Tiefpass-Rechner

Präziser Tiefpass-Rechner: Berechnen Sie Grenzfrequenz, Widerstand, Kapazität, Dämpfung und Phasenverschiebung für passive RC-Tiefpassfilter schnell online.

895.2K Berechnungen Aktualisiert · 2026-05-10 Lokale Ausführung · Kein Daten-Upload
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So nutzen Sie den Tiefpass-Rechner

Der Tiefpass-Rechner ist ein spezialisiertes Online-Werkzeug zur Auslegung und Analyse passiver RC-Tiefpassfilter 1. Ordnung. Mit dem Tiefpass-Rechner bestimmen Sie alle relevanten Kenngrößen Ihrer Filterschaltung in wenigen Schritten:

  1. Berechnungsmodus auswählen — Legen Sie im Tiefpass-Rechner fest, welche Zielgröße Sie ermitteln möchten: die Grenzfrequenz ($f_c$), den ohmschen Widerstand ($R$) oder die Filterkapazität ($C$).
  2. Bekannte Parameter eingeben — Geben Sie die beiden bekannten Bauelementwerte ein. Der Tiefpass-Rechner unterstützt praxisnahe Einheiten wie $\Omega$, $\text{k}\Omega$, $\text{M}\Omega$ für Widerstände sowie $\text{pF}$, $\text{nF}$, $\mu\text{F}$, $\text{mF}$ und $\text{F}$ für Kondensatoren.
  3. Signalfrequenz zur Frequenzganganalyse definieren — Tragen Sie optional eine Betriebsfrequenz ein, um das genaue Verhalten des Filters bei dieser Frequenz zu analysieren.
  4. Ergebnisse in Echtzeit auswerten — Der Tiefpass-Rechner gibt sofort die berechnete Kenngröße, die Zeitkonstante $\tau = R \cdot C$, das Amplitudenverhältnis, die Dämpfung in Dezibel (dB) sowie die Phasenverschiebung in Grad aus.
  5. Dämpfungsverhalten überprüfen — Überprüfen Sie anhand der Werte, ob das Filter hochfrequente Störanteile in Ihrem Schaltungsentwurf wie gewünscht abschwächt.

Formeln & mathematische Grundlagen im Tiefpass-Rechner

Ein passiver Tiefpass 1. Ordnung besteht aus einem ohmschen Widerstand $R$ in Reihe zum Signalpfad und einem Kondensator $C$ parallel zur Last. Der Tiefpass-Rechner nutzt die fundamentalen Gleichungen der Wechselstromtechnik zur exakten Berechnung des Übertragungsverhaltens.

1. Grenzfrequenz (Cutoff-Frequenz $f_c$)

Die Grenzfrequenz (auch 3-dB-Eckfrequenz) ist die Frequenz, bei der der Blindwiderstand des Kondensators $X_C = \frac{1}{2\pi f C}$ betragsmäßig gleich dem ohmschen Widerstand $R$ ist:

$$f_c = \frac{1}{2\pi \cdot R \cdot C}$$

An diesem Punkt sinkt die Ausgangsspannung auf:

$$\frac{U_{\text{aus}}}{U_{\text{ein}}} = \frac{1}{\sqrt{2}} \approx 0{,}7071 \quad (-3{,}01,\text{dB})$$

2. Zeitkonstante ($\tau$)

Die Zeitkonstante $\tau$ beschreibt das zeitliche Einschwing- und Ladeverhalten des RC-Glieds im Zeitbereich:

$$\tau = R \cdot C$$

Sie entspricht der Zeitspanne, nach der die Ausgangsspannung bei einem Spannungssprung am Eingang etwa 63,2 % ihres Endwerts erreicht hat. Die Grenzfrequenz und die Zeitkonstante hängen über $f_c = \frac{1}{2\pi \tau}$ direkt zusammen.

3. Frequenzgang: Amplitudenverhältnis, Dämpfung und Phase

Für jede beliebige Signalfrequenz $f$ ermittelt der Tiefpass-Rechner die folgenden Parameter:

  • Amplitudenverhältnis (Spannungsübertragung): $$H(f) = \frac{1}{\sqrt{1 + \left(\frac{f}{f_c}\right)^2}}$$

  • Verstärkung bzw. Dämpfung in Dezibel (dB): $$\text{Gain (dB)} = 20 \cdot \log_{10}(H(f))$$

  • Phasenverschiebung ($\varphi$): $$\varphi = -\arctan\left(\frac{f}{f_c}\right)$$

