LMTD-Rechner

Logarithmische mittlere Temperaturdifferenz für Wärmetauscher berechnen. Der LMTD-Rechner ermittelt ΔTlm für Gegenstrom und Gleichstrom schnell und präzise.

906.0K Berechnungen Aktualisiert · 2026-08-27 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So bedienen Sie den LMTD-Rechner

Der LMTD-Rechner dient Ingenieuren, Planern und Studierenden zur schnellen Ermittlung der logarithmischen mittleren Temperaturdifferenz ($\Delta T_{m,log}$ bzw. LMTD) für Wärmeübertrager und thermische Anlagen.

Mit dem LMTD-Rechner führen Sie Ihre thermische Auslegung in wenigen Schritten durch:

  1. Strömungsführung auswählen — Bestimmen Sie im LMTD-Rechner, ob Ihr Wärmetauscher im Gegenstrom (Counter-flow) oder im Gleichstrom (Parallel-flow) betrieben wird.
  2. Temperatureinheit festlegen — Wählen Sie die gewünschte Einheit aus: Grad Celsius (°C), Kelvin (K) oder Grad Fahrenheit (°F).
  3. Fluidtemperaturen eingeben — Tragen Sie die Ein- und Austrittstemperaturen für den warmen Fluidstrom ($T_{h,ein}$, $T_{h,aus}$) sowie den kalten Fluidstrom ($T_{c,ein}$, $T_{c,aus}$) in den LMTD-Rechner ein.
  4. Ergebnis direkt ablesen — Das Ausgabefeld im LMTD-Rechner zeigt unmittelbar die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz sowie die beiden Randtemperaturdifferenzen $\Delta T_1$ und $\Delta T_2$ an.

Dank der interaktiven Eingabe im LMTD-Rechner können Sie Strömungsformen und Temperaturprofile ohne manuelle Zwischenschritte direkt miteinander vergleichen.

Formeln & Thermodynamische Grundlagen der LMTD-Berechnung

In einem Wärmeaustauscher verläuft die Temperaturänderung beider Fluide über die Austauscherlänge nicht linear, sondern exponentiell. Der LMTD-Rechner verwendet die klassische logarithmische Mittelwertgleichung:

$$\text{LMTD} = \Delta T_{m,log} = \frac{\Delta T_1 - \Delta T_2}{\ln\left(\frac{\Delta T_1}{\Delta T_2}\right)}$$

Randtemperaturdifferenzen nach Strömungsart

Die Definition der Temperaturdifferenzen an den beiden Enden des Wärmeübertragers hängt von der gewählten Strömungsführung ab, die Sie im LMTD-Rechner einstellen:

1. Gegenstrombetrieb (Counter-Flow)

Im Gegenstrom fließen die beiden Medien in entgegengesetzter Richtung durch den Apparat. Dies führt zum höchsten thermischen Wirkungsgrad:

$$\Delta T_1 = T_{h,ein} - T_{c,aus}$$ $$\Delta T_2 = T_{h,aus} - T_{c,ein}$$

2. Gleichstrombetrieb (Parallel-Flow)

Im Gleichstrom treten beide Medien auf derselben Seite ein und strömen parallel in dieselbe Richtung:

$$\Delta T_1 = T_{h,ein} - T_{c,ein}$$ $$\Delta T_2 = T_{h,aus} - T_{c,aus}$$

Berechnung von Wärmestrom und Austauschfläche

Die durch den LMTD-Rechner berechnete Temperaturdifferenz ist die zentrale Triebkraft für den Wärmestrom $\dot{Q}$ nach der Wärmedurchgangsgleichung:

$$\dot{Q} = k \cdot A \cdot \Delta T_{m,log} = U \cdot A \cdot \text{LMTD} \cdot F$$

