rechner werden direkt lokal in Ihrem Webbrowser ausgeführt. Es werden keinerlei Messwerte oder persönliche Eingaben übertragen oder gespeichert.