Impfwirksamkeits-Rechner

Mit dem Impfwirksamkeits-Rechner berechnen Sie die Impfwirksamkeit (VE), Erkrankungsraten und das relative Risiko aus geimpften und ungeimpften Gruppen online.

1.0M Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-25 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Impfwirksamkeits-Rechner

Der Impfwirksamkeits-Rechner ermöglicht Medizinern, Epidemiologen, Studierenden und Interessierten die schnelle und exakte Ermittlung der Schutzwirkung von Impfstoffen. Anhand von Kohortendaten aus klinischen Studien oder Surveillance-Systemen berechnet das Werkzeug die entscheidenden Kennzahlen in Echtzeit:

  1. Geimpfte Gruppe eingeben — Tragen Sie die Gesamtzahl der geimpften Personen sowie die Anzahl der aufgetretenen Infektionen bzw. Erkrankungsfälle ein.
  2. Ungeimpfte Kontrollgruppe eingeben — Geben Sie die Gesamtgröße der Kontrollgruppe und die dort registrierten Krankheitsfälle ein.
  3. Ergebnisse ablesen — Der Impfwirksamkeits-Rechner ermittelt automatisch die Befallsraten (Attack Rates), das relative Risiko ($RR$) und die resultierende Impfwirksamkeit ($VE$).
  4. Interpretation prüfen — Die Statusanzeige im Impfwirksamkeits-Rechner ordnet das Ergebnis von hoher Schutzwirkung bis hin zu auffälligen Werten direkt ein.

Formeln & mathematische Methodik im Impfwirksamkeits-Rechner

Der Impfwirksamkeits-Rechner basiert auf dem Standardmodell der relativen Risikoreduktion (RRR) nach internationalen Richtlinien von WHO, CDC und Robert Koch-Institut (RKI):

1. Berechnung der Befallsraten (Attack Rates)

Zunächst ermittelt der Impfwirksamkeits-Rechner das relative Erkrankungsrisiko innerhalb beider Teilpopulationen über einen definierten Nachbeobachtungszeitraum:

$$AR_v = \frac{\text{Erkrankte Geimpfte}}{\text{Gesamtzahl Geimpfte}} = \frac{VC}{VT}$$

$$AR_u = \frac{\text{Erkrankte Ungeimpfte}}{\text{Gesamtzahl Ungeimpfte}} = \frac{UC}{UT}$$

2. Relatives Risiko (Relative Risk, RR)

Das relative Risiko drückt das Verhältnis der Erkrankungsrate der Geimpften zur Erkrankungsrate der Ungeimpften aus:

$$RR = \frac{AR_v}{AR_u}$$

3. Berechnung der Impfwirksamkeit (Vaccine Efficacy, VE)

Die Impfstoffwirksamkeit entspricht der prozentualen Reduktion des Erkrankungsrisikos:

$$VE = (1 - RR) \times 100% = \left(1 - \frac{AR_v}{AR_u}\right) \times 100%$$

VariableDeutsche BezeichnungEpidemiologische Bedeutung
$VT$Geimpfte GesamtgruppeGesamtzahl der Personen im geimpften Studienarm
$VC$Erkrankte GeimpfteZahl der bestätigten Fälle / Impfdurchbrüche
$UT$Ungeimpfte GesamtgruppeGesamtzahl der Personen im Kontrollarm (Placebo / ungeimpft)
$UC$Erkrankte UngeimpfteZahl der bestätigten Fälle in der Kontrollgruppe
$AR_v$Attack Rate GeimpfteAnteil der Infizierten in der geimpften Gruppe
$AR_u$Attack Rate UngeimpfteAnteil der Infizierten in der ungeimpften Gruppe
$RR$Relatives RisikoRisikoverhältnis zwischen geimpfter und ungeimpfter Kohorte
$VE$ImpfwirksamkeitRelative Risikoreduktion durch die Impfung in Prozent

Praxisbeispiel: Auswertung einer klinischen Phase-III-Studie

In einer randomisierten, kontrollierten Impfstoffstudie wurden $20.000$ Probanden über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet:

  • Geimpfte Gruppe ($VT$): $10.000\text{ Personen}$ mit $VC = 80\text{ Erkrankungen}$
  • Ungeimpfte Kontrollgruppe ($UT$): $10.000\text{ Personen}$ mit $UC = 400\text{ Erkrankungen}$

Der Impfwirksamkeits-Rechner führt folgende Rechenschritte durch:

  1. Befallsrate der Geimpften: $AR_v = \frac{80}{10.000} = 0{,}008 = 0{,}80%$
  2. Befallsrate der Ungeimpften: $AR_u = \frac{400}{10.000} = 0{,}040 = 4{,}00%$
  3. Relatives Risiko: $RR = \frac{0{,}008}{0{,}040} = 0{,}200$
  4. Impfwirksamkeit: $VE = (1 - 0{,}20) \times 100% = 80{,}0%$

Das Ergebnis im Impfwirksamkeits-Rechner zeigt eine Impfwirksamkeit von 80,0 %. Das bedeutet, dass das Erkrankungsrisiko durch die Impfung im Vergleich zur Kontrollgruppe um 80 % gesenkt wurde.

