Wärmeübertragungs-Rechner

Berechnen Sie Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung mit dem Wärmeübertragungs-Rechner. Ermitteln Sie Wärmestrom, Koeffizienten und Temperaturdifferenzen.

964.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Wärmeübertragungs-Rechner

Der Wärmeübertragungs-Rechner ermöglicht Ihnen die schnelle und präzise Bestimmung von Wärmeströmen, Temperaturdifferenzen, Flächen und Übergangskoeffizienten für die drei thermischen Transportmechanismen: Wärmeleitung, Konvektion und Wärmestrahlung.

Mit dem Wärmeübertragungs-Rechner analysieren Sie thermische Systeme in wenigen Schritten:

  1. Übertragungsmodus wählen — Wählen Sie im Wärmeübertragungs-Rechner aus, ob Sie einen Wärmetransport durch Wärmeleitung (Konduktion), Konvektion (Wärmeströmung) oder elektromagnetische Wärmestrahlung berechnen möchten.
  2. Zielgröße festlegen — Bestimmen Sie, welche Unbekannte der Wärmeübertragungs-Rechner auflösen soll: die übertragene Wärmemenge ($Q$), den Wärmestrom ($\dot{Q}$), die erforderliche Übertragungsfläche ($A$), die Schichtdicke ($d$) oder den Koeffizienten ($k$ bzw. $h$).
  3. Geometrie und Materialparameter eingeben — Tragen Sie die Fläche, Schichtdicke, Wärmeleitfähigkeit ($k$), den Wärmeübergangskoeffizienten ($h$) oder den Emissionsgrad ($\varepsilon$) in das Formular ein.
  4. Temperaturen und Einheiten definieren — Geben Sie die Oberflächentemperatur sowie die Umgebungs- oder Gegentemperatur ein. Der Wärmeübertragungs-Rechner unterstützt Celsius, Fahrenheit und Kelvin.
  5. Ergebnis in Echtzeit auswerten — Das Ergebnispanel im Wärmeübertragungs-Rechner liefert unmittelbar den resultierenden Wärmestrom in Watt bzw. Kilowatt sowie die zugehörigen Zwischengrößen.

Durch die sofortige Aktualisierung können Sie im Wärmeübertragungs-Rechner verschiedene Dämmstoffe, Geometrien oder Strömungsbedingungen direkt gegenüberstellen.

Physikalische Grundlagen & Formeln im Wärmeübertragungs-Rechner

Thermodynamische Transportprozesse basieren auf klassischen physikalischen Gesetzen. Der Wärmeübertragungs-Rechner implementiert die folgenden Berechnungsmodelle:

1. Wärmeleitung (Konduktion nach Fourier)

Wärmeleitung beschreibt den Energietransport in Festkörpern, ruhenden Flüssigkeiten oder Gasen infolge mikroskopischer Teilchenstöße ohne makroskopischen Stofftransport:

$$Q = k \cdot A \cdot \frac{\Delta T}{d} \cdot t \quad \Longleftrightarrow \quad \dot{Q} = \frac{k \cdot A \cdot \Delta T}{d}$$

  • $k$: Wärmeleitfähigkeit des Materials in $\text{W/(m}\cdot\text{K)}$
  • $A$: Durchströmte Querschnittsfläche in $\text{m}^2$
  • $d$: Schichtdicke bzw. Wandstärke in $\text{m}$
  • $\Delta T = T_1 - T_2$: Temperaturdifferenz über die Schicht in $\text{K}$
  • $t$: Zeitdauer der Übertragung in $\text{s}$

2. Konvektion (Newtonsches Abkühlungsgesetz)

Konvektion umfasst den Wärmetransport an der Grenzfläche zwischen einer festen Oberfläche und einem bewegten Fluid (Luft, Wasser, Öl):

$$Q = h \cdot A \cdot \Delta T \cdot t \quad \Longleftrightarrow \quad \dot{Q} = h \cdot A \cdot (T_{\text{Oberfläche}} - T_{\text{Fluid}})$$

  • $h$: Wärmeübergangskoeffizient in $\text{W/(m}^2\cdot\text{K)}$ (abhängig von Strömungsgeschwindigkeit, Viskosität und Geometrie)
  • $A$: Benetzte Wärmeaustauschfläche in $\text{m}^2$
  • $\Delta T$: Differenz zwischen Wand- und Fluidtemperatur in $\text{K}$

