TTKG-Rechner

Mit dem TTKG-Rechner bestimmen Sie den transtubulären Kaliumgradienten aus Kalium und Osmolalität in Urin und Serum zur Abklärung von Kaliumstörungen.

834.6K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-30 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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Der TTKG-Rechner dient der schnellen und präzisen Bestimmung des transtubulären Kaliumgradienten (TTKG). In der klinischen Nephrologie und Intensivmedizin hilft der TTKG-Rechner, die physiologische Kaliumsekretion im distalen Nephron unter Berücksichtigung der renalen Wasserrückresorption verlässlich einzuschätzen.

So bedienen Sie den TTKG-Rechner

Die Ermittlung des Gradienten mit dem TTKG-Rechner erfordert vier laborchemische Standardparameter aus einer zeitgleichen Blut- und Urinprobe:

  1. Serum-Kalium eingeben — Tragen Sie den aktuellen Serum-Kaliumspiegel in mmol/l (bzw. mEq/l) in das Formularfeld ein.
  2. Urin-Kalium erfassen — Geben Sie die im Spontanurin gemessene Kaliumkonzentration in mmol/l an.
  3. Serum-Osmolalität angeben — Tragen Sie die gemessene oder berechnete Serum-Osmolalität in mosmol/kg ein.
  4. Urin-Osmolalität ergänzen — Geben Sie die Urin-Osmolalität in mosmol/kg an, um die Wasserkonzentrierung im Sammelrohr zu korrigieren.
  5. Ergebnis analysieren — Der TTKG-Rechner berechnet unmittelbar den dimensionslosen Quotienten und liefert eine orientierende physiologische Einordnung.

Formel und mathematische Grundlage im TTKG-Rechner

Der TTKG-Rechner nutzt die etablierte nephrologische Standardformel:

$$\text{TTKG} = \frac{\text{Kalium}{\text{Urin}} / \text{Kalium}{\text{Serum}}}{\text{Osmolalität}{\text{Urin}} / \text{Osmolalität}{\text{Serum}}}$$

Alternativ lässt sich die Berechnung mathematisch so darstellen:

$$\text{TTKG} = \frac{\text{Kalium}{\text{Urin}} \times \text{Osmolalität}{\text{Serum}}}{\text{Kalium}{\text{Serum}} \times \text{Osmolalität}{\text{Urin}}}$$

ParameterTypische EinheitKlinische Bedeutung
Serum-Kalium ($K_{\text{Serum}}$)mmol/lExtrazelluläre Kaliumkonzentration im Blut
Urin-Kalium ($K_{\text{Urin}}$)mmol/lKaliumkonzentration im ausgeschiedenen Urin
Serum-Osmolalität ($\text{Osm}_{\text{Serum}}$)mosmol/kgGesamtteilchenkonzentration im Serum (ca. 280–295 mosmol/kg)
Urin-Osmolalität ($\text{Osm}_{\text{Urin}}$)mosmol/kgKonzentrierungsgrad des Urins im Sammelrohr

Physiologischer Hintergrund und Validitätskriterien

Das corticale Sammelrohr (CCD) ist der primäre Ort der renalen Kaliumregulation unter dem Einfluss von Aldosteron. Da dem Tubulusharn im weiteren Verlauf Wasser entzogen wird, steigt die Urin-Kaliumkonzentration passiv an. Der TTKG-Rechner korrigiert diesen Konzentrierungseffekt über das Verhältnis der Osmolalitäten.

Damit die Ergebnisse aus dem TTKG-Rechner klinisch valide sind, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Konzentrierter Urin: Die Urin-Osmolalität muss über $300\text{ mosmol/kg}$ liegen.
  • Hypertoner Harn: Die Urin-Osmolalität muss größer als die Serum-Osmolalität sein ($\text{Osm}{\text{Urin}} > \text{Osm}{\text{Serum}}$).
  • Distales Natriumangebot: Die renale Natriumkonzentration im Urin sollte über $25\text{ mmol/l}$ liegen, damit ausreichend Natrium für den luminalen Kaliumaustausch zur Verfügung steht.

Klinische Interpretation der Ergebnisse

Die Bewertung des berechneten Wertes im TTKG-Rechner richtet sich stets nach dem zugrundeliegenden Serum-Kaliumspiegel:

1. Bei bestehender Hyperkaliämie ($K_{\text{Serum}} > 5{,}0\text{ mmol/l}$)

  • TTKG > 8–10: Physiologische renale Kompensation. Die Nieren reagieren adäquat auf den Kaliumüberschuss mit gesteigerter Ausscheidung (intakte Aldosteronwirkung).
  • TTKG < 5–7: Inadäquat niedrige Kaliumsekretion. Es liegt ein renaler Ausscheidungsdefekt vor, typischerweise bedingt durch Hypoaldosteronismus (z. B. Morbus Addison, Typ-IV-RTA) oder medikamentöse Blockaden (z. B. ACE-Hemmer, Sartane, Spironolacton, Trimethoprim).