Impfwirksamkeit (Efficacy) vs. Impfeffektivität (Effectiveness)

In der Fachliteratur und Berichterstattung wird präzise zwischen zwei Begriffen unterschieden:

  • Impfwirksamkeit (Vaccine Efficacy): Bezieht sich auf Ergebnisse aus randomisierten, doppelblinden klinischen Studien unter kontrollierten Idealbedingungen. Der Impfwirksamkeits-Rechner eignet sich hervorragend zur primären Studienanalyse.
  • Impfeffektivität (Vaccine Effectiveness): Beschreibt den Schutz im realen Versorgungsalltag (Real-World Evidence). Hierbei spielen Faktoren wie Altersverteilung, Vorerkrankungen, Impfabstände, Virusvarianten und Abnahme des Immunschutzes (Waning Immunity) eine wesentliche Rolle.

Typische Anwendungsbereiche für den Impfwirksamkeits-Rechner

  • Klinische Forschung & Zulassungsstudien — Schnelle Plausibilitätsprüfung von Studiendaten und Risikoreduktionen.
  • Epidemiologische Lehre & Ausbildung — Anschauliche Vermittlung des Zusammenhangs zwischen Inzidenz, absolutem Risiko und relativem Schutz.
  • Überwachung von Impfkampagnen — Vergleich der Wirksamkeit über verschiedene Zeiträume, Alterskohorten oder Krankheitsendpunkte (z. B. Hospitalisierung vs. symptomatische Infektion).

Wichtige Voraussetzungen & Limitationen

Damit die Ergebnisse aus dem Impfwirksamkeits-Rechner valide sind, müssen folgende Grundsätze beachtet werden:

  • Gleiche Nachbeobachtungszeit: Beide Gruppen müssen über denselben Zeitraum mit gleicher Intensität beobachtet worden sein.
  • Einheitliche Falldefinition: Symptome und Testkriterien (z. B. PCR-Bestätigung) müssen in beiden Gruppen identisch angewendet werden.
  • Keine Division durch Null: In der ungeimpften Gruppe muss mindestens ein Fall vorliegen ($UC > 0$), da sonst kein relativer Vergleich möglich ist.
  • Confounding berücksichtigen: Im Alltag können sich Geimpfte und Ungeimpfte in ihrem Risikoverhalten unterscheiden, was eine methodische Bereinigung erfordert.

Nutzen Sie den Impfwirksamkeits-Rechner, um Studienergebnisse fundiert nachzurechnen und die epidemiologische Schutzwirkung transparent zu bewerten.

Häufige Fragen zu Impfwirksamkeits-Rechner

Was bedeutet die Impfwirksamkeit (Vaccine Efficacy, VE)?

Die Impfwirksamkeit gibt an, um wie viel Prozent das Erkrankungsrisiko in einer geimpften Gruppe im Vergleich zu einer ungeimpften Kontrollgruppe reduziert wird.

Worin liegt der Unterschied zwischen Impfwirksamkeit und Impfeffektivität?

Impfwirksamkeit (Efficacy) wird in kontrollierten klinischen Studien gemessen, während Impfeffektivität (Effectiveness) den Schutz unter realen Alltagsbedingungen beschreibt.

Bedeutet eine Impfwirksamkeit von 90 %, dass 90 von 100 Geimpften geschützt sind?

Nein. Eine Impfwirksamkeit von 90 % bedeutet, dass in der geimpften Gruppe 90 % weniger Krankheitsfälle auftreten als in einer vergleichbar großen ungeimpften Gruppe.

Was versteht man unter der Befallsrate (Attack Rate)?

Die Befallsrate (Attack Rate) ist der Anteil der erkrankten Personen an der Gesamtzahl der Personen in der jeweiligen Gruppe (Geimpfte oder Ungeimpfte).

Warum dürfen die Erkrankungsfälle der Ungeimpften nicht null sein?

Wenn in der Kontrollgruppe keine Erkrankungen auftreten (Befallsrate = 0), ist die Division durch null mathematisch undefiniert und das relative Risiko nicht berechenbar.

Kann eine berechnete Impfwirksamkeit negativ sein?

Ja, wenn die Erkrankungsrate bei Geimpften höher liegt als bei Ungeimpften. Dies deutet meist auf gravierende Verzerrungen, unterschiedliche Expositionsrisiken oder Testverhalten hin.