DUDIT-Rechner

Mit dem DUDIT-Rechner werten Sie den standardisierten Drogenkonsum-Fragebogen aus: Berechnen Sie den Score von 0 bis 44 und prüfen Sie Risikobereiche.

882.3K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-20 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den DUDIT-Rechner

Der DUDIT-Rechner ermöglicht die zeitsparende, standardisierte Auswertung des DUDIT-Fragebogens (Drug Use Disorders Identification Test). Das Instrument dient der schnellen Erfassung von Konsummustern, Missbrauchsanzeichen und substanzbezogenen Risiken bei illegalen Drogen sowie psychoaktiven Medikamenten.

Um den DUDIT-Rechner zu bedienen, wählen Sie für jede der 11 Einzelfragen den im Fragebogen dokumentierten Punktwert von 0 bis 4 aus:

  1. Konsumhäufigkeit & Substanzmuster (Fragen 1 bis 4): Tragen Sie die Punktwerte für Konsumfrequenz, Mischkonsum mehrerer Substanzen, typische Tagesdosierung und Rauscherleben ein.
  2. Abhängigkeitssymptome & Kontrollverlust (Fragen 5 bis 7): Erfassen Sie die Bewertungen für verminderte Steuerungsfähigkeit, Nichterfüllung von Verpflichtungen und morgendlichen Substanzkonsum.
  3. Folgeschäden & Reaktionen Dritter (Fragen 8 bis 11): Wählen Sie die Punktwerte für Schuldgefühle, verletzungsbedingte Ereignisse und Besorgnis im sozialen Umfeld.
  4. Gesamtergebnis ablesen: Der DUDIT-Rechner berechnet unmittelbar den Gesamtscore (0 bis 44 Punkte) und ordnet das Ergebnis in die passende Risikokategorie ein.

Wissenschaftlicher Hintergrund & Aufbau des DUDIT

Der DUDIT wurde am Karolinska-Institut in Schweden von Anne H. Berman und Kollegen als evidenzbasiertes Pendant zum WHO-AUDIT (Alkohol-Screening) entwickelt. Während sich der AUDIT ausschließlich auf Alkoholkonsum konzentriert, erfasst der DUDIT-Rechner das Spektrum anderer psychoaktiver Substanzen wie Cannabis, Amphetamine, Kokain, Opiate, Halluzinogene sowie den nicht-medizinischen Gebrauch von Sedativa und Schmerzmitteln.

Der Fragebogen gliedert sich in drei zentrale Dimensionen:

DimensionErfasste FragenZielsetzung im Screening
Riskantes KonsumverhaltenFrage 1 bis 4Konsumfrequenz, Polytoxikomanie / Mischkonsum, Dosisintensität
AbhängigkeitssymptomeFrage 5 bis 7Craving, Kontrollverlust, morgendlicher Substanzgebrauch
Schädlicher Gebrauch & FolgenFrage 8 bis 11Schuldgefühle, Unfälle / Verletzungen, Sorgen von Angehörigen

Der DUDIT-Rechner führt diese drei Kernbereiche in einer transparenten Gesamtbewertung zusammen.

Formel & Grenzwerte (Cut-off-Werte) im DUDIT-Rechner

Die Auswertungslogik im DUDIT-Rechner basiert auf der Summe aller 11 Items:

$$\text{DUDIT-Gesamtscore} = \sum_{i=1}^{11} \text{Punkte von Frage } i$$

Der Maximalwert beträgt 44 Punkte. Für die Interpretation der Ergebnisse gelten in der klinischen Praxis und Suchtforschung geschlechtsspezifische Schwellenwerte:

  • Geringes Risiko (Männer: 0–5 Punkte, Frauen: 0–1 Punkte): Es liegen keine Hinweise auf ein problematisches Konsummuster vor.
  • Hinweis auf drogenbezogene Probleme / schädlichen Gebrauch:
    • Männer ($\ge$ 6 Punkte): Ein Score ab 6 Punkten signalisiert ein erhöhtes Risiko für substanzbezogene Folgeschäden.
    • Frauen ($\ge$ 2 Punkte): Aufgrund biologischer Vulnerabilitäten und pharmakokinetischer Unterschiede gilt bei Frauen bereits ein Cut-off ab 2 Punkten als Indikator für Interventionsbedarf.
  • Hohe Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit ($\ge$ 25 Punkte): Unabhängig vom Geschlecht deutet ein Score ab 25 Punkten auf ein schwerwiegendes Abhängigkeitssyndrom hin.

Mit dem DUDIT-Rechner können Fachkräfte und Beratungsstellen den ermittelten Rohwert direkt mit diesen klinischen Leitlinien vergleichen.

Übersicht der 11 DUDIT-Items

In der folgenden Tabelle sind die thematischen Inhalte aller 11 Fragen zusammengefasst, die im DUDIT-Rechner ausgewertet werden:

FrageInhaltlicher SchwerpunktMöglicher Punktebereich
Frage 1Konsumhäufigkeit anderer Drogen als Alkohol0 bis 4 Punkte
Frage 2Häufigkeit von Mischkonsum (mehrere Drogen gleichzeitig)0 bis 4 Punkte
Frage 3Anzahl der Konsumereignisse an einem typischen Konsumtag0 bis 4 Punkte
Frage 4Häufigkeit eines starken Rauschzustands („High-Sein“)0 bis 4 Punkte
Frage 5Unfähigkeit, nach Beginn mit dem Konsum aufzuhören0 bis 4 Punkte
Frage 6Vernachlässigung von Pflichten oder Aufgaben wegen Drogen0 bis 4 Punkte
Frage 7Notwendigkeit von morgendlichem Drogenkonsum0 bis 4 Punkte
Frage 8Schuldgefühle oder Gewissensbisse nach Drogenkonsum0 bis 4 Punkte
Frage 9Verletzung der eigenen Person oder anderer Personen0 bis 4 Punkte
Frage 10Besorgnis oder Anregung zum Aufhören durch das Umfeld0, 2 oder 4 Punkte
Frage 11Verletzungen oder Hilfesuche bezüglich des Drogenkonsums0, 2 oder 4 Punkte

Der DUDIT-Rechner erlaubt die standardisierte Eingabe jedes Einzelwertes zur schnellen Dokumentation.