3. Wärmestrahlung (Stefan-Boltzmann-Gesetz)

Jeder Körper mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt sendet thermische Strahlung aus. Der Netto-Strahlungswärmestrom zwischen einer Oberfläche und einer umschließenden Umgebung beträgt:

$$P = \dot{Q}_{\text{Strahlung}} = \varepsilon \cdot \sigma \cdot A \cdot (T_1^4 - T_2^4)$$

  • $\varepsilon$: Emissionsgrad der Oberfläche ($0 \le \varepsilon \le 1$, dimensionslos)
  • $\sigma$: Stefan-Boltzmann-Konstante ($\approx 5{,}67037 \cdot 10^{-8},\text{W/(m}^2\cdot\text{K}^4)$)
  • $A$: Strahlungsemittierende Oberfläche in $\text{m}^2$
  • $T_1, T_2$: Absolute Temperaturen in Kelvin ($\text{K}$)

Formelzeichen und Einheiten im Überblick

SymbolPhysikalische GrößeSI-EinheitTypische Wertebereiche
$\dot{Q}$Wärmestrom (Wärmeleistung)$\text{W}$ oder $\text{kW}$Systemabhängig
$k$Wärmeleitfähigkeit$\text{W/(m}\cdot\text{K)}$Dämmstoff: $0{,}035$, Kupfer: $390$
$h$Wärmeübergangskoeffizient$\text{W/(m}^2\cdot\text{K)}$Freie Konvektion: $5\text{—}25$, Wasser: $500\text{—}10000$
$A$Wärmeübertragungsfläche$\text{m}^2$Bauteil- und Geometriefläche
$d$Schichtdicke / Wandstärke$\text{m}$Material- und Wandaufbau
$\varepsilon$Emissionsgrad$-$Poliertes Metall: $0{,}05$, Nichtmetalle: $0{,}90\text{—}0{,}95$

Praxisbeispiel: Wärmestrom durch eine Außenwand ermitteln

Ein Anwender möchte den Wärmeverlust durch eine ungedämmte Mauerwerkswand für die Heizlastabschätzung ermitteln:

  • Wandfläche ($A$): $15,\text{m}^2$
  • Wanddicke ($d$): $0{,}24,\text{m}$ ($24,\text{cm}$)
  • Wärmeleitfähigkeit ($k$): $0{,}70,\text{W/(m}\cdot\text{K)}$ (Mauerziegel)
  • Innentemperatur ($T_{\text{innen}}$): $20,^\circ\text{C}$
  • Außentemperatur ($T_{\text{außen}}$): $-4,^\circ\text{C}$
  • Temperaturdifferenz ($\Delta T$): $24,\text{K}$

Berechnungsschritte:

  1. Wärmestrom berechnen: $$\dot{Q} = \frac{k \cdot A \cdot \Delta T}{d} = \frac{0{,}70 \cdot 15 \cdot 24}{0{,}24} = \frac{252}{0{,}24} = 1050,\text{W} = 1{,}05,\text{kW}$$
  2. Tagesenergieverlust ermitteln ($t = 24,\text{h}$): $$Q_{\text{Tag}} = 1{,}05,\text{kW} \cdot 24,\text{h} = 25{,}2,\text{kWh}$$

Wird die Wand zusätzlich mit $12,\text{cm}$ Dämmstoff ($k = 0{,}035,\text{W/(m}\cdot\text{K)}$) versehen, sinkt der Wärmestrom drastisch. Der Wärmeübertragungs-Rechner hilft Ihnen, solche Sanierungsszenarien sofort anschaulich zu quantifizieren.

