So nutzen Sie den Gender-Pay-Gap-Rechner
Der Gender-Pay-Gap-Rechner ermöglicht Ihnen eine transparente und präzise Ermittlung des prozentualen sowie monetären Gehaltsunterschieds zwischen Männern und Frauen in Ihrem Team, Unternehmen oder Fachbereich:
- Währung auswählen — Wählen Sie die gewünschte Abrechnungswährung (EUR, USD, GBP, etc.) für Ihre Vergleichswerte aus.
- Durchschnittsgehalt der Männer eingeben — Tragen Sie den durchschnittlichen Bruttoverdienst der männlichen Beschäftigten ein (beispielsweise als Brutto-Stundenlohn oder Jahresbruttogehalt).
- Durchschnittsgehalt der Frauen eingeben — Geben Sie den durchschnittlichen Bruttoverdienst der weiblichen Beschäftigten auf derselben Zeit- und Berechnungsgrundlage ein.
- Ergebnis analysieren — Das Online-Tool ermittelt umgehend die prozentuale Lohnlücke sowie die absolute Gehaltsdifferenz im direkten Vergleich.
Ein positives Ergebnis bedeutet, dass der durchschnittliche Frauenverdienst unter dem der Männer liegt. Ein negativer Prozentwert zeigt hingegen an, dass Frauen im eingegebenen Datensatz im Durchschnitt ein höheres Gehalt beziehen.
Formeln & Methodik zur Berechnung der Lohnlücke
Zur Bestimmung des Verdienstabstands nutzt dieses Verfahren die international anerkannte Standardformel für die unbereinigte Entgeltlücke:
1. Formel für die prozentuale Lohnlücke
$$\text{Gender Pay Gap (%)} = \left( \frac{\text{Durchschnittsgehalt Männer} - \text{Durchschnittsgehalt Frauen}}{\text{Durchschnittsgehalt Männer}} \right) \times 100$$
2. Formel für die absolute Gehaltsdifferenz
$$\text{Gehaltsdifferenz} = \text{Durchschnittsgehalt Männer} - \text{Durchschnittsgehalt Frauen}$$
| Parameter | Beschreibung | Einheit |
|---|---|---|
| Männergehalt ($\overline{Y}_m$) | Durchschnittlicher Bruttoverdienst der männlichen Vergleichsgruppe | EUR / Währung |
| Frauengehalt ($\overline{Y}_w$) | Durchschnittlicher Bruttoverdienst der weiblichen Vergleichsgruppe | EUR / Währung |
| Gender Pay Gap | Prozentualer Verdienstabstand bezogen auf das Männergehalt | % |
| Gehaltsdifferenz | Absoluter Betrag der Differenz im Stunden-, Monats- oder Jahreslohn | EUR / Währung |
Unbereinigter vs. bereinigter Gender Pay Gap
Bei der Auswertung der Ergebnisse im Gender-Pay-Gap-Rechner ist die Differenzierung zweier statistischer Messgrößen von zentraler Bedeutung:
- Unbereinigter Gender Pay Gap: Er vergleicht den durchschnittlichen Bruttostundenlohn aller erwerbstätigen Männer und Frauen miteinander, ohne Faktoren wie Branche, Qualifikation, Beschäftigungsumfang oder Führungslevel zu berücksichtigen. Er spiegelt die gesamtwirtschaftliche und strukturelle Ungleichheit am Arbeitsmarkt wider.
- Bereinigter Gender Pay Gap: Hierbei werden strukturelle Einflüsse (wie unterschiedliche Teilzeitquoten, Branchenwahl oder Berufsunterbrechungen) statistisch herausgerechnet. Er beziffert den verbleibenden Gehaltsabstand zwischen Männern und Frauen bei vergleichbarer Ausbildung, Tätigkeit und Berufserfahrung.
Praxisbeispiel: Entgeltlücke in einer Abteilung berechnen
In einem Dienstleistungsunternehmen verdient die männliche Belegschaft einer Fachabteilung im Durchschnitt 35,00 € brutto pro Stunde, während die Kolleginnen im Mittel 28,00 € brutto pro Stunde erhalten:
- Absolute Differenz: $35{,}00,\text{€} - 28{,}00,\text{€} = 7{,}00,\text{€}$ pro Stunde
- Prozentuale Entgeltlücke: $\frac{35{,}00 - 28{,}00}{35{,}00} \times 100 = \frac{7{,}00}{35{,}00} \times 100 = 20{,}00,%$
Dieses Berechnungsbeispiel verdeutlicht, dass neben dem relativen Abstand von 20 % stets auch der absolute Geldbetrag von 7,00 € pro Stunde berücksichtigt werden sollte, da kleine prozentuale Unterschiede bei hohen Gehältern spürbare Jahressummen ausmachen.
Typische Einsatzbereiche für den Gender-Pay-Gap-Rechner
Der Gender-Pay-Gap-Rechner bietet fundierte Orientierung in zahlreichen HR- und Führungsbereichen:
- Personalabteilungen (HR): Schnelle Bestandsaufnahme für firmeninterne Gehaltsaudits sowie zur gewissenhaften Vorbereitung auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie.
- Betriebsräte & Gleichstellungsbeauftragte: Sachliche, transparente Zahlenbasis für konstruktive Vergütungsgespräche und Equal-Pay-Workshops.
- Führungskräfte & Vergütungskomitees: Verlässliche Simulation von Gehaltsanpassungen und deren messbaren Effekten auf betriebsweite Kennzahlen.
- Arbeitnehmerinnen & Bewerberinnen: Vorbereitung auf Gehaltsverhandlungen mit fundierten Vergleichswerten aus der eigenen Branche.