Daraus lässt sich die erforderliche Wärmeübertragerfläche $A$ direkt bestimmen:

$$A = \frac{\dot{Q}}{k \cdot \text{LMTD} \cdot F}$$

Formelzeichen und Einheiten im Überblick

SymbolBedeutungEinheit
$T_{h,ein}$Eintrittstemperatur des warmen Fluids$^\circ\text{C}$ / $\text{K}$
$T_{h,aus}$Austrittstemperatur des warmen Fluids$^\circ\text{C}$ / $\text{K}$
$T_{c,ein}$Eintrittstemperatur des kalten Fluids$^\circ\text{C}$ / $\text{K}$
$T_{c,aus}$Austrittstemperatur des kalten Fluids$^\circ\text{C}$ / $\text{K}$
$\Delta T_1, \Delta T_2$Temperaturdifferenzen an den Austauscherenden$\text{K}$
$\text{LMTD}$Logarithmische mittlere Temperaturdifferenz$\text{K}$
$\dot{Q}$Wärmestrom (Wärmeleistung)$\text{W}$ / $\text{kW}$
$k$ bzw. $U$Wärmedurchgangskoeffizient$\text{W/(m}^2\cdot\text{K)}$
$A$Erforderliche Wärmeaustauschfläche$\text{m}^2$
$F$Korrekturfaktor für komplexe Strömungsformen$-$ ($0 < F \le 1$)

Schritt-für-Schritt-Praxisbeispiel zur Auslegung

Ein Ingenieurbüro plant einen Rohrbündelwärmetauscher zur Wärmerückgewinnung in einer Industrieanlage:

  • Warmes Fluid (Prozesswasser): Eintritt $T_{h,ein} = 95,^\circ\text{C}$, Austritt $T_{h,aus} = 45,^\circ\text{C}$
  • Kaltes Fluid (Kühlwasser): Eintritt $T_{c,ein} = 15,^\circ\text{C}$, Austritt $T_{c,aus} = 55,^\circ\text{C}$

Schrittweise Berechnung:

  1. Gegenstrom-Temperaturdifferenzen bestimmen: $$\Delta T_1 = T_{h,ein} - T_{c,aus} = 95,^\circ\text{C} - 55,^\circ\text{C} = 40,\text{K}$$ $$\Delta T_2 = T_{h,aus} - T_{c,ein} = 45,^\circ\text{C} - 15,^\circ\text{C} = 30,\text{K}$$

  2. LMTD mit der Formel ermitteln: $$\text{LMTD} = \frac{40 - 30}{\ln(40 / 30)} = \frac{10}{\ln(1{,}3333)} = \frac{10}{0{,}2877} \approx 34{,}76,\text{K}$$

Geben Sie diese vier Werte in den LMTD-Rechner ein, erhalten Sie sekundenschnell das exakte Ergebnis von $34{,}76,\text{K}$.

Hinweis zum Gleichstromvergleich: Bei Gleichstrom wäre ein Austritt des kalten Fluids auf $55,^\circ\text{C}$ physikalisch unmöglich, da das kalte Medium niemals wärmer werden kann als das austretende warme Medium ($45,^\circ\text{C}$). Der LMTD-Rechner verdeutlicht diesen Vorteil der Gegenstromführung anschaulich.

Typische Einsatzbereiche für den LMTD-Rechner

Der LMTD-Rechner ist ein wichtiges Hilfsmittel in zahlreichen technischen Disziplinen:

  • Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) — Auslegung von Heizregistern, Plattenwärmetauschern und Rückkühlwerken.
  • Kraftwerks- und Prozesstechnik — Dimensionierung von Kondensatoren, Speisewasservorwärmern und Verdampfern.
  • Kältetechnik und Wärmepumpen — Exakte thermische Berechnung von Verdampfer- und Verflüssigerstufen.
  • Chemie- und Verfahrensingenieurwesen — Auslegung von Rohr- und Plattenwärmeübertragern für kontinuierliche Stoffströme.
  • Ingenieurstudium und Weiterbildung — Schnelle Kontrollrechnungen thermodynamischer Aufgaben mit dem LMTD-Rechner.