2. Bei bestehender Hypokaliämie ($K_{\text{Serum}} < 3{,}5\text{ mmol/l}$)

  • TTKG < 2: Adäquate renale Kaliumkonservierung. Der Kaliumverlust erfolgt auf extrarenalem Weg (z. B. Diarrhö, Laxanzienabusus, Erbrechen oder unzureichende Zufuhr).
  • TTKG > 2–3: Pathologischer renaler Kaliumverlust. Die Nieren verlieren trotz Hypokaliämie unangemessen viel Kalium, etwa bei primärem/sekundärem Hyperaldosteronismus, Diuretikatherapie oder Tubulopathien (Gitelman-/Bartter-Syndrom).

Beispielrechnung mit dem TTKG-Rechner

Ein Patient mit unklarer Hypokaliämie weist folgende Laborwerte auf:

  • Serum-Kalium: $3{,}0\text{ mmol/l}$
  • Urin-Kalium: $36\text{ mmol/l}$
  • Serum-Osmolalität: $290\text{ mosmol/kg}$
  • Urin-Osmolalität: $580\text{ mosmol/kg}$

Schrittweise Berechnung:

$$\text{TTKG} = \frac{36 / 3{,}0}{580 / 290} = \frac{12}{2} = 6{,}0$$

Interpretation: Ein TTKG von 6,0 bei einer Hypokaliämie von 3,0 mmol/l zeigt eindeutig einen pathologisch gesteigerten renalen Kaliumverlust an.

Typische Einsatzgebiete des TTKG-Rechners

  • Differenzialdiagnose bei Hyperkaliämie — Schnelle Abgrenzung zwischen verminderter tubulärer Sekretion und renaler Überlastung.
  • Abklärung unklarer Hypokaliämien — Trennung renaler Ursachen von gastrointestinalen Verlusten mithilfe des TTKG-Rechners.
  • Funktionsdiagnostik der Nebennierenrinde — Semiquantitative Beurteilung der mineralokortikoiden Aldosteronaktivität am Nephron.
  • Medizinische Lehre und Weiterbildung — Anschauliche Veranschaulichung tubulärer Transportmechanismen im nephrologischen Unterricht.

Nutzen Sie unseren kostenlosen TTKG-Rechner für fundierte physiologische Berechnungen im medizinischen Alltag.

Häufige Fragen zu TTKG-Rechner

Was berechnet der TTKG-Rechner genau?

Der TTKG-Rechner ermittelt den transtubulären Kaliumkonzentrationsgradienten. Dieser physiologische Parameter setzt die Kaliumkonzentrationen im Urin und Serum ins Verhältnis zur jeweiligen Osmolalität, um die renale Kaliumsekretion im kortikalen Sammelrohr abzuschätzen.

Welche Voraussetzungen müssen für einen aussagekräftigen TTKG erfüllt sein?

Die Berechnung ist nur valide, wenn die Urin-Osmolalität über 300 mosmol/kg liegt, der Urin konzentrierter als das Serum ist (Urin-Osmolalität > Serum-Osmolalität) und ausreichend Natrium im distalen Tubulus ankommt (Urin-Natrium typischerweise > 25 mmol/l).

Wie wird der TTKG bei Hyperkaliämie interpretiert?

Bei erhöhten Serum-Kaliumwerten sollte eine gesunde Niere vermehrt Kalium ausscheiden (TTKG > 8 bis 10). Ein Wert unter 5 bis 7 weist auf eine unzureichende renale Kaliumausscheidung hin, wie sie bei Aldosteronmangel oder Aldosteronresistenz vorkommt.

Wie wird der TTKG bei Hypokaliämie interpretiert?

Bei erniedrigtem Serum-Kalium spricht ein TTKG unter 2 für eine adäquate renale Kaliumeinsparung und somit für extrarenale Verluste (z. B. gastrointestinal). Ein Wert über 2 bis 3 signalisiert einen pathologischen renalen Kaliumverlust.

Speichert dieser Online-Rechner Patientendaten oder Laborwerte?

Nein. Sämtliche Berechnungen erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser. Es werden zu keinem Zeitpunkt persönliche Daten oder eingegebene Laborwerte an Server übertragen oder gespeichert.