Idealer Transformator-Rechner

Berechnen Sie mit dem Transformator-Rechner Primär- und Sekundärspannung, Stromstärke, Windungsverhältnis und Leistung für ideale Transformatoren präzise.

871.4K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
AD

So nutzen Sie den Transformator-Rechner

Der Transformator-Rechner ermöglicht die schnelle und präzise Berechnung aller Kenngrößen eines idealen Transformators. Mit nur wenigen Eingabewerten bestimmen Sie das Übersetzungsverhältnis, die Ausgangsspannung, den Sekundärstrom und die Leistungsübertragung:

  1. Primärspannung ($U_1$ bzw. $V_p$) eingeben — Tragen Sie die an der Primärspule anliegende Eingangsspannung in den Transformator-Rechner ein (z. B. 230 V Netzspannung).
  2. Primärwindungszahl ($N_1$ bzw. $N_p$) festlegen — Geben Sie die Anzahl der Windungen der Primärwicklung ein.
  3. Sekundärwindungszahl ($N_2$ bzw. $N_s$) festlegen — Geben Sie die Windungszahl der Sekundärwicklung in den Transformator-Rechner ein.
  4. Primärstrom ($I_1$ bzw. $I_p$) eingeben — Tragen Sie die Eingangsstromstärke in Ampere ein.
  5. Ergebnisse sofort ablesen — Der Transformator-Rechner ermittelt in Echtzeit die Sekundärspannung ($U_2$), den Sekundärstrom ($I_2$), das Windungsverhältnis ($N_2/N_1$) sowie die Eingangs- und Ausgangsleistung ($P_1 = P_2$). Zudem wird angezeigt, ob es sich um einen Aufwärts-, Abwärts- oder Trenntransformator handelt.

Formeln & physikalische Grundlagen im Transformator-Rechner

Ein Transformator besteht im Wesentlichen aus zwei oder mehr Spulenwicklungen auf einem gemeinsamen ferromagnetischen Kern. Beim Anlegen einer Wechselspannung an die Primärwicklung entsteht ein magnetischer Wechselfluss, der in der Sekundärwicklung eine proportionale Wechselspannung induziert.

Der Transformator-Rechner basiert auf den fundamentalen Gesetzen des idealen, verlustfreien Transformators:

1. Spannungsübersetzung und Windungsverhältnis

Die induzierte Spannung verhält sich direkt proportional zur Windungszahl der jeweiligen Spule:

$$\frac{U_2}{U_1} = \frac{N_2}{N_1} = \ddot{u}$$

Daraus berechnet der Transformator-Rechner die Sekundärspannung ($U_2$):

$$U_2 = U_1 \cdot \frac{N_2}{N_1}$$

  • Ist $N_2 > N_1$ (Windungsverhältnis $\ddot{u} > 1$), so ist $U_2 > U_1$ (Aufwärtstransformator).
  • Ist $N_2 < N_1$ (Windungsverhältnis $\ddot{u} < 1$), so ist $U_2 < U_1$ (Abwärtstransformator).
  • Ist $N_2 = N_1$ ($\ddot{u} = 1$), bleibt die Spannung gleich (Trenntransformator zur galvanischen Entkopplung).

2. Stromübersetzung (Umkehrung des Windungsverhältnisses)

Da im idealen Modell keine Energie verloren geht, verhält sich die Stromstärke umgekehrt proportional zum Windungsverhältnis und zur Spannung:

$$\frac{I_2}{I_1} = \frac{N_1}{N_2} = \frac{U_1}{U_2} = \frac{1}{\ddot{u}}$$

Der Sekundärstrom ($I_2$) wird im Transformator-Rechner wie folgt ermittelt:

$$I_2 = I_1 \cdot \frac{N_1}{N_2}$$

3. Leistungsbilanz (Erhaltungssatz)

Beim idealen Transformator beträgt der Wirkungsgrad $\eta = 100,%$. Die Scheinleistung bzw. Wirkleistung der Primärseite entspricht exakt der Leistung der Sekundärseite:

$$P_1 = P_2 \iff U_1 \cdot I_1 = U_2 \cdot I_2$$

FormelzeichenPhysikalische GrößeEinheitErläuterung
$U_1$ ($V_p$)PrimärspannungVolt (V)Anliegende Eingangsspannung
$U_2$ ($V_s$)SekundärspannungVolt (V)Induzierte Ausgangsspannung
$N_1$ ($N_p$)PrimärwindungszahlAnzahl Windungen der Eingangsspule
$N_2$ ($N_s$)SekundärwindungszahlAnzahl Windungen der Ausgangsspule
$I_1$ ($I_p$)PrimärstromAmpere (A)Aufgenommener Eingangsstrom
$I_2$ ($I_s$)SekundärstromAmpere (A)Bereitgestellter Ausgangsstrom
$\ddot{u}$ ($N_s/N_p$)Windungsverhältnis / ÜbersetzungsverhältnisVerhältnis der Wicklungen zueinander
$P_1, P_2$Primär- / AusgangsleistungWatt (W) / VAÜbertragene elektrische Leistung

Aufwärtstransformator vs. Abwärtstransformator

Je nach gewähltem Windungsverhältnis unterscheidet der Transformator-Rechner drei Betriebsarten:

  • Abwärtstransformator (Step-Down-Trafo): Die Sekundärspule besitzt weniger Windungen als die Primärspule ($N_2 < N_1$). Die Ausgangsspannung sinkt, während der maximal verfügbare Sekundärstrom ansteigt. Typisches Einsatzgebiet: Steckernetzteile, Halogen- und LED-Transformatoren, Schweißgeräte.
  • Aufwärtstransformator (Step-Up-Trafo): Die Sekundärspule besitzt mehr Windungen als die Primärspule ($N_2 > N_1$). Die Spannung wird herauftransformiert, während die Stromstärke proportional sinkt. Typisches Einsatzgebiet: Kraftwerke zur Einspeisung in Hochspannungs-Übertragungsnetze, Mikrowellen, Zündspulen.
  • Trenntransformator (1:1-Übersetzung): Beide Spulen besitzen die identische Windungszahl ($N_1 = N_2$). Spannung und Strom bleiben unverändert. Der Zweck liegt in der sicheren galvanischen Trennung zweier Stromkreise zur Vermeidung von Erdschlüssen und zur Erhöhung der Arbeitssicherheit.

Annahmen und Grenzen des idealen Transformatormodells

Der Transformator-Rechner verwendet das idealisierte physikalische Modell. In der Praxis weisen reale Transformatoren physikalische Effekte auf, die bei präzisen Dimensionierungen beachtet werden müssen:

  1. Kupferverluste (Ohmscher Wicklungswiderstand): Der ohmsche Widerstand des Kupferdrahtes erzeugt lastabhängige Wärmeverluste ($P_{\text{Cu}} = I^2 \cdot R$).
  2. Eisenverluste (Kernverluste): Durch ständiges Ummagnetisieren des Eisenkerns (Hystereseverluste) und induzierte Wirbelströme entstehen lastunabhängige Verluste im Kernmaterial.
  3. Streufluss (Streuinduktivität): Nicht alle Magnetfeldlinien verknüpfen Primär- und Sekundärspule vollständig. Ein kleiner magnetischer Streufluss führt zu leichten Spannungsabfällen unter Last.
  4. Magnetische Sättigung: Bei zu hoher Spannung oder zu kleiner Frequenz gerät der Kern in die Sättigung, was zu stark überhöhten Strömen führt.
  5. Wirkungsgrad realer Transformatoren: Große Leistungstransformatoren erreichen Wirkungsgrade von über $98,%$, während kleine Steckertransformatoren typischerweise zwischen $80,%$ und $92,%$ liegen.

Praxisbeispiele zur Berechnung mit dem Transformator-Rechner

Beispiel 1: Auslegung eines 12-V-Netztransformators (Abwärtstransformator)

Ein Transformator soll an das europäische $230\text{-V}$-Wechselstromnetz angeschlossen werden ($U_1 = 230,\text{V}$) und auf der Sekundärseite $U_2 = 12,\text{V}$ für eine Niedervoltanwendung liefern. Die Primärwicklung besitzt $N_1 = 1150$ Windungen. Bei Volllast wird primärseitig ein Strom von $I_1 = 0{,}15,\text{A}$ gemessen.

