Linsengleichungs-Rechner

Mit dem Linsengleichungs-Rechner berechnen Sie Brennweite, Gegenstandsweite, Bildweite und Vergrößerung dünner Linsen exakt nach der Abbildungsgleichung.

824.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-07 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Linsengleichungs-Rechner

Der Linsengleichungs-Rechner ermöglicht die präzise optische Berechnung für dünne sphärische Linsen in der geometrischen Optik. Mit dem Werkzeug bestimmen Sie im Handumdrehen fehlende Parameter:

  1. Berechnungsmodus wählen: Legen Sie im Linsengleichungs-Rechner fest, welche Größe berechnet werden soll — Bildweite b (di), Gegenstandsweite g (do) oder Brennweite f.
  2. Bekannte Werte eingeben: Geben Sie die beiden bekannten Abstände in Millimetern ein. Das Formular passt die Eingabemaske automatisch an.
  3. Objekthöhe optional ergänzen: Tragen Sie die Gegenstandsgröße ($G$ bzw. $h_o$) oder Bildgröße ($B$ bzw. $h_i$) ein, damit der Linsengleichungs-Rechner die jeweils andere Größe ermittelt.
  4. Ergebnisse analysieren: Sie erhalten sofort den gesuchten Wert, den exakten Abbildungsmaßstab ($A$ bzw. $m$) sowie eine detaillierte Statusbewertung (reelles/virtuelles, aufrechtes/umgekehrtes und vergrößertes/verkleinertes Bild).

Alle Berechnungen im Linsengleichungs-Rechner erfolgen in Echtzeit direkt im Webbrowser.

Physikalische Grundlagen & Formeln im Linsengleichungs-Rechner

Die geometrische Strahlenoptik nutzt für dünne Linsen, deren Dicke gegenüber den Radien und Brennweiten vernachlässigt werden kann, die klassische Linsengleichung (auch Abbildungsgleichung genannt). Der Linsengleichungs-Rechner stützt sich auf folgende mathematische Beziehungen:

1. Die Linsengleichung (Gaußsche Abbildungsgleichung)

$$\frac{1}{f} = \frac{1}{g} + \frac{1}{b} \quad \text{bzw.} \quad \frac{1}{f} = \frac{1}{d_o} + \frac{1}{d_i}$$

Umgestellt nach den einzelnen gesuchten Variablen rechnet das System wie folgt:

  • Bildweite berechnen: $$b = \frac{1}{\frac{1}{f} - \frac{1}{g}} = \frac{f \cdot g}{g - f}$$
  • Gegenstandsweite berechnen: $$g = \frac{1}{\frac{1}{f} - \frac{1}{b}} = \frac{f \cdot b}{b - f}$$
  • Brennweite berechnen: $$f = \frac{1}{\frac{1}{g} + \frac{1}{b}} = \frac{g \cdot b}{g + b}$$

2. Abbildungsmaßstab & Bildgröße

Der Abbildungsmaßstab $A$ (oft auch mit $m$ oder $V$ bezeichnet) beschreibt das Verhältnis von Bildweite zu Gegenstandsweite sowie von Bildgröße zu Gegenstandsgröße:

$$A = -\frac{b}{g} = \frac{B}{G}$$

  • Ist $A < 0$, steht das Bild auf dem Kopf (umgekehrt/invertiert).
  • Ist $A > 0$, steht das Bild aufrecht.
  • Ist $|A| > 1$, ist das Bild vergrößert.
  • Ist $|A| < 1$, ist das Bild verkleinert.

Vorzeichenkonventionen im Linsengleichungs-Rechner

Um konsistente Resultate zu gewährleisten, nutzt der Linsengleichungs-Rechner die standardisierte optische Vorzeichenkonvention:

Optischer ParameterPositives Vorzeichen (+)Negatives Vorzeichen (−)
Brennweite ($f$)Sammellinse (Konvexlinse, fokussierend)Zerstreuungslinse (Konkavlinse, zerstreuend)
Gegenstandsweite ($g$)Reeller Gegenstand vor der LinseVirtueller Gegenstand
Bildweite ($b$)Reelles Bild hinter der Linse (auf Schirm abbildbar)Virtuelles Bild vor der Linse (z. B. Lupe)
Abbildungsmaßstab ($A$)Aufrechtes BildUmgekehrtes Bild (kopfüber)

Das Tool wertet diese Vorzeichen automatisch aus und gibt die physikalische Natur des Bildes im Ergebnisfeld übersichtlich aus.