FrequenzbereichVerhältnis $f / f_c$Amplitudenverhältnis $H(f)$Dämpfung in dBPhasenverschiebung $\varphi$
Weit unter Grenzfrequenz$0{,}1 \cdot f_c$$\approx 0{,}995$$-0{,}04,\text{dB}$$\approx -5{,}7^\circ$
Grenzfrequenz$\mathbf{1{,}0 \cdot f_c}$$\mathbf{\approx 0{,}707}$$\mathbf{-3{,}01,\text{dB}}$$\mathbf{-45{,}0^\circ}$
Eine Oktave darüber$2{,}0 \cdot f_c$$\approx 0{,}447$$-6{,}99,\text{dB}$$\approx -63{,}4^\circ$
Eine Dekade darüber$10{,}0 \cdot f_c$$\approx 0{,}0995$$-20{,}04,\text{dB}$$\approx -84{,}3^\circ$
Zwei Dekaden darüber$100{,}0 \cdot f_c$$\approx 0{,}0100$$-40{,}00,\text{dB}$$\approx -89{,}4^\circ$

4. Formeln zur Dimensionierung (Rückwärtsrechnung)

Möchten Sie eine Schaltung für eine vorgegebene Grenzfrequenz $f_c$ dimensionieren, stellt der Tiefpass-Rechner die Gleichungen automatisch nach der gesuchten Variablen um:

  • Erforderlichen Widerstand berechnen: $$R = \frac{1}{2\pi \cdot f_c \cdot C}$$

  • Erforderliche Kapazität berechnen: $$C = \frac{1}{2\pi \cdot f_c \cdot R}$$

Praktische Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Anti-Aliasing-Filter für einen Mikrocontroller-ADC

Ein analoger Sensor liefert Messsignale bis 1 kHz. Um hochfrequentes Rauschen vor der Digitalisierung durch einen Analog-Digital-Wandler (ADC) zu unterdrücken, soll ein Tiefpass mit einer Grenzfrequenz von $f_c = 1,\text{kHz}$ gebaut werden. Als Kondensator steht ein Standardwert von $C = 100,\text{nF}$ zur Verfügung.

  • Eingabe im Tiefpass-Rechner: Modus „Widerstand berechnen“, $f_c = 1,\text{kHz}$, $C = 100,\text{nF}$.
  • Berechnung: $$R = \frac{1}{2\pi \cdot 1000,\text{Hz} \cdot 100 \times 10^{-9},\text{F}} \approx 1591{,}55,\Omega$$
  • Praktische Wahl: Wählen Sie einen Standardwiderstand aus der E24-Reihe mit $1{,}6,\text{k}\Omega$ ($1600,\Omega$). Damit liegt die reale Grenzfrequenz bei ca. $994{,}7,\text{Hz}$.
  • Ergebnisüberprüfung: Bei einer Störfrequenz von 10 kHz dämpft der Filter das Störsignal bereits um ca. $-20,\text{dB}$.

Beispiel 2: PWM-Glättung zur Erzeugung einer Gleichspannung

Ein Mikrocontroller erzeugt ein PWM-Signal mit einer Schaltfrequenz von 20 kHz. Durch ein RC-Tiefpassfilter soll daraus eine saubere Gleichspannung (DAC-Ersatz) erzeugt werden. Die Grenzfrequenz soll deutlich unter der PWM-Frequenz liegen, beispielsweise bei $f_c = 100,\text{Hz}$.

  • Eingabe im Tiefpass-Rechner: Modus „Kapazität berechnen“, $f_c = 100,\text{Hz}$, $R = 4{,}7,\text{k}\Omega$.
  • Berechnung: $$C = \frac{1}{2\pi \cdot 100,\text{Hz} \cdot 4700,\Omega} \approx 338{,}6,\text{nF}$$
  • Praktische Wahl: Ein Folienkondensator mit $330,\text{nF}$ ergibt $f_c \approx 102{,}6,\text{Hz}$ und unterdrückt die 20-kHz-Restwelligkeit um mehr als $-45,\text{dB}$.

Wichtige Praxistipps für die Schaltungsauslegung

Bei der Dimensionierung realer RC-Tiefpässe mit dem Tiefpass-Rechner sollten Sie folgende physikalische Rahmenbedingungen berücksichtigen:

  • Einfluss der Lastimpedanz: Ein passiver RC-Tiefpass setzt eine hochohmige Last am Ausgang voraus. Ist der Lastwiderstand $R_L$ zu klein (z. B. $R_L < 10 \cdot R$), bildet $R$ mit $R_L$ einen Spannungsteiler, was die Grenzfrequenz und die Ausgangsamplitude verschiebt.
  • Innenwiderstand der Signalquelle: Der Ausgangswiderstand der treibenden Signalquelle ($R_Q$) addiert sich zum Filterwiderstand $R$. In Schaltungen mit hochohmigen Quellen muss $R_{\text{eff}} = R + R_Q$ im Tiefpass-Rechner berücksichtigt werden.
  • Bauteilauswahl & Toleranzen: Verwenden Sie für analoge Filter vorzugsweise Metallschichtwiderstände (1 % Toleranz) und temperaturstabile Folien- oder C0G/NP0-Keramikkondensatoren. Elektrolytkondensatoren weisen hohe Toleranzen und Leckströme auf.
  • Mehrstufige und aktive Filter: Wenn eine Dämpfung von 20 dB/Dekade nicht ausreicht, können Sie mehrere RC-Stufen kaskadieren (mit Pufferverstärkern) oder ein aktives Sallen-Key-Filter mit Operationsverstärker aufbauen.

Typische Anwendungsbereiche

Der Tiefpass-Rechner ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für Ingenieure, Studenten, Funkamateure und Maker in zahlreichen Anwendungsfeldern:

  • Audio- und Tontechnik: Unterdrückung von hochfrequentem Rauschen, Auslegung einfacher Klangregler und Frequenzweichen.
  • Sensorik & Messtechnik: Glättung verrauschter Sensorsignale (z. B. Temperatur-, Druck- oder Helligkeitssensoren) vor der Signalverarbeitung.
  • Stromversorgungen: Glättung von Referenzspannungen und Filterung hochfrequenter Schaltspitzen auf Versorgungsleitungen.
  • EMV & Funkentstörung: Abblocken hochfrequenter digitaler Störimpulse an Signaleingängen zur Einhaltung von EMV-Richtlinien.
  • Lehre & Ausbildung: Anschauliche Vermittlung von Frequenzgang, Dämpfung, Zeitkonstante und Phasenlage im Elektrotechnik-Unterricht.

Nutzen Sie den Tiefpass-Rechner, um Ihre RC-Schaltungen schnell, fehlerfrei und praxisgerecht zu dimensionieren.

Häufige Fragen zu Tiefpass-Rechner

Wie lautet die Formel zur Berechnung der Grenzfrequenz eines RC-Tiefpasses?

Die −3-dB-Grenzfrequenz wird mit der Formel fc = 1 / (2πRC) berechnet, wobei R der Widerstand in Ohm (Ω) und C die Kapazität in Farad (F) ist. Bei dieser Grenzfrequenz sinkt die Ausgangsspannung auf das 1/√2-fache (ca. 70,7 %) der Eingangsspannung, was einer Dämpfung von exakt −3 dB entspricht.

Was bedeutet der -3-dB-Punkt bei einem Tiefpassfilter in der Praxis?

Der −3-dB-Punkt (Eckfrequenz) markiert den Übergang zwischen dem Durchlassbereich (Frequenzen passieren nahezu ungedämpft) und dem Sperrbereich (höhere Frequenzen werden zunehmend abgeschwächt). Bei dieser Grenzfrequenz beträgt die Phasenverschiebung genau −45° und die Signalleistung halbiert sich.

Welche Flankensteilheit besitzt ein passiver RC-Tiefpass 1. Ordnung?

Ein Tiefpassfilter 1. Ordnung weist eine Flankensteilheit von −20 dB pro Dekade (bzw. −6 dB pro Oktave) auf. Das bedeutet, dass sich bei einer Verzehnfachung der Signalfrequenz oberhalb von fc die Ausgangsspannung um den Faktor 10 verringert. Höhere Filterordnungen erzielen steilere Übergänge.

Kann ich mit dem Tiefpass-Rechner auch Widerstand R oder Kapazität C berechnen?

Ja. Der Tiefpass-Rechner bietet drei Berechnungsmodi: Sie können die Grenzfrequenz fc aus R und C ermitteln, den erforderlichen Widerstand R aus fc und C bestimmen oder die nötige Kapazität C aus fc und R berechnen.

Was ist der Unterschied zwischen passiven und aktiven Tiefpassfiltern?

Ein passiver RC-Tiefpass besteht nur aus Widerstand und Kondensator und benötigt keine Versorgungsspannung, dämpft aber das Signal bei Belastung. Ein aktiver Tiefpass nutzt Operationsverstärker, bietet eine hohe Eingangsimpedanz, steilere Filterflanken und vermeidet unerwünschte Rückwirkungen.

Werden meine eingegebenen Schaltungsdaten auf einem Server gespeichert?

Nein. Sämtliche Berechnungen im Tiefpass-Rechner werden vollständig lokal in Ihrem Webbrowser ausgeführt; es werden keine Daten an externe Server übertragen.