Typische Einsatzbereiche für den Wärmeübertragungs-Rechner

Der Wärmeübertragungs-Rechner deckt ein breites Spektrum ingenieurwissenschaftlicher und praktischer Aufgaben ab:

  • Gebäudetechnik & Bauphysik — Erste Abschätzung von Transmissionswärmeverlusten durch Fenster, Decken und Fassadenelemente.
  • HLK- und Klimatechnik — Vorabdimensionierung von Heizkörpern, Konvektoren, Lüftungskanälen und Wärmetauschern.
  • Elektronikkühlung — Berechnung von Kühlkörperflächen, Wärmespreizung bei Halbleitern und erzwungener Lüfterkonvektion.
  • Verfahrens- & Anlagentechnik — Überprüfung thermischer Verluste in Rohrleitungen, Reaktoren, Kesselanlagen und Behältern.
  • Studium & Lehre — Schnelle Kontrollrechnungen für thermodynamische Übungsaufgaben und Physikpraktika.

Modellgrenzen und praktische Hinweise

Der Wärmeübertragungs-Rechner arbeitet mit idealisierten, eindimensionalen und stationären Transportannahmen. In der Praxis sollten folgende Einflussfaktoren beachtet werden:

  • Mehrdimensionale Wärmebrücken — Ecken, Kanten und Befestigungselemente erhöhen reale Wärmeverluste gegenüber dem 1D-Modell.
  • Instationäre Temperaturfelder — Dynamische Aufheiz- und Abkühlvorgänge hängen von der Wärmespeicherkapazität der Materialien ab.
  • Strömungsverhältnisse bei Konvektion — Der Koeffizient $h$ variiert stark mit Reynolds-Zahl, Strömungsturbulenz und Oberflächenrauheit.
  • Kombinierte Wärmeübertragung — Reale Oberflächen geben Wärme stets gleichzeitig über Konvektion und Strahlung an die Umgebung ab.

Nutzen Sie den Wärmeübertragungs-Rechner als zuverlässigen Begleiter für schnelle Berechnungen, Parameterstudien und fundierte Schätzungen in Theorie und Praxis.

Häufige Fragen zu Wärmeübertragungs-Rechner

Welche drei Arten der Wärmeübertragung gibt es?

Die drei grundlegenden Mechanismen sind Wärmeleitung (Konduktion durch Teilchenkontakt in Festkörpern oder Fluiden), Konvektion (Wärmemitführung durch strömende Gase oder Flüssigkeiten) und Wärmestrahlung (strahlungsbasierter Energietransport über elektromagnetische Wellen ohne Trägermedium).

Wie berechnet der Wärmeübertragungs-Rechner den Wärmestrom?

Der Wärmeübertragungs-Rechner nutzt je nach gewähltem Modus das Fourier-Gesetz für Wärmeleitung ($Q = k \cdot A \cdot \Delta T \cdot t / d$), das Newtonsche Abkühlungsgesetz für Konvektion ($Q = h \cdot A \cdot \Delta T \cdot t$) oder das Stefan-Boltzmann-Gesetz für Wärmestrahlung ($P = \varepsilon \cdot \sigma \cdot A \cdot (T^4 - T_0^4)$).

Worin liegt der Unterschied zwischen Wärmeleitfähigkeit (k) und Wärmeübergangskoeffizient (h)?

Die Wärmeleitfähigkeit k (in W/(m·K)) ist eine materialspezifische Stoffeigenschaft für den Wärmetransport im Inneren eines Körpers. Der Wärmeübergangskoeffizient h (in W/(m²·K)) beschreibt den konvektiven Wärmeübergang an der Grenzfläche zwischen einer Festkörperoberfläche und einem umgebenden Fluid.

Warum müssen Temperaturen bei Wärmestrahlung in Kelvin angegeben werden?

Das Stefan-Boltzmann-Gesetz enthält absolute Temperaturen in der vierten Potenz (T⁴). Da strahlungsphysikalische Gesetze auf dem absoluten Nullpunkt (0 K = -273,15 °C) basieren, würde eine Eingabe in Grad Celsius zu unzutreffenden Ergebnissen führen.

Kann der Wärmeübertragungs-Rechner für bauphysikalische Gutachten genutzt werden?

Nein, dieses Werkzeug dient als schnelle Orientierungshilfe, Lernwerkzeug und Vordimensionierung. Reale Bauteile und Maschinen besitzen mehrdimensionale Wärmeströme, Wärmebrücken und variable Randbedingungen, die normgerechte Fachnachweise erfordern.

Werden meine Eingabewerte auf einem Server gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Wärmeübertragungs-Rechner laufen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser ab. Es werden zu keinem Zeitpunkt Daten an externe Server gesendet.