Praktisches Rechenbeispiel im Linsengleichungs-Rechner

Ein Gegenstand mit einer Höhe von $G = 20,\text{mm}$ befindet sich in einem Abstand von $g = 200,\text{mm}$ vor einer Sammellinse mit der Brennweite $f = 50,\text{mm}$.

  1. Bildweite ermitteln: $$b = \frac{50 \cdot 200}{200 - 50} = \frac{10000}{150} \approx 66{,}67,\text{mm}$$
  2. Abbildungsmaßstab berechnen: $$A = -\frac{66{,}67}{200} \approx -0{,}333$$
  3. Bildhöhe berechnen: $$B = A \cdot G = -0{,}333 \cdot 20,\text{mm} \approx -6{,}67,\text{mm}$$

Der Linsengleichungs-Rechner zeigt als Resultat eine Bildweite von $66{,}7,\text{mm}$ an. Die Auswertung bestätigt ein reelles, umgekehrtes und verkleinertes Bild mit einer Bildgröße von $6{,}67,\text{mm}$.

Typische Anwendungsbereiche für den Linsengleichungs-Rechner

Der Linsengleichungs-Rechner ist ein vielseitiges Werkzeug für Ausbildung, Wissenschaft und technische Praxis:

  • Schule, Physikunterricht & Abitur: Überprüfen von Übungsaufgaben zur Strahlenoptik, Linsenformel und Bildkonstruktion.
  • Physikstudium & Laborpraktika: Schnelle Plausibilitätsprüfung von Messwerten bei Versuchen mit optischen Bänken.
  • Fotografie & Objektivbau: Abschätzen von Abbildungsmaßstäben, Gegenstandsweiten und Schärfebenen in Makro- und Teleoptiken mithilfe des Linsengleichungs-Rechners.
  • Optoelektronik & Sensorentwicklung: Auslegung einfacher Projektions- und Sensorsysteme vor der detaillierten Strahlenrückverfolgung (Raytracing).
  • Mikroskopie & Lupenberechnung: Berechnung virtueller Zwischenbilder und Vergrößerungsfaktoren im Alltag.

Mit dem Linsengleichungs-Rechner erhalten Sie in Sekunden verlässliche Ergebnisse für alle grundlegenden Fragestellungen der Linsenoptik.

Häufige Fragen zu Linsengleichungs-Rechner

Was berechnet der Linsengleichungs-Rechner?

Der Linsengleichungs-Rechner berechnet anhand der Linsengleichung (1/f = 1/g + 1/b) die Brennweite, die Gegenstandsweite oder die Bildweite sowie den Abbildungsmaßstab und die Bildgröße für dünne Linsen.

Wie lautet die Linsengleichung bzw. Abbildungsgleichung?

Die Linsengleichung lautet 1/f = 1/g + 1/b. Hierbei steht f für die Brennweite, g für die Gegenstandsweite und b für die Bildweite. Der Abbildungsmaßstab wird über A = -b / g bestimmt.

Was bedeuten positive und negative Vorzeichen bei der Bildweite?

Eine positive Bildweite (b > 0) kennzeichnet ein reelles Bild auf der dem Gegenstand gegenüberliegenden Linsenseite. Eine negative Bildweite (b < 0) bedeutet ein virtuelles Bild auf der Seite des Gegenstands (wie bei einer Lupe).

Kann der Linsengleichungs-Rechner auch Sammel- und Zerstreuungslinsen berechnen?

Ja. Bei einer Sammellinse ist die Brennweite positiv (f > 0), während für eine Zerstreuungslinse (Konkavlinse) eine negative Brennweite (f < 0) eingegeben werden kann.

Was passiert, wenn der Gegenstand exakt im Brennpunkt steht?

Wenn g = f gilt, werden alle Lichtstrahlen nach der Brechung parallel zueinander gebrochen. Die Bildweite strebt gegen unendlich, sodass kein reelles Bild in endlicher Entfernung entsteht.