Eingaben im Transformator-Rechner:

  • Primärspannung: $230,\text{V}$
  • Primärwindungszahl: $1150$
  • Sekundärwindungszahl: $60$ (da $N_2 = 1150 \cdot \frac{12}{230} = 60$)
  • Primärstrom: $0{,}15,\text{A}$

Ergebnisse des Transformator-Rechner:

  • Sekundärspannung ($U_2$): $12{,}0,\text{V}$
  • Windungsverhältnis ($N_2/N_1$): $0{,}05217$ (bzw. $1 : 19{,}17$)
  • Sekundärstrom ($I_2$): $I_2 = 0{,}15,\text{A} \cdot \frac{1150}{60} = 2{,}875,\text{A}$
  • Übertragene Leistung ($P$): $P = 230,\text{V} \cdot 0{,}15,\text{A} = 34{,}5,\text{W}$

Beispiel 2: Aufwärtstransformator für einen Wechselrichter

Ein Wechselrichter erzeugt aus einer $12\text{-V}$-Batterie eine Wechselspannung von $U_1 = 12,\text{V}$ und soll diese auf Netzspannung von $U_2 = 230,\text{V}$ anheben. Die Primärspule hat $N_1 = 24$ Windungen und zieht bei $120,\text{W}$ Last einen Strom von $I_1 = 10,\text{A}$.

Berechnung durch den Transformator-Rechner:

  • Sekundärwindungszahl ($N_2$): $N_2 = 24 \cdot \frac{230}{12} = 460$ Windungen
  • Sekundärstrom ($I_2$): $I_2 = 10,\text{A} \cdot \frac{24}{460} \approx 0{,}522,\text{A}$
  • Leistung: $P_1 = P_2 = 12,\text{V} \cdot 10,\text{A} = 120,\text{W}$

Typische Anwendungsbereiche des Transformator-Rechners

Der Transformator-Rechner ist ein praktisches Hilfsmittel für Lernende, Entwickler und Ingenieure:

  • Physikunterricht und Elektrotechnikstudium: Schnelle Überprüfung von Übungsaufgaben zu Induktionsgesetzen, Windungsverhältnissen und Scheinleistungen.
  • Elektronikentwicklung & Prototypenbau: Schnelles Überschlagen der benötigten Windungszahlen beim Selbstwickeln von Transformatoren oder Drosseln.
  • Plausibilitätsprüfung in der Werkstatt: Rascher Abgleich von Messwerten an Trenn- und Spartransformatoren.
  • Auslegung von Modellbau- und Kleinspannungsanlagen: Berechnung von Betriebsströmen für Modellbahnen, Beleuchtungssysteme und Prüfaufbauten mit dem Transformator-Rechner.

Häufige Fragen zu Idealer Transformator-Rechner

Was berechnet der Transformator-Rechner?

Der Transformator-Rechner berechnet die Sekundärspannung, den Sekundärstrom, das Windungsverhältnis sowie die Eingangs- und Ausgangsleistung eines idealen Transformators anhand der eingegebenen Primärwerte und Windungszahlen.

Was ist der Unterschied zwischen einem idealen und einem realen Transformator?

Ein idealer Transformator arbeitet völlig verlustfrei (Wirkungsgrad 100 %, keine Kupfer- oder Eisenverluste) und ohne Streufluss. Reale Transformatoren weisen ohmsche Wicklungswiderstände, Ummagnetisierungsverluste (Hysterese), Wirbelstromverluste und Streuinduktivitäten auf.

Warum funktioniert ein Transformator nur mit Wechselspannung (AC) und nicht mit Gleichspannung (DC)?

Ein Transformator beruht auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion nach dem Faradayschen Induktionsgesetz. Nur ein sich zeitlich ändernder Strom erzeugt ein veränderliches Magnetfeld im Eisenkern, welches in der Sekundärspule eine Spannung induziert. Bei Gleichspannung entsteht kein Wechselfeld, was zu einem thermischen Kurzschluss führen kann.

Was bedeutet ein Aufwärts- bzw. Abwärtstransformator?

Hat die Sekundärspule mehr Windungen als die Primärspule ($N_2 > N_1$), wird die Spannung herauftransformiert (Aufwärtstransformator bzw. Step-up). Bei weniger Sekundärwindungen ($N_2 < N_1$) sinkt die Ausgangsspannung (Abwärtstransformator bzw. Step-down). Bei gleicher Windungszahl ($N_1 = N_2$) spricht man von einem Trenntransformator.

Werden meine eingegebenen Berechnungsdaten online gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen im Transformator-Rechner finden ausschließlich lokal in Ihrem Webbrowser statt. Es werden zu keinem Zeitpunkt Daten an externe Server übertragen oder gespeichert.