Praxisbeispiel: Auswertung eines DUDIT-Fragebogens

Ein 28-jähriger Klient füllt in einer Beratungsstelle das DUDIT-Screening aus. Seine dokumentierten Einzelantworten lauten:

  • Frage 1 (Konsumhäufigkeit): 2 Punkte (2–4-mal im Monat)
  • Frage 2 (Mischkonsum): 1 Punkt (selten)
  • Frage 3 (Konsumhäufigkeit am Tag): 2 Punkte (3–4-mal)
  • Frage 4 (Rauschintensität): 2 Punkte (monatlich)
  • Frage 5 (Kontrollverlust): 1 Punkt (selten)
  • Frage 6 (Pflichtvernachlässigung): 0 Punkte (nie)
  • Frage 7 (Morgendlicher Konsum): 0 Punkte (nie)
  • Frage 8 (Schuldgefühle): 1 Punkt (selten)
  • Frage 9 (Verletzungen): 0 Punkte (nie)
  • Frage 10 (Sorgen Angehöriger): 2 Punkte (ja, früher)
  • Frage 11 (Hilfeangebot / Ratschlag): 0 Punkte (nein)

Auswertung im DUDIT-Rechner: $$\text{Gesamtwert} = 2 + 1 + 2 + 2 + 1 + 0 + 0 + 1 + 0 + 2 + 0 = 11\text{ Punkte}$$

Klinische Einordnung: Mit einem Score von 11 Punkten überschreitet der Klient den männlichen Schwellenwert von 6 Punkten deutlich. Der DUDIT-Rechner klassifiziert diesen Wert im Bereich eines problematischen Konsummusters, weshalb eine vertiefende Motivations- und Beratungsintervention empfohlen wird.

Typische Einsatzbereiche für den DUDIT-Rechner

Der DUDIT-Rechner wird in zahlreichen Fachdisziplinen und Versorgungsebenen eingesetzt:

  • Suchtberatungsstellen: Schnelle Vorbereitung von Erstgesprächen und Verlaufsdokumentation bei Klienten.
  • Klinische Diagnostik & Psychiatrie: Standardisiertes Eingangs-Screening zur Erkennung komorbider Suchtprobleme.
  • Justizvollzug & Bewährungshilfe: Objektive Erfassung substanzbezogener Risikoprofile im Rahmen von Betreuungsprogrammen.
  • Präventionsprojekte & Ausbildung: Didaktisches Werkzeug zur Vermittlung suchtspezifischer Schwellenwerte für Fachpersonal.
  • Niedrigschwellige Selbsthilfe: Anonyme Möglichkeit für Betroffene, das eigene Konsumverhalten objektiv einzuschätzen.

Mit dem DUDIT-Rechner lassen sich manuelle Additionsfehler bei papierbasierten Erhebungen zuverlässig vermeiden.

Wichtige Hinweise & Grenzen des Drogen-Screenings

Obwohl der DUDIT-Rechner eine verlässliche Risikoindikation liefert, sind wichtige Grenzen zu beachten:

  • Keine eigenständige Diagnose: Ein positives Screening beweist keine Abhängigkeitsdiagnose nach ICD-10/ICD-11, sondern signalisiert die Notwendigkeit einer fachärztlichen oder psychotherapeutischen Abklärung.
  • Substanzspezifische Unterschiede: Der DUDIT summiert Risiken über verschiedene Substanzklassen hinweg. Bei spezifischen Gefährdungen (z. B. intravenöser Opioidkonsum) sind weiterführende toxikologische und somatische Untersuchungen unverzichtbar.
  • Hilfsangebote nutzen: Wenn Ihr Ergebnis im DUDIT-Rechner erhöht ausfällt, wenden Sie sich vertrauensvoll an qualifizierte Stellen wie die Telefonberatung der BZgA oder lokale Suchtberatungsstellen.

Häufige Fragen zu DUDIT-Rechner

Was ist der DUDIT und was misst der DUDIT-Rechner?

Der DUDIT (Drug Use Disorders Identification Test) ist ein international etabliertes Screening-Instrument mit 11 Fragen zur Erfassung von problematischem Drogenkonsum und Abhängigkeitsanzeichen.

Ab welchen Grenzwerten (Cut-offs) gilt das DUDIT-Ergebnis als auffällig?

Bei Männern weist ein Score ab 6 Punkten auf drogenbezogene Probleme hin, bei Frauen bereits ab 2 Punkten. Ein Wert ab 25 Punkten deutet auf eine wahrscheinliche Abhängigkeit hin.

Welche Substanzen werden im DUDIT erfasst?

Der DUDIT erfasst illegale Drogen sowie missbräuchlich konsumierte Medikamente (wie Beruhigungs- oder Schmerzmittel), schließt jedoch Alkohol und Tabak aus.

Ersetzt das Testergebnis eine ärztliche Diagnose?

Nein. Der DUDIT ist ein reines Screening-Verfahren zur ersten Risikoeinschätzung und ersetzt keine klinisch-diagnostische Abklärung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten.

Werden meine eingegebenen Testergebnisse gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im DUDIT-Rechner laufen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser ab. Es werden keinerlei persönliche Eingaben übertragen oder gespeichert.