Annahmen, Grenzen und Sonderfälle

Beim praktischen Einsatz im LMTD-Rechner sollten die folgenden thermodynamischen Randbedingungen beachtet werden:

  • Stationärer Betrieb: Wärmeströme und Massenströme bleiben über die Zeit konstant.
  • Konstante Stoffwerte: Die spezifischen Wärmekapazitäten ($c_p$) und der Wärmedurchgangskoeffizient ($k$) werden über den gesamten Apparat als näherungsweise konstant angenommen.
  • Keine Phasenänderung bei variabler Temperatur: Bei reiner Kondensation oder Verdampfung reiner Stoffe bleibt eine Temperatur konstant; auch hier liefert der Rechner zuverlässige Werte.
  • Korrekturfaktor $F$: Bei Kreuzgegenstrom, Mehrwege-Rohrbündeln oder komplexen Schaltungen muss die vom LMTD-Rechner ermittelte Gegenstrom-LMTD mit dem herstellerspezifischen Faktor $F$ korrigiert werden.

Verwenden Sie den LMTD-Rechner für eine verlässliche, normgerechte und zeitsparende Vordimensionierung Ihrer Wärmeaustauscher.

Häufige Fragen zu LMTD-Rechner

Was ist die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz (LMTD)?

Die LMTD (Logarithmic Mean Temperature Difference, $\Delta T_{m,log}$) ist die wirksame treibende Temperaturdifferenz zwischen zwei Fluidströmen in einem Wärmetauscher. Da sich die Fluidtemperaturen entlang der Austauschfläche nicht-linear verändern, ermittelt der LMTD-Rechner den thermodynamisch exakten Mittelwert.

Wie unterscheiden sich Gegenstrom und Gleichstrom bei der LMTD-Berechnung?

Im Gegenstrombetrieb strömen die Medien entgegengesetzt ($\Delta T_1 = T_{h,ein} - T_{c,aus}$ und $\Delta T_2 = T_{h,aus} - T_{c,ein}$). Im Gleichstrombetrieb fließen beide Fluide parallel in dieselbe Richtung ($\Delta T_1 = T_{h,ein} - T_{c,ein}$ und $\Delta T_2 = T_{h,aus} - T_{c,aus}$). Gegenstrom liefert in der Praxis meist eine spürbar höhere LMTD.

Was passiert, wenn die Temperaturdifferenzen an beiden Enden identisch sind (ΔT₁ = ΔT₂)?

Wenn $\Delta T_1 = \Delta T_2$, führt die Standardformel rechnerisch zu einer Division durch Null ($0/0$). Der mathematische Grenzwert ist $\text{LMTD} = \Delta T_1 = \Delta T_2$. Der LMTD-Rechner fängt diesen Sonderfall automatisch ab und gibt den identischen Differenzwert aus.

Wann wird ein F-Korrekturfaktor benötigt?

Die reine LMTD-Gleichung gilt für ideale 1-Pass-Gegenstrom- oder Gleichstrom-Wärmeübertrager. Bei Kreuzstrom, mehrgängigen Rohrbündeln oder Plattenwärmetauschern wird die berechnete Gegenstrom-LMTD mit einem Korrekturfaktor $F$ ($0 < F \le 1$) multipliziert ($Q = k \cdot A \cdot F \cdot \Delta T_{m,log}$).

Warum darf man nicht einfach das arithmetische Mittel nutzen?

Das arithmetische Mittel setzt eine lineare Temperaturkurve voraus. Da der Temperaturverlauf in Wärmetauschern exponentiell abfällt, überschätzt das arithmetische Mittel die tatsächliche Triebkraft. Eine Auslegung ohne LMTD-Rechner würde zu einer zu klein dimensionierten Übertragungsfläche führen.

Werden meine Eingabewerte auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im LMTD-Rechner erfolgen vollständig lokal in Ihrem Webbrowser. Es werden zu keinem Zeitpunkt Daten oder Messreihen an externe Server übermittelt.